Der Absacker - Ach Sommerloch, wo bist du?

Badeschlappen und Handtücher liegen im Sommerbad Humboldthain am Beckenrand. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Langsam geht es Richtung Ferienzeit in Berlin und Brandenburg. Man würde sich wünschen, dass das verrückte Jahr 2020 eine kleine Pause einlegt. Doch bislang sieht es nicht danach aus. Von Haluka Maier-Borst

Heute Morgen, bei der täglichen Telefonschalte unserer Redaktion, wir arbeiten ja sowohl vom Büro als auch von zu Hause aus, sprachen wir alle noch davon, dass wenig los sei. Dass wohl ein ruhiger Tag ansteht. Ein bisschen fühlte es sich an, als würde das Sommerloch sich so langsam ankündigen. Und dann dachte sich der Tag, dass er uns doch noch gut beschäftigen kann.

1. Was vom Tag bleibt

Neben dem Fall Kalbitz und den steigenden Corona-Fallzahlen ging es heute vor allem um die wirtschaftlichen Folgen der Krise.

Gleich mehrere mehr oder minder große Institutionen kommen nun zu Fall. Sechs Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin werden bald schließen und auch die in Potsdam. Die Unternehmensgruppe war zwar schon vorher in wirtschaftlich schwieriger Lage. Aber die aktuellen Umstände haben nun das Ende mehrerer Standorte eingeläutet. Und die restlichen werden wohl auch nicht unbedingt rosigen Zeiten entgegenblicken.

Auch für das Stadtmagazin "Zitty" ist die derzeitige Situation eine Katastrophe. Nach 43 Jahren wird die Druckausgabe eingestellt, weil die Anzeigen weggebrochen sind und auch das Kerngeschäft des Stadtmagazins derzeit schlecht läuft. Denn, wie der "Tagesspiegel" den Vorsitzenden des Berliner Journalistenverbandes zitiert - die Leser hätten wenig Interesse "an einem gedruckten Veranstaltungskalender ohne Veranstaltungen".

2. Abschalten.

Was meine Kollegen an einem solchen Tag alles gleichzeitig jonglieren müssen, ist eine Menge. Aber vielleicht können Sie, fernab des Nachrichtengeschehens, etwas ausprobieren, das auch das Multitasking fördert: Life Kinetik.

Ganz neu ist der Trend nicht und wahrscheinlich kennen Sie einige Formen davon schon. Geradeaus laufen und die Arme in zwei Richtungen kreisen lassen, ist ein sehr simples Beispiel solcher Koordinationsübungen. Aber es gibt deutlich komplexere Varianten davon, mit denen zum Beispiel die Nachwuchsspieler im Fußball trainieren [dfb.de]. Schauen Sie einfach, dass Sie dabei nicht die Blumenvasen im Wohnzimmer abräumen.

3. Und, wie geht's?

Heute kommt an dieser Stelle Frau Burmeister zu Wort, der es vor allem um die Anrede in unserem Absacker aber auch abseits dessen geht:

"Sicherlich hat es mit meinem Alter als Pensionärin (zweite Hälfte meiner 60er) zu tun. Aber ich habe das Gefühl: Derzeit wird man überall geduzt, außer man bewegt sich nur noch im "Seniorenbereich". Ich empfinde das aber gar nicht so sehr als respektlos sondern vor allem als albern.

Herumhüpfende junge Menschen, die aber auch schon auf Mitte 20 zu gehen, versuchen am Wittenbergplatz, mich von Amnesty international zu überzeugen. Da schwanke ich innerlich zwischen 'Ich möchte erwachsen angesprochen werden' oder 'Junge, da haben wir schon vor 40 Jahren für gespendet, sieht man mir das nicht an?'

Natürlich sieht man das nicht. Aber ein 'Sie' wäre so oder so mir lieber."

Allmählich leert sich unser Absacker-Postfach, beziehungsweise die meisten Ihrer Mails haben wir hier schon erwähnt. Wollen Sie uns vielleicht schreiben, wie Sie auf die anstehenden Sommerferien schauen? Oder auch, wo Sie befürchten, dass sich durch Corona Berlin und Brandenburg entscheidend verändern? Schreiben Sie uns an absacker@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld ...

"Das ist doch nicht unser Problem." "Wir selbst haben doch alles im Griff."

Das ist die Denke, die dieser Tage wieder selbst bei Ministerpräsidenten wie Armin Laschet Konjunktur hat [twitter.com], wenn es um das Virus geht.

Man kann sicher darüber streiten, wie unbedarft sich da ein Politiker ausdrückt oder ob da wer bewusst versucht, dem Virus-Problem eine Nationalität zuzuordnen. Aber unabhängig davon, ob nun gewollt oder nicht: Es klingt, als wäre nicht das Hauptproblem, unter welchen Bedinungen manche Menschen leben und arbeiten müssen, sondern wo sie herkommen. Ein Text, der das zurechtrückt und diesen Menschen eine Persönlichkeit gibt, ist dieser etwas alte aber nach wie vor berührende Text der Journalistin Anne Kunze [zeit.de]. Es ist kein fröhlicher Text zum Wochenende, aber ein wichtiger.

Es wünscht Ihnen alles Gute

Haluka Maier-Borst

Alle Absacker

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  • Illustration. (Quelle: privat/Leo Matthey)
    Leo Matthey

    Der Absacker 

    Hauptsache, dein Tiger lacht

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  • Haluka Maier-Borst
    rbb|24/Mitya

    Der Absacker 

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    Absacker 

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    Der Absacker 

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  • Lisa Schwesig (Quelle: rbb)
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    Der Absacker 

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  • Haluka Maier-Borst
    rbb|24/Mitya

    Der Absacker 

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  • Efthymis Angeloudis
    rbb|24/Mitya

    Der Absacker 

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Aaaaah.... verstehe :) Es tut mir leid, da bin ich wohl der nicht ganz eindeutigen Formulierung des Textes, aber auch meiner eigenen Miß-Interpretation zum Opfer gefallen ;) Ja, so schnell kann´s gehen...

    Ich schätze das Sie auch. Obwohl ich zugebe, dass ich in seltenen Fällen auch mit dem Du klarkomme, je nach Umständen fühl ich mich dann manchmal irgendwie jünger ;)
    Machen Sie´s auch weiterhin gut!

  2. 6.

    Und an 2. In meiner Mail an Absacker habe ich geschrieben, dass ich unter anderem an dieser Rubrik schätze, das man gerade nicht geduzt wird. Das ist im zitierten Text des Verfassers leider abhanden gekommen. So kann aus einem Lob ein Missverständnis werden. Machen Sie es alle weiterhin gut.

  3. 5.

    "...wollen Sie uns vielleicht schreiben....wo Sie befürchten ...das sich Berlin....verändert....."

    Wie wäre es mit:
    "Wollen Sie uns schreiben...wo Sie es gut finden was sich jetzt so verändert?" .....?!

  4. 4.

    Naja das sieht man ja bestens bei dem Thema Corona, wo sich alle am liebsten einen dauerhaften lockdown und einen Überwachungsstaat wünschen würden, um in einer Scheinsicherheit zu leben, ähnlich wie bei den Anti-Terror-Gesetzen.
    Der Mensch ist leider hier total lahm und faul geworden und mir nichts dir nichts stecken wir bald in einer Diktatur, befürchte ich.

  5. 3.

    Jaja, der Tag fing so gemütlich an ;-)
    Keine der Nachrichten heute hat mich überrascht. Tatsächlich nicht. Der Fleischskandal war absehbar. Ich bin in der Lebensmittelindustrie, in einem vorbildlichen Betrieb - ich sehe / lese durch die Fach- und Gewerkschaftspostillen jeden Tag so viel Licht und Schatten in der Branche... die Werkverträge, die Scheinselbständigen, das muss weg! Dieser Irrweg nach der Wende, der Millionen Menschen dazu zwang, arme Schlucker zu werden, in Deutschland, Deutsche (!), war schon eine Sauerei, aber dass es jetzt noch tiefer geht, weiter runter, unter Null, in der Fleischwirtschaft, wer hätte das damals gedacht? Ich könnte jetzt politisieren, Aufrufe starten, aber ach... keiner engagiert sich mehr, Gewerkschafter werden immer weniger, keiner sagt "nein", keiner steht auf... bis alles geschlossen wird, Zitty, Karstadt, bis nur noch Fernost bleibt. Nein, überrascht hat es mich nicht. Kam halt nur alles an einem Tag...

  6. 2.

    "Duze Er mich nicht!"

    Diese plumpe Duzerei allerorten ist nur ein weiteres Indiz für die fortschreitende Debilisierung unserer Gesellschaft.

  7. 1.

    Hat Frau Burmeister echt die Anrede (das Duzen) im Absacker bemängelt?
    Oder hab ich da was falsch verstanden? Denn Im Text heißt es doch immer "Sie", wenn die Autoren uns ansprechen. Im Titel der Beiträge isses ja manchmal anders, aber da werden doch meist andere angesprochen.... und das Sommerloch, das Eigentlich und Brandenburg zu siezen fände ich schon eigenartig...
    Ach Sommerloch, wo sind Sie? :)

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