06.04.2020, Berlin: Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin nimmt von Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, Schutzmasken als Spende entgege )Bild: dpa/Michael Kappeler)
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Der Absacker - Von verschwundenen Masken und Freiheiten

Nach wie vor ist nicht klar, wohin 200.000 für die Berliner Polizei bestellte Masken verschwunden sind. Doch es ist nicht das einzige, was in diesen Tagen abhanden kommt. Und das sollte einem Sorgen machen. Von Haluka Maier-Borst

Manchmal muss man Regeln brechen. Eigentlich wollten wir Ihnen in der Rubrik "Was vom Tag bleibt?" stets aufschreiben, was am Ende eines hektischen Tag hängen bleibt und wichtig ist. Aber inzwischen ist das Chaos um die 200.000 Masken für die Berliner Polizei so groß, dass man es schlicht noch einmal thematisieren muss.

1. Was vom Tag bleibt?

Erst war die Rede davon, dass die USA sie einfach konfisziert hätten, weil sie vom amerikanischen Maskenhersteller 3M kämen. Anschließend stellte sich heraus, dass 3M nichts damit zu tun hat. Und jetzt geht es plötzlich darum, dass das Frachtflugzeug aus den USA kam und zurückbeordert wurde. Wo aber die Masken sind, weiß weiterhin kurioserweise niemand.

Trotzdem fetzen sich jetzt schon die hiesigen Politiker. Während Innensenator Andreas Geisel (SPD) weiterhin von einem Akt der Piraterie spricht, sagt die CDU, der Senat müsse sich bei den USA für die falschen Vorwürfe entschuldigen. Den letzten Stand des ganzen Chaos können Sie hier nachlesen.

2. Abschalten

Wir haben hier an dieser Stelle schon ein paar Mal über Alternativen zum Museumsbesuch geschrieben. Nun soll es mal um das größte Lob für Kunst gehen; das Plagiat. Und da können sich gleich mehrere alte Meister über kreative Nachahmerei freuen. Sei es dank einer Challenge des Getty Museums in Los Angeles auf Twitter.

Oder eben durch diese kreativen Polen.

3. Und wie geht's?

Wo wir gerade bei Polen sind, als Reaktion auf Mitya Churikovs Beschreibung seiner Gedanken gestern bekam ich heute diese Nachricht von Frau A.: 

Ich nehme die Lage sehr ernst. Halte mich an die Regeln. Dennoch wecken die Einschränkungen Erinnerungen in mir, die nicht schön sind. Ich komme aus Polen. Wir sind 1988 aus Breslau nach Deutschland gekommen. Das ging so einfach, weil sich meine Ur-Ur-Oma zu Zeiten des 2. Weltkrieges sich als Deutsche bekannt hat - obwohl sie gar keine war. Das hat uns mehr als 70 Jahre später den Weg in die Freiheit ermöglicht.

Für viele Menschen ist es selbstverständlich, alles zu bekommen, überall hinzugehen. Vielleicht spüren sie jetzt ein bisschen, wie wir uns damals gefühlt haben. Ich war sieben Jahre alt und hab vieles bis heute nicht vergessen. Für mich ist das alles hier wie ein Weckruf an die Menschen. Ein bisschen Demut würde uns allen nicht schaden.

Morgen sind wir wieder dran zu sagen, wie es uns geht. Aber schreiben Sie uns gerne Heiteres oder Nachdenkliches, egal ob als Text oder Foto oder Video an: haluka.maier-borst@rbb-online.de. Und ja, einige von Ihnen haben das schon getan, ich werde morgen mich dann per Mail versuchen, zurückzumelden. Versprochen.

4. Ein weites Feld ...

Nicht nur Masken gehen derzeit verloren, sondern eben auch Freiheiten. Und das sollte uns Sorgen machen. Ich stehe natürlich der Wissenschaft nahe als Wissenschaftsjournalist. Und ich bin gegen voreilige Lockerungen der Maßnahmen, wenn medizinisch anderes angezeigt ist. Aber dass aktuell selbst friedliche und den Hygienestandards folgende Proteste laut verschiedenen Berichten [twitter.com] nicht mehr möglich sind, ist bedenklich. 

Genauso musste ich schlucken, als mein Kollege Oliver Noffke am Beispiel seiner Nichte beschrieb, wie sehr die aktuellen Kontaktsperren unser Sozialleben einpferchen. Es sind besondere Zeiten mit besonderen Regeln. Aber ich hoffe einfach, dass alle Seiten besonnen abwägen, was es wie lange für die Gesundheit braucht und was für die Freiheit.

Bis morgen, bleiben Sie drinnen und Prost, sagt

Haluka Maier-Borst

Alle Absacker

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  • Archivbild: Der Koch Attila Hildmann trainiert für die 9. "Let's Dance"-Staffel am 29.02.2016 in Berlin. (Quelle: dpa/J. Carstensen)
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    "Mensch plant und Gott lacht"

    Fast jede Sprache der Welt hat ein Sprichwort über die Sinnlosigkeit von Plänen angesichts der Unberechenbarkeit des Lebens - und trotzdem schmieden wir sie. Diesen Sommer hatte auch Efthymis Angeloudis einiges vor und dann - ja, dann kam Corona.

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    Nicht mal Pippi hätte ihren Papa ins Derby reinbringen können

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    dpa/Rainer Jensen

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    Gegen ein Bierchen am freien Tag ist nichts einzuwenden und man muss ja nicht alles gleich so christlich sehen. Trotzdem ist Haluka Maier-Borst ganz froh, dass dieses Jahr Himmelfahrt ohne Bierbikes verläuft. 

  • Eine Frau hält geerntete Rhabarberstangen in der Hand (Quelle: dpa/Sina Schuldt).
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    Der Absacker 

    Wo der Rhabarber wächst

    Wir sind längst angekommen in der neuen Normalität mit Corona - mit Maske, mit Einschränkungen. Dennoch wälzt Lisa Schwesig Zukunftsfragen. Um abzuschalten, versucht sie sich an Rhabarber-Ästhetik.

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    Große Ferien, große Erwartungen

    Die einen lassen es im Promi-Restaurant krachen, andere hoffen plötzlich wieder auf die Urlaubsreise im Sommer. Und für ganz viele andere wäre schon eine kleine Pause vom Corona-Alltag Erholung. Von Sarah Mühlberger

  • Symbolbild: Schild "Vorbild Schweden Keine Schäden" (Quelle: dpa/Sachelle Babbar)
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    Absacker 

    Wenn der Brandenburger für Schweden jubelt

    Auf der anderen Seite des Gartenzauns ist das Gras bekanntlich immer grüner. Es sei denn, es ist Corona und man wohnt in Schweden: So schreibt es ein Absacker-Leser in einer Mail an uns. Sebastian Schöbel entdeckt derweil viel schönes Grün auch daheim.

  • Symbolbild: Eine Person mit vom Wind zerzausten Haaren. (Quelle: dpa/Oliver Berg)
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    Normalität schnappen – ganz ohne Schnappatmung

    Während heute wieder Corona-Skeptiker lauthals ihren Unmut kund taten, sind für die meisten von uns ganz andere Ding wichtig. Zum Beispiel die eigene Frisur oder was davon übrig blieb. Von Haluka Maier-Borst

  • Andreas Kalbitz (Bild: imago images/Christian Spicker)
    imago images/Christian Spicker

    Der Absacker 

    Kein Vergessen!

    Die AfD hat Andreas Kalbitz die Parteimitgliedschaft entzogen, weil er Mitglied einer rechtsextremen Organisation gewesen sein soll. Diese Nachricht machte Efthymis Angeloudis am Freitag einen Strich durch die Rechnung, er hatte sich auf anderes eingestellt.

  • Ein mit Wein und einem Erdbeernest gedeckter Tisch (Bild: doa/Felbert/Eickenberg)
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    Der Absacker 

    Tischlein deck dich, Abstand halt ich

    Ab morgen sollen Restaurants wieder öffnen können, allerdings eben unter besonderen Vorgaben. Was dadurch wohl fehlen wird, ist die geliebte Spontaneität beim Auswärtsessen. Ein bisschen Wehmut verspürt dabei Haluka Maier-Borst

  • Ein Waschbär krabbelt aus seinem Versteck auf dem Dach. Jeden Abend verlässt er seinen Schlafplatz, um auf Nahrungssuche zu gehen (Quelle: dpa/Britta Pedersen).
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    Der Absacker 

    Von Ferienfeeling, Waschbären und Küchentänzen

    Es könnte so schön sein mit den Kindern, wären da nicht die Arbeit, der Haushalt, der Lockdown. Die Corona-Krise ist wahrlich nicht die Zeit der großen Familienpolitik. Das hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach wieder bewiesen, findet Lisa Schwesig.

  • Eine Ampel in der Dämmerung. / imago images/imagebroker
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    Der Absacker 

    Die Gefahr der niedrigen Zahl

    Berlin hat die Corona-Ampeln eingeschaltet. Stehen die auf gelb oder gar rot, drohen Stopp oder Rücknahme von Lockerungen. Schneller als im Bundesvergleich. Aktuell steht aber alles auf grün. Und Johannes Mohren spürt, wie er sich wegen niedriger Zahlen bremsen muss.

  • Der Schwedter Steg im Prenzlauer Berg im Regen mit einem Jogger im roten Dress und der Zionskirche (Bild: imago-images/Rolf Zöllner)
    imago-images/Rolf Zöllner

    Der Absacker 

    Wenn das Wetter die Gemüter abkühlt

    Die sogenannten Eisheiligen versetzen Berlin nach kurzen Sommergefühlen wieder zurück in einen milden Winter. Nervig? Nö, eigentlich nicht, findet Laura Kingston. Sie sieht in den Eisheiligen eine Chance, dass sich die Gemüter endlich wieder ein bisschen abkühlen.

  • Loriot auf einer Parkbank in Bremen. /imago images/Winfried Rothermel
    imago images/Winfried Rothermel

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    Wo laufen sie denn hin? Wenn die sich nur nicht verlaufen!

    Es schien ein ruhiger Tag zu sein. Einer zum Durchschnaufen, ehe die neue Woche beginnt. Doch dann stieg über Tegel eine Rauchwolke auf, Hertha BSC zeigte Johannes Mohren einmal mehr, dass Showbiz nun Programm ist - und nicht zuletzt war da noch Loriot.

  • Ein Mann trägt während einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711"
    Sebastian Gollnow/dpa

    Der Absacker 

    Macht euch locker!

    Na, spüren Sie es schon? Wie sich die harte Hand der Corona-Beschränkungen von unserer kollektiven Gurgel löst? Bei einigen offenbar nicht, ihnen ist im Würgegriff der Kontaktverbote das Blut in den Kopf geschossen. Was bei Sebastian Schöbel trotzdem auf gewisses Verständnis stößt.

  • Menschen sitzen am 8. Mai im Volkspark am Weinberg in Berlin-Mitte. (Quelle: imago/
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    Der Absacker  

    Eine Frage des Glaubens

    In den letzten Tagen ging es fast nur um Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Manche atmen unter ihrer Schutzmaske auf, andere bemängeln, dass die neuen Bestimmungen zu locker sind. Vieles scheint im Moment eine Frage des Glaubens zu sein. Von Laura Kingston

  • Der offizielle Ball der Fußball-Bundesliga. Quelle: imago images/foto2press
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    Der Absacker 

    Ich glaube, uns sind die Prioritäten verrutscht

    Auf einmal werden fast überall die Maßnahmen gelockert. Sogar die Bundesliga läuft wieder an. Nur ob wir damit nicht viel riskieren und ob am Ende nicht die immer gleichen in die Röhre schauen, das fragt sich etwas bedrückt Haluka Maier-Borst

  • Das einsame Schaukeln hat ein Ende (Quelle; dpa/Christoph Soeder).
    dpa/Christoph Soeder

    Der Absacker 

    Mutig ist, wer Kinder hat

    "Wir können uns ein wenig Mut leisten", verkündete heute unsere Kanzlerin. Das können aber auch nur jene, die keine Kinder haben. Denn Eltern warten weiter auf Hilfe in der Corona-Krise. Während viele von Bundesliga träumen, träumt Lisa Schwesig von der Kita.

  • Prater Biergarten, Kastanienallee, Prenzlauer Berg, Pankow, Berlin (Quelle: dpa/Schoening)
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    Der Absacker 

    Wann sind wir endlich daaaaaaaaaaa?

    Vor der Schaltkonferenz mit der Bundeskanzlerin überbieten sich die Bundesländer mit Lockerungsankündigungen. Auch für Berliner Restaurants wird es wohl bald wieder losgehen, selbst Sommerurlaub scheint möglich. Zeit für Optimismus? Von Sarah Mühlberger

  • Prostest der 'Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand Berlin' gegen die Einschränkung der Grundrechte durch Eindämmungsverordnung der COVID-19-Pandemie im Rahmen Infektionsschutzes vor der Berliner Volksbühne. (Quelle: dpa/Snapshot/Tobias Seeliger/Geisler)
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    Der Absacker 

    Die Verschwörungstheoretiker von Oran

    An diesem Montag sollte der erste Tag der Rückkehr zur Normalität sein. Inzwischen haben viele genug von den Einschränkungen. Dabei stand noch vor ein paar Wochen die Mehrheit hinter ihnen. Jetzt will so mancher Corona am liebsten verdrängen. Von Efthymis Angeloudis

  • Symbolbild: Ein Friseur bei der Arbeit (Quelle: imago images/Hernandez and Sorokina)
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    Der Absacker 

    Die Zahlen haben mir den Kopf gewaschen

    Ab morgen gibt es wieder mehr Lockerungen in Berlin und Brandenburg. Das ist auch möglich, weil gewisse Zahlen sich besser entwickeln als gedacht. Doch es bleibt vertrackt mit den Statistiken. Von Haluka Maier-Borst

  • Archivbild: Inge Deutschkron, Zeitzeugin und Schriftstellerin, und Stefan Tidow (l-r), Staatssekretärs für Umwelt und Klimaschutz in Berlin, nehmen an den Feierlichkeiten für den Spatenstich für Otto-Weidt-Platz in der Europacity teil. (Qualität: dpa/B. Pedersen)
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    Der Absacker 

    Zuhören, bitte!

    Vor 75 Jahren kapitulierte Berlin. Bis heute erzählen Jüdinnen und Juden über die Zeit im Untergrund während des Zweiten Weltkrieges - ein großes Glück für uns alle. Derweil macht besonders ein Vorfall am 1. Mai fassungslos. Von Johannes Mohren

  • Abfall liegt am 12.03.2017 an einem Haus auf dem Gehweg im Berliner Stadteil Kreuzberg. (Quelle: dpa/Steinberg)
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    Der Absacker 

    Liebe kaputte Stadt

    Am 1. Mai wird besonders spürbar, was gerade in Berlin fehlt. Statt bunten Demos und Treiben auf der Straße herrschen betäubende Ruhe und einzelne Krawallmacher. Dass das nach Corona wieder anders wird, hofft Haluka Maier-Borst.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es gibt kein besonnenes Abwägen, wenn es um Menschenleben geht. Wenn jemand eine Pistole auf mich richtet, fange ich nicht damit an "besonnen abzuwägen".

    Fragen Sie die Menschen in den Krankenhäusern was sie vom "besonnenen Abwägen" halten.

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