Die Adventskalendergrafik zum 6. Dezember zeigt Winzer in Werder (Bild: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender - 6. Tür: Ein weihnachtliches Prosit vom Havelwinzer

Guben, Schlieben und Petzow sind Brandenburger Anbaugebiete und zwar nicht nur von Mais, sondern von Wein. Weinbau hat wirklich Tradition in Brandenburg, die allerdings erst seit kurzem wieder gepflegt wird. Der älteste Weinstock steht am Wachtelberg in Werder.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Öchsle? – Auch wenn kaum ein Brandenburger auch nur andeutungsweise weiß, wie dieses komische Wort geschrieben wird: Brandenburg ist ein Weinland, und das bereits seit Jahrhunderten. Weil das kaum einer weiß, hat Brandenburgs Landesregierung eine Lehrschrift herausgegeben. Hier wird auf Büttenpapier gedruckt und mit Pferdekutschen ausgeliefert beschrieben, wie die Mönche bereits im 12. Jahrhundert Terrassen für Wein anlegten, wie sie Wein pflanzten, die Stöcke beschnitten und bewässerten, um dann ein wenig später ordentlich zu pflücken, äh zu lesen, und um dann schon sehr bald den einen oder anderen guten Tropfen zu sich zu nehmen.

Zu DDR-Zeiten einfach weggefroren

Die Zeitangaben für die Weinursprünge in Brandenburg schwanken: Manche sagen vor 700 Jahren, manche behaupten gar vor 900 Jahren und das Landwirtschaftsministerium spricht von mehr als 800 Jahren. Sehr eindeutig wird allerdings das zwischenzeitliche Ende angegeben: Der Wachtelberg in Werder/Havel gilt mit seiner jahrhundertealten Weinbaugeschichte als der älteste Anbaustandort im Land, verlor aber 1956 seine letzten Rebstöcke an den Frost. Einige wenige Rebstöcke im Brandenburger Land überlebten dann noch - von Minusgraden ausgezehrt - ein paar Jahre, doch in den 60er und 70er Jahren galt der Weinbau in Brandenburg als ausgestorben.

Umso sicherer und jahrgenau kann aber der Neustart datiert werden, denn das hat auch wieder das Landwirtschaftsministerium recherchiert: "Noch vor dem Ende der DDR, im Jahr 1985, hatten traditionsbewusste Werderaner auf fünf Hektar des alten Kulturstandorts Wachtelberg Reben gepflanzt – die Keimzelle des heute größten brandenburgischen Weinguts." Damit hat Werder also den ältesten Weinberg des Landes.

Aufgerebt, umgerebt und gelagert

Der Wachtelberg also wurde in den 80ern wieder "aufgerebt". 1996 wollte man dann dort noch mehr und besseren Wein, so dass nun umgerebt wurde, und zwar weg vom Müller-Thurgau hin zu den roten Sorten Regent und Dornfelder. Und dann noch ein paar Jahre später kam auch die weiße Rebsorte Saphira in den Berg. Hinzu gesellten sich dann in der Folge auch Sauvignon Blanc und Kernling.

Gemessen an den großen Weinanbaugebieten an Rhein und Mosel und auch verglichen mit dem fast benachbarten recht kleinen Gebiet um Saale und Unstrut ist Brandenburgs Weinausbeute ausgesprochen mini und für die Lagerung braucht es auch nur sehr kleine Lagerkatakomben in den wenigen eiszeitlichen Hügeln Brandenburgs, aber langsam und sicher wird es hier mit mit dem Wein immer mehr und immer besser.

Ein Kellerchen also für den Brandenburger Wein reicht noch, aber ein gutes Kellerchen muss es schon sein und genau deshalb heißt es in Brandenburg auch nicht Prost, sondern: Pröstachen! Auf die Weihnachtszeit!

Weinlese auf dem Wachtelberg am 18.09.1999. (Quelle: dpa/Jörg Bergmann)
Weinlese von der Müller-Thurgau-Trauben auf dem Wachtelberg 1999. Bild: dpa/Jörg Bergmann

Übersichtskarten

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imago/Ina Peek

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Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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