Notklinik in der Messe Berlin - 500 Betten für Corona-Patienten in der Halle 26 geplant

Di 31.03.20 | 11:21 Uhr
23.03.2020, Berlin: Die Messehalle 26c der Messe Berlin unter dem Funkturm. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Audio: rbb | 31.03.2020 | Miriam Keuter | Bild: dpa/Michael Kappeler

Eine Halle für die Behandlung leichter erkrankter Corona-Patienten soll die Berliner Kliniken entlasten. Auf dem Messegelände beginnen jetzt die Arbeiten. Der genaue Starttermin steht noch nicht, denn auch die Bauarbeiter müssen geschützt werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

In Halle 26 auf dem Berliner Messegelände hat am Montag der Ausbau für das dort geplante Corona-Behandlungszentrum begonnen. Das teilte Projektkoordinator Albrecht Broemme im rbb-Fernsehen mit. Wie am Montag bekannt wurde, soll diese provisorische Klinik in dieser Halle rund 500 Betten umfassen.

Insgesamt sollen in Berlin aber bis zu 1.000 Betten für leichtere Erkrankungsfälle eingerichtet werden - so hat es Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) angekündigt. In ersten Berichten hieß es, diese sollten alle in der Messe stehen. "Politisch und öffentlich versprochen sind 1.000 weitere Corona-Betten als Notreserve", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Thomas Isenberg. "Egal ob an einem oder zwei neuen Standorten. Wer insgesamt weniger neu aufbaut, riskiert die Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner, das darf nicht passieren“, so Isenberg.

Erste medizinische Geräte und Betten für das Behandlungszentrum im Messegelände würden noch in dieser Woche erwartet, sagte Broemme am Montag im rbb. "Die entsprechende Bestellung des Landes Berlin wird zunächst in der Julius-Leber-Kaserne eingelagert, weil sie dort sicher aufgehoben ist."

Offizieller Startschuss für die Arbeiten soll am Mittwoch sein: Dann plant die Gesundheitssenatorin am Mittag eine Ortsbegehung mit Projektleiter Broemme.

Eröffnung "im April, Mai"

Der genaue Eröffnungstermin steht noch nicht. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Sonntagabend im rbb-Fernsehen angekündigt, dass das Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände in wenigen Wochen eröffnet werden könne. "Ich denke, im April, Mai können wir dort starten." Zwar seien die 38 Notfallkrankenhäuser in Berlin sehr aufeinander abgestimmt und miteinander vernetzt, doch könnten mit dem Notfallkrankenhaus zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, betonte sie.

Es gelte, Sicherheitsauflagen einzuhalten und die beteiligten Bauarbeiter vor Corona-Ansteckungen zu schützen, betonte Broemme: "Wir müssen Verfahren schnell entwickeln und umsetzen, damit wir uns nicht selbst das Bein stellen."

Broemme freut sich über zahlreiche Bewerbungen

Insgesamt werden zwischen 600 und 800 medizinische Fachkräfte benötigt. Es sei erfreulich, wie viele Menschen sich dafür schon gemeldet hätten, sagte Broemme. "Vom Bäcker, der uns Brezeln anbietet, bis zu Menschen, die sagen, ich habe jetzt Zeit oder ich habe Erfahrung auf diesem Gebiet. Da zeigt sich Berlin von seiner besten Seite", so der Projektkoordinator. Bei ihm selbst hätten sich 120 Menschen beworben. Am Montag trete ein Team zusammen, das die Bewerbungen auswerte.

Broemme rechnet damit, dass es in Berlin zwar weiter steigende Infektionszahlen geben wird. Er gehe aber nicht davon aus, dass es in der Hauptstadt zu Klinikschließungen wie jetzt in Wolfsburg kommen werde: "Da wird Berlin wir deutlich besser vorbereitet sein", so Broemme. Das Klinikum Wolfsburg nimmt wegen mehrerer Corona-Fälle keine neuen Patienten mehr auf. Nach Angaben der Stadt wurden mehrere Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Nur der Kreißsaal und die Notaufnahme der Kinderklinik bleiben vorerst geöffnet. Alle anderen neuen Patienten sollen auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden.

Sendung: Abendschau, 30.03.2020, 19:30 Uhr

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