Ein Landwirt bearbeitet am 28.05.2015 ein trockenen Acker in Brandenburg (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Ernährung als Schwerpunkt - Berlin bekommt Professur zu Krankheiten durch Klimawandel

Die deutschlandweit erste Professur zu den Themen Klimawandel und Gesundheit ist an der Berliner Charité geschaffen worden. Die Medizinerin Sabine Gabrysch will unter anderem zu Nahrungsmangel forschen.

Mögliche Folgen der Klimaerwärmung für die Gesundheit sind das Forschungsfeld einer neuen Professorin an der Berliner Charité. Die erste Professur bundesweit zu den Themen Klimawandel und Gesundheit werde mit der Medizinerin und Epidemiologin Sabine Gabrysch besetzt, teilte die Uniklinik am Montag mit.

Es sei eine Kooperation mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), wo Gabrysch die Co-Leitung der Forschungsabteilung Klimaresilienz übernehme, hieß es. Sie war zuvor am Uniklinikum Heidelberg tätig.

Dürren könnten zu Mangelernährung führen

Sie wolle sich insbesondere dem Thema Ernährung widmen, erklärte die Wissenschaftlerin, beispielsweise um Ernährungssicherheit: "Wenn etwa häufigere Dürren zu Mangelernährung von Schwangeren führen, können die ungeborenen Kinder bleibende Schäden davontragen - mit gesundheitlichen Folgen für deren gesamtes Leben." Der Schwerpunkt von Gabryschs Arbeit liegt laut Angaben auf Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Bedeutung des Klimawandels für die Gesundheit ist in der Medizin zuletzt in den Fokus gerückt. Laut einem "Ärzteblatt"-Bericht soll das Thema zum Beispiel 2020 ein Schwerpunkt beim Deutschen Ärztetag sein.

Bisher hatten in dem Forschungsfeld Klimawandel und Gesundheit vor allem die Folgen von Hitzewellen und die Ausbreitung tropischer Infektionskrankheiten im Fokus gestanden. Nach Berechnungen von Klimaforschern könnte auch in Berlin und Brandenburg die Zahl der tropischen Nächte, in denen es nicht kälter als 20 Grad wird, stark ansteigen - vor allem ohne verstärkten Klimaschutz. Solche Nächte sind für den menschlichen Organismus sehr anstrengend, weil er in der Ruhephase nicht ausreichend abkühlen kann.

Sendung: Abendschau, 17.06.2019, 19:30 Uhr

Falls Sie an dieser Stelle Grafiken zu den tropischen Nächten nicht sehen, klicken Sie bitte hier

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1 Kommentar

  1. 1.

    Was soll diese Professur bewirken?
    Der Zusammenhang von Klimawandel und Auftreten von Krankheiten ist einfach evident und stringent und bedarf keiner Forschung mehr. Man erinnere sich beispielsweise an den Hochsommer von 2003 – tausende Senioren in Paris, der Hauptstadt von Frankreich kollabierten und einige von ihnen starben sogar. In Indien herrschen momentan weit über 40° C vor - vor einer Woche starben aufgrund dieser ungewöhnlich hohen Luft- und Strahlungstemperaturen nachweislich weit über 100 Menschen entsprechend Medienberichten. Mit der gravierenden und signifikanten Erhöhung der Luft- und Strahlungstemperaturen nehmen der Grundwasserspiegel und damit die Erntebeträge ab. Ernteausfälle führen zu Hunger und Unterernährung – das Immunsystem der Menschen wird damit gravierend angegriffen und unterminiert! Die Problematik und Problemlage ist einfach trivial und bedarf absolut keine Forschungsaktivitäten!
    Siegfried Marquardt

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