Ärztin und rbb-Moderatorin Dr. Julia Fischer (Foto: rbb)
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Video: rbb|24 | 09.04.2020 | Material: rbb spezial | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Tests auf Covid-19-Antikörper

Anmerkung: Die Erklärvideos entsprechen dem Wissensstand des Ausstrahlungsdatums. Da zu dem neuartigen Coronavirus noch nicht viel bekannt ist, sind viele Erkenntnisse medizinisch und wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert und durch Studien belegt.

Wenn wir uns mit dem neuartigen Coronavirus infizieren, bildet unser Immunsystem Antikörper gegen den Eindringling. Diese Antikörper richten sich gegen ganz spezifische Fragmente des Virus, gegen sogenannte Antigene.
Genau diese Antigene haben Forscher jetzt nachgebaut und im Inneren von Teströhrchen angebracht. Gibt man nun Blut von Menschen dazu, die bereits eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht und deswegen Antikörper gegen das Virus gebildet haben, binden diese Antikörper an die nachgebauten Virus-Antigene. Die Probe wird positiv. Weil unser Körper aber erst nach und nach Antikörper produziert, ist der Test zu Beginn einer Infektion noch relativ unsicher. Deswegen werden hier weiterhin Sekrete aus dem Rachen oder der Lunge auf das Virus untersucht. Etwa 14 Tage nach einer Infektion hat unser Immunsystem aber so viele Antikörper gebildet, dass der Test eine über neunzig prozentige Trefferquote aufweisen kann. Und weil die Antikörper mindestens einige Monate lang in unserem Blut zirkulieren, können auch alte, vielleicht unbemerkte Infektionen nachgewiesen werden. Bisher werden diese Tests noch im Rahmen klinischer Studien geprüft. Vor allem um sicherzugehen, dass sie nicht auch im Falle einer Immunität gegen andere Viren positiv ausfallen. Von sogenannten Schnelltests, die funktionieren wie ein Schwangerschaftstest, raten Experten bisher ab. Sie sind noch nicht präzise. Die sicheren automatisierten Tests hingegen werden jetzt möglichst schnell deutschlandweit eingerichtet.

kurz erklärt

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