Eine Frau läuft an einer Berliner S-Bahn vorbei am 29.08.2020 (Bild: imago images/Jan Huebner)
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"Coronik" für Berlin und Brandenburg - Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet

Ende 2019 treten erste Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das neue Coronavirus über die ganze Welt aus - und verändert auch Berlin und Brandenburg. Ein Protokoll.

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24. September: Der Berliner Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht Handlungsbedarf im Hinblick auf das risikofreudige Partyvolk: Nach dem Vorbild Münchens könnten demnächst auch in der Hauptstadt Alkoholverbote folgen.

Wir sehen, wo die Zahlen nach oben gehen.

Der Regierende Bürgermeister Miachel Müller am 24.September

24. September: Die Bundesregierung erklärt Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten und warnt vor Reisen dorthin. Darunter sind direkt an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin. Insgesamt sind damit 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise wieder als Risikogebiete ausgewiesen.

23. September: Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag reicht in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Potsdam Klage gegen die erweiterte Maskenpflicht im Parlament ein und scheitert mit diesem Antrag.

23. September: Reinickendorf prescht beim umstrittenen Thema der Heizpilze für die Außengastronomie vor: Kneipen- und Restaurantbesitzer dürfen dort im Herbst und Winter diese wärmenden Pilze aufstellen.

23. September: In Berlin gibt es einen deutlichen Sprung bei Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Die Gesundheitsverwaltung teilt mit, dass innerhalb von 24 Stunden 199 neue Corona-Fälle registriert worden seien. Das ist der höchste Wert seit dem 3. April.

22. September: Das Land Brandenburg erlaubt künftig mehr als 1.000 Zuschauer bei Sportveranstaltungen, beispielsweise im Fußballstadien - zunächst in einer Testphase. Künftig sind demnach 20 Prozent der reglulären Besucher-Gesamtkapazität möglich.

21. September: Angesichts steigender Corona-Zahlen in Deutschland setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf zentrale Fieberambulanzen für Patienten mit Atemwegsinfektionen. Diese sollten im Herbst möglichst flächendeckend existieren, so Spahn.

21. September: Das jüngste Infektionsgeschehen in Berlin schlägt sich auch auf das Berliner Frühwarnsystem, die Corona-Ampel, nieder. Erstmals seit der Einführung des Ampelsystems steht der Sprung auf Doppel-Gelb bevor: Grund ist, dass die sogenannte Reproduktionszahl, kurz R-Wert, auf 1,52 steigt, wie ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung erklärt.

19. September: 600 Menschen feiern im Berliner James-Simon-Park ohne Rücksicht auf die Hygieneregeln, bis die Polizei die Party auflöst. Dabei kommt es es zu vereinzelten Flaschenwürfen und Angriffen auf die Beamten. Zudem sollen mehrere Menschen mit Stühlen von den anliegenden Gaststätten aufeinander losgegangen sein. Die Party verlagert sich später auch in den benachbarten Monbijoupark.

18. September: Keine Rosenmontagsumzüge, keine Kamelle, keine Bützchen: In den Karnevalshochburgen Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf soll es in der anstehenden Session corona-gerecht ablaufen, nämlich vor allem im Fernsehen und im Livestream [tagesschau.de].

17. September: Um Nachteile durch die Coronakrise abzumildern, beschließt der Berliner Senat weitreichende Erleichterungen für Studierende. Die Regelzeit wird in der Hauptstadt um ein Semester verlängert. Damit kann auch das Bafög länger beantragt werden. Zudem können Studierende im Wintersemester 2020/2021 Prüfungen als "Freiversuch" ablegen - fehlgeschlagene Prüfungen zählen dann nicht als Fehlversuch.

16. September: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben seit Einführung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr 470 sogenannte "Vertragsstrafen" gegen Maskenverweigerer verhängt.

16. September: Wegen hoher Infektionszahlen warnt die Bundesregierung nun auch vor "nicht notwendigen, touristischen" Reisen in die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest. Außerdem werden neue Reisewarnungen für mehrere Regionen in Frankreich, Kroatien, Tschechien, Rumänien, den Niederlanden und der Schweiz erlassen.

15. September: Restaurants, Bars und Cafés müssen seit Mai dieses Jahres die Daten ihrer Kunden festhalten. Doch nicht alle halten sich daran. Nun droht Berliner Gastwirten, die das nicht tun ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro.

14. September: Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) warnt davor, angesichts derzeit geringer Patientenzahlen in Krankenhäusern die Corona-Pandemie zu unterschätzen. Laut Senat [berlin.de/corona] lagen Ende vergangener Woche in Berlin 43 Corona-Patienten in Krankenhäusern. 14 Menschen lagen auf Intensivstationen, davon zehn in der Charité. Nach Angaben der Charité hatten sich alle Betroffenen bereits während der ersten Pandemiewelle infiziert.

14. September: Die israelische Regierung fährt das öffentliche Leben erneut massiv herunter, es gibt einen neuen Lockdown. Für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet haben nur noch Supermärkte, Apotheken und Arztpraxen. Ohne triftigen Grund dürfen sich Israelis nur 500 Meter von ihren Wohnort entfernen.

12. September: Die Messe Berlin GmbH braucht wegen der Corona-Krise eine weitere Finanzspritze vom Land. "Wir haben im ersten Nachtragshaushalt 25 Millionen Euro bekommen, im zweiten sind 60 Millionen vorgesehen", sagte ein Sprecher der Messe. Beim Messegeschäft gibt es als Folge der Corona-Pandemie erhebliche Einbrüche.

11. September: In Frankreich hat die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden wurden am Donnerstag 9.843 neue Fälle verzeichnet. Das ist die höchste Zahl in Frankreich seit Beginn der Pandemie.

10. September: Bund, Länder und Kommunen müssen im kommenden Jahr wohl noch einmal mit 19,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als ursprünglich erwartet. Die Steuerschätzer rechnen damit, dass erst 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist.

10. September: Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Bühnen sollen bald bis zu 50 Prozent ihrer Plätze wieder belegen dürfen. Das sieht das neue Hygienekonzept von Kultursenator Klaus Lederer vor. Danach dürfen Theater- und Konzertsäle achachbrettartig besetzt werden.

9. September: Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind in der Nacht mehrere Feuer ausgebrochen. Das vollkommen überfüllte Camp wurde evakuiert. Es stand wegen Corona unter Quarantäne.

8. September: Bei der Suche nach einem Impfstoff vermelden das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer einen Erfolg: Sie dürfen ihr mögliches Mittel auch in Deutschland testen.

7. September: Der Kinderbonus zur Unterstützung von Familien in der Corona-Krise wird ab heute ausgezahlt. Pro Kind gibt es insgesamt 300 Euro - im September werden zunächst 200 und dann im Oktober noch einmal 100 Euro von den Familienkassen überwiesen. Das Geld muss nicht beantragt werden, sondern wird automatisch gezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass im Jahr 2020 mindestens einen Monat Kindergeld bezogen wurde

3. September: Die Internationale Funkausstellung in Berlin startet - in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders. Die Messe findet nur verkürzt für Fachbesucher bis 5. September statt. Technik-Interessierte können sich im Netz dazuklicken.

2. September: Berlin: Die Saison der Berliner Amateurfußballer kann - nachdem der Start unterhalb der Berlin-Liga am vergangenen Wochenende noch kurzfristig flachfiel - am 5. September beginnen. Aber: Die Fußball-Amateure spielen ihre Meister und Absteiger ohne Rückrunde aus

1. September: Die Handball-Bundesliga wird wie geplant am 1. Oktober in die neue Saison starten. Darauf einigten sich die 20 Erstligisten in einer Telefonkonferenz.

1. September: Brandenburg führt Obergrenzen für private Feiern ein - auch auf privatem Gelände: Die Begrenzung soll bei 75 Menschen liegen. Wer sich nicht daran halte, müsse 250 bis 1.000 Euro Bußgeld zahlen, teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit. Es gelten auch die Hygiene- und Abstandsregeln. Die Begrenzung gilt nicht für Feiern in Gaststätten.

1. September: Bei Demonstrationen in Berlin mit mehr als 100 Teilnehmern gilt ab sofort eine Maskenpflicht. Darauf hat sich der Senat verständigt.

Kommentar

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Antwort auf [Hanne] vom 09.04.2020 um 12:44
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20 Kommentare

  1. 20.

    Und doch wird immer nur über Infizierte geschrieben und gesprochen. Ist denn nicht hinlänglich bekannt, dass diese Zahl überhaupt nichts über eine Erkrankung aussagt? Lieber RBB Ihre journalistische Pflicht wäre es, bei jeder Infektionszahl zu erwähnen, dass sich die Anzahl der Tests erheblich erhöht hat, aber die Zahl der Infizierten nahezu bei 1% liegt. Es gibt kaum Zunahme an Erkrankten und keine Zunahme bei Belegung von Intensivbetten. Es wird immer nur die hohe Infektionszahl genannt. Warum? Wieso steht Schweden so gut da und warum hat China seit März kaum noch Zunahme an Toten? In Ihrer Aufzählung zur Demo am 29.08., wo entgegen Ihrer Zählweise ca. 100.000 Menschen teilnahmen, fehlt der Hinweis, dass sich danach die Infektionszahlen überhaupt nicht verändert haben. Objektiver Journalismus sieht anders aus.

  2. 19.

    "Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet" 25.09.20 | 13:52 Uhr

    Lieber rbb,
    Kommentar 18 war von mir, den 18.09.2020. Mein Kommentar 18 passt nicht zu diesem Bild. Es war ein anderes Bild zu sehen, voller Dampfer mit Rentnern. Unter einem anderen Titel, Rentnerclub mit Masken.



  3. 18.

    Dieser Rentner Club, möchte eben noch ein bisschen Spaß vom Leben haben. Würden sie Abstand halten, bräuchten sie keine Nasen- Mundbedeckung im Freien. Auch Risikogruppen dürfen sich mit "AHA" regeln sich draußen frei bewegen.

  4. 16.

    Also dieses Bild ist wirklich schockierend. Schockierender als die Raucherlungen Bilder auf den Drogenpackungen .

    Schlimmer kann man nicht zeigen wie einem der Spaß verdorben wird.

  5. 15.

    Danke fürs Aktualisieren. Vor allem dafür, die 1.Mai-Demos korrekt zu beschreiben: Gaffer ohne Abstand und ohne Mundschutz, tausende...

  6. 14.

    Friede dem Lagerkoller! Wir wünschen Ihnen allen frohe Ostern - und putzen ab und an unsere Fenster, können die Bude langsam aber auch nicht mehr sehen.

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  7. 13.

    icke bins, warum so verbissen? Kündigt sich ein Lagerkoller an?

    Die Ironie zum Fensterputzen haben Sie auch nicht verstanden?

  8. 12.

    Doch, ich habe die atuell geltenden Regeln sehr wohl verstanden! Ich kritisierte nur Ihre Verallgemeinerung: 2 Polizisten verhalten sich nicht korrekt und schon heißt es "Nur die Polizei muss sie [die Regeln] nicht einhalten."

    Und dass die Kripo Fenster putzt - wen interessiert`s? Vielleicht haben die Ihre Mittagspause oder den Feierabend dafür genutzt, wer weiß das schon?

  9. 11.

    Sie haben die zur Zeit gültigen Regeln offenbar nicht verstanden. Sie dürfen Ihre privaten Fenster putzen. Jeden Tag. Zur Not auch mehrmals.

    "Gestichel" kann ich in meiner klaren Schilderung nicht entdecken.

  10. 10.

    Was soll das Gestichel gegen die Polizei? Nur, weil vielleicht zwei sich nicht korrekt verhalten haben, gleich auf alle schließen?
    Ich habe übrigens auch während meiner Homeoffice-Arbeitszeit Fenster geputzt. Auweia! Hoffentlich verpfeift mich niemand!

  11. 9.

    Die Abstandsregeln scheinen für alle Menschen zu gelten. Nur die Polizei muss sie nicht einhalten. Auf dem Markt am Wittenbergplatz kommen mir 2 junge Polizisten auf "meiner" Seite entgegen. Platz machen? Fehlanzeige. Ich bleibe also stehen und der eine Polizist merkt wohl sein Fehlverhalten. Ergebnis: Er pöbelt irgend etwas hinter mir her. Bravo, solche Schnösel haben Achtung und Rückhalt der Bevölkerung verdient. *ironieoff*

    Aber macht ja nichts, bei der Mordkommission in der Keithstraße werden Fenster geputzt. Das ist sicher systemrelevant. Schließlich muss die Kripo den Durchblick haben. Und schon wieder *ironieoff"

  12. 8.

    Ja, sehe ich auch so.... auch andere Dinge könnten erledigt werden z.b. schneller Radwege bauen, leere Schulen reparieren, müßte alles flexibler koordiniert werden....

  13. 7.

    Ich finde ja, wir könnten die Zeit nutzen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren, welche Art von Gesundheitswesen wir in Zukunft haben möchten. Kaputtsparen und marktwirtschaftlich gewinnbringend führen ist offensichtlich der falsche Weg.

  14. 6.

    Genau das finde ich auch. Interessant ist, dass vor allem die Parteien, welche für Mangel und jahrelange Nicht-Vorbereitung verantwortlich sind, sich jetzt als Krisenmanager profilieren und dafür in den Umfragen Zulauf bekommen. So ist der Wähler halt...

  15. 5.

    Sehr interessanter Überblick - zeigt es doch sehr deutlich, dass die Brandenburger Landesregierung im Januar noch völlig andere Prioritäten hatte - Wirtschaftsansiedlung um jeden Preis, statt einer wirklich wichtigen Task Force zur Gesundheitsvorsorge. Dann wären jetzt vielleicht ausreichend Schutzausrüstungen da...für mich ein komplettes Versagen der Politik.

  16. 4.

    Hallo,

    Sie haben recht, die "Trompete"-Episode hat in unserer Coronik noch gefehlt - wir haben sie jetzt samt Link eingearbeitet. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  17. 3.

    Eine interessante und kritische Auflistung, vielen Dank an den RBB.
    Bezüglich der "Hamsterkäufe": Gaststätten, Betriebskantinen, Schulen und Kindergärten haben geschlossen. Von denen kaufen die wenigsten bei Aldi oder Rewe ein. Die vielen Menschen, die sich jetzt stärker selbst versorgen müssen, schon. Man hört nie, dass der Umsatz im Großhandel zurück ging. Warum wohl hatte Selgros angekündigt, auch für Privatpersonen zu öffnen? Die stärkere Nachfrage im Einzelhandel ist doch genau, was zu erwarten war. Zumal anfangs eine stärkere Ausgangssperre im Raum stand, jeder jederzeit mit 2 Wochen Quarantäne rechnen muss und die Regierung stärkere Bevorratung empfohlen hat. Dass Liefer-LKW an geschlossenen Grenzen im Stau standen, kam noch hinzu. Einige haben es schon übertrieben, aber insgesamt verstehe ich das Gejammer nicht. Dass den Einzelhandel an den Problemen mit der plötzlich gestiegene Nachfrage nicht die Schuld trifft, ist auch klar.

  18. 2.

    Und wie kam das Virus nun in die Welt? - Das erklärt der Artikel m.E. nicht. Wo kann sich denn der Patient Null, der schon am 1. Dezember erkrankt ist, angesteckt haben? Vielleicht könnte rbb24 mal die vielen Theorien, die über die Herkunft bzw. den Ausbruch des Virus (z.B. Laborunfall) kursieren, mal kritisch durchleuchten. China ist ja nun nicht gerade für Pressefreiheit und korrekte Berichterstattung bekannt.

    Wieso ist Südtirol so stark betroffen?
    Dass in vielen Regionen Deutschlands estmal noch munter Karneval gefeiert wurde, wird leider auch nicht erwähnt.

  19. 1.

    Am 29.2.20 war ein Spreader im Club Trompete feiern, Folge waren 17 Infizierte incl. 2 Polizisten. Damit ist er noch vor dem Praktikanten aus dem Büro in Mitte als Multiplikator aufgetreten. Öffentlich kommuniziert wurde es zögerlich, spätestens eine Woche danach wusste es aber ganz Berlin...

    Er taucht aber nirgends mehr auf.

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