Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Die Torte ruhig ein bisschen schnörkelig. Ein Häubchen hier, ein Kirschlein da und in der Mitte auch noch 'n Schisslaweng. In Lehnin verschmilzt alles: die Sprache, die Traditionen und natürlich Wasser, Mehl, Butter, Zucker und Früchte zu Brandenburgs traditionsreichstem Back- und Zuckerzeug. Lehnin war bis ins Mittelalter ein Kloster, dann kamen verschiedene Phasen mit immer mal ein bisschen mehr oder weniger Glauben. Die Lust auf Kuchen, Torte und das täglich Brot aber waren immer da, bekam allerdings vor zwei- bis dreihundert Jahren so den besonderen Hauch. Lehnin ist der Ort mit dem ältesten Bäcker im Land.

Gänsehaus im Kreuzgang bei Ottos Lebenslauf

Wer Backstein- und Feldsteinmauern liebt, in einem Kreuzgang Gänsehaut hat und das Jahr kennt, in dem die Frau Ottos I., Edgith, gestorben ist, ist hier richtig. 1180 wurde das Kloster gegründet, in einer Zeit, als Brandenburg noch gar nicht so richtig Brandenburg war und in weiten Teilen immer die Slawen das Sagen hatten.

Lehnin allerdings wurde dann zu einer Basisstation der christlichen Missionierung und zur Zentralstelle wirtschaftlicher und finanzieller Prosperität des Ordens: Länder, Seen und Fischereirechte gehörten dem Orden und sogar ganze Siedlungen und Dörfer. Doch das änderte sich mit Kurfürst Joachims II. Bekenntnis zu Luther. 1540 wurde das Kloster aufgelöst und die Besitztümer in der Folge säkularisiert. Das Kloster wurden über die Jahrhunderte umgebaut, geplündert, niedergebrannt und als Residenz und dann als Stift der Evangelischen Landeskirche wiederbelebt.

250 Jahr Eclair und Muckefuck

Auch hierher siedelten die aus Frankreich geflüchteten und von Friedrich Wilhelm willkommen geheißenen Hugenotten und erhielten – wenn auch zunächst nur einen separierten – Platz in der Klosterkirche und der Gemeinde.

Und das Französisch der Hugenotten findet sich auch heute noch in den Kuchen der Brandenburger und auch der Lehniner: 250 Jahre gemeinsame Jahre Geschichte bereits teilen heute das Kloster und die Klosterbäckerei. Im vergangenen Jahr verwies die Bäckersfamilie mit Torten und Törtchen, Küchlein und Spezialbroten auf diese runde Zahl. Alt, familiär und mit dem Hauch der königlichen Dienerschaft ist das Café ein Stübchen der Gemütlichkeit mit Landcharme und viel Französisch: eine propere Stube, in der der Teller mit dem Eclair ratzekahl leer gegessen wird. Und wer den Bohnenkaffee nicht verträgt, kriegt Muckefuck. Ein Brandenburger Kloster, mit sehr weltlichem Charme und französischem Geschmack. To(u)t chique.

Das Kloster Cafe in Kloster Lehnin (Brandenburg), aufgenommen am 28.03.2017 (Quelle: dpa/Settnik)
Das Kloster Cafe in Kloster Lehnin am 28.03.2017Bild: dpa-Zentralbild

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

Grafik: Adventskalender 21. Dezember 2018 <<Flughafen in Stölln>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 21. Tür: Wo dem Otto Flügel wuchsen

Die rund 840 Meter lange Graspiste in Stölln ist ein Stück Verkehrsgeschichte. Hier übte Flugpionier Lilienthal das Abheben und hier landete in den letzten Wochen der DDR eine russische IL 62, die eigentlich mehr braucht als nur einen Rasen.

Die Adventskalendergrafik zum 23. Dezember zeigt das Gartenlokal "Zur Linde" in Baumschulenweg (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 23. Tür: Ein Hochbeet noch vor Dr. Schreber

Im April wird das Wasser angestellt und im November abgestellt - das sind die Regeln. Berlins Kleingärtner sind in Vereinen organisiert, tauschen untereinander Saatgut und Kombizange und schwören auf die Gemeinschaft. Ein Türchen zu Ehren der ältesten Berliner Parzelle.

Grafik: Adventskalender 24. Dezember 2018 <<Ältestes Wasserfahrzeug>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Hohohoho - 24. Tür: Mitbringsel gibt es auf dem kleinsten Kutter

Im letzten Türchen geht um die Beschwerlichkeiten des Winters in den wasserreichen Ecken Brandenburgs. Es geht um den Rumpodich und natürlich um die heutige Hauptperson: das Bescherkind. Beide nutzen ganz eigene Verkehrsmittel. Und zwar schon lange.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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