Symbolbild: Auf einem Friedhof ist ein mit Blumen geschmücktes Grab und im Hintergrund ein Mann zu sehen (Bild: imago-images/Becker&Bredel)
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Der Absacker - Alles nur im kleinen Kreis

Taufe, Hochzeit oder Trauerfeier - in diesen Zeiten dürfen Stand jetzt höchstens 20 Leute zu solch wichtigen und normalerweise großen Anlässen kommen. Was macht das mit unserem Gemeinschaftsgefühl? Von Haluka Maier-Borst

Trauerfeiern haben mitunter was ungewollt Absurdes und Versöhnendes. Als mein Großvater vor ein paar Jahren gestorben ist, wurde er eingeäschert. Nur sah die Urne in ihrer Schlichtheit aus wie ein Blumenkübel. Zudem standen vorne in der Kirche überall Kränze und Blumen. Während ich also nach vorne ging mit feuchtem Blick und eher schlecht als recht sehen konnte, dachte ich mir: "Mein Gott, was wenn du dich jetzt vertust und mit einer Verbeugung einem der Blumentöpfe statt Opa die letzte Ehre erweist?!"  

Ich habe trotzdem das Ganze roboterhaft gemacht, und als ich mich umdrehte sah ich, wie voll die Kirche war. Ich habe gemerkt, dass die Frage, ob Blumenkübel oder Urne nebensächlich war. Weil ich gespürt habe, dass das Wichtigste war, in wie vielen Leben mein Großvater eine Rolle gespielt hat. Und darum kann ich ein wenig nachvollziehen, wie schwierig es ist, dass die Zahl der Trauernden aktuell beschränkt ist, so wichtig das für die Eindämmung des Coronavirus auch ist. 

1. Was vom Tag bleibt

Es dürfen nämlich nur maximal 20 Personen bei einer Trauerfeier anwesend sein. Ebenfalls von dieser Regel betroffen sind Hochzeiten und Taufen. Weil die Lage kompliziert ist, haben wir für Sie zusammengestellt, welche Feiern und Anlässe als wichtig genug gelten, damit sie überhaupt stattfinden dürfen. Es sei zudem darauf hingewiesen, dass diese Regeln auch streng kontrolliert werden. So löste heute zum Beispiel die Polizei die Trauerfeier einer arabischen Großfamilie auf, weil sich mehrere Dutzend Menschen versammelt hatten.

2. Abschalten.

Nachdem ich gewohnt heiter mit dem Thema Beerdigungen eingestiegen bin, hier ein Stimmungsaufheller. Die Zeit in der Kontaktsperre hat mir die Chance gegeben, ein bisschen nach alten Comedy-Videos zu stöbern. Wiedergefunden habe ich dabei unter anderem diese Aufnahmen vom sehr, sehr jungen Christian Ulmen als etwas überforderter Polizist in Berlin [youtube.com].

Oder wenn Sie statt in Nostalgie zu schwelgen etwas live sehen wollen, dann könnten Sie sich bis morgen 18 Uhr ein Ticket sfür einen britischen Stand-Up-Event sichern [crowdfunder.co.uk]. "Covid Arms" bietet gegen kleines Geld jeden Samstag einen Livestream mit verschiedenen britischen Comedians.

3. Und, wie geht's?

Heute sind Sie dran und ich grabe mal eine Nachricht aus, die mir Gabriele aus Niedersachen bereits vor zwei Wochen geschrieben hat, zu der ich aber erst jetzt komme. Verzeihung. Aber vielleicht ist es gut, diese Nachricht mit Zeitverzug zu lesen. Weil sie zeigt, dass man den Lockdown bei allen Erschwernissen durchhalten konnte. Und das man auch jetzt nicht alles, was inzwischen wieder geht, machen muss.

Ich glaube unsere erste Bürgerpflicht ist es, Vertrauen in die Maßnahmen zu entwickeln, die ja zu unser aller Schutz erlassen wurden. Nicht mäkeln, dass ich persönlich eingeschränkt werde, sondern den Sinn dahinter entdecken. Eine gewisse Gelassenheit, dass wir das überstehen werden um dann wieder durchzustarten. Der deutsche Michel wird ja immer gerne für seine Bürokratie belächelt, aber jetzt macht sie plötzlich Sinn.

Natürlich hängen Existenzen vom guten und schnellen Verlauf ab, aber es wird doch versucht, so schnell es geht zu helfen. Letztendlich täte uns allen, solange wir nicht vom Tode bedroht sind, etwas mehr Ruhe gut, sich auf Wesentliches zu besinnen und vielleicht das eine oder andere im Leben  zu verändern. Außerdem bleibt natürlich immer noch der Liegestuhl, das Buch und das gewisse Gläschen. 

Schreiben Sie uns doch weiterhin, wie Sie durch den Alltag kommen. Was Sie beschäftigt, wie Sie zwischen Freiheiten und selbst gewählten Einschränkungen abwägen. Mails bitte an: haluka.maier-borst@rbb-online.de

4. Ein weites Feld...

Ich habe oben schon so persönlich angefangen, aber noch ein, zwei Worte mehr. Wie gesagt, es sind besonders harte Zeiten für jene, die einen Todesfall im Bekanntenkreis oder in der Familie haben. Und wir alle erleben dieses merkwürdige Gefühl, gemeinsam getrennt zu sein. Aber ich hoffe, dass wir einen Weg finden, füreinander da zu sein, auch wenn wir nicht in großer Gruppe zusammen sein dürfen.

Bis morgen, bleiben Sie drinnen und Prost sagt

Haluka Maier-Borst

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  • Ein Mann trägt während einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711"
    Sebastian Gollnow/dpa

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  • Menschen sitzen am 8. Mai im Volkspark am Weinberg in Berlin-Mitte. (Quelle: imago/
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  • Der offizielle Ball der Fußball-Bundesliga. Quelle: imago images/foto2press
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