Sonne und Starkregen (Quelle: dpa/Poetsch)
Bild: dpa/Poetsch

Absacker - Die reinigende Kraft des Gewitters

Am Samstag kam einiges vom Himmel; die Temperaturen kühlten vorübergehend ein wenig ab. Auch für das Gemüt kann so ein Gewitter einen reinigenden Effekt haben - zumindest hat das Laura Kingston so erlebt.

Ich bin noch nie so nass geworden (abgesehen von Dusche und Schwimmbad) wie gestern im Gewitter. Und noch nie war es mir so egal, nass zu werden. Ich saß im Park mit Freunden, wir spielten in aller Ruhe unser Kartenspiel, dann: Donner, kurze Zeit später die dicken Tropfen, dann sintflutartige Regengüsse. Es hatte sich etwas zusammengebraut, nicht nur am Himmel, sondern auch in den Köpfen der Menschen.

1. Was vom Tag bleibt

Die letzten Tage und Wochen wurde viel über Diskriminierung diskutiert, teilweise lautstark. Ausgelöst wurde vieles, aber nicht alles, durch den gewaltsamen Tod von George Floyd. Die #BlackLivesMatter-Demo am Alex hat Diskussionen ausgelöst: a) wegen der teilweise nicht eingehaltenen Corona-Bestimmungen und b) wegen der Polizeigewalt an schwarzen Menschen, die die friedvolle Demo in ein anderes Licht gestellt hat. 

Die #Unteilbar-Demo, die Sonntag in Berlin stattfand, hat sich das auf die Fahne bzw. den Banner geschrieben, gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit zu sein. Deshalb die Menschenkette, die ein kilometerlanges Band der Solidarität trug.

Auf mich wirkte diese Demo ein bisschen wie der "Streber" im Vergleich zur #BlackLivesMatter-Demo eine Woche zurvor. Die Tweets, die ich zu #Unteilbar gelesen habe, hatten oft den Tenor: "Schaut her, wir halten die Abstände ein und Mundschutz tragen wir auch alle." Juhu. Haltungsnote: Sehr gut.

Ich will die Corona-Bestimmungen an dieser Stelle nicht in Frage stellen, aber die Diskussion um Regelungen stellt den Inhalt der Demo in den Hintergrund. 

2. Abschalten

Um das reinigende Gefühl des Gewitter auch auf mein (digitales) Leben zu übertragen, habe ich ausgemistet. Interessiert mich wirklich der 35. Post vom ach so süßen Hundi? Ist es mir wirklich so wichtig, zu sehen, was xy zu Abend gegessen hat? In der letzten Zeit ist mir nämlich eines bewusst geworden: Auch Instagram kann ein politisches Medium sein, wenn man nur den richtigen Menschen folgt - und das ist - gerade jetzt in der BlackLivesMatter-Bewegung, aber auch für viele andere extrem wichtig. Denn wenn man das Belanglose aussortiert, ist mehr Platz für das, was wirklich wichtig ist. Ist ein reinigendes Gefühl.

3. Und, wie geht's?

"Ein bisschen besser", sagt Edeltraud Schröder. Über die Berlinerin hatte ich schon einmal in dieser Kategorie des Absackers gesprochen. Da hatte sie gerade ihren Job als Kellnerin von Maredo verloren. Inzwischen hat sie durch ihre Gewerkschaft einen Anwalt eingeschaltet. Besonders hat sie sich über die Zuschriften, Geldspenden und Anrufe gefreut, die ihr zugekommen sind, nachdem ihre Geschichte im rbb-Fernsehen zu sehen war. Sie wirkte beinahe ein bisschen aufgekratzt, als ich sie am Samstag in ihrer Wohnung in Prenzlauer Berg besuchte:

"Ich bin so gerührt über alle die positiven Rückmeldungen, die ich bekommen habe. Es geht alles nach vorne, davon bin ich inzwischen überzeugt."

Wie blicken Sie nach vorne? Wie geht es Ihnen nach dem Gewitter? Schreiben Sie uns an absacker@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld

Na, sitzen Sie schon auf gepackten Koffern? Das Reisen innerhalb der EU ist ja ab morgen wieder möglich. Ich sitze, während ich diesen Absacker schreibe, tatsächich auf einem gepackten Rucksack. Für mich geht es aber "nur" in die sächsische Schweiz. Ein Ort, wo ich nicht über Abstand nachdenken muss. Der einzige Abstand, der mich für die nächsten Tage interessiert, ist der von meinem Alltag. Deswegen Handy aus und... Frisch auf?!

Passen Sie auf sich auf und bewahren Sie ein Lächeln (unter ihrer Schutzmaske)!

Ihre Laura Kingston

Alle Absacker

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  • Neben den üblichen Dingen, kommen während der Coronapandemie noch viele weitere Dinge in den Koffer (Quelle: imago images/Sven Hagolani).
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    Der Absacker 

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    Vier Tage war Johannes Mohren komplett raus aus der Nachrichtenwelt und muss nun lesen, dass seine geliebten Pop-up-Radwege - wissenschaftlich erwiesen - Menschen entzweien. Da helfen nur Flucht in die Romanze mit Brandenburg - und skurrile Internet-Hypes.

  • Menschen an der Spree / Quelle: imago images / Jochen Eckel
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    Absacker 

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    Wer ist schuld: Corona oder das Internet?

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  • Badeschlappen und Handtücher liegen im Sommerbad Humboldthain am Beckenrand. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
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    Ach Sommerloch, wo bist du?

    Langsam geht es Richtung Ferienzeit in Berlin und Brandenburg. Man würde sich wünschen, dass das verrückte Jahr 2020 eine kleine Pause einlegt. Doch bislang sieht es nicht danach aus. Von Haluka Maier-Borst

  • Maske in der Bahn (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Keine Macht der Maskenmüdigkeit!

    Berlin ist der Mund-Nasen-Bedeckung offenbar überdrüssig. Deswegen diskutiert die Politik jetzt über eine Kontrolle im ÖPNV. Laura Kingston über den Ärger um ein kleines Stück Stoff, das sie bei ihrer jüngsten Bahnfahrt schmerzlich vermisst hat.

  • Der FC Union hat im Stadion ein eigenes Hygieneteam. Später schien das Team dann Feierabend zu haben.
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    Der Absacker 

    Der Ball ist rund und eine Infektion dauert 14 Tage

    Während Fußballfans des 1. FC Union den Klassenerhalt ihrer Mannschaft in der Bundesliga feiern, ist Lisa Schwesig so gar nicht danach. Denn all die Euphorie hat ihr die Stimmung verhagelt.

  • Eine Frau gähnt und schaut auf ihr Smartphone (Bild: imago-images/Antonia Guillem)
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    Der Absacker 

    Mit der absolut langweiligsten App durch die Krise

    Als das letzte Mal eine App für so viel Gesprächsstoff sorgte, musste man mit dem Handy knatschbunte Monster im Alltag fangen. Nun können sich vor allem diejenigen freuen, bei denen auf dem Handy eins passiert: nichts. Von Haluka Maier-Borst

  • Eine Person geht in den Eingang eines Plattenbaus in Lichtenberg (Bild: imago images/Florian Gaertner)
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    Der Absacker 

    Gewaltig ungleich

    Alle Menschen werden vom Coronavirus bedroht. Doch die Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Menschen sind härter umso ärmer man ist, sagt Efthymis Angeloudis. Das wahre Ausmaß des Schadens für benachteiligte Gruppen ist noch nicht zu erahnen.

  • Ein Gebäude am Flughafen BER. (Bild: imago/Reiner Zensen)
    imago/Reiner Zensen

    Der Absacker 

    Und was kostet Ihr Flughafen so?

    Nach anfänglichem Sonnenschein hat das Wetter sich dann doch entschieden, jegliche Wochenendpläne zu durchnässen. Was also im Trockenen zu Hause tun? Vielleicht ist es Zeit, ein kleines Rechenrätsel zu lösen, denkt sich Haluka Maier-Borst 

  • Olympiastadion in Rom (Quelle: imago-images/Jacobs)
    imago-images/Jacobs

    Der Absacker 

    Eigentlich, ich mag dich nicht!

    In Brandenburg gibt es ab Montag weitgehende Corona-Lockerungen. Ein weiterer Schritt in die Normalität, der Johannes Mohren freut. Dennoch hadert er. Mit seinem fehlenden fußballerischen Abendprogramm aus Italien - und einem neuerdings verhassten Wort.

  • Teilnehmer einer Kundgebung protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
    dpa/Britta Pedersen

    Der Absacker 

    Die Gegenwart hat uns eingeholt

    Vor Corona war die Menschheit zum ersten Mal in ihrer Angst vereint. Doch das Virus machte uns nicht plötzlich alle gleich. Die Probleme, die es vorher gab, haben sich nicht in Luft aufgelöst. Nur wie wir sie angehen, muss sich ändern, findet Efthymis Angeloudis.

  • Symbolbild: Ein Taijitu, Yin-Yang-Symbol, aus Sträuchern geformt, traditionelle chinesische Kultur. (Quelle: dpa/Lawrence Lu)
    dpa/Lawrence Lu

    Der Absacker 

    Heiliger Yinyang!

    Ein beliebtes Tätowierermotiv könnte zum Logo des Corona-Jahres werden: Das chinesische Konzept von Yin und Yang beschreibt die aktuelle Krise nämlich ganz gut. Überall wo Licht ist, ist auch Schatten, alles Gute hat auch sein Schlechtes. Es philosophiert für Sie Sebastian Schöbel.

  • Symbolbild: Orang-Utan brüllt im Nationalpark Tanjung Puting auf der Insel Borneo.
    dpa/Marko König

    Der Absacker 

    HERGOTT, SEIN SIE GEFÄLIGST SACHLCH UND DIFFRENZIRT!1!

    Leserinnen und Leser sollen Journalisten kritisieren, verbessern und widersprechen. Natürlich. Unbedingt. Aber muss es mit so viel Großbuchstaben, Fehlern und verbalen Sturmgeschützen sein? Ein Hoffen auf sprachliches Abrüsten von Haluka Maier-Borst

  • Eine Frau in New York mit einer modischen Maske (Quelle: imago images/Sonia Moskowitz).
    imago images/Sonia Moskowitz

    Der Absacker 

    Zeig' mir deine Maske und ich sag' dir, wer du bist

    Tschüss, Modehauptstadt! Die Messen der Fashion Week ziehen weiter und hinterlassen nicht nur ein wirtschaftliches Loch im Geldbeutel Berlins. Aber der modebewusste Hauptstädter weiß sich auch auf andere Art zu entfalten, wie Lisa Schwesig beobachtet.

  • Silent-Demo zum Tode von George Floyd Black Lives Matters
    Eventpress Porikys

    Der Absacker 

    Das Richtige tun, ohne das Wichtige zu lassen

    Demonstrationen gehören zur Demokratie. In einer Pandemie aber werden sie zu potentiellen Infektionsherden. Sollten wir also darauf verzichten, für unsere Ideale auf die Straße zu gehen, um andere zu schützen? Schwierige Fragen, die den Absacker bewegen. Von Sebastian Schöbel

  • Demonstranten auf dem Alexanderplatz aus Solidarität für George Floyd und gegen Rassismus (Quelle: dpa/Emmanuele Contini)
    dpa/Emmanuele Contini

    Der Absacker 

    Im schmerzhaften Zwiespalt

    Es sind Bilder, die wir seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr kannten. 15.000 Menschen, die an einem Ort demonstrieren. Gemeinsam gegen Rassismus. Es ist ein starkes Signal, das unseren Autor Johannes Mohren glücklich macht. Aber es gibt einen Wermutstropfen.

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6 Kommentare

  1. 6.

    Für mich geht es aber "nur" in die sächsische Schweiz.
    Es geht auch ganz ohne "nur". ;-)
    Die sächsische Schweiz ist wunderschön. :-)

  2. 5.

    Köstlich und wohltuend das mit dem Streber Satz, dafür drei Daumen plus :)
    Gibt ja auch einige Hardcore Kommentatoren hier, den es eigentlich nur darum geht und nicht um die Inhalte einer Demonstration.

  3. 4.

    Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit....Gewitter und Regen danach mit selbst gebastelten Papierbooten und ohne Gummistiefel die Straße entlang. Danke dafür.

  4. 3.

    Werte Laura. Zuersteinmal danke ich Ihnen für diesen schönen Absacker. Auch ich kann mich noch sehr gut an ein Gewitter mit unnachgiebigen Starkregen Anfang der 80er Jahre erinnern. Ich war mit Freunden beim Sonnenbaden auf einer Wiese gleich an der Siegessäule. Dann begann der Regen urplötzlich und das Gewitter ging heftigst zur Sache. Wir stellten uns unter und warteten ab. Es hörte einfach nicht auf zu Regnen. Von der Siegessäule bis runter zum Ernst-Reuter Platz war der Wasserpegel um die 30 cm hoch. Nach einer gefühlten Stunde schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr runter bis zum Sophie-Charlotte Platz. Über mir das Gewitter. Autofahrer zeigten mir einen Vogel. Später erst wurde mir klar, wie Lebensgefährlich meine Tour doch war. Denn ständig waren meine Füße im Wasser beim Treten. Aber mein Kopf war danach frei u.ich fühlte mich sauwohl.

  5. 2.

    Ich mag Ihren Schreibstil sehr gern, sie finden tolle Übergänge! Schönen Urlaub. :)

    Schön, dass es Frau Schröder besser geht, gute Tat vom RBB.

  6. 1.

    Wat, nur in die sächsische Schweiz, weil man da keine Abstände einhalten muss, was sind Sie denn für ein Streber, aber trotzdem, Haltungsnote 1 !

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