Symbolbild: Ein Nachtklub (Quelle: dpa/Simon Belcher)
Bild: dpa/Simon Belcher

Nachtleben vor Shutdown - Senat will Berliner Clubs und Kneipen schließen

Die Clubszene in Berlin steht wegen der Corona-Krise unmittelbar vor dem Shutdown. Am Dienstag soll beschlossen werden: Alle Clubs, Bars und Kneipen machen dicht. Bei der Gastronomie sieht es etwas anders aus.

Was Sie jetzt wissen müssen

Wegen der Coronavirus-Ausbreitung werden in Berlin alle Clubs, Bars und Kneipen ab Mitte nächster Woche geschlossen. Bei der Gastronomie wolle man aber den Bereich aufrechterhalten, der mit einem Essensangebot der Versorgung diene, sagte Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), am Freitag.

Die rechtlichen Grundlagen für diesen Schritt sollten demnach am Dienstag beschlossen werden. Ob die Schließungen dann unmittelbar oder erst am Mittwoch gelten sollten, war zunächst nicht klar. Am 20. April wolle man die Situation wieder bewerten.

Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" [morgenpost.de] von der Corona-Zwangspause berichtet. Auf Anraten der Amtärzte habe der Senat sich darauf verständigt, die Lokale zu schließen, schreibt die Zeitung.

"Tanzen gehen ist nicht mehr"

Die "Morgenpost" zitiert Experten, wonach die Ansteckungsgefahr besonders groß ist, wo Menschen eng zusammenstehen, tanzen und es laut ist. Die Situation sei eine andere als beispielsweise in Restaurants, wo sich die Gäste in der Regel mit etwas größerem Abstand gegenübersitzen. "Tanzen gehen ist nicht mehr", habe es aus Senatskreisen geheißen.

Recherchen des rbb hatten ergeben, dass mehr als die Hälfte der bis zum 10. März bekannten Corona-Infizierten in zwei Berliner Clubs gefeiert hatten.

Berlins wohl berühmtester Club, das Berghain, hat bereits reagiert und den Betrieb bis mindestens zum 20. April eingestellt.

Wegen der Corona-Krise sehen sich viele Clubs in der Hauptstadt in ihrer Existenz bedroht. Die Clubkommission hatte am Mittwoch gewarnt, eine Schließung von nur wenigen Wochen würde "unweigerlich zur Insolvenz der meisten Clubs führen".

Drosten: Entscheidung "im Dienste der Gesellschaft"

Der Virologe Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité sagte in seinem täglichen Podcast im NDR [ndr.de], die Schließung bringe zwar ein heftiges finanzielles Problem für die Clubbetreiber mit sich, trotzdem müssten "im Dienste der Gesellschaft" solche Entscheidungen getroffen werden. Er appellierte an die Nachtschwärmer, Abstand zu halten: "Trefft euch zuhause im kleinen Kreis und schaut euch eine Serie an."

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

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45 Kommentare

  1. 45.

    Gilt dies auch für die kleine Kietzkneipe an der Ecke, wo sowieso nicht mehr als 5 - 10 Stammgäste sitzen?

  2. 44.

    Da sollte man schon differenzieren: an der Schließung bzw. Absage größerer Club-Events führt wohl kein Weg vorbei. Schule ist ja auch zu. Ob aber kleinere Tanzveranstaltungen, Bars mit paar Dutzend Leuten schließen müssen - die ja nicht alle dicht an dicht stehen und wo auch keiner gezwungen ist, zu tanzen: Da dürfte das Risiko überschaubar sein, zumal bei wohl reduzierter Teilnehmerzahl. Wobei ich darüber gerne selbst bzw. abhängig vom Veranstalter meines Vertrauens entscheiden möchte! Sicherlich Psychologie. Aber die ist es bei den Bustüren etc. doch auch nur. Sonst bräuchten wir ne neue Berliner Mauer als Anti-Corona-Schutzwall! Und beim privaten Treffen im kleinen Kreis hängt es ja genau davon ab, welches Risiko bzw. (unwissentliche) Infizierung denn die (vermeintlich) Vertrauten tragen. War bei Aids schon so. Sicher ist nur der Tod!

  3. 43.

    Da sollte man schon differenzieren: an der Schließung bzw. Absage größerer Club-Events führt wohl kein Weg vorbei. Schule ist ja auch zu. Ob aber kleinere Tanzveranstaltungen, Bars mit paar Dutzend Leuten schließen müssen - die ja nicht alle dicht an dicht stehen und wo auch keiner gezwungen ist, zu tanzen: Da dürfte das Risiko überschaubar sein, zumal bei wohl reduzierter Teilnehmerzahl. Wobei ich darüber gerne selbst bzw. abhängig vom Veranstalter meines Vertrauens entscheiden möchte! Sicherlich Psychologie. Aber die ist es bei den Bustüren etc. doch auch nur. Sonst bräuchten wir ne neue Berliner Mauer als Anti-Corona-Schutzwall! Und beim privaten Treffen im kleinen Kreis hängt es ja genau davon ab, welches Risiko bzw. (unwissentliche) Infizierung denn die (vermeintlich) Vertrauten tragen. War bei Aids schon so. Sicher ist nur der Tod!

  4. 41.

    Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, man muss nicht krank sein, um ansteckend zu sein. Das heißt Sie schleppen die Viren mit sich rum und verteilen die auf andere Menschen. Und da sind mit Sicherheit Menschen aus Risikogruppen dabei. Vielleicht ja auch ihre eigene Familie.

  5. 40.

    Was passiert eigentlich mit der Berliner Tafel?

  6. 39.

    Mal im Ernst:
    Warum soll die Allgemeinheit für die "Freiheit" einzelner Partyhopser die Kosten der Genesung im Ansteckungsfall übernehmen?
    Ein derartiger Multiplikator von Viren gehört danach abgestraft.

  7. 38.

    Ist doch logisch, warum das Wochenendgeschäft auslassen?
    Eine Überprüfung ist auch überhaupt nicht realistisch.

  8. 37.

    Träum weiter. Die Realität bedeutet, der dumme Angestellte darf auf 40 oder 33 Prozent seines Lohnes verzichten und weiter die volle Belastung fahren.
    Dafür wird Banken und co. geholfen.

  9. 36.

    Warum so lange warten? Warum wird so rumgeeiert. Schluss, sofort und alles wird gut.

  10. 35.

    Was ist mit den eigenen Mitarbeitern ?
    Die Menschen sollen Abstand halten, Kontakte vermieden werden. (Merkel)
    Wie sieht es mit den Mitarbeitern in Bürgerbüros, Standesämter, Gewerbeämter, Bußgeldstellen ....aus ?
    Müssen z.B Eheschließung abgesagt werden ? Muss es unbedingt jetzt ein neuer Pass sein ?

  11. 34.

    Ich schlage vor, daß alle Vermieter während Corona, auf die Miete verzichten und alle Banken auf alle Ratenzahlungen.

  12. 33.

    Einfach machen, nicht nur wollen!

  13. 32.

    Warum wartet man dann bis Dienstag? Kann also nicht so dringend sein

  14. 31.

    Freiberufler bzw. Selbständige können sich wohl ans Finanzamt wenden. Heute stand etwas in der Berliner Zeitung zu dem Thema.

  15. 30.

    Dito.
    Schon mal Clubbetreiber auf deren Anwesen in der Uckermark, am Holzmarkt oder in ihren Restaurants besucht?
    Naivität kennt keine Grenzen. Wenn sie meine Kritik genau gelesen hätten, wäre ihnen aufgefallen, dass ich damit nicht die kleinen Nischenbetriebe meine. Wenn ein Kisok kaputt geht, weil Touristenströme umgelenkt wurden, sind sie dann auch solidarisch? Wer sein Geschäft mit Masse statt Klasse betreibt, darf sich nicht wundern, wenn das auch schief gehen kann. Für all die mit Leidenschaft und Esprit geführten Unternehmungen gilt das sowieso nicht, weil denen der Mainstream egal ist. Die bekommen eh kaum oder gar nichts vom Kuchen ab.

  16. 28.

    "Es unglaubwürdig bzw. dilettantisch aus den fetten Jahren, die da reichlich sind, keine Rücklagen gebildet zu haben."

    Informieren Sie sich besser, bevor Sie solche haarsträubenden Aussagen tätigen. Pfui!

  17. 27.

    Ach verdammt, hatte mich schon sehr auf die leeren Floors gefreut. Das wäre doch mal ein sehr guter Grund, endlich einmal wieder in einen Club zu gehen! Wann hatte man dort schon das letzte Mal genügend Platz zum Tanzen? Vor allem, wer hat die Kraft, mit Krankheit tanzen zu gehen? Ich hoffe, dieses Verbot von Veranstaltungen führt nicht dazu, dass die Clubs sterben. Denn wenn, sollten sie geretten werden. Wenn die Krise vorbei ist und dann nur noch wenige Clubs übrig sein sollten, dann wird es nie mehr genügend Platz zum Tanzen geben. Solange diejenigen, die den Schaden haben, nicht aufgefangen werden, sehe ich diese Maßnahme leider kritisch.

  18. 26.

    Wie es scheint, stehen nun einige Schließungen fest. Mir wurde gerade mitgeteilt, daß jetzt erstmal bei meinem Arbeitsplatz mindst. einen Monat Sendepause ist. Anscheinend haben sich mehrere Clubs darauf geeinigt. Wie und ob es danch weitergeht, steht in den Sternen. Wenn man den Aussagen der Amtsärzte glauben darf, ist das ja keine einmonatige Beschränkung, sondern gilt mindst. bis zum Herbst.

    Na dann mal ins volle Arbeitsamt, besteht da eigtl. auch Infektionsgefahr ???

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