Infektionsgefahr
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Video: rbb|24 | 03.06.2020 | Material: rbb Spezial | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wann ist eine Infektionsgefahr mit Covid-19 am größten?

Anmerkung: Die Erklärvideos entsprechen dem Wissensstand des Ausstrahlungsdatums. Da zu dem neuartigen Coronavirus noch nicht viel bekannt ist, sind viele Erkenntnisse medizinisch und wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert und durch Studien belegt.

Die Reproduktionszahl R, also die Ansteckungsrate, ist vermutlich mittlerweile jedem ein Begriff. Sie besagt, dass sich jemand, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist, ohne Schutzmaßnahmen etwa zwei bis drei weitere Personen ansteckt. Allerdings handelt es sich bei dieser Ansteckungsrate um einen Durchschnittswert. Es gibt viele Infizierte, die stecken weniger als zwei bis drei, vielleicht sogar niemanden an. Es gibt aber auch einige wenige Infizierte, die allein ganze Personengruppen anstecken können. Und um diese Ansteckung vieler zu verhindern, müssen wir laut Wissenschaftlern möglichst die Situationen vermeiden, in denen das höchste Infektionsrisiko besteht. Aber welche Situationen sind das? Wie sollten wir uns jetzt verhalten?
Aufschluss darüber, wann und wo besondere Vorsicht geboten ist, geben sogenannte Kontakt-Verfolgungs-Studien. Sie untersuchen, mit wie vielen Menschen ein Infizierter Kontakt hatte, und wie viele davon sich angesteckt haben. Laut dieser Studien besteht das größte Infektionsrisiko, wenn Menschen längere Zeit mit einem Infizierten in einem geschlossenen, schlecht gelüfteten Raum verbringen. Besonders hoch scheint die Gefahr zu sein, wenn dann auch noch laut gesprochen oder gesungen wird - wie bei Chorproben und Gottesdiensten, auf Hochzeiten, in Bars und Clubs. Nach solchen Gruppenveranstaltungen droht die größte Gefahr zu Hause - in der Wohnung oder in Gemeinschaftsunterkünften - aber auch in Großraumbüros. Insgesamt gilt: Je enger der körperliche Kontakt, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Virusübertragung. Deswegen erwischt es innerhalb einer Familie am häufigsten den Ehepartner - mit dem teilt man in der Regel nicht nur die Wohnung sondern auch das Bett. Ebenso droht laut der Studien in öffentlichen Verkehrsmitteln eine bedeutende Gefahr - deswegen hier: Maske auf und wenn möglich, die Rush-Hour vermeiden. Auch dem gemeinsamen Essen in Restaurants schreiben die Forscher ein gewisses Risiko zu. Um es zu minimieren, ist draußen sitzen das Beste. Und schließlich scheinen auch Fitnessstudios nicht ungefährlich zu sein. Vor allem bei schweißtreibenden Sportarten steigt das Infektionsrisiko - beim Zumba stärker als beim Yoga. Auch Sport ist an der frischen Luft am sichersten. Weil das höchste Ansteckungsrisiko offenbar direkt vor und bei Symptombeginn besteht, gilt: Wer sich krank fühlt, sollte dringend zu Hause bleiben.

kurz erklärt

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