Plakat mit der Aufschrift "There is no Planet B" bei einer Demo für Klimaschutz am 24.05.2019 in Berlin (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Video: Brandenburg Aktuell | 16.06.2019 | Tim Jäger | Bild: dpa/Kay Nietfeld

"Potsdam for Future"-Demo - Knapp 2.000 Potsdamer protestieren gegen Braunkohle-Politik

"Die Wahlen sind Klima-Wahlen" prangte auf einem T-Shirt. Rund 1.900 Menschen versammelten sich in Potsdam, um für einen schnelleren Ausstieg aus der Braunkohle zu demonstrieren. Vor allem in einem Punkt setzen sie die Landesregierung unter Druck.

Knapp 2.000 Menschen haben in Potsdam für mehr Klimaschutz und einen schnelleren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung demonstriert. Unter ihnen waren auch wieder
zahlreiche Schüler, Studenten und Eltern, die vom Bahnhof Charlottenhof durch die Innenstadt zum Alten Markt vor den Landtag zogen.

Sie trugen Transparente mt Aufschriften wie "2038?! Fürs Klima viel zu spät", "Rettet die Erde" oder "Die Wahlen sind Klimawahlen". Nach dem derzeitigen Stand sollen die Braunkohlekraftwerke in Deutschland bis zum Jahr 2038 abgeschaltet werden.

Veranstalter sehen sich bestätigt

Vorher hatten das Bündnis "Potsdam for Future" mit nur nur 500 bis 1.000 Teilnehmern gerechnet. Sprecherin Franziska Sperfeld sagte rbb|24: "Es ist ein großer Erfolg, dass wir an die hohe Teilnehmerzahl unserer ersten Demo anknüpfen können. Das zeigt: Viele Brandenburger fordern Taten von der Landesregierung."

Neben dem Naturschutzbund (Nabu) und dem BUND sind laut Mitteilung auch die Potsdamer Ableger der Initiativen "Fridays for Future" und "Parents for Future" unter den Demonstranten. Bei der ersten Demo des Bündnisses Ende März protestierten mehr als 2.000 Potsdamer.

Grüne im Aufwind - aber die AfD auch

Im Aufruf zu der Demonstration hatten die Veranstalter die brandenburgische Landesregierung aufgefordert, den geplanten neuen Tagebau Welzow Süd II noch vor der Landtagswahl am 1. September zu stoppen. Nach jetzigem Stand hat der Betreiber Leag selbst noch bis zum Jahr 2020 die Möglichkeit, zu entscheiden, ob er den Tagebau aufschließen und weitere 800 Menschen umsiedeln lassen will. Außerdem fordern die Demonstranten, dass das Kraftwerk Jänschwalde in der Lausitz spätestens Anfang der 2020er Jahre abgeschaltet wird.

Sollten es nach der Wahl zu einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis kommen, wird Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Grünen beim Klimaschutz aller Voraussicht nach entgegen kommen müssen, damit die Öko-Partei bereit ist, eine Koalition einzugehen.

In dem Anfang der Woche veröffentlichen BrandenburgTrend kommen die Regierungsparteien SPD und Linke zusammen nur noch auf 32 Prozentpunkte, die Grünen landen auf einem Rekordhoch von 17 Prozentpunkten. Allerdings liegt die Klimaskeptiker-Partei AfD mit 21 Prozentpunkten ganz vorn.

Kein Klimanotstand in Brandenburg

Am Freitag hatte sich der Brandenburger Landtag mehrheitlich zu mehr Klimaschutz bekannt - ein Klimanotstand aber wurde nicht ausgerufen. Die Grünen hatten gefordert, dass durch diese Erklärung jedes Handeln des Landtages künftig einem Klimacheck unterzogen werden solle. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte jedoch dagegen. Die rot-roten Koalitionsfraktionen votierten für eine Nachhaltigkeitsprüfung mit Klimaschutzzielen als Priorität. Die CDU forderte in einem eigenen Antrag - der ohne Mehrheit blieb - eine Klimafolgenabschätzung. Die AfD wandte sich gegen alle Anträge für mehr Klimaschutz.

Mehrere Städte und Länder weltweit haben den Klimanotstand bereits ausgerufen. Auch in Berlin wird dies gefordert.

Kommentar

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41 Kommentare

  1. 41.

    Haben Sie jetzt den #13 gekürzt, weil Sie keine Studie für den behaupteten Zusammenhang von CO2 sorgt für Kliamerwärmung gefunden haben? Wäre mir lieber gewesen, Sie hätte sich zu der Sache mal geäußert.

  2. 40.

    Die Braunkohle Politik eines Herrn Woidke ist ein Skandal. Kann man diesen Kohlefritzen bis 2038 überhaupt noch wählen?

  3. 39.

    Wie verlogen die ganze Diskussion um billigen Braunkohlestrom ist konnte man gestern Abend im MDR sehen.
    19,8 !!! Cent kostet die kw/h rechnet man alle Folgekosten rein die bisher die Allgemeinheit trägt. Das ist dreimal so teuer wie die EE.
    Nachweislich ist nicht genug Geld für die Sanierung der laufenden Tagebaue da. Politiker wie Kretschmer und Woidke wissen das. Die verscherbeln unsere Steuergelder an Tschechische Zocker.
    Schon deshalb ist es richtig neue Tagebaue zu verbieten.

  4. 38.

    Der Strombedarf wird wachsen, da der E-Mobilität. Kein Land ist bislang aus Atom und (!) Kohle ausgestiegen. D macht beides. Was auch langfristig gut ist, aber eben eine Übergangszeit benötigt. Und zur Solarkraft... Schon jetzt stellen zB in Bayern viele Bauern lieber Solaranlagen auf die Felder statt dort Nahrung anzubauen. Woher kommt dann künftig unser Getreide? Schon der Rapsanbau ist fatal; Raps wird wird auch nicht zum Essen gebraucht. Man muss ganzheitlich denken.

  5. 37.

    Sie meinen so etwas? "Quaschning schlägt daher in der Studie ein Verbot von Öl- und Gasheizungen ...." Ja, kommt gut, den Leuten die Heizung abzuschalten. Wie realistisch ist das denn bitte? Und wie schnell soll so etwas umzusetzen sein? Ich dachte, wir haben kein Übermorgen mehr.... Gehen Sie aufs Land und sagen denen das.

  6. 36.

    Nein. Es fehlt immer wieder der Bezug zu den sozialen Komponenten und der Finanzierung. Theoretische Schwafelei ist nicht hilfreich, ebenso wenig wie das Schüren von Ängsten. Die Hysterie verklärt den Blick sehr.

  7. 35.

    Natürlich wird praktikabel aufgezeigt wie es gehen soll. Zum Beispiel von Forschern wie Professor Quaschning. Man muss sich nur mal einlesen.

  8. 34.

    In einer großen Tageszeitung steht heute, dass sich die Blackoutgefahr wg. der Klimapolitik 2020-23 hochschraubt, läuft mit dem Kohleausstieg mit. Das wurde auch schon lange angekündigt. Was denken sich denn die Abschaltungsforderer, woher am Ende noch der Strom kommen soll? Ich meine jetzt nicht die Steckdose. Kaufen wir dann 90% aus dem Ausland ein, aus Quellen, die hier im Land geächtet werden und die wir aber den anderen "gönnen"? Das wäre doch eine scheinheilige Politik. Und was, wenn die selbst nicht sicher liefern können und hier Ebbe ist?

  9. 33.

    Bei allenm Respekt vor den Befürchtungen, es wäre wirklich schön, wenn die Demonstranten mal eine echte Alternative aufzeigen würden. Dass Strom aus der Steckdose kommt ist etwas dünn, liebe Städter ...

  10. 32.

    Ja früher gab es noch Windmühlen, die mit ihrem Betrieb nicht nur uns gut versorgten, sondern auch für befahrbare Wege sorgten... Nun wenn wir unsere eigene beste Wahl einfach treffen können, brauchen wir uns nicht mehr über Energiepreiserhöhungen aufregen, haben viele neue Arbeitsplätze mit Zukunft, können uns an vielen Chancen wieder freuen —

  11. 31.

    Wieder mal ein schöner Beweis, dass die Demos an jedem Wochentag erfolgreich sind, nicht nur in der Woche.
    Wäre dabei gewesen, hätte ich es gewusst. Naja, nächstes mal informiere ich mich bei der Twitterseite von "Potsdam for Future" und nicht nur einfach auf der FFF-Haupt-Website. Dort wurde die Demo nämlich leider nicht aufgelistet!

  12. 30.

    Ja... Da wurde nun ein Kompromiss in der Kommission gefunden und es reicht den Leuten wieder nicht. Die Radikalität der Forderungen sind erschreckend. Niemand kann praktikabel aufzeigen, wie es schneller gehen soll. Immer nur Verbote und natürlich immer bei den anderen. Extreme sind auf dem Vormarsch im Brandenburgischem. Grüne sind extrem, AfD ist extrem. Das wird ein katastrophales Wahlergebnis

  13. 29.

    Klimawandel verschandelt die Landschaft auch, nur dass man den nicht mehr rückgängig machen kann wenn man bessere Technik hat.

  14. 28.

    auf ideologische Diskussionen lasse ich mich nicht ein. Hier ging es um den Kauf von Solarschindeln für alle entsprechenden Dächer Berlins. Kaufen Sie die für die Hauseigentümer?

  15. 27.

    So wie die 800 die evtl. für den Tagebau umgesiedelt werden sollen?
    Oder die vielen die schon umgesiedelt wurden?

  16. 26.

    Sehr guter Einwurf, die ganze Widersprüchlichkeit und teilweise Verlogenheit der Demoteilnehmer wird durch diesen, bislang nicht widerlegten Beitrag, deutlich... Und noch etwas ist aus meiner Sicht wichtig... Es demonstrieren vermutlich Potsdamer oder Leute aus dem erweiterten Speckgürtel von Berlin und Potsdam, Leute, denen es vermutlich gut geht und die, wie so viele aus der fernen Landeshauptstadt, keine Ahnung von den Sorgen und Nöten der Menschen in der Lausitz haben... Es paßt leider in die gesamte Diskussion der Potsdamnahen Medien, die die Lausitz in einem negativen Licht erscheinen lassen, weil es ja für die Herrschaften aus Potsdam sogar unzumutbar ist, das Wissenschaftsministerium in den Süden des Landes zu verlegen... Soweit ich weiß, sind es dort auch Beamte, die ähnlich wie bei Polizei und Verwaltung dort hinzugehen haben, wo der Dienstherr es für nötig erachtet... Liebe Potsdamer, erkennt endlich an, dass ihr nicht der Nabel der Welt seid... Brandenburg ist mehr als Potsdam... Und mit Ausblick auf den. 01.09.19 bitte nicht wundern, wie die Lausitz wählt.

  17. 25.

    Muß man also, weil ein Teil des Landes durch Tagebaue zerstört ist, den Rest mit Windrädern verschandeln?
    Bezeichnend auch, daß Sie von Ausflugszielen schreiben.
    Daß auf dem Land Menschen LEBEN liegt anscheinend jenseits Ihrer Vorstellungskraft.

  18. 24.

    Na dann mal los!
    Wen interessiert was Tesla erfunden hat? Verbaut werden hier Module aus China. Und ob der Abbau der Solarindustrie in Deutschland durch das Festhalten an der Kohle lag wage ich zu bezweifeln. Da spielten doch eher Profitinteressen eine Rolle. So wird's in Deutschland gemacht: Technologie entwickeln, dann nach China transferieren, dann das Produkt billig aus China importieren und hier staatlich gefördert für teures Geld verkaufen.
    Tesla produziert immer noch reichlich CO2 bei der Produktion, warum?

  19. 23.

    Im August soll sogar eine "Bootsdemo " stattfinden. Wird doch wohl mit Segel, Ruder oder Solarantrieb und nicht mit fettem V 8 im Heck durchgeführt. Und auch daran denken, Bootfahren ist Spaßfahren !

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