JuliaFischer_Superspreader
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Video: rbb|24 | 04.06.2020 | Material: rbb Spezial | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Warum sind die "Superspreader" entscheidend?

Anmerkung: Die Erklärvideos entsprechen dem Wissensstand des Ausstrahlungsdatums. Da zu dem neuartigen Coronavirus noch nicht viel bekannt ist, sind viele Erkenntnisse medizinisch und wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert und durch Studien belegt.

Bisher wurde im Rahmen der Corona-Pandemie viel über die Reproduktionszahl R diskutiert. Sie besagt, dass ein mit dem neuartigen Coronavirus Infizierter ohne Schutzmaßnahmen im Schnitt zwei bis drei weitere Personen ansteckt. Allerdings ist diese Zahl ein Durchschnittswert. Studien zeigen, dass die meisten Infizierten in Wirklichkeit weniger Menschen anstecken: Etwa 70 bis 80 Prozent infizieren sogar niemanden.

Dann gibt es aber einige Personen, die ganz viele andere anstecken. Das sind sogenannte Superspreader, frei übersetzt: Superverteiler. Laut dieser Superspreaderhypothese sind zehn bis 20 Prozent der Infizierten verantwortlich für etwa 80 Prozent der Ansteckungen. Warum manche Menschen mehr Virus weitergeben als andere, wissen wir noch nicht. Aber wir lernen immer mehr über die Umstände, unter denen solche gehäuften Ansteckungen passieren.

Zum einen ist das Komplizierte am neuartigen Coronavirus, dass die höchste Ansteckungsgefahr direkt vor oder mit Symptombeginn besteht. Eine ansteckende Person bemerkt nichts und ist im öffentlichen Leben unterwegs. Während wir diesen Faktor nur schwer kontrollieren können, können wir sehr wohl versuchen, die Ereignisse, bei denen es zu gehäuften Ansteckungen kommt, zu vermeiden.

Geschlossene, schlecht belüftete Räume

Das größte Potential, ein Superspreader-Event zu werden, scheinen Situationen mit Personengruppen in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen zu haben. Insbesondere dann, wenn zusätzlich laut gesprochen oder gesungen wird. Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass, wenn wir es schaffen würden, sämtliche Superspreader-Ereignisse zu verhindern, wir die Reproduktionszahl von zwei auf eins senken könnten.

Bestätigen sich diese Hypothesen, ließen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten: Wir sollten enge, schlecht belüftete Räume sowie Menschenmengen meiden und uns vor allem draußen aufhalten. Wenn das nicht geht: Maske auf und Abstandhalten. Und wer sich krank fühlt: Zu Hause bleiben.

kurz erklärt

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1 Kommentar

  1. 1.

    Menschenmengen meiden ...? Superspreader ... ? Wir hatten in Berlin den 1. Mai, den 8. Mai, jetzt die Demos gegen Polizeigewalt, Party auf Kanälen , usw usw ..... Die Zahlen in Berlin sind trotzdem alle supi ..... Im Himmel ist Jahrmarkt und ich habe noch Freikarten .... Liebe Fr. Dr. Fischer .... glauben Sie das alles selbst ?

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