Wegen des Coronavirus zeigt sich am 21.03.2020 der Vorplatz vor Staatsoper Unter den Linden ungewöhnlich menschenleer. (Quelle: dpa/Andreas Gora)
Bild: dpa/Andreas Gora

Der Absacker - Ist das schon leer und ruhig genug?

Man bleibt zu Hause und hilft so allen. Erste zaghafte Zeichen deuten daraufhin, dass immer mehr diese Formel verstehen und diese nicht immer mit der Kraft des Gesetzes durchgesetzt werden muss. Besser wäre das in jedem Fall, sagt Haluka Maier-Borst

Nur noch zehn Personen sind erlaubt bei Veranstaltungen und in Restaurants darf man nicht mehr sitzen. Der Berliner Senat hat heute wieder die Regeln verschärft. Die ganz große Keule der Ausgangssperre hat er aber nicht genutzt. Noch nicht. Ähnlich sieht es auch in Brandenburg auf kleinerer Ebene aus: Die Stadt Potsdam schränkt weiter das öffentliche Leben ein und lässt nun auch und Friseure und Weinläden schließen. Aber auch hier gilt keine komplette Ausgangssperre.

Die Frage bleibt, ob die Regierenden nur noch auf einen gemeinsamen Beschluss am Sonntag auf Bundesebene warten. Oder ob es am Ende doch noch Grund gibt, von vernünftigem Verhalten der Allgemeinheit auszugehen.

1. Was vom Tag bleibt

Ein bisschen Hoffnung bleibt da nämlich. Die Berliner Polizei hat in der vergangenen Nacht deutlich weniger Verstöße gegen die bereits bestehenden Regeln registriert. Man sei optimistisch, dass "die Einsicht und das Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern in dieser Stadt langsam wächst", sagte Polizeisprecherin Heidi Vogt. 

Passend dazu lese ich mich darin ein, was Quarantänen und Ausgangssperren bringen. Noch bin ich nicht mit dem Lesen aller Studien und dem Aufschreiben der Quintessenz durch. Aber eines schon vorab [liebertpub.com]: Als man in Toronto wegen des SARS-Virus gewisse Teile der Stadt unter Quarantäne stellen musste, waren zwei Dinge wichtig.

Zum einen, dass den Menschen der Zweck der Maßnahme klar war. Und zum anderen, dass die Betroffenen das Gefühl hatten, dass man sie mit dem Wichtigsten versorgt. Vor diesem Hintergrund geht es wohl in die richtige Richtung, dass Zwangsräumungen für Mieter vorerst nicht stattfinden und auch dass der Senat dafür sorgt, dass die Notfallbetreuung von Kindern ausgeweitet wird.

2. Abschalten.

Gestern habe ich lange mit meinen früheren WG-Freunden geskypet. Wir gehen alle erstaunlich gelassen mit dem Social Distancing um. Ja, wenn man nicht mit jemandem zusammen wohnt, fehlt einem gerade so einiges an Kontakt. Aber solange man sich nach wie vor dumme Witze erzählen kann, geht es irgendwie.

Einen kleinen Tipp habe ich außerdem gestern bekommen. Pflanz doch mal was. Das ist natürlich eine Herausforderung. Zum einen, weil es gerade nicht so einfach ist, etwas zum Pflanzen zu besorgen. Zum anderen habe ich bisher als Kakteen-Beauftragter der WG versagt und selbige eingehen lassen. Ja, Sie lesen schon richtig, eine Wüstenpflanze ist in meiner Obhut verdörrt.

Aber ich bin reifer und verantwortungsbewusster. Und Küchenabfälle sind ja ein Startpunkt, da kann man ja nicht viel kaputt machen. Insofern versuche ich es bald mit Porree, Kartoffeln oder Knoblauch gemäß dieser Anleitung vom Magazin GEO. Oder halt mit Ingwer. Den kann man dann auch entweder als Tee oder mit den nächsten Skype-Drinks konsumieren:

3. Und, wie geht’s?

Heute sind Sie ja als Leser dran uns zu sagen, wie es Ihnen geht. Und entsprechend gebe ich Frau Skibba aus Spandau das Wort:

"Wir sind eine kleine Physiotherapie, wir kämpfen, wer weiß, wie lange noch.
Aber wir sind da für unsere Patienten. (...) Denn wenn wir nicht da sind, wo würden die Menschen hingehen mit Beschwerden, die schlimmer werden?  Natürlich in die Notaufnahme oder zum Arzt. Aber diese Stellen müssen wir freihalten für die wirklich wichtigen Fälle."

Und weiter schreibt sie: 

"Meine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, wäre ihr Ruin. Das haben wir besprochen. Also machen wir so weiter. Versuchen, uns über die Zeit zu retten."

Wenn Sie uns auch schreiben wollen, womit Sie gerade kämpfen, wie es Ihnen geht, mit was Sie hadern oder was zu kurz kommt, schreiben Sie mir/uns bitte an: haluka.maier-borst@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld

Noch eins. Ich persönlich und wir als Redaktion kriegen mit, wie Berliner Mediziner gerade zwei Realitäten erleben. Dass auf der einen Seite sich viele massiv rüsten für das, was da schon ist und noch kommt in Sachen Corona. Und dann auf der anderen Seite, dass nach wie vor Behandlungen von Patienten oder Chefs eingefordert werden, die eigentlich warten könnten. Wie zum Beispiel von dieser Zahnärztin, die uns geschrieben hat und anonym bleiben möchte:

Ich bin Ärztin. Zahnärztin um genau zu sein und tingle täglich weiter in die Praxis, um Patienten zu behandeln.

Denn nicht nur die Feiernden und Flanierenden bleiben nicht drinnen, sondern auch die Patienten gehen, zum Teil unbekümmert und ihre unfreiwillige Freizeit nutzend, weiterhin wegen Banalitäten zum Zahnarzt.

Ich habe entschieden, mich an die Empfehlung der KZV zu halten und keine größeren Zahnersatzarbeiten mehr anzufangen, um meine Patienten und meine Kolleginnen zu schützen. 

Dass nicht alles warten kann, ist klar. Aber vielleicht muss die Zahnreinigung nicht gerade jetzt sein. Tun sie mit ein bisschen unschöneren Zähnen gewissen Menschen einen Gefallen. So viele kriegen die ja gerade eh nicht zu sehen.

Bis morgen, bleiben Sie drinnen und Prost, sagt

Haluka Maier-Borst

Alle Absacker

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  • 06.04.2020, Berlin: Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin nimmt von Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, Schutzmasken als Spende entgege )Bild: dpa/Michael Kappeler)
    dpa/Michael Kappeler

    Der Absacker 

    Von verschwundenen Masken und Freiheiten

    Nach wie vor ist nicht klar, wohin 200.000 für die Berliner Polizei bestellte Masken verschwunden sind. Doch es ist nicht das einzige, was in diesen Tagen abhanden kommt. Und das sollte einem Sorgen machen. Von Haluka Maier-Borst

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    dpa/Robert Schlesinger

    Der Absacker 

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    dpa/Sergi Reboredo

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    dpa/Julian Stratenschulte

    Der Absacker 

    Don't shoot the messenger

    Es ist nicht einfach, eine deprimierende Nachricht nach der anderen zu überbringen. Aber nun auf Teufel komm raus Positives zu berichten, wäre Ihnen gegenüber nicht fair. Und würde sich später rächen. Von Haluka Maier-Borst

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    Der Absacker 

    Was Corona einem näher bringt

    Es gibt gewisse Sachen, die einem suspekt waren. Doch in Zeiten von Corona könnte es sein, dass man doch noch einen Zugang zu diesen Dingen findet. Seien es nun Masken, Schach oder auch – Bayern. Von Haluka Maier-Borst

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    dpa

    Der Absacker 

    Zeit für Expertise und nicht für Halbwissen

    Wie sehr dürfen Experten und Wissenschaftler den Alltag bestimmen? Das ist eine berechtigte Frage. Dass Politiker und andere sich im Gegenzug selbst zu Experten ernennen, kann aber definitiv nicht die Lösung sein, findet Haluka Maier-Borst

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    dpa/Frank May

    Der Absacker 

    All die Unsicherheiten - und dann noch nicht mal Internet

    Es ist Monatsende und statt eines sicheren Lohns auf dem Konto wird es für viele Berliner und Brandenburger vor allem Unsicherheit geben. Beruflich wie privat. Und nicht alle Fragen lassen sich beantworten. Von Haluka Maier-Borst

  • Trainer Jens Keller 1. FC Union Berlin (Quelle: imago images/Matthias Koch)
    imago images/Matthias Koch

    Der Absacker 

    Sind wir mal ehrlich, es ist besch...

    In Kolumnen flucht und brüllt man nicht. Aber draußen im Grünen sollten wir uns das erlauben. Sei es, weil uns das Home-Schooling fordert. Oder weil es zu allem Überfluss noch von oben durch die Decke tropft. Von Haluka Maier-Borst

  • Konzertkarten des Veranstalters CTS Eventim. (Quelle: dpa)
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    Der Absacker 

    Das beste Konzert ist das, wo man gern gewesen wäre

    Wieder ein Wochenende ohne Fußball, ohne Theater, ohne Konzerte. Das fällt uns allen gerade nicht leicht. Aber der Konjunktiv könnte uns ein wenig helfen – wenn Haluka Maier-Borst heute doch seine Kreativität finden würde.

  • Eine Polizeistreife fährt durch den Treptower Park und fordert die Menschen auf, die Wiese zu verlassen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
    dpa/Paul Zinken

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    Wie man Gewohnheitstiere und Schweinehunde bändigt

    Die Sonne scheint, die ersten Bäume blühen – und trotzdem müssen wir die Frühlingsgefühle unterdrücken. Wie sehr die nächsten Wochen und Monate uns alle noch fordern werden, kann man gerade erst erahnen. Von Haluka Maier-Borst

  • Symbolbild: Menschen halten Abstand und warten in einer Schlange vor einem Amt. (Quelle: dpa)
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    Geld ist da, aber eben auch die Warteschlange

    Berlin schaltet die Seite für die Soforthilfen frei und Brandenburg verdoppelt nochmals den Rettungsschirm. Klingt erstmal, als würde sich gerade viel bewegen. Doch genau das ist gerade nicht der Fall. Von Haluka Maier-Borst

  • Eine junge Frau steht in einem Supermarkt vor leeren Regalen. (Quelle: imago images)
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    Die Zeit der Leerstellen

    An allen Ecken ist der Ausnahmezustand zu spüren und das vor allem weil Sachen fehlen - seien es nun Masken, Desinfektions- oder Lebensmittel. Doch der größte Mangel, den wir gerade erleben, passt in kein Regal, findet Haluka Maier-Borst.

  • ILLUSTRATION - Eine junge Frau macht Yoga (Quelle: dpa)
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    Der Absacker 

    Einfach nur gedankenlos Sport machen

    Sich zu Hause verrammeln und dabei pauken zu müssen, fast ohne Sport - das ist hart. Dass Influencer sich aber dann noch in besten Posen beim Workout ablichten, macht es für Schülerinnen und Schüler nicht besser. Auch Haluka Maier-Borst leidet mit.

  • dpa

    Der Absacker 

    Wie ein winziger Erreger neue Dimensionen schafft

    Seitdem das Coronavirus unseren Alltag beherrscht, haben sich die Maßstäbe verschoben. Das gilt sowohl für ganze Bundesländer, als auch Krethi und Plethi auf der Straße. Was macht das mit uns? Von Haluka Maier-Borst

  • Eine U-Bahn fährt im U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz ein
    dpa

    Der Absacker 

    Wenn wir uns analog und digital drängeln

    Irgendwie müssen wir uns alle noch an das neue Normal gewöhnen. Diejenigen, die noch zur Arbeit fahren, stehen vor unangenehmen Herausforderungen. Aber auch die, die von zu Hause lehren und lernen wollen. Von Haluka Maier-Borst

  • Kirschblüte im Prenzlauer Berg im März 2020. (Quelle: rbb/Ariane Boehm)
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    Nun auch mit Frühling und Premium-Nachbarn

    In Zeiten des Kontaktverbots kann man sich glücklich schätzen, wenn die Natur langsam aufblüht. Oder wenn die Nachbarn nicht nur rücksichtsvoll, sondern auch noch musikalisch talentiert sind. Es kann nämlich auch unangenehm werden. Von Haluka Maier-Borst

  • Symbolbild: Eine Katze im Vordergrund auf einem Home-Office-Schreibtisch. (QUelle: imago images)
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    Alles für die Katz? Mitnichten

    Bis sich die Wirkung der neuen Maßnahmen gegen Corona abzeichnet, wird es dauern. Das wird Geduld erfordern, von den Kleinen, Großen und den Flauschigen. Aber es gibt für die Zwischenzeit gute Nachrichten. Von Haluka Maier-Borst

  • Collage aus Fotos von rbb24 LeserInnen. (Quelle: rbb)
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    In der Quarantäne sind wir (fast) alle gleich

    Sich treffen, zusammen Sport machen, gemeinsam den Tag ausklingen lassen. Das ist erstmal passé. Doch immerhin sind wir gemeinsam in der Einsamkeit. Ob aber zum Wein besser Quiche oder Elektronik passt, bleibt Ansichtssache. Von Haluka Maier-Borst

  • Symbolbild: Zwei Personen sitzen beim Sonnenuntergang auf der Modersohnbrücke in Berlin. (Quelle: dpa/M. Kusch)
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    Wir versuchen da mal was. Nur brauchen wir dazu... Sie!

    Noch eine News, noch eine Meldung. Zurzeit erschlägt das Corona-Thema jeden. Sowohl uns hier bei rbb|24 als sicher auch Sie. Darum wollen wir den Nachrichtenfluss einmal am Tag anhalten. Aber Sie müssen uns dabei helfen. Von Haluka Maier-Borst

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20 Kommentare

  1. 20.

    Es ist in der Tat ein seltsamer Wechsel von der großen Klimadebatte zu dem jetzigen Zenario. Es wird hoffentlich dazu genutzt werden grundlegende Dinge unserer Einstellung gegenüber dem Mitmenschen zu überdenken. Wir leben in einer globalisierten Gegenwart und sollten lernen damit umzugehen. Globals Denken und lokals Handeln! Ich bin sowieso schockiert --immer noch und immer wieder wie gleichgültig wir gegenüber dem Leben anderer sind . Bomben werfen hier und dort--Menschen ohne Mitleid im Meer ertrinken lassen ......Da ist die jetztige Hysterie doch mal wieder ein sehr widderliche Offenbarung unserer gestörten Lebeneinstellung

  2. 19.

    Leute - kauft Ostersachen! Davon ist noch genug da. Es sieht fast so aus, als hätten alle Angst davor, vorher zu sterben so dass der Kauf dieser Waren unterdurchschnitlich ausfällt.

  3. 18.

    Schaut man sich an, was für Meinungen im Internet kursieren, dann fragt man sich schon, wer da zensiert hat und wie schlecht diese angebliche Behörde ihren Job eigentlich macht! Es gibt genug Plattformen für die hinterwälderischste Meinung. Will man seine Meinung auf bestimmten Seiten lancieren, muss man sich den geltenden Netiquette regeln unterwerfen. So ist das nun eben. Die Meinungsfreiheit hört im Übrigen auch dort auf, wo die Rechte eines anderen verletzt werden. Sie sind also schon vom Gesetz her in Ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt.
    Unrecht wäre eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, wenn sie nicht im Gesetz verankert wäre. Da die bisher getroffenen Maßnahmen aber eine rechtliche Grundlage haben, sollte man hier auch nicht von Unrecht sprechen. Sogar das dauerhafte Einsperren von Verbrechern (Entzug der Bewegungsfreiheit)jst rechtens.

  4. 17.

    Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Sie kurz beschreiben, wie Sie die Ausgangssperren im Osten erlebt haben, welche Gefühle sie damit verbunden haben, wie lange diese gedauert haben und wie sie gerechtfertigt wurden. Mich würde natürlich auch interessieren, wie oft diese verordnet worden sind.
    Ich persönlich habe kaum eigene Erinnerungen an die DDR-Zeit und kann daher Ihre Panik nicht nachvollziehen. Ich kenne aber viele Menschen, die sich angesichts der kritischen Lage im Moment ernsthafte Sorgen machen. Das hat nichts mit Abschaffung der Demokratie zu tun und ich sehe auch nicht die Demokratie in Gefahr. Ich mache mir sorgen um meine Eltern, Großeltern und alten Verwandten, um meine Freunde mit Vorerkrankungen, um meine älteren Kollegen und meine Freunde und Bekannten, die im Gesundheitswesen arbeiten, wo sie jetzt schon einer erheblichen Gefahr ausgesetzt sind. Ich finde es nicht zu viel verlangt, wenn Sie den Empfehlungen der Regierung folgen.

    PS: panische Deutschlehrer?

  5. 16.

    @rbb Haben sie genauere Informationen zu den Zwangsräumungen? Soweit ich weiß hat nur das Amtsgericht Charlottenburg bis jetzt davon abgesehen, im Artikel steht das aber sehr allgemein. Eine Zwangsräumung zu dieser Zeit wäre ja ein wirklich gravierender Einschnitt für die Menschen, die das betrifft, davon gibt es sicher noch viel in Berlin. Können sie das richtigstellen oder ein paar mehr Informationen dazu bereitstellen?

  6. 15.

    Ja, während jeder Grippe-Saison sind Tote zu beklagen. In den einen Jahren mehr, in manchen weniger.
    Manche scheinen aber nicht zu begreifen, dass dies keine "einfache" Grippe ist, bei der bereits eine Grundimmunisierung besteht. Es ist neu, keine Grundimmunisierung, keine Impfstoffe, keine Medikamente zur Behandlung.
    Im übrigen bedeutet Ausgangssperre nicht, dass man gar nicht mehr vor die Tür darf. Zur Arbeit, einkaufen, Gassi gehen uns sogar Spaziergänge sind erlaubt. Es geht darum, Menschenansammlungen zu vermeiden, was bisher auf freiwilliger Basis ja durch alle Altersgruppen nicht so richtig funktioniert hat.
    Bleibt zu Hause, haltet draußen und in den Geschäften den Abstand ein. Da draußen sind auch Menschen zwangsläufig unterwegs, die gesund nach Hause kommen müssen, weil zu Hause Anghörige gepflegt werden.

  7. 14.

    Ja, der Fortbestand der gesamten Spezies ist wertvoller, als das einzelne Leben. So wird es evolutionär betrachtet und so verhält sich das "Tier Mensch" auch, wenn es darauf ankommt. Sie sehen die ersten Auswirkungen, den gestiegenen Stress und damit verbundene Aggressivität. Was meinen Sie, wieviel ein Menschenleben noch wert sein wird, wenn Menschen Hunger bekommen oder es anfängt den eigenen Kindern schlecht zu gehen.

    So funktionieren wir, so sehr wir uns auch wünschen, es sei anders. Gegen seine Natur zu handeln, ist immer eine Entscheidung, die wir treffen. Die Bereitschaft dazu sinkt, je mehr Gefahren für uns selbst bestehen. Das ist einfachste Psychologie. Wenn zusätzlich zu den aktuellen Einschränkungen der Meinungsfreiheit (massive Zensur im Netz) auch die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, ist das Unrecht und führt möglicherweise zu Unruhen, die wir nicht brauchen können.

  8. 12.

    Sie verstehen es leider nicht, wenn das Krankenhaus voll ist durch diese Pandemie, dann sterben auch Menschen die andere Behandlungen brauchen. Nehmen wir an sie fallen hin und Brechen sich den Arm, dann können sie bereits jetzt nicht mehr richtig im Krankenhaus versorgt werden. Dann heilt der Bruch schief, bzw. können sie ihren Arm für immer nicht mehr bewegen. Aber wie sie sagen, es gibt wichtigeres als ihr Problem.

  9. 11.

    Eigentlich wird uns jedes Rezept nichts nützen, wenn wir die Anweisungen der Experten nicht befolgen, den ganzen Müll, der frei im Internet läuft, beseitigen und eine völlig positive Einstellung beibehalten, die unsere Familie, Freunde und engen Nachbarn ermutigt. Wir werden sie überwinden!

  10. 10.

    "Jetzt ist die Zeit der Demut und Solidarität gekommen. KEIN ICH, NUR EIN WIR!"
    Welche Zeit gekommen ist, bestimmen nicht Sie. Oder bestimmen auch Sie, wer zu "WIR" gehört? Ich bin Teil der Gesellschaft. Viele, gerade im Osten, kriegen die pure Panik bei dem Wort "Ausgangsssperre", das jetzt verharmlosend zu "Ausgangsbeschränkungen" euphemisiert wurde. Wir hatten mal eine Diktatur im Osten, wo es solche Maßnahmen gab. Schon vergessen? Ich meine WIR, wenn ich die Demokratie verteidige.

    Ich werde Ausganssperren nicht dulden. Punkt. Da können Sie und andere sich noch so sehr über die "Ignoranten" echauffieren. Ich rege mich über Leute auf, die einen Tunnelblick haben und vergessen haben, was unsere Gesellschaft und unser Mensch-Sein ausmachen: Demokratie, Grundrechte und soziale Kontakte.

  11. 9.

    Sie wissen schon, dass China eine Diktatur ist? Die Diktatur musste überleben. Darum ging es bei den totalitären Maßnahmen. Wer Sicherheit um jeden Preis will, der gibt die Demokratie auf.

  12. 8.

    Ja, wirklich. Unsere Demokratie ist wichtiger. Menschen sind dafür gestorben.
    Bei Corona reden wir von vorzeitigen Todesfällen. Das Durchschnittsalter beträgt > 80 Jahre. Das ist über (!) der mittleren Lebenserwartung in Deutschland. Bei der Grippe (z.T. > 25.000 Tote) haben wir alle auch gesagt: es gibt wichtigeres. Es ist pure Heuchelei zu behaupten, jeder Tote müsse verhindert werden. Es ist einfach nicht wahr. Unsere Gesellschaft würde zusammenbrechen, wenn jeder vorzeitige Todesfall verhindert werden sollte. Und zwar nicht einmalig. Unsere Gesellschaft würde nicht mehr aufstehen können.

  13. 6.

    Kunst, Kultur verboten? Machen Sie doch einfach mal einen virtuellen Museumsrundgang oder schauen sich Theater- oder Operninszenierungen im Internet an. Lesen Sie mal ein Buch. Da gibt es genug Auswahl.
    Nach der Krise wird es weiterhin genug Gelegenheit geben kulturelle Veranstaltungen zu besuchen.

    Jetzt ist die Zeit der Demut und Solidarität gekommen. KEIN ICH, NUR EIN WIR!

  14. 5.

    Wenn man nicht angesteckt ist, ist man zu Hause sicherer als an der freien Luft. Punkt.

    Ob eine Maßnahme wirkt, zeigt sich auch erst nach Wochen. Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die Chinesen nicht Millionen von Menschen eingesperrt hätten. Vielen Dank dafür.

    Was hat Italien denn für eine Option? Jetzt, wo ihr Gesundheitssystem in Teilen zusammengebrochen ist, ist es auch egal? Geht raus und habt Spaß? Wohl kaum! Dann haben die nämlich ruckzuck im ganzen Land das, was sie gerade nur in Norditalien erleben. Das kann niemand wollen!

  15. 4.

    Vorauseilenden Gehorsam nenne ich das. Hinterfragen scheint nicht mehr angesagt zu sein. Man lässt sich härteste Grundrechtseinschnitte einfach so gefallen. Egal wie unsinnig der letzte Satz hier im Artikel ist, der immer wieder runtergebetet wird "zu Hause bleiben". Seid ihr alle Singles, die im Homeoffice arbeiten? Es wird nichts bringen, wenn die Mehrhheit zu Hause arbeitet. Da steckt man sich und die Familie (ja, sowas solls geben) noch noch viel leichter an. Rausgehen zum einkaufen, arbeiten, leben (!) muss man weiterhin. Noch nicht verboten ist der Konsum und die Arbeit. Wie verrückt ist das? Kunst, Kultur, Versammlungsfreiheit - alles aktuell verboten. Es gibt wichtigeres als das Leben von Menschen. Sonst hätte es die Radikalmaßnahmen bereits zu jeder Grippesaison geben müssen. Wir hätten zigtausende (!) Tote verhindern können. Haben wir aber nicht. Weil uns die Freiheit und unser Leben (!) mehr wert war.

  16. 3.

    Ich bin heute mit der S-Bahn gefahren. 10 % der üblichen Menschenmenge. Alle sind brav zu Hause in geschlossenen Räumen, wo sich das Virus perfekt von Mensch zu Mensch übertragen kann - im Gegensatz zur freien Luft.

    Wer glaubt, dass die paar "uneinsichtigen Jugendlichen" sich in Isolation begeben werden, wenn man sie aus öffentlichen Parks verjagt, der war wohl selbst nie jugendlich. Die Leute treffen sich stattdessen einfach zu Hause. Ausgangssperre hin oder her. Die lässt sich superleicht umgehen und wird auch umgangen. Die Ansteckungsgefahr ist natürlich in geschlossenen Räumen noch (!) höher.

    Wie erfolgreich Radikalmaßnahmen sind, sieht man ja an Italien. Wirkt es nicht: kein Umdenken, kein "war das wirklich sinnvoll?", sondern einfach nur noch viel härter durchgreifen. Seeeehr clever.

  17. 1.

    Herrlich, diese verordnete Ruhe.

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