Symbolbild: Extinction Rebellion Proteste (Quelle: dpa/Jones)
Bild: dpa/Jones

Aktivisten von "Extinction Rebellion" - Zu- und Abfahrt am Flughafen Tegel wegen Klimademo blockiert

Die An- und Abfahrten des Berliner Flughafens Tegel waren am Freitag zeitweise gesperrt, es bildeten sich lange Staus. Grund war eine Fahrraddemonstration von Klima-Aktivisten gegen den Flugverkehr. Die Entschuldigung nachher beißt sich aber mit der Ankündigung.

Mit einer Fahrraddemo haben Klimaaktivisten am Freitagabend Verkehrbehinderungen am Flughafen Berlin-Tegel verursacht. Die Polizei stoppte die nicht angemeldete Protestfahrt am Freitagabend auf dem Saatwinkler Damm in Höhe der Autobahnabfahrt 111, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Aktivisten sollten am Abend auf einer anderen Route nach Kreuzberg geleitet werden. Auch die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin meldete, die Demonstration sei beendet.

Infolge der Demonstration waren An- und Abfahrt am Airport stark eingeschränkt und zwischenzeitlich ganz gesperrt. Auch Busse der BVG fuhren die Terminals nicht an. Wie die VIZ mitteilte, hatten sich auf Zufahrtsstraßen zum Flughafen lange Staus gebildet, teils von zwei Kilometern Länge. Betroffen von Staus waren etwa der Saatwinkler Damm und der Kurt-Schumacher-Damm. Auch im Bereich der A111 gab es laut VIZ "massive Behinderungen". Passagiere sollten für die Anfahrt mindestens eine halbe Stunde länger einplanen, hieß es zwischenzeitlich. Reisende, die ihren Flug nicht verpassen wollten, versuchten, den Airport zu Fuß zu erreichen.

Gegen Umweltfolgen des Fliegens

Wie die Polizei rbb|24 am frühen Abend mitteilte, waren etwa 80 bis 100 Personen auf Fahrrädern von der Beusselstraße in Richtung des Airports unterwegs. Die Aktivisten hatten vorab mit mehr als 200 Mitfahrern gerechnet. 

Mit der Demonstration protestierten Aktivisten der Klimaschutzbewegung "Extinction Rebellion" (zu Deutsch "Rebellion gegen das Aussterben") gegen den wachsenden Flug-Verkehr und dessen negative Umweltfolgen. "Viele Menschen fliegen über das Wochenende irgendwo hin", hatte ein Sprecher der Bewegung "Extinction Rebellion" vorab gesagt. "Wir wollen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel hinweisen".

Die Demo-Teilnehmer radelten am Freitagnachmittag vom Brandenburger Tor aus nach Tegel. Dort wollten sie zwischen 30 und 45 Minuten um den Flughafen radeln, hatte es vorab geheißen. 

Entschuldigung vs. Ankündigung

Ein Sprecher von "Extinction Rebellion" entschuldigte sich nach dem Abbruch der Demonstration für die Behinderungen: "Es tut uns leid, falls Leute aufgehalten worden sind. Wir hatten keine Blockaden geplant." 

Vor der Demonstration am Nachmittag hatten die Aktivisten allerdings angekündigt, die geplante Umrundung des Flughafens "schließe die Zufahrten zu Taxiständen und Bushaltestellen, die Flughafenbrücke und die Straße im Terminal E mit ein", so ein Sprecher. Und weiter mit Blick auf die erwarteten mehr als 200 Teilnehmer: "Wahrscheinlich werden es nicht genug, um den Flughafen komplett dichtzumachen. Verkehrsbehinderungen sind aber wahrscheinlich."

Zweite Protesttour

Damit ging die Gruppe, die zur internationalen Bewegung "Extinction Rebellion" gehört, zum zweiten Mal mit Rädern auf Protesttour. 

Vor einem Monat legten rund 200 Teilnehmer nach Angaben des Veranstalters mehrere Kreisverkehre lahm. Sie hatten auch bereits mit anderen Aktionen in Berlin gegen den Klimawandel protestiert. So besetzten sie etwa Mitte April für mehrere Stunden die Oberbaumbrücke. Ende April stellten sich Aktivisten auf dem Gendarmenmarkt tot, um auf das Artensterben hinzuweisen.

Bereits am Donnerstag hatte es massive Verkehrsbehinderungen rund um den Flughafen Tegel gegeben. Zeitweise war der Verkehr am Nachmittag fast zum Erliegen gekommen. Grund war jedoch keine Demonstration, sondern eine kurzfristig eingerichtete Baustelle und später ein schwerer Unfall.

Sendung: Abendschau, 24.05.2019, 19:30 Uhr

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23 Kommentare

  1. 23.

    Ihre Aussage ist schlicht und einfach falsch! Den eigenen Link nicht vollständig gelesen oder nur nicht verstanden? Kommt ja mal vor.

  2. 22.

    Deutschland ist mit den pro Kopf Emissionen auch ganz weit vorne dabei, bei der Reduktion in den letzten Jahren aber eher in die dritte Liga abgerutscht. Der Bundestag hat das Pariser Abkommen einstimmig angenommen. Jetzt werden aber genau Null Anstrengungen unternommen, die vereinbarten Ziele auch zu erreichen. Protest und ziviler Ungehorsam sind angesichts des Ernsts der Lage absolut gerechtfertigt.

  3. 21.

    Ja mit dem Lesen haben so manche Leute ihre Schwierigkeiten. Ich hatte das extra verlinkt und auch nie etwas anderes behauptet.

    https://www.bussgeld-info.de/radwegebenutzungspflicht/

  4. 20.

    Ja mit dem Lesen haben so manche Leute ihre Schwierigkeiten. Ich hatte das extra verlinkt und auch nie etwas anderes behauptet.

    https://www.bussgeld-info.de/radwegebenutzungspflicht/

  5. 19.

    "Oh , ein ganz Schlauer" Nein, ich kenn mich nur im Gegensatz zu ihnen mit den Themen aus über die ich schreibe.

  6. 18.

    Leute, wie konservativ seit ihr denn? Mich erschrickt der Bildungsmangel, der sich hinter genervtem Pragmatismus versteckt! Rezos YT Kumpel ist mal für UNICEF nach Bangladesch https://tinyurl.com/yxr wo den Leuten ne Insel wegerodiert und die Leute in Slums ziehn. Was machen Billigflieger? CO2 in Schichten der Atmosphäre pumpen wo es nie mehr recycelt wird. Sicherlich steht diese Kritik im praktischen Gegensatz zu dem was die EU mit dem Schengenabkommen fördert, aber sich jetzt auf einem Egoismus in einem Wirtschaftssystem auszuruhen, dass von der neoklassischen Theorie, die theoretische Grundlage der BWL, weder Ort noch Zeit noch Geschichte noch Firmen oder Transportkosten mit in die Kalkulation der Konkurenzkämpfe nimmt, das is doch viel zu absurd! Kein Wunder dass es die rechte Hysteria gibt und auch viele Ökos unter Niveau bleiben. Schade für die Leidtragenden, in Zukunft werden hunderte Millionen Leute fliehen, weil ihr Land unbewohnbar wird oder ganz verschwindet. "ok"...

  7. 17.

    Die radwegbenutzungspflicht gilt immer wenn das blaue Schild mit Rad aufgestellt ist ohne wenn und aber, da wäre bei Ihnen sicherlich mal eine Prüfung oder auch Nachschulung bei Ihnen dringend nötig. Ihr Verhalten ist absolut daneben.

  8. 16.

    Oh , ein ganz Schlauer .Gehen sie oder fahren sie durch die Straßen von Berlin .In Berlin gehört eine Nummernschild Pflicht für Fahrradfahrer.

  9. 15.

    Ihr Kommentar geht von einem weit verbreiten Irrtum unter Autofahrern aus.

    Die generelle Radwegebenutzungspflicht ist seit 1998 aufgehoben, das hat sich aber, wie man sieht, nicht herumgesprochen. Ich empfehle ihnen eine Nachschulung.

    https://www.bussgeld-info.de/radwegebenutzungspflicht/

  10. 14.

    ... und wieso bauen dann unsere Nachbarländer Kohlekraftwerke und kümmern sich einen Scheiss um Abgaswerte???

  11. 13.

    Das ist schon Mist wenn man nicht in der Lage ist über den Tellerrand zu schauen.....da kann man wirklich besorgt sein.

  12. 12.

    "In keinem weiteren Land Europas wird wegen dem Klimawandel solch ein Affentheater wie in Deutschland veranstaltet."
    Das stimmt in keiner Weise. Andere Länder sind uns hier weiter voraus, leider.
    "Deutschland war vor zehn Jahren im Klimaschutzranking ganz oben mit dabei, ist aber in den letzten fünf Jahren deutlich abgerutscht und belegt mit Platz 22 wie in den Vorjahren nur eine mittelmäßige Position."

  13. 11.

    Fahrräder mit Nummernschild ausstatten , und Steuern zahlen. Dann werden auch die Radwege in Ordnung gebracht. Fahrradfahrer müssen auch bestraft werden , wenn sie bei rot über die Straße fahren . Oder wenn Radweg vorhanden, die Straße befahren.

  14. 10.

    Wer dieser Teilnehmer ist noch nie und wird es jemals tun in den Urlaub geflogen ? Wenn man selbst fliegt, ist das wohl nur die Ausnahme und nicht so schlimm ?!

  15. 9.

    Dass eine Gruppe von Radfahrern einen ganzen Flughafen lahmlegen kann, spricht nicht gerade für den Flughafen.

  16. 8.

    Zum Glück gibt es auch unter den Radfahrer*innen immer mehr radikale Umweltschützer*innen. Wen wir nicht viel mehr werden, wird das nie etwas mit der Verkehrswende zu unseren Lebzeiten. Remember x-tausendmal quer? Das hier ist erst der ganz kleine Anfang einer großen Bewegung.
    PS: Zukünftig einfach die empfohlene Ankunft zwei Stunden vor Abflug am Flughafen beherzigen ;) Dann ist allerdings zu den meisten naheliegenden Zielorten der Zug aus dem Stadtzentrum ins Stadtzentrum doch attraktiver. Darauf wollten die Umweltschützer wohl auch aufmerksam machen. Es gibt alternative umweltfreundlichere Verkehrsmittel als das Flugzeug

  17. 7.

    In keinem weiteren Land Europas wird wegen dem Klimawandel solch ein Affentheater wie in Deutschland veranstaltet. Haben die anderen das Problem nicht oder gehen die mit mehr Sachverstand die Probleme an?? Inzwischen glaube ich, dass es den sogenannten Aktivisten nicht mehr um die Sache geht sonder um auf sich aufmerksam zu machen und den Staat aufzumischen.

  18. 6.

    Ich hoffe auf viele weitere Aktionen von Extinction Rebellion in Berlin!

  19. 5.

    Diese Umweltzerstörer dürfen nicht an ihr Tatwerkzeug, ans Flugzeug, kommen. Daher sind Blockaden von Flughäfen legitim! Am besten jeden Tag! Besonders zur Ferienzeit!

  20. 4.

    ... und immer schön das Smartphone aufladen, mit Zertifikaten erkauften Ökostrom!
    Aktivisten, lasst es einfach, und lasst die steuernzahlende arbeitende Bevölkerung einfach in Ruhe.

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