Symbolbild: Mundschutz (Quelle: imago images/Thomas Imo)
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Aktuelle Zahlen - Dritter Corona-Toter in Berlin - mehr als 1.400 Erkrankte

Die Zahlen der Coronavirus-Patienten in Berlin und Brandenburg steigen weiter. In Berlin gibt es inzwischen ein drittes Todesopfer. Derweil warten niedergelassene Ärzte und auch das Krankenhaus-Personal dringend auf Nachschub von Masken, Handschuhen und Kitteln.

Was Sie jetzt wissen müssen

In Berlin ist eine dritte Person durch das Coronavirus gestorben. Es handelt sich laut Gesundheitsverwaltung um einen 42-jährigen Mann. Zuvor war ein 95 Jahre alter Mann gestorben, er hatte schwere Vorerkrankungen. Der zweite Corona-Tote war ein 70-Jähriger.

In Berlin gibt es derzeit 1.425 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Gesundheitsverwaltung [berlin.de] am Dienstagabend mit. Die Kontaktpersonen werden derzeit ermittelt, kontaktiert und isoliert.

791 Personen sind männlich, 632 weiblich. Bei zwei Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 112 Personen, davon werden 26 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Um Intensivpatienten behandeln zu können, stehen in Berlin laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) insgesamt 1.045 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten zur Verfügung.

Das RKI hat am Dienstag die Falldefinition angepasst. Es wird jetzt auch als Covid-19-Fall gezählt, wenn jemand Kontaktperson eines bestätigten Covid-19-Falls ist und Symptome zeigt.

443 Covid-19-Patienten in Brandenburg

Das Gesundheitsministerium Brandenburg meldete, dass bislang 443 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden (Stand: 24.03.2020, 15:00 Uhr). 37 Personen sind in klinischer Behandlung, davon müssen drei intensiv-medizinisch beatmet werden. In Brandenburg gibt es 700 Intensivbetten und 500 Beatmungsplätze.

Das Land Brandenburg verzeichnet weiterhin einen Todesfall: Es handelt sich um einen 81-Jährigen. Neben dem Coronavirus litt der Mann zudem an schwersten Vorerkrankungen. Es ist unklar, ob der Patient an der Coronavirus-Infektion starb oder an einer seiner Vorerkrankungen.

Nur eine neue Schutzmaske pro Berliner Praxis

Große Sorge bereitet vor allem den Ärzten in Berlin die fehlende Schutzausrüstung, um Patienten behandeln zu können: Eigentlich sollten am vergangenen Donnerstag die vom Bundesgesundheitsministerium angekündigten Schutzmasken bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin eintreffen. Doch noch herrscht im Lager der KV gähnende Leere. "Bisher haben wir nur eine geringe Menge an Schutzkitteln und Schutzhandschuhen erhalten. Und von den versprochenen Schutzmasken sind heute lediglich 8.000 Stück eingetroffen, das ist gerade einmal eine Schutzmaske pro Praxis", teilte der Vorstand der KV Berlin in einer Pressemitteilung am Montag mit.

Aufgrund der fehlenden Schutzausrüstung müssten die Praxen ihren Betrieb einstellen beziehungsweise einschränken, so die KV weiter. Es werde bezüglich Covid-19 zwar viel über den stationären Bereich gesprochen, dabei müsse allen klar sein, dass die medizinische Versorgung in einer solchen Krise nur in ihrer Gesamtheit betrachtet werden könne, schreibt die Kassenärztliche Vereinigung in der Mitteilung.

Diebstahl in Krankenhäusern

Doch auch in den Berliner Krankenhäusern wartete das Personal zuletzt auf dringend benötigtes Schutzmaterial. Besonders FFP2-Masken werden deswegen streng rationiert. Erschwerend kam hinzu, dass Material aus den Kliniken entwendet worden war: Plötzlich fehlten etliche Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.  

Dem drohenden Personalmangel bei Medizinern sollte indes ein Aufruf von der Bundesärztekammer entgegenwirken. Mit Erfolg: Bei der Berliner Ärztekammer meldeten sich 160 Medizinstudenten und Ärzte im Ruhestand, um bei der Behandlung von Corona-Patienten zu helfen. Dies sei eine gute Zahl nach nur wenigen Tagen, sagte der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, am Dienstag im rbb-Inforadio. Allerdings sei noch völlig unklar, welche Mediziner wo sinnvoll eingesetzt werden könnten. Jonitz forderte deshalb eine bessere Koordinierung nach dem Beispiel Hamburgs.

Kaum noch Schutzmaterial in Brandenburg

Auch in Brandenburg fehlt den Ärzten Schutzmaterial. Der KV-Vorstandschef Peter Noack, bezeichnete die Lage als "höchst angespannt". "Das Schutzmaterial ist allgemein nicht mehr vorhanden. Es geht um Schutzbrillen, Masken und Kittel", sagte Noack der Zeitung "Der Prignitzer" am Dienstag. Die Lieferung von 50.000 Schutzmasken am vergangenen Wochenende reiche nicht, weil jeder nur 10 bis 15 Stück bekomme. "Wir brauchen Hunderttausende", sagte Noack. "Außerdem mangelt es an Desinfektionsmitteln und der allgemeine Praxisbedarf ist nur schwer lieferbar."

Bezüglich der Versorgung durch die Ärzte in Brandenburg gibt es nach Angaben von Peter Noack bislang keine Probleme: "Wer ambulant behandelbar ist, wird gut versorgt", sagte der KV-Vorstandschef.

Sendung: Inforadio, 24.03.2020, 12 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Hartmuth] vom 25.03.2020 um 15:13
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37 Kommentare

  1. 37.

    Er vergleicht SARS (SARS-assoziiertes Coronavirus) und SARS-Cov2 und macht daher den Unterschied und die Gefährlichkeit von SARS-Cov2 deutlich.
    Es ist richtig das 774 Menschen starben. Die Letalitätsrate bei SARS lag deutlich höher als aktuell, nämlich bei 9,6%. Es gab 8096 Erkrankte weltweit (in Deutschland: 9)!
    Zusammengefasst wird erklärt, dass SARS (SARS-assoziiertes Coronavirus) mit dem SARS-Cov2 verwandt ist, aber nicht identisch. Es gibt 17 % Unterscheidungen. Die Sterblichkeitsrate bei SARS ist deutlich höher (9,6%), aber die Inkubationszeit (SARS=2 Tage / SARS-Cov2=2-14 Tage) sehr unterschiedlich. Daraus folgt eine viel höhere Wahrscheinlichkeit der Ansteckung, daher die Gefährlichkeit. Was man ja an den aktuellen Fallzahlen auch sehen kann.

  2. 36.

    Er vergleicht SARS (SARS-assoziiertes Coronavirus) und SARS-Cov2 und macht daher den Unterschied und die Gefährlichkeit von SARS-Cov2 deutlich.
    Es ist richtig das 774 Menschen starben. Die Letalitätsrate bei SARS lag deutlich höher als aktuell, nämlich bei 9,6%. Es gab 8096 Erkrankte weltweit (in Deutschland: 9)!
    Zusammengefasst wird erklärt, dass SARS (SARS-assoziiertes Coronavirus) mit dem SARS-Cov2 verwandt ist, aber nicht identisch. Es gibt 17 % Unterscheidungen. Die Sterblichkeitsrate bei SARS ist deutlich höher (9,6%), aber die Inkubationszeit (SARS=2 Tage / SARS-Cov2=2-14 Tage) sehr unterschiedlich. Daraus folgt eine viel höhere Wahrscheinlichkeit der Ansteckung, daher die Gefährlichkeit. Was man ja an den aktuellen Fallzahlen auch sehen kann.

  3. 35.

    Es gibt mittlerweile so viele Beiträge zum Thema, ich setz diesen mal hier rein:

    "Coronavirus: Charité startet Corona-App (CovApp)"
    https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/coronavirus_charite_startet_corona_app_covapp/

    mit 26 freiwillig einfach und anonym zu beantwortenden Fragen zur eigenen person
    "Handlungsempfehlungen und Informationen zum Coronavirus" - EN/DE
    https://covapp.charite.de/

  4. 34.

    2 mal falsch. 1. Die aktuell verwendeten Tests sind keine Antikörpertests sondern mittels PCR wird der Erreger nachgewiesen. Und 2.: SARS-CoV-2 gab es vor ein paar Jahren nicht.

  5. 33.

    KÖNNTEN wir nicht die Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen wenigstens mal für eine Weile zurückstellen?
    WENN wirklich eine große Gefahr für uns alle besteht, allein dadurch dass das Gesundheitssystem extremst belastet wird, wenn die Zahl der Kranken zu schnell steigt - dann KÖNNTEN wir uns doch vielleicht entscheiden, die Einschränkungen einfach mal eine Weile auszuhalten/durchzuhalten. Und uns später darüber freuen, wenn es "alles doch gar nicht so schlimm" war.
    WENN die Gefahr tatsächlich sehr groß ist, (was niemand von uns wirklich ausschließen kann, oder???) - ist es dann nicht angemessen, alle nur erdenkliche Vorsicht walten zu lassen, anstatt darüber zu *spekulieren*, dass das alles *wahrscheinlich* viel zu übertrieben ist??
    Wer von den Zweiflern würde hier *jetzt* die Hand dafür ins Feuer legen, dass alles glimpflich verläuft? Freiwilige vor. Und richtig rein mit der Hand ins Feuer. Falls keine Gefahr ist, wird sie schon nicht verbrennen.

  6. 32.

    Es gibt tatsächlich immer noch Leute die diese unsäglichen Italien Vergleiche machen.
    Das ist nicht mal ansatzweise mit Deutschland vergleichbar und eins ist auch klar umso mehr getestet wird, umso mehr werden natürlich auch identifiziert.
    Dieser Wert der Neuinfektionen bringt gar nichts, wichtiger wären Werte wer wirklich in ernster Behandlung ist und das sind momentan extrem wenige, vor allem in Deutschland.
    Und daher schließe ich mich hier vielen Vorrednern ihr an, dass alle Maßnahmen extremst übertrieben sind und uns am Ende mehr Schaden als Nutzen bringen.

  7. 31.

    Danke Ihnen für die Nachfrage. Wenn Sie über die Grafiken mit Maus (PC) oder Finger (Handy) gehen, sollte sie die Fallzahlen der vergangenen Tage sehen. Ansonsten haben wir hier eine datenbasierte Auswertung darüber wie sich die Lage entwickelt für Sie hier https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/service/faelle-berlin-brandenburg-verdopplungszeit-fallzahlen-entwicklung.html

  8. 30.

    Vielen Dank fürs fleißige berichten. Wirklich nützlich wären die Zahlen für mich aber erst, wenn Sie dabei nicht nur die heutigen sondern auch die Infiziertenzahlen von gestern veröffentlichen würden. Dann hätte man ein Bilde wie schnell das Virus sich ausbreitet.
    Was meinen Sie, das wäre doch sicher ein Leichtes für Sie?

  9. 29.

    Mit dem Test, der aktuell bei Covid-19 eingesetzt wird, können nur aktive Viren nachgewiesen werden. Allerdings wird gerade an einem Antikörper-Test gearbeitet.

  10. 28.

    Auch die SARS-"Pandemie" 2002/03, die der freundliche Herr im Video als Beispiel anspricht, fordete weltweit nur 774 Tote. Das können Sie gerne bei Wikipedia nachlesen.

  11. 27.

    Hallooooo??? Wir sind gut aufgestellt? Wer lesen kann, hat mehr vom Leben. Es sind kaum noch Masken und Desinfektionsmittel vorhanden und ein Nachschub ist nicht absehbar. Na toll, wie wir aufgestellt sind.

  12. 26.

    oh, Tati, in der Meldung, dass alle ü70 von der Berliner Gesundheitssenatorin aufgefordert wurden, daheim zu bleiben, wurde ich fast gekreuzigt für die Aussage, dass die meisten Senioren völlig uneinsichtig sind und Isolation sie aber am besten schützen wurde.

    Leider leider kann ich das Verhalten bei den meisten Senioren nur bestätigen, die ich antreffe - als wäre nix gewesen. Dabei machen wir den ganzen Aufriss nur für die Risikogruppen (vornehmlich unsere eigenen Eltern und Schwiegereltern...) und für das marode Gesundheitssystem.

    Wir kriegen es ja eh alle irgendwann, und NUR für die (auch meine) Senioren bremsen wir die Fulminanz der Entwicklung aus!

  13. 25.

    Also laut RKI und JHU sind es heute Stand 21 Uhr 206 mehr als vorher. Und wenn man sich die Kurve anschaut, dann ist das eine klassische e-Funktion. Jetzt muss man nur noch verstehen was mathematisch eine e-Funktion ausdrückt und wie dort das Wachstum ist. Man kann schon Wirkungen von den Gaststätten und Clubs Schließungen sehen, aber die Kurve nimmt weiterhin exponentiell zu. Wenn es morgen keine 1590 neu Infizierten sind, dann könnte man zuversichtlich sein.

  14. 24.

    An der Verhältnismäßigkeit grüble ich auch schon seit ein paar Tagen.
    Vor allem wenn ich das Lese:

    (Quelle RBB24)
    "443 Covid-19-Patienten in Brandenburg
    Das Gesundheitsministerium Brandenburg meldete, dass bislang 443 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden (Stand: 24.03.2020, 15:00 Uhr). 37 Personen sind in klinischer Behandlung, davon müssen drei intensiv-medizinisch beatmet werden. In Brandenburg gibt es 700 Intensivbetten und 500 Beatmungsplätze.

    Das Land Brandenburg verzeichnet weiterhin einen Todesfall: Es handelt sich um einen 81-Jährigen. Neben dem Coronavirus litt der Mann zudem an schwersten Vorerkrankungen. Es ist unklar, ob der Patient an der Coronavirus-Infektion starb oder an einer seiner Vorerkrankungen."

  15. 23.

    Na und? Wenn sie gesund ist und keine schweren Erkrankungen hat, dann sei doch froh dass sie noch so aktiv ist.

  16. 22.

    Es IST ein Antikörper Test. Deshalb zeigt er ja auch positiv an, wenn du die Infektion längst durchgemacht hast, eventuell bereits vor Jahren.

  17. 21.

    Italienvergleich hinkt:

    Beim Italien-Vergleich darf man folgenden Punkt nicht außer Acht lassen: Wer infiziert ist, ohne zu erkranken, fällt schnell aus der Statistik, wenn nicht frühzeitig getestet wird. „Ich gehe davon aus, dass sehr viele jüngere Italiener infiziert sind oder schon waren, ohne je erfasst worden zu sein. Das erklärt auch die vermeintlich höhere Sterblichkeit durch das Virus dort“, erklärt Virologe Christian Drosten im Interview mit Zeit.

  18. 20.

    Im Gegenteil. Sie sind nicht allein mit Ihrer Meinung. Das was nach diesen völlig überzogenen Maßnahmen passieren wird ist ein globaler wirtschaftlicher Kollaps, der durch nichts kompensiert werden kann. Da wurde ein Domino ins Wanken gebracht und der reißt alles mit sich.

  19. 19.

    BItte dazu dieses Video anschauen: https://www.3sat.de/wissen/scobel/corona-was-es-ueber-unsere-gesellschaft-verraet-100.html

  20. 18.

    Ich denke auch das diese ganzen Maßnahmen andere Hintergründe haben. Tut mir leid aber die meisten Virologen sagen man muss erstmal sehen was die eingeleiteten Maßnahmen bringen und nicht immer noch mehr und noch mehr. Wird denn auch mal an die ganzen Schüler gedacht? Wie lange soll das gehen? Diesen Virus werden wir nicht mehr los und ich finde es ist bei uns eigentlich alles ziemlich gut aufgestellt. Ich weiß es werden jetzt wieder Kommentare kommen ob ich blöde wäre usw. ist mir aber egal ist meine Meinung

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