Grafik: Adventskalender 20. Dezember 2018, <<Raths Apotheke in Brandenburg>>. (Quelle: rbb/Marc Behrendt)
Bild: rbb/Marc Behrendt

Adventskalender - 20. Tür: In der Hauptstraße winkt Heilung

500 Jahre Apothekertradition – damit wirbt die Raths-Apotheke in Brandenburg an der Havel. Heilende Salben, schmerzlindernde Mittel und bei Husten ein atemraubendes Bonbon kriegt hier jeder.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Je näher die Heilige Nacht kommt, umso bibelfester wird der Bürger. Weihnachtsgeschichte und Erlöserfilme überall, aus den Boxen in den Verkaufszentren schallen die Weihnachtslieder und jeder kennt in dieser Zeit sogar die Namen der Sonntage des Kirchenjahres. Zumindest der ersten vier.

Die Apothekerzeitung ist in diesen Tagen dann ebenfalls ganz aktuell und beschreibt eine kleine, sehr spezielle Debatte im Kreise der theologisch forschenden Apotheker: Welches Bild ist wohl das rechte: Christus als Arzt oder Christus als Apotheker? Weniger geistlich - und biblisch wohl schon gar nicht – sieht sich die Raths-Apotheke in Brandenburg an der Havel: Benannt nach der weltlichen Verwaltung der Gemeinde, also dem Rath. Möglicherweise bewusst eventuell der seelsorgerischen Ursprünge beschreibt die heutige Raths-Apothekersfamilie es als ihre Aufgabe, dass "der Mensch mit seinen Sorgen und Nöten" bei ihnen im Mittelpunkt stehe - seit mehr als 500 Jahren bereits, also seit der Gründung 1517.

Von den Härten der langen Geschäftsgeschichte

Die große Berufsgeschichte des Apothekerwesens führt die Trennung der Humanmedizin und der Arzneiwissenschaft auf das 13. Jahrhundert zurück. Ein bisschen jünger aber trotzdem recht umfangreich ist die Geschichte der Raths-Apotheke. Sie erzählt von kleinen und großen Streiteren um das Geschäft, von den überstandenen Härten des 30jährigen Krieges, von den Eitelkeiten der Kontrolleure im Mittelalter und den Mitteln, sie bei Laune zu halten und von den ganz verschiedenen fürstlichen und staatlichen Reglementierungen bis hinein in die Neuzeit und die Zeit der DDR. 500 Jahre Apothekertradition - so lange gibt es keine andere Apotheke im Land und dazu kommt: immer am gleichen Ort in der Hauptstraße.

Tabletten, Tinkturen, Bonbons und Pflaster

Derzeit kämpfen in Brandenburg vor allem die Apotheken im ländlichen Raum um ihren Bestand, denn ein Drittel der Inhaber der rund 580 Apotheken im Land gehen in den kommenden Jahren bis 2025 in Rente, so die Prognose. Apotheker werden gesucht, schon allein, weil die traditionelle Weitergabe des Geschäfts an die Kinder und Enkel nicht mehr so üblich ist.  

Brandenburgs Raths-Apotheke hat bereits Apotheker-Nachwuchs in der Familie. Salben, Tabletten, Tinkturen, Bonbons, Pflaster, Tees, Zäpfchen und Sprays stehen hier bereit und gehen auch im Advent raus, wenn die Notfälle an der Tür klingeln. Egal, wer da jetzt genau am Heiligen Abend erscheint, der Apotheker ist schon da.

Brandenburg an der Havel (Foto von 1916) (Quelle: dpa/akg)
Fotopostkarte aus Brandenburg an der Havel mit Blick auf Hauptstraße, dem Sitz von Brandenburgs ältester ApothekeBild: akg/dpa

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

Grafik: Adventskalender 21. Dezember 2018 <<Flughafen in Stölln>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 21. Tür: Wo dem Otto Flügel wuchsen

Die rund 840 Meter lange Graspiste in Stölln ist ein Stück Verkehrsgeschichte. Hier übte Flugpionier Lilienthal das Abheben und hier landete in den letzten Wochen der DDR eine russische IL 62, die eigentlich mehr braucht als nur einen Rasen.

Die Adventskalendergrafik zum 23. Dezember zeigt das Gartenlokal "Zur Linde" in Baumschulenweg (Bild: Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 23. Tür: Ein Hochbeet noch vor Dr. Schreber

Im April wird das Wasser angestellt und im November abgestellt - das sind die Regeln. Berlins Kleingärtner sind in Vereinen organisiert, tauschen untereinander Saatgut und Kombizange und schwören auf die Gemeinschaft. Ein Türchen zu Ehren der ältesten Berliner Parzelle.

Grafik: Adventskalender 24. Dezember 2018 <<Ältestes Wasserfahrzeug>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Hohohoho - 24. Tür: Mitbringsel gibt es auf dem kleinsten Kutter

Im letzten Türchen geht um die Beschwerlichkeiten des Winters in den wasserreichen Ecken Brandenburgs. Es geht um den Rumpodich und natürlich um die heutige Hauptperson: das Bescherkind. Beide nutzen ganz eigene Verkehrsmittel. Und zwar schon lange.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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