Schutzanzüge hängen im Ankleideraum einer Quarantänestation in der Charité (Archiv)
Bild: dpa/Tim Brakemeier

Notfallpläne stehen - So bereiten sich Berliner Krankenhäuser auf das Coronavirus vor

Mundschutz, Kittel, Handschuhe und Isolierzimmer: Berlins Kliniken stellen sich auf Patienten mit Coronavirus ein. Dass die Hauptstadt von der Infektionskrankheit kaum verschont werden würde, war schon vor dem bestätigten Fall vom Sonntag klar.

Was Sie jetzt wissen müssen

Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes und die Charité zeigen sich als große Berliner Krankenhausträger auf Patienten mit dem neuen Coronavirus vorbereitet. In den neun Vivantes-Häusern gebe es rund 1.860 isolierfähige Zimmer, teilte der Konzern am Samstag auf Anfrage mit. Für die Senatsgesundheitsverwaltung seien grundsätzlich aber alle 38 Berliner Notfallkrankenhäuser und Notfallzentren für Patienten geeignet, die am Covid-19 erkrankt sind. Die Nachweisverfahren übernehme das Labor von Vivantes und Charité für alle Kliniken.

Pandemiestab und Task Force

Vivantes hat eine Task-Force zum Coronavirus eingerichtet. Vertreten sind unter anderem die Bereiche Hygiene, Infektiologie, Klinikmanagement und Katastrophenschutz. Das Gremium legt zum Beispiel Regeln fest, wie mit Verdachtsfällen und Patienten umzugehen ist. Es geht aber auch um die Nutzung von Schutzkleidung des medizinischen Personals und um Schulungen.

Auch die Charité hat einen Pandemiestab für die neue Lungenentzündung Covid-19 eingerichtet, der täglich zusammenkommt und die aktuelle Lage einschätzt. Zusätzlich gibt es einen Pandemieplan. Diese Vorbereitung ist nicht völlig neu - es gab sie beispielsweise auch schon zu Zeiten der Schweinegrippe.

Für das medizinische Personal haben die Uni-Kliniken wie andere Krankenhäuser auch eine persönliche Schutzausrüstung angeschafft. Dazu gehören beispielsweise Atemschutzmasken, Kittel und Handschuhe. Im Fall von vielen Covid-19-Patienten sollen an der Charité einzelne Stationen oder Häuser freigezogen werden, um die Ansteckungsmöglichkeiten für andere Kranke so gering wie möglich zu halten.

RKI: Coronavirus wie starke Grippewelle

Die Sonderisolierstation der Charité spielt bei der Vorbereitung keine Rolle. Sie ist mit ihrer Kapazität für 20 Patienten allein für hochansteckende und lebensbedrohliche Erkrankungen wie Ebola gedacht. Am neuen Coronavirus erkranken nach den bisherigen Erfahrungen nur rund 15 Prozent der Infizierten schwer. Darunter sind oft ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Für das Robert Koch-Institut könnte die Wirkung des neuen Virus mit einer schweren Grippewelle vergleichbar sein. Dabei gingen zum Beispiel in der Saison 2017/18 mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland zum Arzt. Schwere Fälle kamen ins Krankenhaus.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

Kommentar

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Antwort auf [snow73] vom 01.03.2020 um 07:26
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12 Kommentare

  1. 12.

    ....und die herausragende Charité stellt Munschutz zur Verfügung, welcher zum Einen nicht über den Kopf gezogen werden will und zum Anderen auch bei dem Versuch zu sprechen sich dermaßen verschiebt (vom Kinn nach oben), dass er als Schutz gegen Zähneknirschen Verwendung finden könnte...

    "gute Planung"???
    wohl eher nicht...

    "Schutz"???
    sehr fraglich...

    "Besucherstop"...
    nicht konsequent...

  2. 11.

    Ich habe sofort nach der Entlassung nach bereits 10 !!!Tagen ,der in Berlin Köpenick stationierten Verdachtsfälle einen Brief an FRau Dilek Kalayci, sie ist die Senatorin für Gesundheit!!! geschrieben. Mit der Frage wie es sein kann , dass Verdachtsfälle nach einer letzten Testung nach nur 7 Tagen nach nur 10 Tagen Karantäne entlassen werden. Warum ein alleiniger Amtsarzt befugt war den Ort für geeignet zu erklären, wenn sich alle Verdachtsfälle zwei Toiletten teilen! Die B.Z. hat das hervorrragend fotografisch dokumentiert! Wenn man nicht mal in der Lage ist 14 Tage eine geringe Anzahl an Personen anständig und sicher sowie für mindestens 14 Tage unter Test und Beobachtung sowie kontrollierter Karantäne zu setzen ist Berlin SICHER nicht sicher!

  3. 10.

    Wie sollen sich die Pflegedienste vorbereiten, welche Notfallpläne gibt es bei der Betreuung von pflegebedürftigen Personen zuhause? Wer übernimmt die Betreuung bei Personalengpässen bzw. Quarantäne?

  4. 9.

    Einfach mal nur gründlich die vom RKI erarbeite Maßnahme im Zusammenhang mit Lieferengpässen von Masken lesen!
    Da kommt doch Vertrauen auf, gelle!?

  5. 8.

    Als ich mir neulich in der Regionalbahn die Hände waschen wollte, war nicht mal Seife im Spender.
    Deutschland legt los!

  6. 6.

    Die Grenze schließen bringt es jetzt auch nicht mehr, oder vielleicht doch? aber wir sollten mal nachdenken woher jedesmal diese Viren herkommen?? Corona, Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, afrikanische Schweinepest! Übrigens die Schweinepest war vor kurzem kurz vor der deutsch- polnischen Grenze und jetzt keine vier Wochen her, spricht kaum noch jemand darüber.... die kilometerlangen Weidezäune haben geholfen.. Wenn es vernünftig Aufklärung geben und weniger Panik gemacht werden würde, wäre dem Otto - Normalverbraucher besser geholfen. Und nicht wie es jetzt in den Medien gehandhabt wird, aus einen lauen Wind wird ein Sturm gemacht, daraus ein Orkan, daraus ein Hurrikan und daraus?? Manchmal wäre es besser den Fernseher auszuschalten, als sich dauernd von Katastrophenmeldungen berieseln zu lassen. Vielleicht wäre dort Hygiene und Aufklärung nötig und angebracht, wo irgend welches Getier aus dem Sumpf und Busch lebend und mit Innereien in Topf landen....

  7. 5.

    Im Artikel steht, dass die Sonderisolierstation an der Charité keine Rolle spielt, im „Das Vorgehen im Ernstfall - Klinik-Kapazitäten“ genau das Gegenteil. Ich denke mal, letzteres müsste korrigiert werden.

  8. 4.

    Wie wäre es damit, wenn wir die Grenze schnell noch einmal schließen ?

  9. 3.

    " Aber offenbar gibts Leute, die erst jetzt die Handseife für sich entdeckt haben... örgs..."

    so schlimm wird es wohl nicht sein, aber die Leute bevorraten sich eben und landauf, landab sind Mundschutz u. Desinfektionsmittel ausverkauft , dann wenigstens Seife horten

  10. 2.

    Nochmal zur Klärung - es handelt sich um eine Erkrankungswelle eines rasch und gut ansteckenden Atemwegsvirus. Nicht um Milzbrand oder Ebola. Wenn ich sehe, dass ALLE Handseifenregale im Supermarkt leer sind, kommen mir Zweifel, ob meine lieben Mitbürger sich sonst auch gelegentlich mal die Hände waschen.... ich meine.. warum hortet man sonst JETZT Handseife?

    Gut, ich wasche mir bei jedem Heimkommen erstmal die Hände, bei der Speisenzubereitung, NACH dem WC-Gang, zwischnedurch, wenns klebt, und morgens, wenn der Chef ALLE per Handschlag begrüßt (wir sind die letzten im Hause...), dann verschwinde ich ins WC ;-)
    Seit den 80er des letzten Jahrhunderts stoße ich Ladentüren ohne Griffberührung auf und benutze weder Einkaufswagen noch fasse ich BVG-Haltestangen ohne Pullischutz an(die vertrauen statt Putzen auf die reinigende Wirkung unserer noch sauberen Hände!).

    Aber offenbar gibts Leute, die erst jetzt die Handseife für sich entdeckt haben... örgs....

  11. 1.

    Und der RBB sendet derweil Werbung für Reisen nach Australien und Neuseeland. Ok. Ihr braucht Geld. Aber hier muss doch wohl die Gesundheit der Bürger/Hörer bedacht werden

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