Julia Fischers Erklärvideo (Quelle: rbb)
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Video: rbb spezial | 25.03.2020 | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wann Angst ein guter Begleiter in der Krise sein kann

Infektion, Mundschutz, Quarantäne. Täglich erklärt rbb-Redakteurin und Ärztin Julia Fischer das Coronavirus – im rbb spezial im Fernsehen, aber auch online und auf den Social-Media-Kanälen des rbb.

Anmerkung: Die Erklärvideos entsprechen dem Wissensstand des Ausstrahlungsdatums. Da zu dem neuartigen Coronavirus noch nicht viel bekannt ist, sind viele Erkenntnisse medizinisch und wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert und durch Studien belegt.

Die Hamsterkäufe nehmen kein Ende, gerade frisch gefüllte Klopapier-Regale werden in der nächsten Sekunde sofort wieder leergeräumt. Warum reagieren viele Menschen so? Wie kommt es zu diesen eigentlich irrationalen Reaktionen? Die Wissenschaft sagt: Die Antwort liegt in unserem Gehirn!

Angst ist sie eine gute, überlebenswichtige Emotion. Und unser Gehirn ist allzeit bereit, Angst zu empfinden: Wie eine Alarmanlage scannt es unsere Umgebung nach möglichen Gefahren, damit wir richtig auf sie reagieren. So hilft Angst uns, eine Straße umsichtig zu überqueren. Sie hilft uns auch, die jetzige Situation ernst zu nehmen und durch die nötigen Maßnahmen Leben zu retten. Allerdings arbeitet die Alarmanlage in unserem Kopf nach dem Motto: Better Safe than sorry, sprich: lieber einen Alarm zu viel, als einen zu wenig auslösen. So entsteht immer mal irrationale Angst. Außerdem stuft unser Gehirn das, was wir nicht unter Kontrolle haben - wie ein unbekanntes Virus - als besonders bedrohlich ein. In seiner Angst sucht das Gehirn nach Strategien, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Die gibt es im Falle des neuen Coronavirus aber nicht. Wir können lediglich Händewaschen und soziale Distanz wahren. Deswegen ergreift unser Gehirn bei dem Versuch, die Kontrolle zurück zu erlangen, manchmal Übersprungshandlungen: Wie Hamsterkäufen und das Horten von Klopapier. Aber das ist weder nötig noch zielführend. Klopapier wird das Virus nicht vernichten. Wenn die Angst einen übermannt, kann es helfen, einen Schritt zurückzutreten, weniger Nachrichten zu schauen und Informationen nur bei bei vertrauenswürdigen Quellen wie dem Robert-Koch-Institut einzuholen. Und vielleicht hilft das Wissen über die Vorgänge im Gehirn ja, Angst als Schutzfunktion zu akzeptieren, rational mit ihr umzugehen und nicht in Panik zu verfallen. Denn die ist nicht sinnvoll.

kurz erklärt

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