Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wie funktionieren Vektorimpfstoffe?

Sa 05.12.20 | 12:03 Uhr
Fischers-Daily-Vectorimpfstoffe
rbb
Video: rbb|24 | 05.12.2020 | Material: rbb SPEZIAL | Bild: rbb

„Vektor“ ist lateinisch und bedeutet „Träger“. Bei den sogenannten Vektor-impfstoffen suchen sich Wissenschaftler einen ungefährlichen Träger, der Bruchstücke des Coronavirus in den Körper des Impflings bringt, damit das Immunsystem darauf reagieren und eine Abwehr aufbauen kann.

Im Falle des AstraZeneca Impfstoffs ist dieser Träger ein abgeschwächtes Erkältungsvirus eines Schimpansen. Per Gentechnik wird diesem Virus im Labor ein kleiner Teil des Erbguts vom Coronavirus eingesetzt. Und zwar das, welches die Bauanleitung für das Corona-Schlüsselprotein, das Spike-Protein, enthält.

Wird der Impfstoff gespritzt, gelangen diese Vektorviren mit der Bauanleitung des Coronavirusproteins in einige menschliche Zellen. Und diese beginnen daraufhin, das Spike-Protein selbst herzustellen. Der Körper erkennt es als fremd und setzt seine Abwehrmaschinerie in Gang. Die wenigen Vektorviren sind bald aufgebraucht, aber die Immun-antwort steht.

Sollte das Coronavirus irgendwann tatsächlich in den Körper gelangen, ist dieser vorbereitet und kann es bekämpfen. Vektorimpfstoffe sind bereits gegen Dengue und Ebola im Einsatz, günstig und schnell in der Herstellung, und laut aktueller Erkenntnisse sind sie gut verträglich. Was die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs angeht: Noch sind die Studiendaten nicht komplett und es gab Kritik an Berechnungen des Herstellers. Bevor klar ist, was der Impfstoff leisten kann, müssen weitere Untersuchungen folgen.

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