Illustration Ältester Radweg. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 15. Tür: Als sich Radfahrer noch über Kopfsteinpflaster freuten

Poller und grüne oder rote Streifen aus zweikomponentiger Rollplastik - das braucht ein Radweg, wenn er modern sein will. Früher war das anders. Aber "früher" ist vorbei.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Wenn man etwas Altes entdeckt, glitzert es nur selten. Meistens ist es sogar in einem entsetzlichen Zustand. Man ist dann froh, dass überhaupt noch was übrig ist und wienert so lange dran 'rum, bis es wieder leuchtet. Alle, die dann ein wenig näher kommen, legen den Kopf schräg und flüstern verträumt: Ach, so war das früher?

Was haben wir denn da, das ist doch nicht etwa ein...?

In Zehlendorf ist die Bild-Zeitung vor einigen Monaten dem Verkehrshistoriker Herbert Liman hinterhergeschlichen. Liman war schon länger auf Spurensuche, und in Zehlendorf war er sich dann ganz sicher und diktierte den Bild-Reportern in den Block: "Der Abschnitt in der Claszeile ist das älteste erhaltene Dokument für Radwege in Berlin." Der Reporter machte von sich und diesem Berliner Ur-Radweg ein verwackeltes Foto, rief ein Taxi und raste zurück in die Redaktion, um die Nachricht in die Welt zu schicken.

Der Verkehrshistoriker hatte bei seiner Suche noch nicht einmal groß graben müssen. Er fand keine Skelette von Radfahrern und auch keine versteinerte Wegzehrung oder Trinkflaschenscherben. Auch nutzte er keine Luftbilder. Der Radweg war einfach noch da, wurde allerdings nicht als solcher erkannt, weil Radwege heutzutage grün oder rot sind.

Der Bürgersteig blieb, das Rad fuhr auf der Straße

Nach den Forschungen des Historikers wurde der 50 Zentimenter breite Streifen aus drei Pflastersteinen - abgegrenzt durch kleineres Pflaster vom übrigen Fahrweg am Rand der Straße zum Bordstein - bereits 1898 geschaffen. Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) dagegen geht nicht ganz so jahrgenau wie Liman vor und gibt an, dass der Radverkehr sich in den Städten wie Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte.

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurden dann allerdings die Radwege vom Autoverkehr getrennt. Sie kamen an den Rand des Bürgersteigs. Und genau darum ist dieser Weg in der Claszeile dann doch ein bisschen mehr als nur ein abgesetzter Pflasterstreifen: Hier war das Rad noch neben den Fuhrwerken unten auf dem Straßenpflaster unterwegs. Aber eine Gefahr bestand damals wie heute: Wehe, einer hat die Tür der Kutsche einfach so aufgemacht oder ist vom Pferdewagen gesprungen, ohne zu gucken.


Übersichtskarten

Ein Stern ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz am 03.12.2017 mit der Weltzeituhr im Hintergrund zu sehen. (Bild: imago/Ina Peek)
imago/Ina Peek

- Hier finden Sie die Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg

Glühwein, Zuckermandeln, Kunsthandwerk und Fahrgeschäfte: Es ist Weihnachtsmarktsaison. Doch wo hat ein Markt in Ihrer Nähe auf? rbb|24 zeigt die wichtigsten Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg auf interaktiven Karten.

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

Grafik: Adventskalender 21. Dezember 2018 <<Flughafen in Stölln>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 21. Tür: Wo dem Otto Flügel wuchsen

Die rund 840 Meter lange Graspiste in Stölln ist ein Stück Verkehrsgeschichte. Hier übte Flugpionier Lilienthal das Abheben und hier landete in den letzten Wochen der DDR eine russische IL 62, die eigentlich mehr braucht als nur einen Rasen.

Die Adventskalendergrafik zum 23. Dezember zeigt das Gartenlokal "Zur Linde" in Baumschulenweg (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 23. Tür: Ein Hochbeet noch vor Dr. Schreber

Im April wird das Wasser angestellt und im November abgestellt - das sind die Regeln. Berlins Kleingärtner sind in Vereinen organisiert, tauschen untereinander Saatgut und Kombizange und schwören auf die Gemeinschaft. Ein Türchen zu Ehren der ältesten Berliner Parzelle.

Grafik: Adventskalender 24. Dezember 2018 <<Ältestes Wasserfahrzeug>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Hohohoho - 24. Tür: Mitbringsel gibt es auf dem kleinsten Kutter

Im letzten Türchen geht um die Beschwerlichkeiten des Winters in den wasserreichen Ecken Brandenburgs. Es geht um den Rumpodich und natürlich um die heutige Hauptperson: das Bescherkind. Beide nutzen ganz eigene Verkehrsmittel. Und zwar schon lange.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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