Symbolbild: Aufgerissen und ausgetrocknet ist der Ackerboden eines Feldes im Oderbruch nahe Neuranft (Brandenburg). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video | Brandenburg Aktuell | 20.09.2019 | Ingo Bötig | Bild: dpa/Patrick Pleul

Regionaler Bericht - Neuer Report sagt Klima-Extreme für Brandenburg voraus

Ein neuer regionaler Klimareport für Brandenburg ergibt: es wird immer wärmer und das Land droht, dramatisch Wasser zu verlieren. Der Meeresspiegel hingegen könnte so stark steigen, dass Bad Freienwalde zur Jahrhundertwende an der Ostsee liegt.

Der Klimareport des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnet in den kommenden Jahrzehnten mit weiteren Extremen für Brandenburg. Demnach droht das Land, dramatisch an Wasser zu verlieren. Gleichzeitig könnte den Forschern zufolge der Meeresspiegel so stark steigen, dass Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) zur Jahrhundertwende an der Ostsee liegt.

Der am Freitag vorgestellte regionale Bericht gilt als Voraussetzung für die Erarbeitung von Maßnahmen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels.  

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD), der den Klimareport am Freitag gemeinsam mit Mitarbeitern des DWD vorgestellt hat, sagte, es würde immer deutlicher, dass der Klimawandel sich beschleunigt habe und die negativen Wirkungen zugenommen hätten. "Brandenburg steht ohne Wenn und Aber zur Umsetzung der national und international verabredeten Klimaschutzziele", so Vogelsänger weiter.

"Kernland einer trockener fallenden Zone"

In den zwölf klimatischen Teilregionen Deutschlands sei Brandenburg, so der Bericht, das "Kernland einer trockener fallenden Zone". "Brandenburg gilt als gewässerreich und niederschlagsarm", so der Minister. Hoch- und Niedrigwasser forderten die Region immer wieder heraus. "Deshalb zeichnet sich nicht nur mit Blick auf 2018 und aktuell in diesem Jahr ab, dass die Wasserverfügbarkeit die größte Herausforderung für Brandenburg sein wird", betont Minister Vogelsänger. Die von LfU und DWD ausgewerteten Klimamodellierungen bestätigten diese Einschätzung.

Aus dem Report geht hervor, dass es in Brandenburg immer wärmer wird. Demnach ist seit der Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1881 bis 2018 die durchschnittliche Jahrestemperatur um 1,3 Grad gestiegen. Von 1961-1990 lag der Jahresmittelwert in Brandenburg bei 8,7 Grad. Im vergangenen Jahr stieg er demnach auf den Rekordwert von 10,8 Grad. Nach Beobachtungen der Wetterexperten nehmen die Frosttage ab, Sommertage und die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen dagegen zu.

Waldumbau dringend nötig

Reagiert habe das Land darauf bereits: So gebe es unter Federführung des Landesamtes für Umwelt ein Niedrigwassermanagement, das sich aktuell auch wieder um die Pegelstände der Spree bemüht. Zudem seien nach 1997 an der Oder und später an der Elbe umfangreiche Baumaßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes umgesetzt worden.

Die Klima-Experten haben das Land aufgefordert, den Wald dringend umzubauen und mehr Laubbäume zu pflanzen. Um weitere unkontrollierbare Großbrände zu vermeiden, sei es zudem nötig, die früheren Truppenübungsplätze schnellstmöglich von Munition zu befreien.

Auch mit Blick auf die Grundwasserneubildung sei der Waldumbau im Kiefernland Brandenburg die zentrale Strategie, um die Verdunstung über Waldflächen zu reduzieren. Zudem erhöhe der Waldumbau die Anpassungsfähigkeit des Waldes an die Folgen des Klimawandels, senke die Anfälligkeit für Schädlinge und die Brandgefahr, hieß es aus dem Landesamt für Umwelt.

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30 Kommentare

  1. 30.

    Der Klimawandel ist nur aufzuhalten wenn: deutlich weniger schwere und dreckige VW-Bulli unterwegs sind, weniger "Kippen" das Wasser verseuchen, das tragen von Wegwerfbabywindeln ab 1,5 Jahren strikt verboten oder verteuert wird. Kann hier mal ein Fachmann ausrechnen, was das für die Trockenperioden in Brandenburg bringt?

  2. 29.

    Wetter ist auch ein chaotisches System, aber ich steck trotzdem nen Regenschirm ein wenn der Wetterbericht Regen voraussagt. Nur weil ein System chaotisch ist, heißt das nicht, dass man überhaupt keine Aussagen treffen kann. Vielleicht sollten Sie sich nochmal genauer drüber informieren. Oder vielleicht einfach den Wissenschaftlern glauben, die das Zeug ihre ganze Karriere lang studieren und es offensichtlich besser verstehen als Sie.

  3. 28.

    LohmannFalkenseeSonntag, 22.09.2019 | 14:37 Uhr:
    "Und dort, müsste mit dem Klimaschutz begonnen werden und nicht in ..."

    Es gibt kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-Als-Auch!
    Wir müssen nicht erstmal an einem Ort anfangen. Wir müssen ÜBERALL anfangen. Für ein nacheinander (erstmal am Ort X, dann am Ort Y) ist nun keine Zeit mehr.

    Und wenn davon auch andere profitieren: Wir werden auch davon profitieren!

  4. 27.

    anorak2, Sonntag, 22.09.2019 | 10:48 Uhr:
    "@Immanuel
    ...
    3. Wenn es nur um Wahrscheinllichkeitsverteilungen geht, ist das hier verwendete Wort "voraussagen" mehr als irreführend."

    NEIN, man kann auch Wahrscheinlichkeiten und damit z.B. auch die ENtwicklung von Durchschnittstemparaturen voraussagen.
    Antworten

  5. 26.

    anorak2:
    "2. Informieren Sie sich über Chaostheorie. Es gibt Systeme, deren Verhalten man nicht vorhersagen kann, selbst wenn man alle physikalischen Gesetze kennt denen sie unterliegen (was beim Klima nicht mal der Fall ist)."

    Man kann aber die Wahrscheinlichkeiten vorhersagen!
    So kann Ihnen jeder Meterologe und jeder Klimaforscher vorhersagen, dass es sehr unwahrscheinlich, geradezu ausgeschlossen ist, dass die Durchschnittstemperatur im November unter -50°C oder über +50 °C sein wird - trotz Chaostheorie! Denn eine Durchschnittstemperatur von unter -50°C oder über +50°C im November ist NICHT genauso wahrscheinlich wie eine Durchschnittstemperatur von 0-20°C.

    Im Gegensatz dazu gibt es für jede Lottozahl dieselbe Wahrscheinlichkeit.

    Wenn Sie das Lotto 6 aus 36 mit der Vorhersagen aus 1-36 °C vergelichen: Beim Lotto sind alle Zahlen gleich wahrscheinlich, bei den Temperaturen im November nicht: Die Temparaturen 10-20 °C sind wahrscheinlicher als 20-30 °C.

  6. 25.

    anorak2, Sonntag, 22.09.2019 | 10:48 Uhr:
    "1. Die Headline dieses Artikels lautet "Neuer Report sagt Klima-Extreme für Brandenburg voraus". Also irgendjemand behauptet sehr wohl dass man zukünftiges Klima voraussagen könne. Es ist diese Aussage auf die ich reagiert hatte."

    Die Aussage ist, dass die Wahrscheinlichkeit von Wetterextrema und damit auch die Häufigkeit von Wetterextrema zunimmt. Und das ist richtig und keine "korrekte" Klimavorhersage.

  7. 24.

    Alle sogenannten Klimaschützer, sollten doch zuerst einmal, die unantastbare Agrarlobby fragen, wo Wasser und Feuchtigkeit bleiben. Wir alle, sprechen von Waldumbau, aber grosse Teile Brandenburgs bestehen aus trockenen Äckern und die machen unser Klima kaputt. Dort, werden schnellwachsene Monokulturen angebaut, die den Ackerboden und damit auch unsere Atemluft, lotal austrocknen. Und noch ein wichtiges Detail : Die Hauptwindrichtung ist Wind aus westlicher Richtung, also kommt die Frischluft für Berlin, aus westlicher Richtung, zu sehr grossen Teilen aus dem Havelland. Und dort, müsste mit dem Klimaschutz begonnen werden und nicht in der Lausitz, wo künstliche Baggerseen, Milliarden Landes-und Bundesmittel kosten. Ausser, wir möchten das Klima, für unsere Nachbarn Sachsen und Polen verbessern und für unsere Nachbarn ein paar schöne neue Badeseen schaffen. Macht aber eigentlich niemand, für seine Nachbarn zu sorgen, damit die dann schön baden können - AUSSER Berlin und Brandenburg !!!

  8. 23.

    Hallo Mandy aus Marzahn. Aber Vorsicht. Den Port aus Madeira nur in Maßen genießen.
    Zuviel Port auf einmal kann die Sinne vernebeln und die Fahrtauglichkeit beeinflussen. Dann auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren. Auch nicht in einer Autofreien Stadt.
    Einen schönen Sonntag noch.

  9. 22.

    @Immanuel

    1. Die Headline dieses Artikels lautet "Neuer Report sagt Klima-Extreme für Brandenburg voraus". Also irgendjemand behauptet sehr wohl dass man zukünftiges Klima voraussagen könne. Es ist diese Aussage auf die ich reagiert hatte.

    2. Informieren Sie sich über Chaostheorie. Es gibt Systeme, deren Verhalten man nicht vorhersagen kann, selbst wenn man alle physikalischen Gesetze kennt denen sie unterliegen (was beim Klima nicht mal der Fall ist). Die Physik, nach denen sich die Lottokugeln im Ziehungsgerät bewegen, kennt man sehr wohl exakt, trotzdem kann man nicht vorhersagen welche Kugeln in die Schälchen fallen. Darauf bezog sich mein Vergleich. Ergänzend ein Beitrag vom WDR:
    https://www.youtube.com/watch?v=K-yAGwJ3uoI (ab 4:55)

    3. Wenn es nur um Wahrscheinllichkeitsverteilungen geht, ist das hier verwendete Wort "voraussagen" mehr als irreführend.

  10. 21.

    anorak2, Samstag, 21.09.2019 | 16:32 Uhr:
    "Wer auch immer zukünftiges Klima voraussagt, betreibt eher Glücksspiel als Wissenschaft. Das Klima ist ein chaotisches System, das korrekt vorherzusagen so unmöglich ist wie die Lottozahlen der nächsten Woche. Erschwerend kommt hinzu, dass viele klimatische Zusammenhänge noch gar nicht erforscht sind."

    Falsch!

    1. Niemand behauptet, man könne das Klima "korrekt" vorhersagen! Es geht einzig und allen darum Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten zu extrapolieren. Und das ist Wissenschaft!

    2. Für das Klima gibt es Kausalzusammenhänge, für das Lottospiel nicht! Hier werden also Äpfel mit Birnen verglichen.

    3. Jede Vorhersage der Klimaentwicklung enthält auch Aussagen über die Wahrscheinlichkeiten des Eintreffens verschiedener Szenarien!

  11. 20.

    anorak2, Samstag, 21.09.2019 | 08:45 Uhr:
    "Es ist unmöglich, zukünftiges Klima vorherzusagen."

    ... genauso wie es unmöglich ist, Wetter vorherzusagen.

  12. 19.

    Es ist vielmehr so dass fanatische Klimawandeleugner wie sie klimatische Zusammenhänge einfach ignorieren und sich so lange hinbiegen bis sie mit ihrer kruden Weltanschauung übereinstimmen.

  13. 18.

    Es ist vielmehr so dass fanatische Klimawandeleugner wie sie klimatische Zusammenhänge einfach ignorieren und sich so lange hinbiegen bis sie mit ihrer kruden Weltanschauung übereinstimmen.

  14. 17.

    Wer auch immer zukünftiges Klima voraussagt, betreibt eher Glücksspiel als Wissenschaft. Das Klima ist ein chaotisches System, das korrekt vorherzusagen so unmöglich ist wie die Lottozahlen der nächsten Woche. Erschwerend kommt hinzu, dass viele klimatische Zusammenhänge noch gar nicht erforscht sind.

  15. 16.

    https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/2014/kohle/welzow/beitraege/Tagebau-Welzow-Kommentar.html

    Das ist er. Wie Sie schon sagen: 5 Jahre alt.

  16. 15.

    @RBB
    Uuuups, sehe gerade der Artikel ist vom 18.06.14 "Doch kein Hartz IV für Kraftwerksingenieure"
    Der Artikel war heute früh noch (wieder) im Wirtschaftsteil.
    Den könnt Ihr ruhig wieder einstellen, der bringt das ganze Dilemma zwischen dem SPD Kohlefilz und der Kohlelobby auf den Punkt. Aktueller den je.
    Danke!

  17. 14.

    Wir wissen leider nicht genau, welchen Sie meinen.

    Unter "Avram Kraftwerker" finden wir folgende Artikel

    https://www.rbb24.de/suche/#searchform_q__avram,,20kraftwerker___start__0___site__evo_p_rbb___partialfields__archive,,3Arbb_nachrichten

  18. 13.

    "Es ist unmöglich, zukünftiges Klima vorherzusagen."
    Genau, das trifft für Sie sicher zu. Die Vorhersagen der Wissenschaftler sind dummerweise bisher alle eingetroffen.

    @RBB, wohin ist der sehr gute Artikel von Robin Avram "kein Hartz IV für Kraftwerker" im Wirtschaftsteil verschwunden?

  19. 12.

    Umweltforscher warnen schon seit Jahrzehnten davor, dass das Land Brandenburg versteppt. Schuld daran ist nicht nur der allgemeine Klimawandel sondern vor allem die Obeflächenentwässerung für die Landwirtschaft. Dadurch kann großflächig keine Verdunstung mehr stattfinden, die eine Kühlung des Bodens bewirkt. Es kann auch kaum noch Wasser ins Grundwasser gelangen, weil das Oberflächenwasser ja schnell abgeleitet wird. Auf den Gewässerreichtum braucht man sich nichts einzubilden. Viele Gewässer haben mit massivem Niedrigwasser zu tun. Zum Beispiel ist der Schwielowsee bei Caputh selbst bei normalem Wasserstand stellenweise nur 0,5 Meter tief. Da niemand in der Politik Geld für großflächige Renaturierung bereitstellen will, kann man das zukünftige Klima sehr genau vorhersagen.

  20. 11.

    ich kann es nicht mehr hören, wir holzen alle Bäume ab und es wird alles bebaut. Jedes Kind müßte wissen was es für die Natur bedeutet. Haben wir nicht gelernt das Bäume für die Luft gebraucht werden.

  21. 10.

    Es ist unmöglich, zukünftiges Klima vorherzusagen.

  22. 9.

    Solange hier noch etliche Hektar Golfplatz direkt aus dem Seddiner See bewässert werden dürfen, der mittlerweile so wenig Wasser hat, dass der gesamte Schilfgürtel brach liegt......
    Na dann
    Dekadenz kann man sich wohl immer leisten. Sollen doch die anderen sparen.

  23. 8.

    Ich mag den Port aus Madeira.

  24. 7.

    Nein Mandy aus Marzahn. Nicht die Politik - Wir können etwas tun. Schauen Sie sich Beiträge über die Wasserversorgung der Stadt PETRA an!. Die waren sehr fortschrittlich. Leider funkten ihnen immer Erdbeben dazwischen. Das Problem haben wir ja nicht, aber ein viel Größeres - Bauvorschriften und Genehmigungen (und falsche Dübel).

    Wenn der Meeresspiegel steigt, vergrößert sich die Wasseroberfläche und wenn das Wasser immer wärmer wird, verdunstet in beiden Fällen immer mehr. Es bilden sich viele Wolken .... Auf Madeira gibt es die Levadas. Auf den Kanaren "fängt" man auf den Bergspitzen die Wolken mit Netzen ein und leitet das Wasser ins Tal. Vorbereitet sein, wenn viel Wasser vom Himmel kommt. Wir müssen umdenken und handeln. Schaffen wir das? Ja, wir schaffen das!

  25. 6.

    Könnte die Politik da was tun?

  26. 5.

    Jipiiiii , nur ein Katzensprung bis Bad Freienwalde. Dann würden wir als Berliner noch einen Kanal ausbaggern und hätten endlich einen Hochseehafen in Weißensee ......

  27. 4.

    Vielleicht säuft Ueckermünde ab, aber Freienwalde wird bestimmt nicht an der neuen Küste liegen. Die Frage ist nur, ob es für den Waldumbau überhaupt noch genug Niederschlag gibt, abgesehen davon braucht so ein Baum 50 - 100 Jahre bis er halbwegs groß ist.

  28. 3.

    Überall schleusen rein, tagebaue fluten. dann muss nur noch das nachbarhaus abgerissen werden und ich hab ne terasse zum Meer. schön ein bötchen und wein an der fassade, keine heizkosten mehr, mittags siesta, abends fiesta
    es wird prima
    nur an der rente müsste man noch was machen

  29. 2.

    Und wie sollen so die Kohlelöcher mit Wasser gefüllt werden? Die Natur präsentiert gerade die Rechnung für billigen Kohlestrom. Und Kohlelobbyisten+AfD verteilen Propagandamaterial an die Jugend bei der FFF Demo in Cottbus.

  30. 1.

    Bin Morgen am Oder Haf, habe es schon Jahre nicht mehr besucht, mal sehen ob es Ückermünde noch gibt!

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