Frederic und Mareike sitzen an ihrem Zelt im We4Future-Camp im Berliner Regierungsviertel (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Zeltlager vorm Kanzleramt - Aktivisten rufen in Berlin "zivilen Klimanotstand" aus

Umweltschützer haben über Pfingsten im Berliner Regierungsviertel für mehr Klimaschutz demonstriert und den "zivilen Klimanotstand" ausgerufen. "Wir erkennen an, dass wir Teil der Klimakrise sind", riefen rund 180 Aktivisten am Sonntag vor dem Bundeskanzleramt. Sie seien bereit für notwendige Veränderungen und die eigenen Handlungen auf eine klimagerechte Welt auszurichten, ging der Sprechchor weiter.

Zeltdorf vor dem Kanzleramt

Nach Angaben der Veranstalter nahmen über die vier Tage verteilt insgesamt rund 600 Menschen an der Aktion teil. Neben den sechs Gemeinschaftszelten waren demnach etwa 40 private Zelte auf der Wiese vor dem Tipi am Kanzleramt aufgestellt.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte erst kurz vor dem Start des Camps am Freitagabend entschieden, dass private Zelte erlaubt sind. Die Polizei hatte zunächst nur größere Versammlungszelte genehmigt.

Das Camp wurde von der Bewegung "We4Future" organisiert, die sich als Teil einer vielfältigen Klimabewegung sieht. Eine Sprecherin erklärte, nach dem Aktionswochenende solle die Idee des "zivilen Klimanotstands" in Unternehmen, Kommunen oder andere Institutionen getragen werden. Diese könnten den Notstand ebenfalls ausrufen und danach Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen.

"Klimanotstand" in Irland und Großbritannien

Andernorts ist der Klimanotstand bereits auf nationaler oder kommunaler Ebene ausgerufen worden: in Irland und Großbritannien, sowie in den Städten Basel, Oakland und Vancouver. In Deutschland wurde bisher in Konstanz, Kiel und Ludwigslust der Klimanotstand ausgerufen. In zahlreichen weiteren Kommunen gibt es entsprechende Initiativen.

Auch die Grünen im Potsdamer Landtag fordern, dass Brandenburg als Bundesland den Klimanotstand ausruft. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion diese Woche einbringen. Überschwemmungen und große Waldbrände zeigten, dass Brandenburg eines der verwundbarsten Länder durch den Klimawandel sei, erklärte am vergangenen Dienstag der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Benjamin Raschke. In Berlin hat sich eine Volksinitiative gegründet, die den Senat dazu bewegen will. Ein solcher Schritt würde bedeuten, dass alle geplanten Gesetze und Maßnahmen auf ihre Klima-Auswirkung geprüft werden.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Haben Sie schon mal ein Zelt auf einer Betonfläche aufgestellt? Ein Naturbursche scheinen Sie ja nicht zu sein. ;-)

  2. 9.

    und wieso auf dem Rasen ??????
    der muss auch geschützt werden- da er zu gutem Klima beiträgt
    es gibt genug zubetonierte Fläche vor dem Kanzleramt----

  3. 8.

    Ich sage mal so, mit dem Bild ist es so wie mit unser aller Wahrnehmung: Das Bild zeigt nur ein Teil der Wahrheit, bildet aber nicht das große Ganze ab. Verstehen Sie?

    "Alles vermüllen und dann abhauen."
    Starker Vorwurf! Sie waren also Vorort? Haben Sie denn wenigstens aufgeräumt?

  4. 7.

    Schon erstaunlich, das "Pressecho". Ich sehe etwa zwölf Ausflügler dort auf dem Rasen herumsitzen, einige über den gestützten Kopfstand, in der Meldung heißt es, 600 Menschen hätten "teilgenommen".

  5. 6.

    Realsatire vor dem Kanzleramt

    Einige Figuren rufen den "Klimanotstand" vor dem Kanzleramt aus.

  6. 5.

    Weshalb bekommen solche Leute eigentlich immer in den Öffentlichen eine Plattform, um sich zu etablieren?

  7. 4.

    Es gibt auch Veranstaltungen gegen "Klimaschutz". Darüber berichtet der RBB nicht.

  8. 3.

    Wenn wir diesen Typen nicht bald Einhalt verordnen , tanzen sie unter dem Vorwand des Klimawandels allen auf dem Kopf herum. In vielen Dingen haben sie recht, aber die Methoden stören mich. Alles vermüllen und dann abhauen.

  9. 2.

    Ja, wenn man Forschungsergebnisse nicht versteht, ruft man dann mal eben einen Notstand aus. Bildungsnotstand?

  10. 1.

    Wenn so viele Menschen vom Klimanotstand überzeugt sind können wir alle sofort dagegen tätig werden.
    Keinen Kurzstreckenverkehr mehr mit Verbrennungsmotoren nur um Brötchen oder Milch zu holen.
    Weniger Flugreisen und nur noch mit besonders schadstoff- und verbrauchsarmen Flugzeugen.
    Kreuzfahrten nur noch mit Schiffen die mit Gas angetrieben werden. Wer noch mit giftigem Schweröl im Hafen Strom erzeugt muss angeprangert werden, wer das unterstützt ebenso.
    Weniger und kein Fleisch mehr aus der Massentierhaltung kaufen.
    Kunststoffverpackungen drastisch reduzieren.
    Nicht jedes Jahr ein neues elektronisches Gerät kaufen und so mehr Rohstoffe verbrauchen.
    Selber konsequent handeln, nur damit beweist man ob einem die ökologische Zukunft wirklich wichtig ist. Alles andere ist Stammtischgerede und angepasste Wichtigtuerei.

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