Fotopostkarte, um 1910/15, Flußpferd - 'Zoologischer Garten Berlin' (Quelle: dpa/akg)
Bild: dpa/akg

175-jähriges Jubiläum - Was Sie noch nicht über den Berliner Zoo wussten

Von 3.715 Tieren im Bestand des Berliner Zoos überlebten nur 90 den Zweiten Weltkrieg. Bis Ende 1957 kostete der Eintritt in den Zoo eine D-Mark. Und bei den Nilpferden ging es zum Teil drunter und drüber. Daten und Fakten im Überblick.

1844 gegründet, ist der Zoo Berlin der älteste Zoo Deutschlands.

1877 stirbt das vorletzte Quagga seiner Art im Zoo Berlin – das letzte verendet 1883 im Zoo Amsterdam.

Zeichnung von einem Quagga (Quelle: dpa/ United Archives/WHA)
So sahen die Quaggas aus, eine ausgestorbene Zebra-FormBild: dpa/united archives / WHA

1848 kostet der Eintritt 4 Silbergroschen. Sonntags nachmittags zahlten ärmere Familien den halben Preis.

Bis 1957 liegt der normale Eintritt bei 1 Deutschen Mark – heute  sind es 15,50 Euro (ca. 31 D-Mark).

1857 wird im Zoo der erste Elefant "Boy" gezeigt. "Boy" ist ein einfacher Zirkuselefant, damals etwa neun Jahre alt und 2,50 Meter groß. Wahrscheinlich stammt er aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Im Laufe der Jahre wächst er auf eine stattliche Höhe von 3,30 Metern heran.

Publikumsliebling Knautschke (Flusspferd) wird in den harten Nachkriegsjahren von den Berlinern täglich mit 70 kg Kohlköpfen versorgt, damit er überlebt.

Knautschke hatte 35 (!) Nachkommen, unter anderem mit seiner Tochter (!) Bulette.  Nachdem er sich bei einem Rangkampf mit seinem Sohn (!) Nante verletzte, musste er eingeschläfert werden.

Nilpferd-Mädchen Bulette zwickt ihren Vater Knautschke in den Hintern © dpa/Friedrich Seidenstücker
Bulette (links) und KnautschkeBild: dpa/Friedrich Seidenstücker

Am 5. November 1980 kommt das erste Pandapaar (Bao Bao und Tjen Tjen) in den Zoo, als Staatsgeschenk Chinas. Als Tjen Tjen stirbt, wird Bao Baos neue Frau 1995 die Pandabärin Yan Yan. Bao Bao konnte einen Purzelbaum schlagen, Nachkommen hat er bis zu seinem Tod 2012 nicht gezeugt. Heute befindet er sich lebensecht nachgeformt im Naturkundemuseum.  

Panda-Bär "Bao Bao" im Zoo Berlin (Quelle: dpa-Archivbild von 2008)
Panda-Männchen Jiao Qing 2018Bild: dpa

Missie, eine Schimpansin aus Kamerun, lebt 16 Jahre im Zoo und liebt das Zigarettenrauchen und Kaffeetrinken. Sie inspiriert 1916/17 Anton Puchegger zu einer Holzskulptur, die heute in der Alten Nationalgalerie steht.

Eine Zoo-Aktie kostet im Jahr 1848 100 Taler, heute liegt sie bei rund 6.500 Euro.

Oskar Heinroth (1871-1945), Direktor des Aquariums, und seine Frau, Deutschlands und Berlins erste Zoodirektorin Katharina Heinroth (1897-1989) sind auf dem Zoogelände bestattet. Oskar Heinroth war ein angesehener Ornithologe, auf der Dachterasse ihrer Wohnung hielten die Heinroths Brieftauben.

"Es wird sehr gebeten, sich der Stöcke und Regenschirme nicht zum Aufreizen der Tiere zu bedienen", so die Bitte um 1845.

Die Elefantendame "Shanti" wird am 6. Juli 1951 von Jawaharlal Nehru, dem indischen Premierminister, den Berliner Kindern geschenkt.

1960 verbietet der Zoo das Füttern der Tiere. Elefantenkuh Jambo war durch unvernünftige Fütterung gestorben.

Walt Disney im Zoologischen Garten, 1958
1958 besuchte Walt Disney nicht nur die Berlinale, sondern auch "Bambi" im Berliner Zoo.Bild: dpa

2018 werden im Zoo unter anderem 117.000 Tauwürmer, 23.040 Eier, 245 kg Rentierflechte, 39.352 kg Salzwasserfisch, 15.539 kg Süßwasserfisch, 1.337 Stück Ananas und 2.234 kg Herzfleisch verfüttert.

2018 sind 267 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 19 Auszubildende im Zoo beschäftigt.

2018 sind im Zoo 20.359 Tiere in 1.256 Arten zu sehen.

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Am 2. August wird der Zoo Berlin erstmals ganze 175 Minuten länger öffnen, sodass die Besucher bis 21:25 Uhr bleiben können. Am Jubiläums-Wochenende (3./4. August) erwartet die Besucher ein Geburtstagsprogramm.

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Beitrag von Caroline Winkler und Bettina Rehmann

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5 Kommentare

  1. 2.

    Knautschke hatte mit seiner Tochter Bulette keine 34 Nachkommen.

  2. 1.

    Auch hier vielen Dank für den interessanten Bericht.

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