Eine Person geht in den Eingang eines Plattenbaus in Lichtenberg (Bild: imago images/Florian Gaertner)
Bild: imago images/Florian Gaertner

Der Absacker - Gewaltig ungleich

Alle Menschen werden vom Coronavirus bedroht. Doch die Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Menschen sind härter umso ärmer man ist, sagt Efthymis Angeloudis. Das wahre Ausmaß des Schadens für benachteiligte Gruppen ist noch nicht zu erahnen.

Erst am Donnerstag schrieb ich im Absacker, dass die Menschheit vor der Gefahr des Coronavirus zum ersten Mal vereint war. Bei den Auswirkungen der Pandemie auf unser Leben sind wir jedoch so ungleich wie eh und je. Es macht nun mal einen riesigen Unterschied, ob man sich in der Sicherheit des Home-Office wiegen kann oder ob man Pakete austrägt – ob man während des Ausgangsbeschränkungen in seinem Garten saß oder einem Wohnblock im dicht bebauten Neukölln.

Nun zeigt eine Studie zum ersten Mal, wie schwerwiegend sich soziale Komponenten in der Corona-Krise auswirken können. Eine Auswertung von Versichertendaten für das ARD-Mittagsmagazin ergibt, dass das Risiko mit einer Covid-19-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, für ALG II-Empfänger um 84,1 Prozent größer ist als bei Erwerbstätigen [tagesschau.de]. Bislang ist nicht klar, wie verheerend die Auswirkungen der Pandemie und des wirtschaftlichen Abschwungs auf sozial Benachteiligte sein wird. Der dramatische Anstieg der Erwerbslosigkeit in den USA, von mittlerweile mehr als 40 Millionen Menschen [tagesschau.de], lässt aber weltweit Schlimmes erahnen.

1. Was vom Tag bleibt

Besonders sichtbar sind die sozialen Faktoren der Ausbreitung des Virus in Neukölln. Fast ein ganzer Wohnblock ist im Norden von Berlin-Neukölln unter Quarantäne gestellt worden. 52 Bewohner wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Hunderte stehen nun unter Quarantäne.

In Brandenburg stellte währenddessen der Verfassungsschutz den AfD-Landesverband unter Beobachtung. Die Partei habe sich stetig radikalisiert und werde "de facto von einem parteilosen Rechtsextremisten geführt", so Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Verfassungsschutzchef Jörg Müller. Was für einige ein entschlossener Schritt zu sein scheint, kommt für andere wohl etwas zu spät. Immerhin war die Zugehörigkeit von Andreas Kalbitz zum "völkisch-nationalistischen Flügel" der Partei aber auch die Nähe des AfD-Landesverbandes zur "Identitären Bewegung" schon lange bekannt und belegt [Amadeu-Antonio-Stiftung.de].

2. Abschalten

Die Versäumnisse des Verfassungsschutzes in der Vergangenheit werden auch in Stefan Austs Doku "Der NSU-Komplex" [daserste.de] aufgezeigt. In einer Spielfilmtrilogie zum NSU hatte die ARD nacheinander die Täter, Opfer und Ermittler betrachtet. In einem vierten, ganz anderen Film zeigen Stefan Aust und Dirk Laabs wie die Behörden bei den Ermittlungen vorgegangen sind und wie offenbar Polizisten von ihren Vorgesetzen und dem Verfassungsschutz bei den Ermittlungen behindert wurden.

Warum erzähle ich Ihnen das gerade heute? Weil heute vor 15 Jahren Theodoros Boulgarides, das siebte Opfer der NSU, in seinem Laden in München mit drei Kopfschüssen ermordet wurde. Als wäre dies nicht tragisch genug, wurde seine Familie monatelang krimineller Machenschaften verdächtigt und von den Behörden verhört [dw.com]. Für den Bruder des Opfers, Gavriil Boulgarides, wurde das tägliche Leben in München unerträglich. Er zog für zweieinhalb Jahre nach Griechenland.

Der "NSU-Komplex" wurde im Ersten ausgestrahlt und ist auf Netflix zu finden.

Ein Bild des Ermordeten Theodoros Boulgarides wird von seinem Bruder Gavriil Voulgaridis getragen (Bild: dpa/Tobias Hase)

3. Und wie geht's?

"In meinen Mailentwürfen liegt eine anderthalb Wochen alte Nachricht an euch, in der ich mich sehr aufregte", sagt uns Michaela(Name von der Redaktion geändert).
"Und jetzt? Resignation.
Ich arbeite in einem Lebensmittelgeschäft, meine Morgenroutine beinhaltet nunmehr seit Monaten das checken der aktuellen Coronaregelungen.
Um 1.  Sicherheit zu gewährleisten, 2. die Schließung des Ladens nicht zu riskieren spulte ich repetitiv die gleichen Phrasen ab: ' Bitte nur mit Mundschutz' / 'Bitte nutzen Sie einen Einkaufswagen' / 'Bitte halten Sie Abstand' / 'Ja, Abstand auch zu mir, danke'.
Mittlerweile waren doch wirklich alle oft genug einkaufen, um von sich aus für diese max. 20 Minuten den Mundnasenschutz über Mund und Nase zu tragen, und selbstständig Abstand zu halten, oder?
Ja, es fühlt sich an, als wären wir glimpflich davongekommen, aber es ist nicht vorbei bevor es vorbei ist!
Ich mache meine Arbeit gern. Aber...
Ich spreche gern mit KundInnen. Aber...
Ich bin müde."

Müde, unruhig oder entspannt? Wie geht es Ihnen zur Zeit? Schreiben Sie uns an absacker@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld

Das Gefühl, von dem Michaela spricht, kennen wohl die meisten unter uns. Auch wir fühlen es manchmal. Eigentlich sollte dieser Text heute eine lockere, heitere Zusammenfassung des Tages sein, die Sie und mich abschalten und ins Gespräch kommen lässt. An manchen Tagen gibt es allerdings nichts schwierigeres auf Erden als heitere, wohltuende Worte zu finden. Diese Tage kann man nur hoffen zu überstehen und bald wieder Worte zu finden die einem gut tun.

In dieser Hoffnung verbleibend grüßt Sie,

Efthymis Angeloudis

Alle Absacker

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  • Neben den üblichen Dingen, kommen während der Coronapandemie noch viele weitere Dinge in den Koffer (Quelle: imago images/Sven Hagolani).
    imago images/Sven Hagolani

    Der Absacker 

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    Die Urlaubszeit löst normalerweise Freude und Entspannung aus. In Corona-Zeiten ist aber alles anders. Da beschleunigt Sie zumindest bei Lisa Schwesig die Faltenbildung. Denn neben den üblichen Sorgen, wie das Wetter wird, gesellen sich viel unangenehmere.

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    dpa

    Der Absacker 

    Love and Peace, please

    Gewalt hat viele fiese Gesichter und an manchen Tagen begegnen sie einem besonders oft. Wie kann da überhaupt noch irgendeine positive Stimmung aufkommen? Kira Pieper versucht es mit schönen Künsten, die dank Corona teilweise völlig neue Dimensionen annehmen.

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    Der Absacker 

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    Zwar ist viel Normalität wieder eingekehrt, das kulturelle Leben leidet aber unter Corona nach wie vor. Haluka Maier-Borst macht sich Gedanken um sein eigenes Kulturkonzept – für zu Hause und die Szene, die es gerade nicht leicht hat.

  • Touristen besuchen die Stadt Pompeji (Quelle: dpa/Alvise Armellini)
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    Der Absacker 

    Ein Ende ohne Schrecken

    Die Forschung des Untergangs vergangener Zivilisationen könnte uns helfen die aktuelle Gefahr durch das Coronavirus oder die akute Gefahr durch den Klimawandel besser einzuschätzen, findet Efthymis Angeloudis. Oder wir können Augen und Ohren verschließen und lalalala.

  • Verkehrsschilder - Abbiegen rechts (Quelle: imago/Kai Bienert)
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    Der Absacker 

    Hart rechts abbiegen in die Sackgasse

    Rechtsextreme Umtriebe in Brandenburg und Berliner Straßennamen, die noch an Kolonialherren erinnern: die aktuellen Themen sind leider wenig heiter, aber müssen im Diskurs bleiben, findet Haluka Maier-Borst

  • Eine Gesichtsmaske liegt auf der Strasse. (Quelle: dpa/Oliver Hurst)
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    Der Absacker 

    Ist Corona jetzt vorbei oder was?

    So nachrichtenreich war der Abschluss einer Woche lange nicht mehr. Und was noch bemerkenswerter ist: Mit Corona hatte das wenig zu tun. Coro-was? Ja, das fiese Virus, das alles verändert hat, scheint mmer mehr in Vergessenheit zu geraten. Von Kira Pieper

  • Mehr Berlin geht kaum: Schauspieler Harald Juhnke isst bei Konnopke eine Currywurst (Quelle: imago images/Gueffroy).
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    Der Absacker 

    Entschuldijen Se, dit heißt Schrippe!

    Inne Pandemie kann man uff de blödesten Ideen kommen. Da juckt dit hinten im Kopp und dann muss dit raus. So jeht es Lisa Schwesig, die Se mit uffe Reise inne Verjangenheit nimmt und mit Ihnen durchn Tierpark flaniert.

  • Schäferhundwelpe (Quelle: imago images)
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    Der Absacker 

    Tierisches Transfer-Theater

    Sommerzeit ist im Sport Transferzeit. Doch wegen Corona gilt es, bei Neuverpflichtungen kreativ zu werden. Johannes Mohren hat deshalb Ball-Virtuosen mit Schnauze und Geweih gescoutet - und er freut sich über einen Paketboten, der ihn eigentlich geärgert hat.

  • THEMENBILD - Mitarbeiter des Roten Kreuzes nimmt mit einem Staebchen einen Abstrich bei Personen mit Erkrankungsverdacht (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Freiwillig ins Hirn pieksen wie die Bayern?

    Der Wettstreit der Bundesländer bekommt nun eine neue Disziplin. Erst ging es darum, wessen Lockdown am rigidesten ist, nun geht es um Tests für alle. Aber ist es sinnvoll, immer den Bayern nachzueifern? Von Haluka Maier-Borst

  • Larry, the 10 Downing Street Cat (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Mit Katzen kommt man durch jede Krise

    Jetzt wird jeder Einkauf zur Schnäppchenjagd. Denn am 1. Juli sinkt die Mehrwertsteuer. Oder ist das alles etwa eine große Lüge? Oh nee, nicht schon wieder eine schlechte Nachricht. Da muss schnell Abhilfe her. Und die kommt aus Großbritannien. Von Kira Pieper

  • Frau mit Sonnenhut und Badesachen am Strand
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    Der Absacker 

    Och nö, jetzt auch noch Ferien!

    Erst kommt Corona und jetzt sollen wir auch noch verreisen: Der Stress für die Deutschen hört einfach nicht auf. In Berlin sperren sie Gütersloher aus und in Brandenburg wird trockenes Gras gesprengt. Wenigstens zahlt Elon Musk jetzt Steuern in Oder-Spree. Von Sebastian Schöbel

  • Franz Beckenbauer (BR Deutschland, Mitte) setzt sich am 22.06.1974 gegen Konrad Weise (DDR, re.) durch, daneben Gerd Müller (BR Deutschland). (Quelle: imago images)
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    Der Absacker 

    Wenn Philosophen Fußball spielen

    Das Karussell der Gesellschaftsdebatten dreht sich in Zeiten von Corona immer schneller und Lisa Schwesig hat große Probleme, noch mitzukommen. Vielleicht hilft also ein Blick zurück zum Altbewährten: zur Kantischen - und Beckenbauerschen Philosophie.

  • Airbus über den Alpen (Quelle: imago images / Roger Richter)
    imago images / Roger Richter

    Der Absacker 

    Über den Wolken werden soziale Medien wohl grenzenlos sein

    Was macht man, wenn man nicht fliegen kann? Oder will? Man zieht sich Videos in den sozialen Netzwerken rein. Das werden wohl viele Deutsche machen, denn der Reiseweltmeister fährt dieses Jahr mit Fahrrad, Zug oder Auto. Von Tim Schwiesau

  • Saunasteine und Holzbottich vor einer Sauna(Bild: imago/Eibner)
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    Der Absacker 

    Wenn Saunen zum Symbol der Hoffnung werden

    Die R-Werte steigen, im Westen Deutschlands machen die ersten Landkreise dicht - und Berlin geht den bisher größten Lockerungsschritt. Das Timing in der Hauptstadt ist einmal mehr interessant. Von Sarah Mühlberger

  • Mohnblumen an einem Feldrand in Brandenburg (Bild: imago images/Petra Schneider-Schmelzer)
    imago images/Petra Schneider-Schmelzer

    Der Absacker 

    Eine brandenburgische Romanze in Mohnrot

    Vier Tage war Johannes Mohren komplett raus aus der Nachrichtenwelt und muss nun lesen, dass seine geliebten Pop-up-Radwege - wissenschaftlich erwiesen - Menschen entzweien. Da helfen nur Flucht in die Romanze mit Brandenburg - und skurrile Internet-Hypes.

  • Menschen an der Spree / Quelle: imago images / Jochen Eckel
    imago images / Jochen Eckel

    Absacker 

    Vom Privileg des normalen Lebens

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wenn ihm die Gewohnheiten genommen werden, wird er sauer. Das Gefühl von Normalität ist allerdings keine Selbstverständlichkeit nach Corona. Laura Kingston über das Privileg, ein "Normalo" zu sein.

  • "Wir sind weiter online für sie da!" (Quelle: dpa/Kalaene)
    dpa/Kalaene

    Der Absacker 

    Wer ist schuld: Corona oder das Internet?

    In der Viruszeit gehen nun geliebte Geschäfte und Zeitschriften von uns. Dabei könnte das Virus vielleicht auch Gutes bewirken. Wenn wir auf sehr billiges Fleisch verzichten, zum Beispiel. Oder öfter nach Brandenburg radeln. Ein sehr langer Absacker von Tim Schwiesau

  • Badeschlappen und Handtücher liegen im Sommerbad Humboldthain am Beckenrand. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
    dpa/Christoph Soeder

    Der Absacker 

    Ach Sommerloch, wo bist du?

    Langsam geht es Richtung Ferienzeit in Berlin und Brandenburg. Man würde sich wünschen, dass das verrückte Jahr 2020 eine kleine Pause einlegt. Doch bislang sieht es nicht danach aus. Von Haluka Maier-Borst

  • Maske in der Bahn (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Keine Macht der Maskenmüdigkeit!

    Berlin ist der Mund-Nasen-Bedeckung offenbar überdrüssig. Deswegen diskutiert die Politik jetzt über eine Kontrolle im ÖPNV. Laura Kingston über den Ärger um ein kleines Stück Stoff, das sie bei ihrer jüngsten Bahnfahrt schmerzlich vermisst hat.

  • Der FC Union hat im Stadion ein eigenes Hygieneteam. Später schien das Team dann Feierabend zu haben.
    dpa/Kay Nietfeld

    Der Absacker 

    Der Ball ist rund und eine Infektion dauert 14 Tage

    Während Fußballfans des 1. FC Union den Klassenerhalt ihrer Mannschaft in der Bundesliga feiern, ist Lisa Schwesig so gar nicht danach. Denn all die Euphorie hat ihr die Stimmung verhagelt.

  • Eine Frau gähnt und schaut auf ihr Smartphone (Bild: imago-images/Antonia Guillem)
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    Der Absacker 

    Mit der absolut langweiligsten App durch die Krise

    Als das letzte Mal eine App für so viel Gesprächsstoff sorgte, musste man mit dem Handy knatschbunte Monster im Alltag fangen. Nun können sich vor allem diejenigen freuen, bei denen auf dem Handy eins passiert: nichts. Von Haluka Maier-Borst

  • Sonne und Starkregen (Quelle: dpa/Poetsch)
    dpa/Poetsch

    Absacker 

    Die reinigende Kraft des Gewitters

    Am Samstag kam einiges vom Himmel; die Temperaturen kühlten vorübergehend ein wenig ab. Auch für das Gemüt kann so ein Gewitter einen reinigenden Effekt haben - zumindest hat das Laura Kingston so erlebt.

  • Ein Gebäude am Flughafen BER. (Bild: imago/Reiner Zensen)
    imago/Reiner Zensen

    Der Absacker 

    Und was kostet Ihr Flughafen so?

    Nach anfänglichem Sonnenschein hat das Wetter sich dann doch entschieden, jegliche Wochenendpläne zu durchnässen. Was also im Trockenen zu Hause tun? Vielleicht ist es Zeit, ein kleines Rechenrätsel zu lösen, denkt sich Haluka Maier-Borst 

  • Olympiastadion in Rom (Quelle: imago-images/Jacobs)
    imago-images/Jacobs

    Der Absacker 

    Eigentlich, ich mag dich nicht!

    In Brandenburg gibt es ab Montag weitgehende Corona-Lockerungen. Ein weiterer Schritt in die Normalität, der Johannes Mohren freut. Dennoch hadert er. Mit seinem fehlenden fußballerischen Abendprogramm aus Italien - und einem neuerdings verhassten Wort.

  • Teilnehmer einer Kundgebung protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
    dpa/Britta Pedersen

    Der Absacker 

    Die Gegenwart hat uns eingeholt

    Vor Corona war die Menschheit zum ersten Mal in ihrer Angst vereint. Doch das Virus machte uns nicht plötzlich alle gleich. Die Probleme, die es vorher gab, haben sich nicht in Luft aufgelöst. Nur wie wir sie angehen, muss sich ändern, findet Efthymis Angeloudis.

  • Symbolbild: Ein Taijitu, Yin-Yang-Symbol, aus Sträuchern geformt, traditionelle chinesische Kultur. (Quelle: dpa/Lawrence Lu)
    dpa/Lawrence Lu

    Der Absacker 

    Heiliger Yinyang!

    Ein beliebtes Tätowierermotiv könnte zum Logo des Corona-Jahres werden: Das chinesische Konzept von Yin und Yang beschreibt die aktuelle Krise nämlich ganz gut. Überall wo Licht ist, ist auch Schatten, alles Gute hat auch sein Schlechtes. Es philosophiert für Sie Sebastian Schöbel.

  • Symbolbild: Orang-Utan brüllt im Nationalpark Tanjung Puting auf der Insel Borneo.
    dpa/Marko König

    Der Absacker 

    HERGOTT, SEIN SIE GEFÄLIGST SACHLCH UND DIFFRENZIRT!1!

    Leserinnen und Leser sollen Journalisten kritisieren, verbessern und widersprechen. Natürlich. Unbedingt. Aber muss es mit so viel Großbuchstaben, Fehlern und verbalen Sturmgeschützen sein? Ein Hoffen auf sprachliches Abrüsten von Haluka Maier-Borst

  • Eine Frau in New York mit einer modischen Maske (Quelle: imago images/Sonia Moskowitz).
    imago images/Sonia Moskowitz

    Der Absacker 

    Zeig' mir deine Maske und ich sag' dir, wer du bist

    Tschüss, Modehauptstadt! Die Messen der Fashion Week ziehen weiter und hinterlassen nicht nur ein wirtschaftliches Loch im Geldbeutel Berlins. Aber der modebewusste Hauptstädter weiß sich auch auf andere Art zu entfalten, wie Lisa Schwesig beobachtet.

  • Silent-Demo zum Tode von George Floyd Black Lives Matters
    Eventpress Porikys

    Der Absacker 

    Das Richtige tun, ohne das Wichtige zu lassen

    Demonstrationen gehören zur Demokratie. In einer Pandemie aber werden sie zu potentiellen Infektionsherden. Sollten wir also darauf verzichten, für unsere Ideale auf die Straße zu gehen, um andere zu schützen? Schwierige Fragen, die den Absacker bewegen. Von Sebastian Schöbel

  • Demonstranten auf dem Alexanderplatz aus Solidarität für George Floyd und gegen Rassismus (Quelle: dpa/Emmanuele Contini)
    dpa/Emmanuele Contini

    Der Absacker 

    Im schmerzhaften Zwiespalt

    Es sind Bilder, die wir seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr kannten. 15.000 Menschen, die an einem Ort demonstrieren. Gemeinsam gegen Rassismus. Es ist ein starkes Signal, das unseren Autor Johannes Mohren glücklich macht. Aber es gibt einen Wermutstropfen.

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ich bin selten unterwegs, eher bin ich mit kind und hund spazieren, als ich aber am freitag doch mal mit dem Bus unterwegs war, durfte auch ich feststellen das Maske tragen im Bus scheinbar schon wieder out ist, denn ca. 70% der Fahrgäste hatte entweder gar keine Maske sichtbar dabei oder sie baumelte hübsch unter dem Kinn. Ebenfalls Freitag beim Einkaufen eine riesen Szene weil eine junge Familie vorgelassen wurde, wer sich aufgeregt und dann auch noch vorgedrängelt hat, war, fast schon selbstverständlich, eine alte Dame OHNE Maske, na sowas. Ich finde es schlimm zur Zeit unter Menschen zu gehen weil sie immer aggressiver und rücksichtsloser werden, das habe ich sonst nicht so erlebt, aber ich finde wirklich das die Menschen noch schlimmer nur an sich denken.

  2. 13.

    Hart war für Viele auch die Schließung der Tafeln, wo überwiegend ältere Menschen ehrenamtliche Helfer sind,also Mitglieder der sog. Risikogruppe. Denen ja mittlerweile man Jüngere raten,besser zuhause zu bleiben,damit der Rest der Welt seine Freiheit genießen kann. Auch die Schließung der "Arche" traf viele Familien
    völlig unvorbereitet . Nicht nur wegen der Versorgung der Kinder mit Essen,sondern weil sie dort bereut werden und Hilfe bei den Schularbeiten erhalten. Etliche Eltern sind zuhause aber es mangelt eben in diesen Haushalten an Vielem, was für Kinder wichtig ist. Alles Bereiche,die ohne Ehrenamtliche ,also allein vom Staat, nicht abgedeckt werden. Genau wie die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe. Alles bekannte Baustellen die sich in der Coronazeit wie eine unbehandelte Krankheit nur weiter verschlimmert haben.

  3. 12.

    Die Menschen werden leider immer gleichgültiger,was die Coronamaßnahmen betrifft. Ich habe gestern eine ältere Dame gebeten,den Einkaufswagen doch als Abstandshalter zu nutzen und den nicht hinter sich herzuziehen. Soll mir doch egal sein,meinte sie.
    Ich versuchte ihr zu erklären, dass der Einkaufswagen genau wie die Markierungen auf dem Boden als Hilfsmittel für den Abstand von 1,5 Meter gedacht sind, Coronaschutzmaßnahmen seit 3 Monaten und im Geschäft auch eine Maske zum Schutz anderer getragen werden soll. Da sie die nicht trägt, soll die doch bitte wenigstens den Abstand einhalten. Antwort:" Ham se sich nich so,ick hab schon den kriech überlebt!"
    Ja, super. Deshalb können Sie mir jetzt auch so auf die Pelle rücken. Ist aber trotzdem nicht in Ordnung.
    War schon fast lustig,nervt aber trotzdem.

  4. 11.

    Eines muß man sagen. Es gibt Egoisten, aber es gibt auch Menschen die keine Masken vertragen. Ich musste heute Nachmittag wieder raus aus der S-Bahn, Maske SOFORT runter und nach Luft geschnappt. War heute früh bei meiner Pneumologin und die wollte mir einen Termin zur Untersuchung wegen Befreiung der Maskenpflicht geben. IM OKTOBER!!! Übrigens habe ich COPD

  5. 10.

    Ich sehe auch jeden Tag in der S-Bahn, dass viele keine Maske tragen. Mir hat sogar jemand mit Absicht ins Gesicht gehustet; vermutlich, weil ich ihn "strafend" angeguckt habe.

  6. 9.

    Gut kommentiert. Auch der von Alorac@Berlin49. Ich sprach eine ältere Frau beim Einkaufen im Edeka Markt darauf an, weshalb sie es nicht für nötig hält eine Schutzmaske zu tragen. Sie ignorierte mich, als sei ich Luft für sie. Am Fleischtresen unterhielt sie sich ausgiebig mit der Verkäuferin, die auch keine Maske trug. Abstand dieser beiden betrug gerade mal 1 Meter. Mehr muß ich dazu nicht äußern.

  7. 8.

    Sie sprechen da einen wichtigen Punkt an. Viele Menschen, die es scheinbar für nicht mehr nötig erachten, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, denken dabei nur an sich ("ICH bin alt, ICH kann keinen anstecken, ICH habe keine Symptome, ICH finde Masketragen anstrengend etc."). Dass es auch und gerade darum geht, durch das eigene Verhalten andere zu schützen (wie Ihre Mutter, meine Mutter etc.) und Risiken zu minimieren, haben sie gar nicht auf dem Schirm (übrigens offenbar auch Heike aus Kommentar Nummer 2 nicht). (Dass es diesen Leuten egal ist, möchte ich nicht hoffen.)

  8. 7.

    Ich kann Michaela so gut verstehen.
    Ich saß heute zu einer Untersuchung in einer MRT-Praxis.
    Das Gebäude sollte laut Schild nur mit Maske betreten werden. Gleiches ist an der Praxis angezeigt. Ein Patient und ich saßen mit Maske da, korrekt angelegt, eine andere Patientin hielt es für überflüssig und hatte ihre unter das Kinn gezogen. Sie hält Corona für überwertet, sie ist alt und kann daher keine anderen anstecken, außerdem habe sie keine Symptome usw..
    Erst als ich sagte, dass ich, so unpraktisch eine Maske tragen, Abstände einhalten usw. sein mag, alles tun werde, um Corona nicht zu meiner pflegebedürftigen Mutter zu bringen, zog sie ihre Maske wieder über Mund und Nase.

    Leute, haltet euch einfach an die Regeln und wir kommen alle halbwegs gut durch diese Pandemie.

  9. 5.

    Danke für die Erinnerung an Theodoros Boulgarides! Man kann über den "NSU-Komplex" gar nicht genug aufklären, wie Heikes Post zeigt. Meinen Glauben an den Rechtsstaat hat dieser Skandal nachhaltig erschüttert und er schadete dem Zusammenhalt der Gesellschaft wahrscheinlich mehr als uns bewusst ist.

    Was die AfD-Berwertung in Brandenburg angeht: Herr Stübgen muss sein Image aufpolieren, sagte er doch vor ein paar Tagen empört in die Kamera, es gäbe keinen strukturellen Rassismus in Brandenburg, die Polizei dort müsse deswegen keiner eingehenden Prüfung unterzogen werden ...

  10. 4.

    Wie bitte?
    Der NSU ist eine rechtsextreme Terrorgruppe, die ein Jahrzehnt lang im ganzen Bundesgebiet mordete, Verstrickungen des Verfassungschutzes sind bis heute nicht aufgeklärt. Dazu kann man jetzt viel schreiben, eins ist klar: mit schicksalhaften Gefahren hat dies nichts zu tun. Können Sie bitte mal erklären, wie Sie darauf kommen?

    Was Michaela schreibt, hat auch nichts damit zu tun, dass sie nicht mit Gefahren leben kann, sondern dass sie es leid ist, Kunden dauernd auf das Selbstverständlichste an Schutzmaßnahmen beim Einkauf hinzuweisen. Um sich vorzustellen, wie enervierend das sein muss, braucht es nicht allzuviel Phantasie.


  11. 3.

    Dass Corona nicht vorbei ist, begreift sie - sie ist Masern-geimpft. Ist auch nie vorbei. Es geht um die Sache mit dem Verfassungsschutz, der sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat. Falsche Verdächtigungen etc etc. Ihr das klarzumachen, ist wohl ein längerer Prozess, denn in der Schule wird genau das Gegenteil vermittelt.

    Wachsam bleiben. Das ist die erste Bürgerpflicht. Immer. Auch dem Staat gegenüber...

  12. 2.

    Es wird nie vorbei sein, wir müssen anfangen mit den Gefahren des Lebens zu leben, wäre besser wenn sie das ihrer Tochter erklärt hätten.
    Auch Michaela wird das begreifen müssen.

  13. 1.

    Danke für diesen Absacker! Ich erklärte meiner Tochter gestern auf einer langen Tour durch Brandenburg die Sache mit der NSU und fing bei den Wattestäbchen für den DNA-Abgleich an... Jetzt kann ich das Erzählen um die Boulgarides-Brüder erweitern und wir können die Dokus schauen - es ist so wichtig, dass das alles nicht vergessen wird! Nicht unter den Teppich gekehrt. Nicht der Verfassungschutz schützt unsere Verfassung... oh Mann...

    Übrigens, eben, Tanke, nein, diesmal kein Tankwart mit einer Joker-Maske...
    Nein, ein schnöseliger Anzug-mit-Hemd-Mittfuffziger, breitbeiniger Audi, aber E10 tanken, sich auf dem Sprint zum Kassenraum vordrängeln und dann - genau! KEINE Maske auf! So ein A...! Nur, weil er sich für "schönUNDreich" hält, ist Corona durch ihn angesteckt nicht schöner oder besser... Der Tankwart steht da drüber, vermutlich ist er müde zu erklären, wofür die Fußspuren und Klebchen auf dem Boden sind und dieses Bild an der Tür... ach ja... müde...

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