Der Absacker - Freundlichkeit ist eine rare Tugend

Bei Füchsen dient der Streit dem Revierkampf. Und bei Menschen? (Quelle: dpa/Jegen)
Bild: dpa/Jegen

Die Gemüter sind erhitzt und das liegt wohl nicht allein an den Temperaturen. Doch wodurch wird die derzeitige Feindseligkeit verursacht, fragt sich Lisa Schwesig. Sie behilft sich mit japanischer Einigkeit.

Wie jeden Sommer kommen nun die besonders heißen Tage. Es ist anstrengend, mit den Öffentlichen zu fahren oder im Stau zu stehen. Und obwohl die Sonne scheint, hält man sich lieber drinnen statt draußen auf, sofern man keinen Pool oder See in Laufnähe hat.

In diesem Jahr kommt aber ein erschwerender Fakt hinzu: Wir müssen ständig und überall eine Maske tragen und uns an Hygieneregeln halten. Das lässt den Frust- und Wutpegel gefühlt noch mehr steigen als gewöhnlich bei dieser Hitze. Woran ich das merke? Obwohl ich am Montag gut erholt aus meiner persönlichen Sommerpause zurückgekehrt bin, musste ich gleich einen Hilferuf an unseren Redaktionsleiter senden.

Als Redakteurin im rbb|24-Social-Media-Team lese ich täglich Dutzende Userkommentare. Es werden täglich mehr und auch der Ton wird deutlich schärfer. Der zunehmende Hass richtet sich nicht nur gegen den rbb, sondern vor allem gegeneinander. Und ich frage mich: Liegt das an der Hitze oder an Corona? Warum haben so wenige Menschen noch ein nettes Wort füreinander übrig? Ist das einfach die neue Post-Corona-Realität?

1. Was vom Tag bleibt

Unser Nachrichtentag dreht sich heute auch um das Thema Auseinandersetzung: Bereits am Donnerstagabend haben Demonstrierende gegen die Räumung der Kiezkneipe "Syndikat" in Berlin-Neukölln demonstriert. Es kam zu Krawallen und die Polizei war mit 700 Einsatzkräften und einem Polizeihubschrauber rund um die Weisestraße im Einsatz. Nach Polizeiangaben wurden 40 Personen festgenommen. Später gab es reichlich Kritik.

Die Polizeisympathisanten sagen, die Protestierenden hätten nur einen Grund gesucht, gegen die Staatsgewalt aufzubegehren. Die Polizeigegner werfen den Beamten ein gewaltsames Vorgehen und eine Einschränkung des Demonstrationsrechts vor. Noch ist keine Ruhe im Schillerkiez eingekehrt, wir berichten weiter.

Die nächste Auseinandersetzung könnten sich der Berliner Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Juso-Chef Kevin Kühnert liefern. Beide wollen im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg für ein Bundestagsmandat kandidieren, es kann aber nur einen geben. Immerhin sieht es bisher nach einer friedlichen Lösung aus. Müller sagte am Freitag zu RTL/ntv: "Irgendwie muss man sich dann eben auch einigen."

Eskalieren könnte es auch in den kommenden Tagen in den Wäldern in Berlin und Brandenburg. Wegen der Hitzewelle besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr. Seien Sie daher besonders achtsam! Kreisbrandmeister Tino Gausche sagte: "Jetzt bleibt nur noch der Blick gen Himmel und zu hoffen, dass man irgendwie heil durch diese Tage kommt." Das passt aktuell auf so viele Aspekte.

2. Abschalten

Durch den Hamburger Blog OhhhMhhh [ohhmhhh.de] bin ich diese Woche wieder auf ein Internetphänomen aufmerksam gemacht worden, dass mich vor drei Jahren schon einmal beeindruckt hatte [buzzfeednews.com]. Ein japanisches Ehepaar 60+ stimmt täglich seine Kleidung aufeinander ab und bildet somit ein Gesamtkunstwerk. Die beiden nennen sich "Mr. Bon und Mrs. Pon" und passen wie Latsch und Bommel. Ob die beiden sich wohl morgens streiten, was sie anziehen?

3. Und, wie geht's?

Mein Kollege Tim Schwiesau hat im gestrigen Absacker eine Liste der Dinge aufgestellt, die bedingt durch das Coronavirus als gut oder schlecht empfunden werden. In den Kommentaren konnten Sie weitere Punkte hinzufügen. Einer unserer Stammkommentatoren hat das getan. "Dr. Kawasaki" schreibt:

"So schlimm kann diese Krise ja nicht sein, wenn die 'Schlecht'-Liste so viel kürzer ist als die 'Gut'-Liste. Dann will ich so grandiosen Dingen wie 'im Bus hinten einsteigen' mal etwas entgegensetzen:
- Wer eine andere Meinung hat und dafür demonstriert, wird kollektiv als 'Idiot' bezeichnet.
- Wer wegen Krankheit keine Maske tragen kann, wird in Bahn und Geschäft wüst beschimpft.
- Andere wichtige Themen unserer Zeit geraten völlig in den Hintergrund durch monatelange 'Live-Ticker'
- Das EU-Asylrecht wird weiterhin ausgehebelt.
- Schmutzige Industrien (Flugverkehr, Autolobby) werden mit Miliarden unterstützt
- Studierende fliegen von der Uni, da sie ihr Studium nicht mehr finanzieren können

Aber man kann 'im Bus hinten einsteigen'. Also vielleicht alles nicht so schlimm."

Wie schlimm ist die Lage bei Ihnen? Schreiben Sie uns an absacker@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld...

Vor einigen Jahren habe ich mir etwas vorgenommen: Wenn mir ein Aspekt an einer anderen Person positiv auffällt, artikuliere ich das sofort. So bekommen die Menschen in meinem Umfeld täglich Komplimente. Manche haben sich daran gewöhnt, andere sind immer noch verlegen, wenn ich sie für ihren gut ausgewählten Pullover oder ihren gelungenen Texteinstieg lobe.

Ein Kompliment kostet mich nichts als manchmal etwas Überwindung. Mein Gegenüber fühlt sich aber vielleicht für einen kurzen Moment besser und wertgeschätzter. Probieren Sie es doch auch einmal aus - gerne auch hier in unseren Kommentaren oder auf unserer Facebook-Seite [facebook.com]. Ich werde es lesen und mich mitfreuen.

Ein freundliches Adieu,

Lisa Schwesig

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    Solidarität kannste nicht erzwingen, Genosse. Oder doch?

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    Leo Matthey

    Der Absacker 

    Hauptsache, dein Tiger lacht

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    Der Absacker 

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  • Haluka Maier-Borst
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    Darf es noch ein Schuss Skepsis sein?

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    Es war einmal in Berlin

    Anfang des 20. Jahrhunderts kämpften strenggläubige Christen in den USA gegen das "Teufelszeug" Alkohol. Nun wird auch in Berlin über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gesprochen. Geht das an der Realität vorbei, fragt sich Efthymis Angeloudis.

Beitrag von Lisa Schwesig

26 Kommentare

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  1. 26.

    Mit Ihrer oberlehrerhaften und selbstgerechten Auffassung sind Sie auch Teil des Problems und nicht besser als die Corona-Leugner. Ich finde es auch bedenklich, mit Corona-Leugnern und Rechtsextremen gemeinsam zu demonstrieren. Aber wissen Sie, von wievielen Maskenfetischisten ich in den letzten Wochen schon beschimpft und unverschämt angesprochen wurde, weil ich keine Maske tragen. Keiner dieser üblen Zeitgenossen kam auch nur auf die Idee, mich nach meinem Attest zu fragen. Und selbst, wenn man das Attest zeigt, fangen diese Maskenfetischisten an, zu diskutieren, dass das Maskentragen ja gar nicht so schlimm sei usw. Ich frage dann ganz höflich, in welchen medizinischen Fachrichtungen sie einen Dr.-Titel erworben hätten und in welchen einschlägigen Fachbättern man ihre Erkenntnisse nachlesen könne. Aber außer Hass und Unanständigkeit haben diese Leute nichts weiter aufzuweisen.

  2. 25.

    JörgBerlinSamstag, 08.08.2020 | 21:11 Uhr
    "Wenn die Politik in ihrer Vorbildfunktion eben nicht jeden, der die Coronamaßnahmen kritisiert, als Rechten oder Verschwörer verunglimpfen würde, wäre viel für den inneren Frieden im Land getan." Genau das wird nirgends getan. Es wird lediglich sachgerecht festgestellt, dass bei den Demos viele Rechte versuchen, ihr rechtes Süppchen zu kochen.

    "Wenn am 29.08. die nächste Großdemo gegen die Coronamaßnahmen in Berlin stattfindet, sollten die Regierenden einfach mal hingehen, zuhören und den Austausch suchen. Das wäre demokratisch. " Der war gut! Versuchen Sie doch mal, genau das zu machen: Als Politiker mit einem dieser Demonstranten ins Gespräch zu kommen. Da kann man glücklich sein, wenn man gesund wieder nach Hause kommt. Man wird angebrüllt, angespuckt und mit Aggressionen nur so überschüttet - Gespräch? Demokratie? Völlige Fehlanzeige Ganz abgesehen vom potenziellen Ansteckungsrisiko.

  3. 24.

    Liebe Alt-West-Berlinerin, ich habe es hier schon fast aufgegeben Antwortkommentare an solch provokanten, alles miesmachende und ewige Herumnörgler abzugeben. Es lohnt nicht. Wenig später tauchen einige sogar mit einem neuen Nickname hier auf. Umso mehr freue ich mich jedesmal, wenn ich zum Absacker von Dir oftmals einen recht humorvollen und positiven Kommentar zu lesen bekomme. Natürlich auch an anderen Stellen hier im Forum. LG.

  4. 23.

    Hier auch sehr schön zu lesen
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/08/berlin-neukoelln-hasenheide-polizei-loest-party-auf.html

  5. 22.

    Wer sich provozieren lässt und sogar in diesem Absacker gleich provokant kommentiert, ist für die Botschaft des Absackers leider verloren.

  6. 21.

    „ Vor einigen Jahren habe ich mir etwas vorgenommen: Wenn mir ein Aspekt an einer anderen Person positiv auffällt, artikuliere ich das sofort. So bekommen die Menschen in meinem Umfeld täglich Komplimente. Manche haben sich daran gewöhnt, andere sind immer noch verlegen, wenn ich sie für ihren gut ausgewählten Pullover oder ihren gelungenen Texteinstieg lobe“. Als Mann finde ich es sehr befremdlich, wenn ich für die alltägliche Wahl meiner Klamotten gelobt werden würde. Ich würde daher empfehlen, diese Lobe auf ein Mindestmaß zu beschränken. Sonst kommt das so tantenartig herüber. Ich finde es schon sehr merkwürdig, die Klamotten anderer zu bewerten. „Dein Pulli zieht echt toll der Hose aus“. Dann denke ich „aha, letzte Woche hatte ich ihn auch an, da hast du nix gesagt... Sah es da Sch... aus oder will sie grad etwas von mir?“

  7. 20.

    Ich stelle mal die These auf, dass die meisten, die anonym sich im Internet austauschen im RL nicht miteinander reden würden. Grundsätzlich bewegt man sich im privaten Umfeld in Kreisen, die ähnlich ticken. Man kennt immer welche, die politisch anders liegen, aber da wird konstruktiv diskutiert. Und man bewegt sich auch auf sozialer Ebene auf demselben Niveau. Im Internet prallt alles aufeinander. Und es ist anonym.

  8. 19.

    Genau das habe ich auch getan und bin gar nicht überrascht über solch Kommentare dazu. Meine recht deutliche Meinung zu den Vorgang wurde erst gar nicht freigeschaltet. Passieren auch zu anderen Themen hier im Forum. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, das unsere Journalisten von rbb24 genau darauf abzielen, wie wir als User darauf reagieren. Deshalb werden ja auch sehr viele zweifelhaften Kommentare hier einfach so durchgewunken.

  9. 18.

    Lest mal die Kommentare zu diesem Bericht ohne zuvor den Bericht zu lesen. Da kommt der wahre Mensch durch.

    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/08/verfolgungsjagd-polizei-s-bahnhof-porsche-a100.html

  10. 17.

    Ich habe keine pauschale Kritik gehört, eher im Gegenteil, dass es ein Grundrecht sei, zu demonstrieren. Was ich allerdings gehört habe und selber auch teile, ist jenes, dass nicht ein Teil von Menschen sich selber die Gesetzgebungskompetenz bei ansteckenden Krankheiten verleiht. Diese Kompetenz haben die dort Auflaufenden nicht. Auch ein Hans-Joachim Maaz und ein Wolfgang Wodarg nicht. Schon allein deshalb nicht, weil sie als gewöhnliche Bürger außerhalb juristischer Anfechtung stehen. Aber vielleicht haben die Betreffenden ja Lust, eine juristische Anfechtung gegen sich incl. aller Folgen durchzustehen.

  11. 16.

    Im Grunde genommen sind wir Menschen ja mit einem hervorragenden Verstand ausgestattet, um Verhältnisse anders als per Körperkraft zu lösen. Doch im Grunde habe ich den Eindruck, dass der Verstand, auch die Phantasie, mehrheitlich nicht gerade schöpferisch, mit Ideen einhergeht, sondern mit phantastischen Gebilden, wer denn nun wieder wann und wo uns "ans Leder" will. Die Konstellationen dafür scheinen, soweit der Grund dafür gelegt ist, unendlich zu sein.

    Tiere sind zum Glück dazu nicht in der Lage. Nicht unbedingt ein Nachteil.
    Das macht sie allerdings nicht zu besseren Menschen. Das können nur wir. Wenn wir uns dies nicht groß aufgehängt vornehmen, sondern einfach und gelassen tun.


  12. 15.

    Wenn die Politik in ihrer Vorbildfunktion eben nicht jeden, der die Coronamaßnahmen kritisiert, als Rechten oder Verschwörer verunglimpfen würde, wäre viel für den inneren Frieden im Land getan.

    Wenn am 29.08. die nächste Großdemo gegen die Coronamaßnahmen in Berlin stattfindet, sollten die Regierenden einfach mal hingehen, zuhören und den Austausch suchen. Das wäre demokratisch.

    Dumpfe Beschimpfungen und Wutausbrüche führen zur Eskalation.

  13. 14.

    In der Tat, viele Zeitgenossen sind durch Corona schwer gereizt, und insbesondere die Fanatiker auf beiden Seiten sorgen für Frust und schlechte Stimmung. Zu den kruden und absurden Auffassungen der Corona-Leugner und Aluhutträgern wurde schon hinlänglich Stellung bezogen. Aber inzwischen gibt es auch Maskenfetischisten, die jegliches Maß und Realitätssinn verloren haben. Dazu zählen auch Journalisten. Da lässt sich Bundespräsident Steinmeier im Urlaub in Österreich unter freiem Himmel mal für 30 Sekunden für ein Foto übereden, dann skandalisiert die Presse gleich: Steinmeier ohne Maske und Abstand- Und vor einigen Tagen las ich den Einstieg zu einem Situationsbericht eines Schaffners. Man hätte gedacht im Zug gab es Mord und Totschlag und schlimmeres: Aber was war tatsächlich geshehen: Einige Fahrgäste hatten doch tatsächlich ihre Nasen nicht bedeckt gehalten. Was für ein Skandal?

  14. 13.

    Das Symbolbild mit den Füchsen trifft es ganz gut. Menschen tragen die Revierkämpfe verbal aus. Und es sind keine territorialen Reviere sondern gedankliche. Links gegen Rechts. Arm gegen Reich. Nord gegen Süd. Ost gegen West. Hertha gegen Union. Alt gegen Jung. Gläubige gegen Nichtgläubige. Es gibt viele Schubladen. Und im anonymen Forum kann man sich nur an Worten einsortieren und andere einsortieren. Der jeweils andere wird dann oftmals vereint mit den eigenen Schubladenleuten niedergemacht. Ich würde mir oft wünschen, der rbb könnte ggü. einigen Kommentatoren einen Hinweis auf die Netiquette anbringen. Übrigens mal ein Lob, dass Ihr alles lest und dennoch vieles freischaltet. Manches ist wirklich grenzwertig. Die Meinung Andersdenkender ist oftmals schwer zu ertragen, wenn sie nicht auf Fakten beruht. Da kann einem dann eben mal die Freundlichkeit entgleisen.

  15. 12.

    Merken Sie es beim Schreiben nicht selbst, wie Sie in Ihre Sachlichkeit gleich eine Würdigung einbauen und Ihre Meinung ggü. anderen überhöhen? Was sind denn „viele unsinnige Maßnahmen“? Welche „Horror-Szenarien“ meinen Sie? Neutralität geht anders. Sie können ggü. Regeln kritisch eingestellt sein, aber sie als Unsinn abzustempeln ist etwas gänzlich anderes. Usw.

  16. 11.

    Ein sicherlich wohltuender Absacker.
    Hoffe einfach dass man nicht immer gleich als covidiot, Leugner, leugnen tut das glaube ich keiner, oder rechtsextremer, bin afd hasser, abgestempelt wird, nur wenn man an vielen unsinnigen Maßnahmen zweifelt.
    Schön wäre es wenn man einfach sachlich und nüchtern die Zahlen anschaut und dann entsprechende Urteile bildet und nicht kleinste Bewegungen als Explosion und Horror-Szenario darstellen möchte.

  17. 10.

    Fast hätte ich Sie hier ganz vergessen Liebe Frau Schwesig. Danke für diesen sehr wichtigen Absacker. Auch Journalisten sind nur Menschen;-)

  18. 9.

    Wars das etwa schon mit Ihren Komplimenten machen? Übrigens, solch ein Gespräch mit nem Anwalt hatte ich auch schon mal gehabt. Am Ende konnte ich mich sogar noch, aber nur telefonisch, über seine erfolgreiche Arbeit bedanken. Und als Dankeschön erhielt ich sogar eine wesentlich geringere Rechnung von ihm als ich erwartet hatte. Fazit: auch Männer mögen Komplimente gerne hören. Am Ende möchte ich gerne @ Wolfenjungs für seinen, wie ich finde, besten Kommentar hier danken. Und noch etwas möchte ich gerne hier anfügen, an all die Kritiker über rbb24: überreicht Eurer Frau/Geliebten oder der immer freundlichen Nachbarin gerade jetzt einfach mal einen schönen Strauß Blumen. Ihr werdet sehen wie die Freude einen nur so entgegenspringt.

  19. 8.

    Nun, oftmals provoziert aber auch die Dummheit. So kommentiert zB einer zur Räumung des Syndikats, dass der Gerichtsvollzieher nicht zuständig für eine Räumung sei. Oder ein anderer beklagt bei den „Coronazahlen“ für Berlin und Brandenburg, dass die aktuellen Schulschliessungen in Mecklenburg-Vorpommern nicht berücksichtigt wurden. Andere kommentieren zu Einzelfällen eher ideologische Grundsätze. Das zieht sich leider durch den gesamten Alltag. Dummheit und Radikalität nehmen so zu, dass ein konstruktiver Streit, der Teil einer guten Diskussionskultur ist, oftmals nicht möglich ist.

  20. 7.

    Eben. Genau so sieht's aus. Es gehört schon ein gerüttet Maß Scheinheiligkeit dazu, wenn ausgerechnet diese Berufsgruppe solch eine Frage stellt.

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