Grafik: Adventskalender 24. Dezember 2018 <<Ältestes Wasserfahrzeug>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: rbb/Marcus Behrendt

Hohohoho - 24. Tür: Mitbringsel gibt es auf dem kleinsten Kutter

Im letzten Türchen geht um die Beschwerlichkeiten des Winters in den wasserreichen Ecken Brandenburgs. Es geht um den Rumpodich und natürlich um die heutige Hauptperson: das Bescherkind. Beide nutzen ganz eigene Verkehrsmittel. Und zwar schon lange.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Dass es bei diesem 24. Türchen nun um ein Schiff geht, ist kein Zufall: Weihnachten ist in einigen Landesteilen Brandenburgs eine wacklige Angelegenheit in Ufernähe mit ein bisschen Wasser unterm Kiel.

Ausgesprochen selten ist die hiesige Landschaft zur Weihnachtszeit bereits tiefgefroren. Reif und ein Frost gibt es dann oft, manchmal auch ein paar Schollen auf dem Wasser, aber glatte Eisflächen sind selten und entstehen doch nur sehr temporär im Januar und Februar. Die Wasser also sind Weihnachten meist offen und werden befahren.

Ein langes Stück Holz als Boot

Und wer sich ein wenig mit der Brandenburger Geografie beschäftigt hat, weiß, dass die Menschen hier in Sachen Seetüchtigkeit so einiges zu bieten haben. Mehr als 3.000 Seen gibt es im Land, einige davon von Menschenhand geschaffen, die meisten aber von der Natur in die Erde gemeißelt. Viele sind vollgelaufene eiszeitliche Ausschürfungen, so einige sind verbunden durch Oder, Havel, Spree und was es da sonst noch so an Flüsschen, Fließen, Kanälen und Bächen gibt.

Alte und ganz alte Produkte und Anlagen der Schifferei muss es also in Brandenburg zuhauf geben. Die Suche nach dem ältesten Hafen aber lief vergeblich, schließlich kann jeder Baum für einen Kutter ein Hafen sein, und diese Bäume hat niemand dokumentiert. Die älteste Schleuse war nicht auszumachen, und auch die älteste Badeanstalt ist nicht erfasst. Dafür aber das älteste Boot: ein Einbaum in Linum, rund 5.000 Jahre alt.

Ein Einbaum fürs Reisen durchs feuchte Brandenburg

Der Linumer Einbaum war ein Moorfund in der Ostprignitz. Im Jahr 1876 stießen dort Torfstecher auf etwas Hartes, bargen es und übergaben es den Archäologen, die dann feststellten: Das lange Stück Holz (3,50 Meter) war mal ein Boot. Genutzt wurde es in der Jungsteinzeit für den Fischfang. Zunächst landete das Stück im Märkischen Museum, vor einigen Monaten dann zog es um ins Neue Museum.

Da es aus der Jungsteinzeit stammt, war es die Zeit des Übergangs von den Jägern und Sammlern hin zu Ackerbau und Viehzucht. Boote und Schiffe aber wurden in diesem feuchten Eck des frühen Brandenburgs auch weiter gebraucht. Zum Beispiel für den Transport.

Der Rumpodich legt an

Große und kleine Mitbringsel schipperten diese frühen Vor-Brandenburger Bootsbauer also über die Gewässer und haben in dieser Tradition auch heutige Nachahmer im Spreewald: Der Weihnachtsmann dort, der Rumpodich, landet mit einem Kahn und hat die fröhlichen Wichtel, die Lutken, an Bord.

Zweite Hauptperson auf den neuen Weihnachtskuttern im Spreewald - und zwar sitzend auf der Bootsbank gleich neben dem Rumpodich - ist das Bescherkind. Beide machen alljährlich in der Adventszeit für die Touristen ein paar Anlandungen. Den großen Besuch aber machen die beiden auf ihrem Kutter alljährlich natürlich am 24.12.

Früher aber auf den winterlichen Besuchsbootstouren in der Ostprignitz um 5.000 v. Chr. hießen die beiden wahrscheinlich nochmal anders. Bescherung aber gab's schon damals. Mit Sicherheit.

Der cirka 5000 Jahre alte Einbaum (r) aus Linum (Brandenburg) ist im Neuen Museum ausgestellt. (Quelle: dpa/Alina Fedorenk)o
29.06.208, Berlin: Der cirka 5000 Jahre alte Einbaum (r) aus Linum (Brandenburg) ist im Neuen Museum ausgestellt. Das älteste bekannte Wassergefährt Brandenburgs zieht auf die Berliner Museumsinsel. Bild: dpa/Alina Fedorenko

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

Grafik: Adventskalender 21. Dezember 2018 <<Flughafen in Stölln>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 21. Tür: Wo dem Otto Flügel wuchsen

Die rund 840 Meter lange Graspiste in Stölln ist ein Stück Verkehrsgeschichte. Hier übte Flugpionier Lilienthal das Abheben und hier landete in den letzten Wochen der DDR eine russische IL 62, die eigentlich mehr braucht als nur einen Rasen.

Die Adventskalendergrafik zum 23. Dezember zeigt das Gartenlokal "Zur Linde" in Baumschulenweg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 23. Tür: Ein Hochbeet noch vor Dr. Schreber

Im April wird das Wasser angestellt und im November abgestellt - das sind die Regeln. Berlins Kleingärtner sind in Vereinen organisiert, tauschen untereinander Saatgut und Kombizange und schwören auf die Gemeinschaft. Ein Türchen zu Ehren der ältesten Berliner Parzelle.

Der Adventskalender

Adventskalender (Quelle: rbb|24/Marcus Behrendt)
rbb|24/Marcus Behrendt

rbb|24: Der Adventskalender - Noch schlauer werden im Advent

Nein, keine Schokolade. Dafür haben wir für Sie hinter den Türchen, gut geschüttelt und gerührt, 24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. rbb|24 wünscht eine frohe Weihnachtszeit.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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