Dr. Julia Fischer, Ärztin und rbb-Moderatorin (Bild: rbb)
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Video: rbb|24 | 01.12.2020 | Material: rbb SPEZIAL | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wie man am effektivsten lüftet

Man kann sich die virushaltigen Aerosolwölkchen vorstellen wie Zigarettenqualm. Kurz dampft es nur beim Raucher selbst, bald verteilt sich die nebelige Wolke aber im ganzen Raum. So ist es auch mit den unsichtbaren Aerosolen, die eine mit Corona infizierte Person von sich gibt. Es schweben umso mehr Aerosole umher, je kleiner der Raum ist, je mehr Leute sich darin aufhalten, je länger sie das tun und je lauter sie sich unterhalten.

Immer mehr Studien zeigen jetzt: Lüften ist die beste Methode, um die Aerosolmenge in Innenräumen zu reduzieren. Besser noch als Luftfilter. Wissenschaftler aus Hessen zeigten gerade anhand eines Experiments, dass drei Minuten Lüften die Konzentration an Aerosolen im Raum bis zu 99,8 Prozent senken konnte.

Stoßlüften besonders wirkungsvoll

Die wichtigste Erkenntnis: Stoßlüften, sprich: das weite Öffnen möglichst aller Fenster gleichzeitig - ist weitaus wirkungsvoller als Fenster permanent auf Kipp zu stellen. Am effektivsten ist Lüften, wenn Durchzug möglich ist - dann wird die Luft im Raum meist binnen weniger Minuten ausgetauscht.

Eine gute Nachricht für alle Frostbeulen: Der Luftaustausch gelingt schneller, je kälter es draußen ist. Während im Herbst grob 15 Minuten lang gelüftet werden sollte, können bei Temperaturen unter 10 Grad schon drei bis fünf Minuten ausreichen.

Wer es schwarz auf weiß sehen möchte, kann Co2-Messgeräte nutzen: Die Kohlenstoffdioxidkonzentration im Raum kann als Äquivalent zur Aerosolkonzentration gesehen werden. Die Geräte zeigen an, wann es Zeit ist, zu lüften.

Eine gute Faustformel ohne Gerät: Stoßlüften alle 20 Minuten - sowohl bei privaten Treffen, Zusammensitzen in Büros als auch in Schulen.

kurz erklärt

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