Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration der Jungfernbrücke (Bild: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender - 7. Tür: Mitten in Mitte und auch noch sinusförmig gewölbt

Spreekanal, Fischerinsel und dann auch noch die älteste Berliner Brücke – rund um die Jungfernbrücke steckt viel Stadtgeschichte. Die allerdings ist sehr versteckt zwischen den Neubauten.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Eine schöne alte schiefe Brücke über ein Wasser, das noch nicht einmal ein Kanal ist, sondern nur eine Gracht. - Die Stadt hat wirklich gemütliche Ecken. Zum Beispiel die Jungfernbrücke, Berlins älteste noch erhaltene Brücke über den Spreekanal, den alten Schleusengraben, aus dem Jahre 1688. Und sie heißt so, weil hier angeblich die Jungfern darauf warteten, dass die Männer vom Flußbade zurückkamen. So erzählen es wahrscheinlich die Stadtführer mit den bunten Schirmen.

Gemütliche Ecke mit einigen Einschränkungen

Gemütliche Ecke? - Naja, es gibt hier schon ein paar Einschränkungen: Die Bauwerke rundum könnten wirklich alt sein und wenn diese alten Gebäude hier noch stehen würden, hätten die Leute 1A Fotomotive und könnten beim Drüberlaufen hin zu einem Cafe in einem prima renovierten Holzbohlenhaus von Venedig träumen und würden später in Bottrop von der Historie erzählen, die man quasi überall spüre.

Aber die Historie, jedenfalls die guten alten Zeiten, sind hier so ziemlich auf die Brücke selbst beschränkt, der Rest rundrum ist Stückwerk aus allen noch recht jungen und immer nur kurzen Epochen, an die man sich auch nicht immer gern erinnern möchte: das ehemalige Reichsbankgebäude samt Erweiterungsbauten (heute Auswärtiges Amt) ist nicht direkt zum Flanieren geeignet. Dann ist da noch die Leipziger Straße mit ihren prima Ost-Hochhäusern und die nur halbseiden ein wenig historisch erhaltene Fischerinsel. Die Jungfernbrücke - ein typischer Fall von "War früher hier würklisch mal schön jewesn!"

Ein Spaziergang vom Hausvogteiplatz

Aber natürlich kann man das auch anders sehen: Vom Hausvogteiplatz mit einigen wenigen, aber doch sehr interessanten Bauten aus der Hochzeit der Textilindustrie und der Konfektionsfertigung schlendert man durch die Niederwallstraße und die Jägerstraße zur Kurstraße, freut sich an ein paar komisch deplazierten modernen Stadtvillen im amerikanisch-holländischen Was-auch-immer-Stil zur Kurstraße um sich nach gefühlen 500 Metern entlang des Außenamts umso mehr über das Wasser im Kupfergraben zu freuen. "Der Querschnitt der Jungfernbrücke wurde sinusförmig konstruiert mit zwei ungleich breiten gewölbten Seitenöffnungen zwischen Ufer und Brückenpfeilern", liest uns das Handy aus Wikipedia vor. Wir freuen uns und packen die mitgebrachten belegten Brötchen aus.

Die Jungfernbruecke in Berlin (Quelle: imago/Gerhard Leber)
Jungfernbrücke im Nikolaiviertel in Ostberlin 1955. Bild: imago/Gerhard Leber

Übersichtskarten

Ein Stern ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz am 03.12.2017 mit der Weltzeituhr im Hintergrund zu sehen. (Bild: imago/Ina Peek)
imago/Ina Peek

- Hier finden Sie die Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg

Glühwein, Zuckermandeln, Kunsthandwerk und Fahrgeschäfte: Es ist Weihnachtsmarktsaison. Doch wo hat ein Markt in Ihrer Nähe auf? rbb|24 zeigt die wichtigsten Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg auf interaktiven Karten.

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Beitrag von Stefan Ruwoldt

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.