Steinhöfel in Brandenburg - Wie der Klimawandel einem historischen Park Stress macht

Der Schlosspark von Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree (Quelle: rbb/Lenz)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.04.2019 | Dominik Lenz | Bild: rbb/Lenz

Der Schlosspark von Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree gehört zu den schönsten Parkanlagen in Brandenburg. Doch Stürme, Trockenheit und Schädlinge setzen der Anlage schwer zu. Von Dominik Lenz

Den wohl schönsten Blick hat man aus der Mitte des Parks, gleich neben Grotte und chinesischem Pavillon. Schaut man vor hier zurück Richtung Parkeingang, spiegelt sich der gesamte spätklassizistische Schlossbau im Wasser des Teichs. An diesem Tag scheint die Sonne so hell, dass die renovierte gelbe Fassade beinahe weiß wirkt. 

Torsten Volkmann liebt den Schlosspark von Steinhöfel – das wird bei allem, was er darüber erzählt, deutlich. Der Park im Landkreis Oder-Spree gehört zu den schönsten Parkanlagen in Brandenburg. Torsten Volkmann ist der einzig verbliebene Gartendenkmalpfleger am Brandenburger Landesamt für Denkmalschutz. Und er hat den Park in Steinhöfel Anfang der 2000er-Jahre mit aus seinem Dornröschenschlaf erweckt, in dem er sich nach der Wende befand: "Das Schilf wuchs hoch, und der Teich war eine reine Moorfläche."

Torsten Volkmann (Quelle: rbb/Lenz)
Der Gartendenkmalpfleger Torsten Volkmann | Bild: rbb/Lenz

Hauptzufluss vertrocknet

Jetzt sind Teich und Fließe, die den Park durchziehen, zwar wieder da. Doch die verstärkte Trockenheit setzt dem Park mächtig zu. Dass der Hauptzufluss, der Heinersdorfer Fließ, schon Anfang April kaum Wasser trägt sei ein Problem. Schneeschmelze, Frühjahrsregen, all das fehlt in diesem Jahr. Das setze Parks zunehmend unter Stress, sagt Volkmann. 

Doch es gibt auch einen postiven Nebeneffekt des vergangenen Dürresommers: Der streng geschützte Biber, der sich erstmals im Park angesiedelt und schwere Schäden angerichtet hatte, fühlte sich nicht mehr wohl und ist erstmal weiter gezogen.

Brücke im Schlosspark Steinhöfel (Quelle: rbb/Lenz)
Brücke im Schlosspark | Bild: rbb/Lenz

Die großen Fichten brauche viel mehr Wasser

Den Bäumen, die vor zweihundert Jahren hier gepflanzt wurden, geht es trotzdem schlecht. Die großen Fichten zum Beispiel, die mal einzeln, mal in Gruppen im ganzen Park verteilt stehen, bräuchten viel mehr Wasser. 

Am Rand des Parks zeigt Torsten Volkmann auf drei niedrige Weimutskiefern, eine Baumart, die wegen ihrer malerischen Wirkung mit den feinen Nadeln sehr beliebt bei den alten Gartenbaumeistern war. Doch diese Kiefer ist nicht heimisch in Brandenburg, stammt ursprünglich aus Nordamerika und liebt feuchte Böden. Dass aus den drei Bäumchen noch einmal große Parkbäume werden, sei unwahrscheinlich. 

Borkenkäferfraß an den Bäumen (Quelle: rbb/Lenz)
Borkenkäferfraß an den Bäumen | Bild: rbb/Lenz

Ganzer Kiefernhain verschwunden

Am Rand des Parks liegen immer wieder umgestürzte Bäume, Reste der heftigen Stürme der vergangenen Jahre. An einer Stelle musste ein ganzer Kiefernhain wegen Sturmschäden und Borkenkäferfraß gefällt werden: "So etwas verändert die Blickachsen völlig", bedauert Volkmann. 

Trockenheit, Hitze und Stürme sind beste Voraussetzungen für Schädlinge, die den ohnehin geschwächten Bäumen im ganzen Park weiter zusetzen. Eine gewaltige Fichte verliert bereits ihre Rinde durch den Borkenkäfer: "Das ist eine der originalen Fichten, an einer kompositorisch wichtigen Stelle im Park. Leider ist sie völlig vom Borkenkäfer befallen und der Forstgutachter hat uns bereits darauf vorbereitet, dass dieser Baum höchstens noch ein zwei Jahre stehen kann, dann muss er gefällt werden." 

Torsten Volkmann nennt sich selbst einen Optimisten: Er ist sicher, dass es den Park in Steinhöfel trotz Klimawandels noch lange geben wird. Doch überleben kann der Park nur mit neuer Anmutung und neuen Baumarten, die Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall besser standhalten können. 

Beitrag von Dominik Lenz

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