Dr. Julia Fischer über Corona-Kontakttagebücher (Quelle: rbb)
rbb
Video: rbb|24 | 31.10.2020 | Material: rbb SPEZIAL | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wie sinnvoll ist ein Kontakttagebuch?

Anmerkung: Die Erklärvideos entsprechen dem Wissensstand des Ausstrahlungsdatums. Da zu dem neuartigen Coronavirus noch nicht viel bekannt ist, sind viele Erkenntnisse medizinisch und wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert und durch Studien belegt.

Wir wissen mittlerweile, in welchen Situationen sich das Coronavirus besonders leicht überträgt. Diese Risikosituationen werden auch unter den "Drei G" zusammengefasst. Dazu gehören:

  1. Geschlossene Räume
  2. Gruppen, also enges Beisammensein mit mehreren Menschen und
  3. Gespräche

Je intensiver gesprochen wird, desto eher wird das Coronavirus über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Es sind genau diese Situationen, die ein oder mehrere "G"s erfüllen, die in diesem Herbst und Winter jeder in seinem Kontakttagebuch notieren sollte. Also, vor allem Gruppenkontakte außerhalb der Familie und des üblichen beruflichen Umfelds. Das können Besuche im Fitnessstudio sein, außerschulische Treffen bei Schülern oder ein Essen mit Freunden im Restaurant. Sobald jemand positiv auf das Coronavirus getestet würde, reichte ein Blick auf die Notizen, um zu wissen: Mit wem war ich in den letzten 14 Tagen in brenzlichen Situationen? Die muss ich kontaktieren, damit sie sich ebenfalls in Isolation nach Hause begeben und sich Testen lassen. So könnte es gelingen, Ansteckungsketten rechtzeitig zu unterbrechen.

Wenn man nicht weiß, mit wen man auf engem Raum war, kann es hilfreich sein, zumindest Ort, Situation und Datum aufzuschreiben. Wenn möglich sollten aber Angaben über die Personen, die Dauer des Treffens und der Ort notiert werden.

Wer keine Lust auf Zettelwirtschaft hat, kann die Daten ins Smartphone eintragen. Tatsächlich gibt es bereits erste Apps zum Anlegen eines Kontakttagebuchs. Und nach 14 Tagen können die Notizen wieder gelöscht werden.

kurz erklärt

4 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 4.

    Das ist kein Quatsch - meine Freunde und Familie wohnen nicht im selben Dorf wie ich, sind berufstätig, da werden selbstverständlich Termine gemacht und in den Kalender eingetragen!
    Und auch wenn in meinem Laden alles vorbildlich läuft (!) halten sich manche Kunden mehr als eine Stunde drin auf und benötigen teilweise eine Beratung oder Hilfe die eine Nähe unter 1,50 m erfordert. Trotz Maske von beiden Parteien und weit geöffneter Ladentür ist mir damit nicht immer wirklich wohl.

  2. 3.

    > Wenn ich mich mit Freunden oder Familie treffe, weiß ich sowieso mit
    > wem und wann, weil das halt als Termin in meinem Kalender steht.
    Das ist natürlich quatsch, (mal abgesehen von Leuten, die wochenweise aus Arbeitsgründen in die Heimat pendeln) die überwiegende Mehrheit hat ihre Familie und Freunde in unmittelbarer Umgebung, hier sind ungeplante, nicht im Kalender stehende Besuche an der Tagesordnung. Die breite Masse ist noch nicht so vergesslich, dass man jeden Furz in einen Kalender oder "Äpp" pinseln muss.
    > Die Kunden, die ich in meinem Laden bediene - häufiger und zahlenmäßig deutlich mehr als meine
    > privaten Treffen - kann ich ja leider schlecht jeweils nach Name und Adresse fragen...
    Da in Ihrem Laden ja vorbildlich alle Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Corona umgesetzt sind (!) ist das auch nicht notwendig.

  3. 2.

    Das kann ich unmöglich machen! Dann fällt auf, was ich für ein Langweiler bin... ich treffe meine Familie, mein Büro, meinen Rewe. Den Tankwart. Hammer, oder? Wie sagt der Typ von Spreeradio so schön: wenn ich meine Kontakte halbieren soll, muss ich meinen Fernseher mit der Flex durchschneiden! Tja. So ist das wohl bei sehr vielen.
    Und die Feierkasper erreicht dieser Apell eh nicht. Da kann man schon froh sein, wenn sie DANACH nach dem Vornamen fragen. Um ihn anschließen zu vergessen oder zu verdrängen.

  4. 1.

    Wenn ich mich mit Freunden oder Familie treffe, weiß ich sowieso mit wem und wann, weil das halt als Termin in meinem Kalender steht. Kann ich auch noch nach Jahren nachgucken ;-)
    Die Kunden, die ich in meinem Laden bediene - häufiger und zahlenmäßig deutlich mehr als meine privaten Treffen - kann ich ja leider schlecht jeweils nach Name und Adresse fragen...
    Ich vermute das ist bei vielen Menschen so und daher ist ein Kontakttagebuch einerseits überflüssig, andererseits nicht machbar.

Mehr Videos