Besucherandrang vor dem Eingang des Berliner Zoos um 1910. (Quelle: dpa/Haeckel)
Video: Abendschau | 01.08.2019 | Susanne Papawassiliu | Bild: dpa/Haeckel

175 Jahre Berliner Zoo - Kohle vom König, "Völkerschauen" und Eisbär-Fieber

Was vor 175 Jahren mit zwei Lamas, fünf Kängurus, ein paar Bären, Affen und Geflügel begann, ist heute Deutschlands ältester Zoologischer Garten: Der Berliner Zoo sieht sich als Bildungsstätte, Freizeitattraktion und Forschungslabor - mit einer wechselvollen Geschichte.

Eine fast unbemerkte Eröffnung

Ein Schuss traf die Brust von Friedrich Wilhelm IV. Ein weiterer durchlöcherte den Hut seiner Gemahlin Elisabeth: Das Attentat auf den Preußenkönig Ende Juli 1844 stellte die Eröffnung des Berliner Zoos wenige Tage später in den Schatten. Dabei hatten drei renommierte Männer reichlich Überzeugungsarbeit bei Friedrich Wilhelm IV. geleistet, um den ersten bürgerlichen Zoo Deutschlands auf die Beine zu stellen. Martin Hinrich Lichtenstein, Professor für Zoologie an der Berliner Universität, der Hofgartendirektor Peter Joseph Lenné und Naturforscher Alexander von Humboldt konnten den König schließlich überreden, ihnen nebst einem üppigen Darlehen auch einen Teil des Geländes seiner Fasanerie zur Verfügung zu stellen.

Rund 100 Tierarten beheimatete der Zoo, als er nach dreijähriger Bauzeit am 1. August 1844 eröffnete. Darunter waren 48 Pfauen, 17 tibetische Ziegen, drei Bären aus Russland, zwei Lamas aus Peru, fünf Kängurus, vier Büffel, zwei Seeadler und Affen. Zur Unterhaltung des Instituts gründete man ein gutes halbes Jahr nach der Eröffnung einen gemeinnützigen Aktienverein. Der besteht bis heute – inklusive der Regel, dass Aktionäre statt einer Dividende lebenslang freien Eintritt erhalten.

Büste von Martin Hinrich Carl Lichtenstein am Antilopenhaus im Berliner Zoo. (Quelle: rbb|24/Winkler)
Eine Büste von Martin Hinrich Carl Lichtenstein steht am Antilopenhaus | Bild: rbb|24/Winkler

Harte Anfangsjahre

In den Anfangsjahren war der Zoo wiederholt in seiner Existenz gefährdet: Im Hitzesommer 1846 verendeten wertvolle Tiere an Seuchen. Ein Jahr später blieben Besucher aus, weil die Berliner nach mehreren Missernten und harten Wintern hungerten und kein Geld für einen Zoobesuch übrighatten. Bei der sogenannten Kartoffelrevolution von 1847 stürmten die Menschen Märkte und Lebensmittelgeschäfte, tagelang herrschten Unruhen. In diesen politisch bewegten Zeiten führte der Zoo 1848 den billigen Sonntagnachmittag ein: Ärmere Familien zahlten den halben Preis.

Zoodirektor Dr. Bodinus mit dem Waerter Mehlitz vor dem Nilpferdkäfig. - Holzstich, 1879. (Quelle: dpa/akg)
Zoodirektor Dr. Bodinus mit dem Wärter Mehlitz vor dem Flusspferdkäfig. Holzstich, 1879 | Bild: dpa/akg

Affen brennende Zigaretten in die Hände gesteckt

Mittlerweile war die Menagerie um Kormorane, Schildkröten, Papageien, einen indischen Leoparden, ein Kamel und Zwergaffen angewachsen. Immer wieder wurde der König um finanzielle Unterstützung gebeten, um den Kauf weiterer exotischer Tiere zu ermöglichen und damit wiederum zahlendes Publikum anzulocken. Das ging nicht immer sensibel mit den Tieren um: Besucher steckten etwa Affen brennende Zigaretten in die Hände. Einen Tapir traktierten sie mit Hieben auf den Rücken und überfütterten ihn mit Kuchen und Brot, bis er 1853 starb. Aber auch ohne menschliches Zutun war die Sterblichkeit der Tiere hoch, besonders im Winter. Als 1854 das Raubtierhaus mit beheiztem Innengehege fertiggestellt war, verbesserte sich die Lebensqualität und -erwartung von Löwen, Tigern und Geparden. 1857 kam "Boy", der erste Elefant, nach Berlin. Ein Elefantenhaus entstand zwei Jahre später.

Holzstich nach Zeichnung von Robert Geissler (1819-1893), spätere Kolorierung. (Quelle: dpa/akg-images)
"Kinderbelustigung im Berliner Zoologischen Garten" - Holzstich nach einer Zeichnung von Robert Geissler (1819-1893). Im Hintergrund die 1873 errichtete Elefantenpagode | Bild: dpa/akg-images

Der Garten als Besucherattraktion

Ende der 1860er-Jahre wurde Heinrich Bodinus wissenschaftlicher Direktor. Er gestaltete den Garten zur Besucherattraktion um, legte Weiher an, holzte den übermäßigen Baumbestand ab, ließ ein Restaurant bauen. 1872 eröffnete Kaiser Wilhelm I. das neue exotische Antilopenhaus. Zugleich erweiterte Bodinus den Tierbestand mit einem Spitzmaulnashorn, einem Panzernashornpaar sowie zwei Wisenten aus Białowieża, dem Forst von Zar Alexander. Doch immer wieder gab es herbe Rückschläge und Verluste. Die 1873 neu erbaute und beeindruckende Elefantenpagode wies Sicherheitsmängel auf: Mehrere Tierpfleger wurden in der Folgezeit verletzt oder kamen um. 1874 verendeten drei Löwen, ein Tiger, zwei Pumas, ein Jaguar und ein schwarzer Panther durch infiziertes verfüttertes Pferdefleisch.

"Der Zoologische Garten in Berlin aus der Vogelschau". Holzstich nach Zeichnung von Adolf Eltzner (1816-1891). Erschienen 1873. (Quelle: dpa/akg)
| Bild: akg

Tierfang-Expeditionen und Menschenschauen

Ende der 1870er-Jahre begann ein anderes Kapitel: Trotz Bedenken von Bodinus zeigte der Zoo erste Völkerschauen. Inuit, Lappländer oder Feuerländer wurden als "Wilde" entwürdigend dem faszinierten Publikum präsentiert. Ethnologische Untersuchungen des berühmten Berliner Arztes Rudolf Virchow gaben den Shows einen wissenschaftlichen Anstrich. Die Kassen klingelten. Ab 1882 verbesserte derweil der neue Bahnhof Zoo die Anbindung deutlich. Zudem begrüßte ein neuer repräsentativer Eingang am Hardenbergplatz das Publikum.

Gäste im Restaurant des Zoologischen Gartens. Holzstich nach einer Zeichnung von Cucuel, um 1890. (Quelle: dpa/akg-images)
Gäste im Restaurant des Zoos | Bild: dpa/akg-images

Die Zeit Ludwig Hecks: Aufschwung und Krise

In der Gründerzeit prosperierte der Zoo. Ludwig Heck wurde 1888 Direktor und blieb es bis 1931 – dreiundvierzig Jahre lang. Durch den raschen Verkauf von 1.000 neuen Aktien finanzierte man eine Reihe von Neubauten, darunter Ausstellungshallen am Zoo, die bald ein Drittel der Einnahmen brachten. 1909 entstanden das monumentale Löwentor sowie das arabische Pferdehaus samt Persischem Turm. Für den Adlerfelsen schaffte man Sandsteinblöcke aus dem Elbsandsteingebirge heran. Ab 1911 wurde das Aquarium gebaut, die Leitung übernahm Oskar Heinroth. Der Erste Weltkrieg führte jedoch zu gravierenden Schwierigkeiten: Futter zu beschaffen wurde problematisch, und die Inflation sorgte für immense Schulden und schließlich der Entlassung von einem Drittel der Beschäftigten. 1922 musste der Zoo für rund ein halbes Jahr schließen. Erst 1923 bewilligte der preußische Staat die rettenden Zuschüsse und Darlehen.

Tiere fangen in Afrika

Hecks Sohn Lutz brachte zwischen 1925 und 1935 auf seinen Tierfangreisen Giraffen, Flusspferde, Zebras, Strauße sowie das Nashornjungtier "M'Toto" mit – obwohl es in den Zoos bereits zu ersten Artensterben gekommen war. Das vorletzte Quagga seiner Art war 1877 gestorben. Vielleicht auch deshalb etablierten die Zoologischen Gärten Europas in den 1920er-Jahren ein Tauschsystem für Tiere sowie erste Erhaltungszuchtprogramme.

Der Charakter des Zoos veränderte sich ab 1930: Heck ließ Gitterstäbe abmontieren, Gehege offener gestalten. Besucher sollten die Tiere in ihrem scheinbar natürlichen Lebensraum betrachten können. Die teils offen rassistischen "Völkerschauen" fanden weiterhin statt.

Farblithografie des Haupteingangs des Zoologischen Gartens Berlin, 1911, von Franz Kuhn. (Quelle: dpa/Austrian Archives)
Der Haupteingang des Zoologischen Gartens Berlin im Jahr 1911, dargestellt von Franz Kuhn | Bild: dpa/Austrian Archives

Ermäßigter Eintritt für SS und SA

Ludwig Heck übergab die Leitung 1932 an seinen Sohn Lutz, der wohl mit den Nationalsozialisten sympathisierte  und ein Jagdfreund Hermann Görings wurde. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg strömten die Besucher in Scharen in den Zoo. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 1936 wurde die Löwenanlage eröffnet. Mitglieder von SA und SS erhielten ab 1933 ermäßigten Eintritt. Die Ideologie der Nationalsozialisten veränderte den Zoo: Zwei jüdische Aufsichtsratsmitglieder legten ihre Ämter "aus eigenem Entschluss" nieder, nachdem sie massiv angefeindet worden waren. Jüdische Aktionäre, die wohl rund ein Drittel der Aktienbesitzer ausmachten, sahen sich gezwungen das Land zu verlassen und ihre Anteile zu veräußern, oft unter Wert. Ab November 1939 wurde Juden der Zutritt zu Vergnügungsstätten, und somit auch dem Zoo, verboten. Ab 1941 wurden Zwangsarbeiter im Zoo ausgebeutet.

Ludwig Heck, Direktor des Zoologischen Gartens in Berlin 1860-1951 und sein Sohn Dr. Lutz Heck mit zwei neuen Kaukasusbären vor dem Gehege im Berliner Zoo um 1928. (Quelle: dpa/akg-images/Alexander Stöcker)
Ludwig Heck, Direktor des Zoologischen Gartens in Berlin 1860-1951 und sein Sohn Dr. Lutz Heck (links) mit zwei neuen Kaukasusbären im Berliner Zoo um 1928 | Bild: dpa/akg-images/Alexander Stöcker

"Heckrinder" und "germanische Urtiere"

Seinen Wunschtraum eines "deutschen" Zoos mit "germanischen" Tieren realisierte Lutz Heck nach einer Geländespende Görings im Jahr 1935 im nördlichen Teil des Zoos. Heck, der 1938 zum Leiter der Obersten Naturschutzbehörde ernannt wurde, arbeitete seit den 1920er Jahren daran, den ausgestorbenen Auerochsen als urdeutsches Jagdtier auferstehen zu lassen. Für die Ansiedlung der "Heckrinder" und anderer "germanischer Urtiere" wurde neben Görings Jagdrevieren in der Schorfheide und bei Rominten der letzte Urwald Europas Białowieża in Ostpolen gewählt. Um dort eine "germanische Urwildnis" in die Tat umzusetzen, wurden 1941 unter Leitung von Oberstjägermeister und SS-Brigadeführer Ulrich Scherping in drei Tagen 20.000 Menschen vertrieben. Die Nazis erschossen rund 800 jüdische Männer, ihre Frauen und Kinder deportierte man in das Ghetto von Kobryn.

Eröffnung der Deutschen Jagdausstellung im Europahaus, 4. Mai 1934: v.li. Zoodirektor Lutz Heck, unbekannt, Goering, Vizekanzler Franz von Papen, Reichsfinanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk. (Quelle: dpa/akg-images)
Lutz Heck (links) und Hermann Goering (Mitte) bei der Eröffnung der Jagdausstellung 1934 | Bild: dpa/akg-images

Schützengräben ziehen sich durch den Zoo

Ab September 1941 fielen die ersten Bomben auf den Zoologischen Garten. Zwar wurden ab November 1943 etwa 1.100 Tiere in andere Tiergärten evakuiert. Doch der Berliner Zoo erlitt dennoch immense Verluste. Die Elefantenpagode wurde am 22. November 1943 vollständig zerbombt, das Antilopenhaus brannte aus, in der folgenden Nacht wurde das Aquarium getroffen. Ende April 1945 wurde der Zoo dann endgültig zum Schlachtfeld: Die Wärter lebten zum Teil in Bunkern und versorgten die Tiere in Gefechtspausen. Schützengräben und Panzersperren zogen sich durch das Gelände. Nach dem Kriegsende wurden auf dem zerstörten Zoogelände zahlreiche Leichen bestattet. Lutz Heck und der Vorstand waren bereits vor Ankunft der Roten Armee geflohen. Nur 91 Tiere überlebten das Inferno, darunter zwei Löwen, zwei Hyänen, ein Schuhschnabel – und Flusspferd Knautschke.

Luftbild vom Zooviertel mit der Gedaechtniskirche 1945. (Quelle: dpa/akg-images)
Luftbild vom Zooviertel mit der Gedächtniskirche 1945 | Bild: dpa/akg-images

Zirkusaufführungen und Oktoberfeste füllen die Kasse nach dem Krieg

Zwar sprach man ihr als Frau von Anfang an die Befähigung ab: Doch die promovierte Zoologin Katharina Heinroth übernahm 1945 als erste Zoodirektorin Deutschlands die schwierige Aufgabe, den Zoologischen Garten wiederaufzubauen. Sie sorgte zunächst dafür, dass notdürftige Tierbehausungen geschaffen wurden und der Baumbestand erhalten blieb. Während der Blockade 1948/49 veranlasste Heinroth, dass unbrauchbar gewordene Nahrungsmittel dem Zoo zugewiesen wurden. Und durch Zirkusaufführungen und Oktoberfeste brachte sie anschließend das notwendige Geld zusammen, um das Antilopenhaus zu renovieren, sowie ein neues Elefanten- und Flusspferdhaus zu bauen.

Helmut Schmidt mit Heinz-Georg Klös und Tian Tian und Bao Bao im November 1980. (Quelle: dpa/Edwin Reichert)
Helmut Schmidt mit Heinz-Georg Klös im November 1980 im Zoo Berlin | Bild: dpa/Edwin Reichert

"Wettrüsten" zwischen Tierpark und Zoo

1955 eröffnete im sowjetischen Sektor im Ostteil Berlins der Friedrichsfelder Tierpark unter Leitung von Heinrich Dathe. Etwa ein Jahr später wurde Heinz-Georg Klös neuer Direktor des West-Berliner Zoos.  Von Anfang an konkurrierten Ost und West, Tierpark und Zoologischer Garten, um Besucher – ein Kampf, der nach dem Mauerbau symbolisch und politisch fortgeführt wurde. So gab es gar ein "Wettrüsten" um die meisten Elefanten. West-Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt selbst unterstützte den Zukauf von Dickhäutern im Zoo.

Der 1962 von Robert Kennedy geschenkte Weißkopfseeadler namens "Willy Brandt" hingegen trug zur Belustigung der Ostberliner bei. Sie belächelten den altersschwachen Vogel. Die Ost-Berliner Tageszeitung Neues Deutschland titelte: "Hinter Gittern: Willy Brandt frisst am liebsten tote Ratten." Für viele Westberliner wurde der Zoo zum beliebten Naherholungsgebiet, waren sie doch durch den Bau der Mauer vom brandenburgischen Umland abgeschnitten. 1987 wurde das Gelände um 3,4 Hektar erweitert. Direktor Klös legte großen Wert auf die Zucht seltener oder vom Aussterben bedrohter Tiere wie Spitzmaulnashörner oder Gauer, eine Rinderart.

Eisbär Knut (Ursus maritimus) und Tierpfleger Thomas Dörflein im Freigehege des Zoologischen Gartens in Berlin am 31.03.2007 (Quelle: imago/Joachim Schulz)
2007 die berühmtesten Lebewesen im Zoo: Eisbär Knut und sein Pfleger Thomas Dörflein | Bild: imago/Joachim Schulz

Zoo und Tierpark nach der Wende

Im Tierpark wurde der 80-jährige Gründungsdirektor Heinrich Dathe nach der Wende 1990 zwangspensioniert und verstarb ein Jahr später. Sein Nachfolger wurde Bernhard Blaszkiewitz.

Im Westen verlief der Leitungswechsel im selben Jahr harmonischer: Klös übergab an Hans Frädrich, mit dem er bereits viele Jahre eng zusammengearbeitet hatte, ihm folgte 2002 Jürgen Lange. Als Lange 2007 pensioniert wurde, übernahm Blaszkiewitz die Leitung von Zoo, Tierpark und Aquarium. Mit Skepsis betrachtete der neue Chef den kommerziellen Rummel rund um Eisbär Knut. Doch der Publikumsliebling des Berliner Zoos sorgte allein 2007 für drei Millionen Besucher. Blaszkiewitz galt als anerkannter Experte, aber auch autoritärer Chef, der weder von der traditionellen Tierhaltung noch von unkontrollierter Zucht abzubringen war. Fragwürdige Berühmtheit erlangte er zudem als Frauenfeind und durch einen Müllskandal im Tierpark.

Die am 28. Juni 2011 angebrachte Gedenktafel für Jüdische Aktionäre am Antilopenhaus im Berliner Zoologischen Garten am 28.05.2019. (Quelle: rbb|24/Winkler)
Am 28. Juni 2011 brachte der Zoologische Garten Berlin eine Gedenktafel für die während der NS-Herrschaft diskriminierten, verfolgten und enteigneten Jüdischen Aktionäre des Berliner Zoos an | Bild: rbb|24/Winkler

Der Berliner Zoo heute

Seit 2014 ist Andreas Knieriem Direktor und Geschäftsführer von Zoo, Tierpark und Aquarium. Er modernisierte alle drei Einrichtungen, reduzierte die Anzahl der Tiere und vergrößerte ihr Gehege. Knieriem lebt – wie übrigens auch viele Tierpfleger – in einer Dienstwohnung direkt am Arbeitsplatz. Heute prägen Nachzuchten den Bestand des Zoos. Die Zucht gefährdeter Tierarten in Kooperation mit anderen Zoos und dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtier-forschung ist Alltag geworden. Zookritiker stellen die Haltung von Wildtieren in Zoos aber weiterhin grundsätzlich in Frage.

Infobox

Die dunklen Kapitel der Zoo-Geschichte aufzuarbeiten, seien es die Völkerschauen um die Jahrhundertwende oder die Linientreue in der NS-Zeit, hat viele Jahrzehnte gedauert. 2003 erschien eine erste Veröffentlichung Monika Schmidts zum Umgang des Zoos mit den jüdischen Aktionären – ermöglicht auch durch den damaligen Zoodirektor Frädrich. Seit 2016 ist im Antilopenhaus eine von Clemens Maier-Wolthausen kuratierte Ausstellung zur Geschichte des Zoos zu sehen.

Gegenüber dem Antilopenhaus wurde 2017 das neue Pandahaus fertiggestellt. Auf Wirken von Bundeskanzlerin Angela Merkel hin, "vermietet" China als Zeichen der Annäherung zwei Pandas an den Berliner Zoo. Eine Million Euro zahlt der jährlich für die neuen Stars. Meng Meng und Jiao Qing sind seit ihrer Ankunft Publikumsmagneten und die einzigen Pandas in Deutschland. Die schwarz-weißen Bären haben Tradition im Berliner Zoo: Bereits der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt und seine Frau Loki setzten sich dafür ein, dass 1980 zwei Pandas als Staatsgeschenke nach Berlin kamen.

Das Buch "Hauptstadt der Tiere, Die Geschichte des ältesten deutschen Zoos", von Clemens Maier-Wolthausen, herausgegeben von Andreas Knieriem, ist zum Zoojubiläum erschienen.

Infos im Netz

175 Jahre Zoo - So wird gefeiert

Am 2. August wird der Zoo Berlin erstmals ganze 175 Minuten länger öffnen, sodass die Besucher bis 21:25 Uhr bleiben können. Am Jubiläums-Wochenende (3./4. August) erwartet die Besucher ein Geburtstagsprogramm.

Sendung: Inforadio, 30.07.2019, 09:45 Uhr

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Beitrag von Bettina Rehmann und Caroline Winkler

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4 Kommentare

  1. 4.

    Gerne. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, wenn es einen passenden Zeitpunkt gibt, solch eine Reihe auch mal über den Tierpark zu bringen. Ich denke auch von dort gibt es viele interessante Geschichten zu erzählen, gerade auch aus Zeiten, als die Mauer noch gestanden hat.In diesem Sinne ein schönes Wochenende.

  2. 3.

    Ich möchte mich Heike anschließen. Ihre Berichte über den Zoo (und in der Vergangenheit den Tierpark) sind immer sehr informativ und interessant. Ich denke, Herr Knierim wird das schon rocken.

  3. 1.

    Lieber rbb 24 vielen Dank für Ihre sehr schönen, interessanten und informativen Berichte zum Berliner Zoo.

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