Eine U-Bahn an der leeren Station Rosa-Luxemburg-Platz (Quelle: DPA/Annette Riedl)
Audio: rbb 88.8 | 23.03.2020 | Helena Daehler | Bild: DPA/Annette Riedl

Corona-Krise - Berliner U-Bahnen fahren jetzt im Zehn-Minuten-Takt

Bei Bussen und Straßenbahnen hat die BVG wegen der Corona-Krise den Takt bereits ausgedünnt. Seit Montag fahren auch die Berliner U-Bahnen seltener. Eine Desinfektion der Züge ist nach Angaben einer Sprecherin nicht möglich.  

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Berliner müssen ab Montag länger auf die U-Bahn warten. Da wegen der Coronapandemie weniger Menschen mitfahren, dünnt die BVG den Takt aus. Tagsüber fahren die Züge noch alle zehn Minuten statt wie bisher alle fünf Minuten. Zusätzliche Fahrten soll es nur nach Bedarf geben, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hatte das Landesunternehmen schon den Takt bei Busse und Straßenbahnen ausgedünnt. Auch für sie gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Allerdings wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vereinzelt wieder mehr Busse fahren lassen, etwa zu Krankenhäusern und Polizeiabschnitten.

U55 eingestellt

Derzeit steigen nur noch gut halb so viele Kunden wie üblich in die Fahrzeuge der BVG. Die Tram-Linien 16/18 sowie 37/67 werden nicht mehr bedient, auch auf der Stummel-U-Bahnstrecke U55 im Regierungsviertel fahren keine Züge.

Die S-Bahn behält weitgehend ihren Fahrplan bei. Entfallen sind allerdings die Verstärkerfahrten der Linien S1, S3 und S5. Keine Züge fahren mehr auf den Linien S26 (Teltow-Stadt - Waidmannlust), S45 (Flughafen Schönefeld - Südkreuz) und S85 (Grünau - Pankow).

BVG und S-Bahn reinigen, können aber keine Desinfektion leisten

Zudem appelliert die BVG ihre Kunden rücksvoll sowie eigenverantwortlich in der gegenwärtigen Situation zu handeln, um sich und andere vor einer Übertragung zu schützen. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen würden zwar regelmäßig gereinigt werden, jedoch finde eine Desinfektion der Fahrzeuge nicht statt, wie eine BVG-Sprecherin am Sonntag mitteilte. "Das können wir nicht leisten."

Bei Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sei eine Übertragung durch Schmierinfektion denkbar, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Es gebe aber bislang keine Fälle, bei sich Menschen nachweislich durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

Die S-Bahn Berlin folge "den Vorsorgeempfehlungen des Robert Koch-Instituts", teilte ein Bahnsprecher mit. Die Züge würden "entsprechend regelmäßig gereinigt". Die Deutsche Bahn stehe als Betreiber in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden.

Sendung: Abendschau, 22.03.2020, 19.30 Uhr

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie geschieht die Krankheitsübertragung?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

Kommentar

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43 Kommentare

  1. 43.

    glaube das der Virus gar nicht so schlimm ist wie in den Medien dargestellt . Da ich jeden Morgen in einer vollen Bahn zur Arbeit fahre.

  2. 42.

    Alle Kommentare sind sinnlos, wenn das Land Brandenburg am 22.3.2020 eine Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2und COVID-19 erlässt, in der der § 1 folgendes aussagt: Abs.1 Öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen sowie Versammlungen und sonstige Ansammlungen sind untersagt.Die Regeln zum Aufenthalt im öffentlichen Raum(§ 11) sowie das Selbstorganisationsrecht des Landtags und der kommunalen Vertretungskörperschaften bleiben davon unberührt. Abs.2 Die Nutzung des Öffentlichen Personenverkehrs und der Aufenthalt am Arbeitsplatz gelten nicht als Ansammlung im Sinne von Absatz 1. - Mit dieser Aussage sind alle anderen Maßnahmen ad absurdum geführt worden!!

  3. 41.

    In den Kommentaren hier und auf unseren Social Media-Kanälen wurden uns auf jeden Fall von mehreren sehr vollen Bahnen berichtet. Wir haben dazu auch ein Interview mit der BVG geführt. Das finden Sie hier: https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege/interview-bvg-berlin-fahrgaeste-ausgangsbeschraenkungen.html. Darin ist auch Thema, dass die BVG gezielt nachsteuern möchte.

  4. 40.

    Hallo RBB,

    sind die U-Bahnen wirklich gerammelt voll?

    Das widerspricht doch den neuen Regeln! Es müßten mehr Waggons eingesetzt werden.

    Das sollte mal zum THEMA gemacht werden, oder?

    Was nützt es nicht mehr rauszugehen, wenn man auf dem Weg zur Arbeit sich in der U-Bahn infiziert!

  5. 38.

    Dank der 10-Minuten Taktung stehen wir in der U6 nun wieder wie SARDINEN IN DER DOSE nebeneinander...

  6. 37.

    Gestern wurde von der Regierung die Regel, nicht die Empfehlung (!), ausgesprochen, einen Mindestabstand von 1,5 m im menschlichen Miteinander einzuhalten, damit wir hier in Deutschland keine italienischen Verhältnisse bekommen, wo das Gesundheitssystem der Belastung durch das Virus nicht mehr standhalten kann. Abstand zu anderen zu halten, ist momentan die einzige Möglichkeit, damit nicht alle Leute auf einmal erkranken. Das ist leicht zu verstehen. Nicht zu verstehen ist der ausgedünnte Fahrplan der BVG während der Corona-Krise, denn der führt dazu, dass die Menschen, die in den sog. systemrelevanten Berufen arbeiten und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, auf engstem Raum auf den Bahnhöfen und in den Zügen und Bussen zusammengepfercht werden, als gebe es kein Virus und keine Vorgaben der Regierung. Das ist kontraproduktiv und paradox! Einfach nicht zu verstehen!

  7. 36.

    Glanzleistung! Die bisherige Taktung war unter normalen Umständen schon schlecht mit den "Pseudo-5-Minuten" (in der Regel gab es stets Verspätungen)! Auch aus all den Ferienzeiten hat die BVG nichts gelernt. Kaum lief der Ferienfahrplan, wieder Sardienenbüchsen-Feeling in den Zügen. Jetzt, wo mit 20 bis 30 Personen pro Wagen endlich mal ein für mich "normales" Befördern erreicht wurde, wird es mit dem 10-Minutentakt wieder torpediert! Jeden Morgen quetsche ich mich in einen überfüllten Zug der U7, um zur Arbeit und wieder zurück zu gelangen, Corona hat daran nichts geändert, weil die Schlaumeier der BVG Züge streichen! Die BVG hat die Wiedervereinigung verpennt! Ein Fahrplan, der für eine halbe Stadt und wenig Touristen ausgelegt war (und trotzdem gab es Züge im 2-3 Minutentakt!), kann bei "Ganz-Berlin" und Hundertausenden von Touristen nicht funktionieren! Aber klärchen... anstatt Einsicht darüber, wird noch eine Schippe druff gehauen. 10-Minuten! Verkehrswende nie mit BVG

  8. 35.

    ... hätte schon vor wochen stillgelegt werden müssen. Es gibt keinen Grund, der es rechtfertigt Leute anzustecken. Keinen.
    Offensichtlich ist Individualverkehr doch nicht so schlecht wie die links-grünen ÖPNV-Brüter.

  9. 34.

    Danke bvg...Weniger Züge und nun kann ich keine 1.5m Abstand mehr halten...super...Ich fühle mich im Stich gelassen

  10. 33.

    Wir produzieren Lebensmittel und sind auf jeden Mitarbeiter angewiesen. Wie sollen die denn weiter gesund
    zur Arbeit kommen, wenn die Busse brechend voll sind und auch in den U-Bahnen kein Mindestabstand möglich
    ist. Wie alle Anderen sollte die BVG die Gesundheit der Fahrgäste wirtschaftlichen Interessen gegenüber wohl
    wichtiger sein. Unsere Mitarbeiter kommen aus ganz Berlin und zu den Berufsverkehr Zeiten ist so wie es jetzt
    läuft Abstand halten unmöglich. BITTE DENKT AN DIE GESUNDHEIT DER NOCH ARBEITENDEN MITMENSCHEN.

  11. 32.

    Über diese Entscheidung kann man nur noch den Kopf schütteln! Als die Fahrpläne entworfen wurden, hatte man sich bestimmt etwas dabei gedacht! Unstrittig ist , dass der Einsatz der Verstärkerzüge auf einigen Linien - vor allem die des Schülerverkehrs - überarbeitet werden müssen. Auch während der Sommerferien, werden diese ja gestrichen. Eine weitere Ausdünnung, ist angesichts der Vorgaben (Kontaktverbot) unverantwortlich. Auf der einen Seite versucht man, dass Infektionsrisiko durch drastische Maßnahmen einzudämmen, anderseits verhindert man die Eindämmung durch Zusammenkommen vieler Personen.

    Was vorne aufgebaut wird, reißt man hinten wieder ein.

    Bitte mehr Augenmaß ! Mehr Veranvortungsgefühl für die Gesunden, die Berlin am Laufen halten! DANKE!




  12. 31.

    Es ist erschreckend wenn man die Kommentare liest wie die öffentlichen mit ihren Kunden umgehen. Gegen eine ausdünnung des Taktes hat bestimmt keiner etwas, wenn es nicht gerade zu stark frequentierten Zeiten passiert. Gegen extra reinigungen, als empfohlen, hätte bestimmt auch keiner etwas. Also liebe Öffentlichen zeigt euch von der besten Seite. Nicht alle können Zuhause bleiben.

  13. 30.

    Da fragt man sich warum in einem Land wie Deutschland eine Desinfektion der Züge nicht möglich ist. MIr unverständlich.

  14. 29.

    Und wieder kommen Sie mit Ihrer Stichprobe. Fahren Sie im Berufsverkehr und dass nicht nur in den Randbezirken. Da ist Kuscheln angesagt.
    Dass die Fahrplandaten noch nicht aktualisiert sind und wer für dafür verantwortlich ist, ist im Moment nicht das Wichtigste, für die Menschen, die arbeiten gehen.
    Ihr theoretisches Fachwissen ist jedoch im Moment nicht wichtig.

  15. 28.

    Mein Mann ist heute zur Arbeit gefahren mit der U5 von Louis-Lewin-Str., um Sieben nach Sechs. Und es war voll! Wie soll man da Abstand halten?!
    Mehr als zwei Menschen dürfen nicht zusammenkommen? Im Freien kann die Polizei die Gruppen ansprechen, es wird mit Strafen gedroht und um die Zustände in der U-Bahn kümmert sich keiner?

  16. 27.

    Dumm gelaufen für mich. Der TÜV macht derzeit keine Führerscheinprüfung mehr...

    Eigentlich wollte ich mein Abo auch danach noch behalten aber nach dieser Entscheidung sehe ich nicht ein diesem Unternehmen noch Geld in den Rachen zu schieben...

    Die U-Bahn heute früh und (nach der Nachtschicht) war jedenfalls gut gefüllt... Danke liebe BVG

    Da passen ja die überkebten BVG-Plakate:
    "Weil wir Euch hassen..."

  17. 26.

    Ihre "zugegeben kleine Stichprobe" ist den Menschen, die täglich mehrmals mit der BVG fahren müssen nicht gerade dienlich. Heute früh um 07:30 Uhr war eine deutliche Erhöhung der Passagiere durch den neuen Takt zu verzeichnen, den nötigen Abstand einzuhalten war nicht möglich! Ich fahre täglich ab 07:30 Uhr mit der U7 und so wie es jetzt aussieht, setzt man uns mit diesen Massnahmen stärker den Viren aus als noch in der vergangenen Woche im 5-Minuten-Takt (den angeblichen 3-Minuten-Takt gibt es ja nicht wirklich, ein weiterer "liebevoller" Schwindel der BVG), die Waggons waren letzte Woche wesentlich leerer!
    Wen oder was interessiert es eigentlich zur Zeit, dass die Fahrplandaten oder die Echtzeitinfo noch nicht geändert wurden.., gibt wohl wichtigeres: Mir und ich denke auch anderen geht es in erster Linie um unsere Gesundheit die hier auf´s Spiel gesetzt wird!

  18. 25.

    Meine zugegeben kleine Stichprobe ergab eine schwache Auslastung trotz ausgedünntem Takt. Wann sind Sie das letzte Mal mit der BVG gefahren? Verantwortlich sind übrigens die senatierende Günther und Pop und der Rest der Landesregierung als Besteller des ÖPNV und als Eigentümervertreter. Die agieren dabei aber bekanntlich auf einer Linie mit den meisten ÖPNV-Aufgabenträgern in anderen Bundesländern.

    Schwach ist allerdings, dass immer noch nicht die Fahrplandaten aktualisiert worden sind und auch die Echtzeitinfo als Krücke derzeit wenig taugt. Die Datenmenge dürfte aber nicht ganz alltäglich sein.

  19. 24.

    Die Taktzeiten zu verlängern ist wirklich eine geniale Idee, so kommt wir uns wieder näher und werden schneller infiziert.... Danke liebe BVG, weil ihr uns liebt....

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