Archivbild: Krokusse auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde an der Bergstraße in Berlin Mitte bei untergehender Sonne, fotografiert am 27. 2. 2014. (Quelle: dpa/Doris Spiekermann-Klaas)
Bild: dpa/Doris Spiekermann-Klaas

Wegen Coronavirus - Evangelische Friedhöfe in Berlin werden geschlossen

Was Sie jetzt wissen müssen

Ab Montag sind in Berlin insgesamt 46 evangelische Friedhöfe für die Öffentlichkeit gesperrt. Beerdigungen finden allerdings mit Einschränkungen weiter statt, teilte der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte am Sonntag mit.

Urnenbestattungen sollen wenn möglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Erdbeisetzungen könnten weiterhin erfolgen. Dazu werde der Friedhof für maximal zehn Personen geöffnet. Trauerfeiern sollen nicht mehr in den Friedhofskapellen, sondern im Freien stattfinden.

Die Schließung erfolge auch deshalb, weil die Friedhöfe durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Epidemie von manchen als Fußballplatz, zum Spielen mit größeren Kindergruppen, als Auslauf für Hunde oder Ersatztoilette zweckentfremdet worden seien, erklärte Verbandsgeschäftsführer Tillmann Wagner.

Stahnsdorf im Notbetrieb

Deutschlands größter evangelischer Friedhof im brandenburgischen Stahnsdorf ist seit vergangenem Donnerstag (19. März) nur noch im Notbetrieb geöffnet. Die Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz habe den Stahnsdorfer Südwestkirchhof als systemrelevanten Bereich des gesellschaftlichen Lebens bewertet, teilte Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt mit.

Die Gräber im Südwestkirchhof dürfen weiterhin von Angehörigen besucht werden, betonte Ihlefeldt. Auch Trauerfeiern mit anschließenden Beisetzungen seien möglich. Terminverschiebungen auf Wunsch der Trauernden würden jedoch ohne administrative Hürden akzeptiert. Die Trauergesellschaften sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Sendung: Inforadio, 22.03.2020, 15 Uhr 40

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17 Kommentare

  1. 17.

    Ein Faustschlag ins Gesicht der Trauernden! Hat jemand schon mal mehr als 1-2 Personen bei einem Besuch einer Grabstätte gesehen? Oder hat einer schon mal Menschen auf dem Friedhof Fußball spielen gesehen? Und auf wieviel Friedhöfen soll das vorgekommen sein? Müssen dafür 46 Friedhöfe geschlossen werden? Müssen dafür die Trauernden abgestraft werden? Das tut so weh und hat nichts mit Corona zu tun.

  2. 16.

    Guten Abend Rolf,
    Sie sprechen mir aus dem Herzen . Ich bin auch regelmäßig auf dem Friedhof und in Zeiten des Corona Virus ist es wohl der sicherste Ort sich nicht anzustecken . Es klingt makaber, aber unsere Lieben, die dort angekommen sind, kehren leider nicht wieder zurück und können uns auch nicht infizieren . Die Anzahl der Mitarbeiter , die mir in den letzten 5 Jahren begegnet sind,, kann ich an beiden Händen abzählen und ich bin einmal wöchentlich da. Ich bin durchaus für vernünftige und wirksame Schutzmaßnahmen , diese Entscheidung ist wirklich unsinnig und überflüssig.

  3. 15.

    Ich bin von der Argumentation der Kirche doch sehr überrascht. Also, wenn ich auf einen Friedhof gehe, und daß mache ich sehr gern und oft, sehe ich besten Falls meist auch nur aus der Ferne Personen, die entweder Gräber besuchen, oder schlichtweg nur spazieren gehen. Von Nähe keine Spur. Und Mitarbeiter, meist Fehlanzeige. Außer beim Auf- und Abschließen. Frage mich, ob die Kirche überhaupt noch Mitarbeiter hat bei ihrem permanenten Sparkurs. Aber vielleicht kann man ja jetzt die Auf- und Abschließer auch noch kostengünstig auf Kurzarbeit setzen. Zum Wohle der Allgemeinheit. Bei all der Gefahrensituation sollte man vielleicht nicht das Augenmaß verlieren. Und die Kirche sollte vielleicht mal darüber nachdenken, ob sie sich nicht gleich selber abschaffen will. Verringert vielleicht auch die Ansteckungsgefahr.

  4. 14.

    Danke für den kritischen Kommentar. Hier passieren Dinge, weil Menschen sich pietätlos auf einem Friedhof verhalten und nicht sie werden sanktioniert, sondern die, die sich zu benehmen wissen. Das ist Berlin pur. Gegen alle Werte und gegen Menschlichkeit. Das moderne Berlin geht stets den Weg des geringsten Wiederstands.

  5. 13.

    Das ist ein absolut inakzeptabler Schritt! Nur auf dem Friedhof fühle ich mich derzeit noch in gewisser Weise mit Gott
    verbunden, nachdem schon Gottesdienste und Kirchen geschlossen wurden. Dort konnte ich zwiesprache mit ihm und meinen verstorbenen Angehörigen halten. Es war immer ein Ort der Besinnung, Ruhe und Ehrfurcht - auch in den vergagenen Tagen! Von Fußballspielern oder Kindergruppen keine Spur! Jeder Besucher dort hat an dem zugehörenden Grab Besinnung und Einkehr gefunden. Das ist gerade in der jetzigen Zeit wichtiger denn je!
    Warum werden nicht die wenigen Störer der Totenruhe bestraft wie es das Gesetz ermöglicht, sondern jetzt alle trauernden verbannt???
    Hier sollte sich deutlicher Widerstand regen, aber leider wird das nicht passieren weil die vorwiegend Älteren keine Lobby haben! Zur den Entscheidern der Kirche, die das beschossen haben, fällt mir nur eins ein: PFUI, SCHÄMT EUCH!

  6. 11.

    Die Nachricht über die Schließung der Friedhöfe für die Hinterbliebenen entsetzt mich sehr. Wenn vielfach ältere Menschen, die jetzt ohnehin von sozialen Kontakten angeschnitten sind, nicht mehr zu ihren Verstorbenen dürfen, wird das kaum zum Rückgang von Neuansteckungen führen. Vereinsamung, Verzweiflung und Suizid werden möglicherweise ansteigen. Hier sollte noch einmal mit Augenmaß geprüft werden.

  7. 10.

    Leider muss ich mich noch einmal zu Wort melden, es ärgert mich, auch wenn ich vertehe, dass jeder seine eigene Trauer hat, auch ich, aber es geht doch hier um das WIR. Wie sollen denn die Friedhöfe den Betrieb aufrecht erhalten, sie haben keine Security und können das auch nicht leisten, Bestattungspersonal und Friedhofspersonal müssen aber auch geschützt werden, ihnen fehlt es an Schutzkleidung. Es geht hier nicht nur um Besuche an Gräbern.

  8. 9.

    Statt die Friedhöfe ganz zu schließen, wäre es viel besser, Menschen zu engagieren, die sich als Wachposten betätigen.
    Es gibt jetzt viele Menschen mit sehr viel Zeit, die in den Wohnungen sitzen müssen.
    Sie könnten am Eingang kontrollieren, ob ein Mensch rein will, um ein Grab zu besuchen, sich einfach in der schönen Natur etwas zu erfrischen, oder ob Menschen diese eigentlich heiligen Orte missbrauchen wollen.
    Wer aus welchem Grund in einen Friedhof will, kann man mit geübtem Blick sehr schnell erkennen.

    RBB sollte diesbezüglich sofort Kontakt mit der Friedhofsverwaltung aufnehmen. und diese Idee weiter geben.
    Eigentlich sollte es für Menschen, die die Friedhöfe missbrauchen sofort sehr harte Strafanzeigen geben, denn sie machen Corona Krieg gegen Fried...dens...höfe und die Menschen, denen sie die Möglichkeit geraubt haben, raus zu gehen, wenn ihnen die Decke auf den Kopf zu fallen droht.


  9. 8.

    Das ist ein vollkommen überzogener Schritt, der für alle die um Verstorbene trauern schmerzvoll und unnötig ist. Wir haben heute das Grab unserer Tochter auf einem Friedhof am Stadtrand besucht, wo kaum Menschen unterwegs waren, während an der Tankstelle gegenüber ganze Menschentrauben zu beobachten waren. Absurd. Bei den zentraleren Friedhöfen könnte ja wie auch bei den Spielplätzen mal die Polizei vorbeischauen um Missbrauch zu unterbinden.

  10. 7.

    Auf wie vielen Friedhöfen mag es wie viele Verstöße welcher Qualität gegeben haben? Könnte diesen vermutlich sehr vereinzelten Verstößen nicht auch milder begegnet werden als durch die Maximalmaßnahme "Schließung aller evangelischen Friedhöfe"?
    Gerade kirchlicherseits berührt mich dieses Verhalten seltsam, genauso wie die Komplettschließung aller Kirchen. Warum sollte es nicht möglich sein, entfernt voneinander in den Kirchen zu beten, nachzudenken, Trost zu suchen? Eigentlich wäre dies doch die kirchliche Aufgabe in dieser Situation, Trost zu spenden - und mir erzähle niemand, dafür gäbe es vollwertigen digitalen Ersatz.

  11. 6.

    gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass ich am Grab meiner Eltern und anderer verstorbener lieben Zwiesprache halten kann und einen Anker finde! ich stimme Heike und Olaf zu! Evangelische Kirche: überdenke diesen Beschluss!

  12. 5.

    Seit vor 1 1/2 Jahren mein Mann gestorben ist, gehe ich jeden Tag zu seinem Grab. Das ist für mich ein sehr wichtiges Ritual, von dem ich nun abgehalten werden soll. Auf diesem kleinen Gemeindefriedhof sind nie mehr als drei oder vier Besucher unterwegs.
    Ich habe dort noch niemanden Fussball spielen sehen. Alle anderen beschriebenen Vorgänge könnten auch zu "normalen Zeiten" geschehen.
    Der Friedhof ist ein Ort der Stille und eine Parkanlage, wo man sich sogar besonders gut aus dem Weg gehen kann.
    Diese Massnahme stürzt mich eher in eine Depression.

  13. 4.

    was der Quatsch soll ist dem Artikel zu entnehmen :

    " Die Schließung erfolge auch deshalb, weil die Friedhöfe ...."

  14. 3.

    Du hast auch immer noch nichts verstanden, hier geht es um Mensche, die in Gefahr kommen können und nicht um Deinen privaten Spaziergang. Ich muss eigentlich in 3 Wochen meinen Vater beerdigen und das scheint nicht so würdevoll zu sein, wie er es verdient hätte, hab aber dafür volles Verständnis.

  15. 2.

    Der Friedhof hier in der Nähe ist der einzige Ort an dem ältere Menschen noch relativ gefahrlos frische Luft, Sonne und Natur genießen können, zumal es dort auch Bänke mit genügend Abstand gibt, um mal zu verschnaufen. Meine Mutter ist gerade den Tränen nahe ihn nicht mehr nutzen zu können! An alle, die die Friedhöfe für "Freizeitaktivitäten" genutzt haben: Schämt euch!!!

  16. 1.

    Was soll der Quatsch denn nun. Wenn ich spazieren gehe, dann gern mal über den ruhigen Friedhof. Und die Ansteckungsgefahr ist eher gering.
    Man kann es eben auch übertreiben.

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