Päarchen in Miami Beach, Juni 2020 (Quelle: dpa)
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"Coronik" für Berlin und Brandenburg - Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet

Ende 2019 treten erste Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das neue Coronavirus über die ganze Welt aus - und verändert auch Berlin und Brandenburg. Ein Protokoll.

  • 6. Juli: Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht setzt die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Vollzug [tagesschau.de]. Es sei "möglich und erforderlich" gewesen, eine "differenziertere Regelung" zu erlassen.

  • Knapp drei Wochen nach ihrer Einführung ist unterdessen die Corona-Warn-App rund 15 Millionen Mal heruntergeladen worden.

  • Die Europäische Kommission stellt der Tübinger Firma Curevac 75 Millionen Euro für die Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur Verfügung.
  • 03.07.2020: Ein 31-Jähriger muss sich vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen verantworten. Es ist der erste Prozess dieser Art. Bei der Staatsanwaltschaft haben sich inzwischen Hunderte Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts bei Soforthilfen angesammelt; allein bis zum 25. Juni waren es nach Angaben der Behörde 660 Verfahren.
  • 03.07.2020: Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen.
  • 02.07.202: Die Profivereine der ersten und zweiten Ligen im Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball sowie der dritten Fußball-Liga erhalten für den Wegfall ihrer Zuschauereinnahmen insgesamt 200 Millionen Euro Nothilfe vom Bund.
  • 02.07.2020: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA ist auf eine neue Rekordhöhe gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die JohnsHopkins-Universität im Bundesstaat Maryland mitteilte.
  • 01.07.2020: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wegen der Folgen der Corona-Krise erneut gestiegen. In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 209.360, das waren 8.719 mehr als im Mai und 56.745 mehr als im Juni des vergangenen Jahres.
    In Brandenburg blieben die Zahlen dagegen im Vergleich zum Mai in etwa stabil. In den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren im Juni 86.226 Arbeitslose gemeldet und damit 754 weniger als noch im Vormonat. Allerdings lag die Zahl um 11.870 höher als im Juni des Vorjahres.
  • 01.07.2020: In Deutschland sinkt die Mehrwertsteuer: Der normale Satz von 19 auf 16 Prozent, der reduzierte von sieben auf fünf Prozent. Die Maßnahme beginnt am 1. Juli und ist bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt.

Stand: 07. Juli 2020

Auf Seite 2: Juni 2020

Juni

  • 30.06.2020: Die EU-Staaten verständigen sich darauf, die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote für 14 Drittstaaten ab dem 1. Juli aufzuheben [tagesschau.de]. Wieder einreisen dürfen demnach Reisende aus Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien, Uruguay und China. Bei China gilt allerdings als zusätzliche Bedingung, dass Peking zuerst seinerseits den Einreisestopp für EU-Bürger aufheben muss.
  • 30.06.2020: Kinos in Berlin dürfen unter Infektionsschutzauflagen öffnen.
  • 28.06.2020: In Bayern soll sich künftig jeder kostenfrei und auch ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen können.
  • 26.06.2020: Bund und Länder haben sich auf einheitliche Reisebeschränkungen für Touristen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen verständigt. Die Reisenden dürfen nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen untergebracht werden, wenn ein ärztliches Attest vorliegt, laut dem sie Corona-frei sind und das nicht älter als 48 Stunden ist. Als hohes Infektionsgeschehen gelten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage.
  • 24.06.2020: Der Berliner Senat beschließt, dass mit dem Beginn der Sommerferien am 25.06. die Mindestabstandsregel in Schulen aufgehoben wird. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Wo immer es möglich ist, solle der Mindestabstand aber weiter eingehalten werden, heißt es in der Senats-Miiteilung. Dies betreffe vor allem die Aufenthaltsräume des pädagogischen Personals.
  • 23.06.2020: Der Berliner Senat beschließt, dass ab Samstag (27.06.) die Kontaktbeschränkungen wegfallen. Bisher galt, dass sich in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Gleichzeitig beschließt der Senat ein Bußgeld in Höhe von 50 bis 500 Euro für Verstöße gegen die Maskenpflicht. Die Bußgelder drohen nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern an allen Orten, an denen Maskenpflicht gilt - beispielsweise auch im Einzelhandel, in Flughäfen oder Bahnhöfen.
  • 21.06.2020: In Spanien endet der Notstand, den die Regierung wegen der CoronavirusPandemie ausgerufen hatte. Zum ersten Mal seit 14 Wochen dürfen sich die 47 Millionen Bürgerinnen und Bürger im ganzen Land frei bewegen.
  • 17.06.202: Bund und Bundesländer beschließen, Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober zu verbieten.
  • 17.06.2020: Nach 657 Corona-Infektionen beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wird dort die Schlachtung gestoppt. Der dortige Landrat und NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) ordnen an, dass alle etwa 6.400 Beschäftigten aus der Produktion in Quarantäne müssen, bis ihre Testergebnisse vorliegen. Zusätzlich müssen die Kontaktpersonen der positiv Getesteten in Quarantäne, so dass insgesamt weit mehr als 7.000 Menschen betroffen sind. Am 23.07. wird Ministerpräsident Laschet einen Lockdown für die Landkreise Gütersloh und Warendorf verhängen.
  • 15.06.2020: In einem Wohnblock in Berlin-Neukölln wurden mehrere Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Hunderte Menschen werden unter Quarantäne gesetzt. Am 24.06. wird ein weiteres Haus nahe des Ostbahnhofs in Berlin-Friedrichshain unter Quarantäne gestellt, nachdem dort 44 Corona-Infektionen festgestellt wurden. Der neue Fall zeige, dass in Wohnhäusern mit sehr beengten Lebensverhältnissen eine besonders hohe Ansteckungsgefahr herrsche, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).
  • 13.06.2020: Die chinesischen Behörden riegeln wegen mehrerer neuer Corona-Infektionen Teile der Hauptstadt Peking ab. Im Zentrum steht ein Großmarkt - etwa 10.000 Händler und Besucher sollen nun getestet werden
  • 12. Juni: Die Brandenburger Regierung verkündet, dass viele Einschränkungen aufgehoben werden. Ab dem 15. Juni müssen die Menschen in Brandenburg keine Kontaktbeschränkungen mehr befolgen, öffentliche und private Veranstaltungen dürfen mit bis zu 1.000 Menschen stattfinden. Der Ministerpräsident Dietmar Woidke spricht vom "bisher größten Schritt, den wir auf dem Weg zur Normalität während der Corona-Pandemie gegangen sind". Die Abstands- und Hygieneregelungen gelten grundsätzlich weiter, die Maskenpflicht im ÖPNV und Geschäften wird ausgeweitet. Aus der "Eindämmungsverordnung" wird eine "Umgangsverordnung".
  • 11. Juni: Wer aus einem Land außerhalb der EU nach Berlin einreist, muss nicht automatisch in Quarantäne. Das stellt das Verwaltungsgericht Berlin fest. Laut Infektionsschutzgesetz dürften Quarantänemaßnahmen nur gegenüber Kranken, Krankheitsverdächtigen, Ausscheidern oder Ansteckungsverdächtigen angeordnet werden, begründen die Richter ihre Entscheidung – Personen aus außereuropäischen Ländern unterschiedslos als Ansteckungsverdächtige zu behandeln, sei rechtlich nicht zu halten.
  • 11. Juni: Lateinamerika entwickelt sich nach Angaben der WHO zum Coronavirus-Brennpunkt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind in der Region mehr als 70.000 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben.
  • Auch in Afrika breitet sich das Virus immer schneller aus, dort sind inzwischen mehr als 200.000 Infektionen nachgewiesen, es wird allerdings kaum getestet. Mehr als 70 Prozent der Todesfälle gibt es in nur fünf Ländern: Algerien, Ägypten, Nigeria, Südafrika und im Sudan.
  • 10. Juni: In Deutschland werden die bestehenden Grenzkontrollen bis zum 15. Juni beendet, sagt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).
Aktivisten heben am 11.06.20 an der Copacabana in Rio de Janeiro symbolische Gräber für Todesopfer der Corona-Pandemie aus. Sie protestieren damit gegen die Verharmlosung des Virus' durch den brasilianischen Regierungschef Jair Bolsonaro (Quelle: dpa / Fabio Alarico Teixeira).Brasilien ist längst eines der am schlimmsten durch die Pandemie getroffenen Länder: Hier heben Aktivisten symbolische Gräber am Copacabana-Strand in Rio aus, um gegen die aus ihrer Sicht nachlässige Politik des Regierungschefs Bolsonaro zu protestieren.
  • 10. Juni: Die hart von der Corona-Krise getroffene Lufthansa muss noch mehr Personalkosten einsparen, als bisher bekannt. Die Airline-Gruppe brauche nach der Krise rechnerisch 22.000 Vollzeitstellen oder rund 26.000 Mitarbeiter weniger als heute, erklärte ein Unternehmenssprecher. Die Steuerzahler stützen die Lufthansa dabei bereits mit neun Milliarden Euro.
  • 10. Juni: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA übersteigt nach Zählung der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von zwei Millionen. Die Zahl der Toten liegt demnach über 112.000 - beides die weltweit höchsten Werte. Den Daten zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder leicht.
  • 9. Juni: Berlin plant zum neuen Schuljahr ab dem 10. August wieder regulären Unterricht. "Wir starten mit dem Vollbetrieb nach den Sommerferien", sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) nach einer Senats-Sitzung. Dafür werde man aber auf den bisherigen Abstand von 1,5 Metern verzichten. Sollte sich die Lage allerdings "dramatisch" verschlechtern, gebe es einen Plan B, sagt Scheeres. Ab dem 22. Juni soll es in Berliner Kitas wieder Regelbetrieb geben, kündigt die Bildungssenatorin an. Begleitet wird das Ganze mit zahlreichen angebotenen Corona-Tests für Kinder, Eltern, Erzieher und Lehrkräfte. 
  • 8. Juni: Elf der zwölf Berliner Bezirke öffnen ihre Sporthallen wieder für Vereine. Pro Hallenteil sind nur zwölf Personen inklusive Übungsleiter und Trainer erlaubt, alle müssen dabei den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Dabei sind ausschließlich kontaktlose Trainingsformen erlaubt, Mannschafts- und Kontaktsportarten bleiben weiterhin untersagt.
  • 6. Juni: Auf dem Berliner Alexanderplatz demonstrieren Zehntausende Menschen gegen Rassismus, anlässlich des gewaltsamen Todes von George Floyd. Angemeldet war die Demo für 1.500 Teilnehmer, es kommen dann wohl etwa 50.000. Auf dem Platz stehen viele Demonstrantinnen und Demonstranten dicht gedrängt, zahlreiche Menschen tragen keine Schutzmasken. Das löst unabhängig vom Anliegen des Protestes Kritik aus.
  • 5. Juni: Der Fußballverband NOFV bricht die Saison in der Regionalliga Nordost ab. Per Quotientenregel heißt der Aufsteiger Lok Leipzig. Dabei werden die Punkte durch die absolvierten Spiele geteilt. Die Sachsen stehen zwar mit 47 Zählern punktgleich hinter Altglienicke auf Rang zwei, haben aber ein Spiel weniger absolviert. Auch der Dritte Energie Cottbus verpasst damit die Chance zum Aufstieg in die dritte Liga. Die Mehrheit der Vereine hatte der Quotientenregel vorab zugestimmt. 
  • 5. Juni: Das Coronavirus breitet sich immer stärker unter brasilianischen Ureinwohnern aus. Die Todesfälle in diesem Teil der Bevölkerung verfünffachten sich im vergangenen Monat, wie ein Verband der Urvölker mitteilt. Viele Epidemiologen hatten vergebens gehofft, dass die Stämme durch ihre sehr abgelegenen Siedlungsgebiete geschützt würden. 
  • Die brasilianische Regierung veröffentlicht im Internet keine Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle und der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 in dem Land mehr. Das Gesundheitsministerium entfernt auch die Datensammlung, die die Entwicklung der vergangenen Monate aufzeigte, aus dem Netz. Zuletzt hatte das Land bereits die zweithöchste Zahl der Fälle weltweit nach den USA - die Dunkelziffer wird in Brasilien aber besonders hoch eingeschätzt. Nach Protesten muss die Regierung die Zahlen doch wieder veröffentlichen.
  • 5. Juni: Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass weder Berlin noch Brandenburg aufgrund des Corona-Virus mehr Tote als in den vergangenen Jahren verzeichnet. Das spricht vor allem wohl für und nicht gegen die Maßnahmen. 
  • 4. Juni: Österreich hebt alle Grenz- und Gesundheitskontrollen zu den Nachbarländern mit Ausnahme zu Italien auf. Für Einreisende aus Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn gibt es keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse mehr.
Ein einzelner Reisender mit Mundschutz, aufgenommen am Hauptbahnhof in Berlin (Quelle: imago images/Florian Gaertner)
Der Sommerurlaub rückt in ungeahnte Nähe - die Hygieneregeln aber werden die Urlauber auch beim Ausspannen weiter verfolgen. | Bild: imago-images/Florian Gaertner
  • 3. Juni: Der Flughafen Tegel bleibt nun doch in Betrieb. Man rechne mit der Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen wieder mit steigenden Passagierzahlen, sagt der Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Somit würden beide Berliner Flughäfen - Tegel und Schönefeld - weiterhin gebraucht. Nun soll Tegel im November 2020 schließen, kurz nach der Eröffnung des BER. 
  • 3. Juni: Der schwedische Chefepidemiologe räumt nach wachsender Kritik am Sonderweg des Landes Versäumnisse ein. Mit dem Wissen von heute würde man vermutlich etwas mehr zum Vorgehen wie in der übrigen Welt tendieren, sagt Anders Tegnell im Hörfunk. "Ich glaube, wir hätten es in Schweden besser machen können, eindeutig."
  • 3. Juni: Das Verfassungsgericht Brandenburg bestätigt die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln, passt aber die Versammlungsregeln während der Corona-Pandemie an: Öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel mit mehr als 150 Teilnehmern sind dagegen künftig grundsätzlich erlaubt. Bislang gab es nur für begründete Einzelfälle eine Genehmigung. Die AfD-Fraktion im Landtag hatte sich mit einem Eilantrag und einer Klage gegen die beiden Bestimmungen gewandt, sie erzielt einen Teilerfolg vor Gericht.
  • 3. Juni: Die Bundesregierung kündigt für 2020 und 2021 ein Konjunkturpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro an. Die Mehrwertsteuer wird bis zum Jahresende befristet von 19 auf 16 Prozent gesenkt, um Menschen zu mehr Konsum anzuregen. Familien sollen pro Kind einen Zuschuss von 300 Euro bekommen. Die Mehrheit der Befragten in einer repräsentativen Umfrage sagt, sie wolle trotz des Konjunkturpakets nicht mehr konsumieren als bisher.
  • 2. Juni: Im Mai sind in Deutschland nach Berechnungen des Ifo-Instituts 7,3 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen, so viele wie nie zuvor. In der Finanzkrise lag der Gipfel der Kurzarbeit im Mai 2009 bei knapp 1,5 Millionen Menschen, sagt ein Ifo-Experte.
  • 2. Juni: In Europa hat sich der Schwerpunkt der Coronavirus-Pandemie laut der WHO in den Osten verlagert. Gegenwärtig gebe es in Westeuropa einen stetigen Rückgang der Infektionszahlen, während in Russland und Osteuropa insgesamt immer noch ein Anstieg verzeichnet werde, sagt die WHO-Sprecherin. In Moskau dürfen die Menschen nach neun Wochen wieder ihre Häuser verlassen. Drei Mal pro Woche dürfen sie spazieren gehen und draußen Sport treiben. Russland hat inzwischen die Marke von 500.000 bestätigten Infektionen überschritten.

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Mai 2020

  • 31. Mai: In Berlin feiern 3.000 Menschen bei einer Techno-Party in Booten auf dem Landwehrkanal und an dessen Ufern. Anlass ist eine Demo für den Erhalt der Berliner Clubkultur, die von der Corona-Krise getroffen ist. Angemeldet war die Demo für 100 Menschen. Höhepunkt ist eine Party genau vor dem Urban-Krankenhaus, bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen. Die wenigsten Menschen tragen Schutzmasken, viele missachten die Abstandsregeln. Die Veranstalter entschuldigen sich später, sie hätten die Lage falsch eingeschätzt. Es gibt keine weiteren Konsequenzen. Mehrere Politiker kritisieren die Veranstaltung scharf. 
  • 30. Mai: In Berlin wird die Teilnehmer-Obergrenze für Versammlungen unter freiem Himmel wieder gestrichen. Die Menschen müssen auf Kundgebungen und Demonstrationen aber weiter die Abstands- und Hygieneregeln befolgen. Sportanlagen, Kneipen und Bars dürfen wieder ab dem 2. Juni öffnen. 
  • 30. Mai: Die USA beliefern Brasilien trotz medizinischer Warnungen mit der umstrittenen Anti-Malaria-Arznei Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Die US-Arzneimittelaufsicht hat bereits vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten gewarnt. US-Präsident Donald Trump und der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro schwärmen dagegen für das Medikament.
  • 30. Mai: Taiwan lässt das Medikament Remdesivir des US-Konzerns Gilead zur Behandlung von Patienten mit Covid-19 zu. Auch in den USA darf Remdesivir in Notfällen verwendet werden. Die Arznemittelaufsicht stützte sich für die Zulassung auf Daten des Konzerns Gilead, die zeigten, dass das Medikament den Covid-19-Krankheitsverlauf bei Patienten verkürzen kann.
  • 29. Mai: In Nordrhein-Westfalen ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Kriminalität in allen Bereichen zurückgegangen, zeigen Zahlen des Innenministeriums. Interessant ist: Auch die Fälle häuslicher Gewalt haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgenommen.
  • 29. Mai: Dänemark öffnet seine Grenzen für Urlauber aus Norwegen, Deutschland und Island ab 15. Juni.
  • 28. Mai: Fitnessstudios dürfen wieder öffnen. Allerdings nur unter strengen Auflagen: Unter anderem ist Duschen verboten. Zwischen den Sportgeräten wird ein Abstand von mehr als anderthalb Metern eingehalten. Die Kunden müssen mit Mundschutz kommen und diesen in der Umkleide tragen. Erst an den Geräten dürfen sie ihre Maske abnehmen. Nach jeder Übung müssen die Gäste die Geräte desinfizieren. 
  • 28. Mai: Die Deutschen trinken weniger Bier – nur nicht die Berliner und Brandenburger. Insgesamt ging der Bierkonsum zwischen Januar und April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent zurück, in der Region Berlin/Brandenburg stieg er um 2.6 Prozent. 
  • 27. Mai: Bund und Länder einigen sich auf eine weitere Verlängerung der Kontaktbeschränkungen - sie werden allerdings nicht wie vom Bund gefordert bis zum 5. Juli, sondern nur bis zum 29. Juni verlängert. 
  • 27. Mai: Die EU-Kommission will 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise mobilisieren. Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen.
  • 26. Mai: In Brandenburg werden weitere Beschränkungen zurückgenommen: Bei Demos und Gottesdiensten im Freien sind bis zu 150 Teilnehmer erlaubt. Bei privaten Feiern "aus gewichtigem Anlass" sind bis zu 50 Leute gestattet - zum Beispiel bei Hochzeiten. Was außerdem viele herbeigesehnt haben: Ab dem 28. Mai dürfen wieder Indoor-Sportanlagen, Gymnastik-, Turn- und Sporthallen, Fitnessstudios, Tanzschulen und Tanzstudios öffnen. Am 6. Juni folgen Theater, Kinos und Konzerthäuser - allerdings nur mit höchstens 75 Gästen drinnen und 150 draußen.
  • 25. Mai: Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigt an, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden landesweite Regeln etwa zu Mindestabständen sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstelle landesweiter Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Er stößt unter anderem bei Thüringer Kommunen, den Virologen Alexander Kekulé und Christian Drosten auf Kritik [mdr.de]. Kekulé bezeichnet Ramelows Pläne als "gefährliches Experiment". Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) kritisiert Ramelow.
  • 25. Mai: Die Regierungen lockern weiter und nun hoffen Hoteliers und Gastwirte, dass möglichst viele Berliner und Brandenburger beschließen: Nichts wie raus. An diesem Tag dürfen Hotels, Pensionen, Campingplätze und andere Unterkünfte wieder für Touristen öffnen. Frühstücksbuffets gibt es nicht, Saunen und Wellnessbereiche bleiben geschlossen und auf Ausflugskähnen und -schiffen bleibt die eine oder andere Reihe zwangsläufig frei. Schutzmasken immerhin müssen Gäste nicht tragen. Der Berliner Verband Dehoga schätzt, dass rund 70 Prozent der Hotels in der Hauptstadt existenzbedroht sind.
  • 25. Mai: Die Berliner Corona-Ampel schlägt aus: Die erste von drei Ampeln springt laut der Gesundheitssenatorin auf Rot. Die Reproduktionszahl (R) sei auf einen "recht hohen Wert" von 1,37 gestiegen und liege damit zum dritten Mal in Folge über dem kritischen Wert von 1,20, sagt Dilek Kalayci: "Das kann tatsächlich ein Indiz dafür sein, ob es einen Trendwechsel gibt." Aber wie genau der Senat seinen R-Wert überhaupt berechnet, ist derweil nach wie vor unklar. Anfragen von rbb|24  blieben unbeantwortet. rbb|24 kommt dagegen auf aktuelle Reproduktionszahlen unterhalb von 1.
  • 25. Mai: In Minneapolis stirbt der Afroamerikaner George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatz. Ein Polizist kniet minutenlang auf Floyds Hals, obwohl der sich nicht mehr wehren kann und keine Gefahr darstellt. Floyd verliert das Bewusstsein und stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Die vier Polizeibeamten werden gefeuert und Tage später verhaftet. Infolge von Floyds Tod demonstrieren in den folgenden Wochen Hunderttausende in den USA und Städten in mehreren anderen Ländern unter dem Motto "#blacklivesmatter" gegen Rassismus und Polizeigewalt – allerdings nicht selten dicht gedrängt und ohne Schutzmasken.
  • 22. Mai: Das Hauptstadtderby im leeren Olympiastadion wirkt angemessen gespenstisch für das Attribut Geisterspiel. Hertha BSC ist es wurscht, Bruno Labbadias Team fertigt Union Berlin auch ohne Fans mit 4:0 ab - und ist in allen Belangen besser
  • 22. Mai: Das Infektionsgeschehen scheint sich zu verlagern. Insbesondere die durch das Infektionsschutzgesetz gesondert unter Beobachtung stehenden Bereiche wie Lebensmittelindustrie (darunter ganz besonders Schlöachthöfe), Kliniken, Pflegeheime oder auch Kitas haben größere Zuwächse bei den Neuinfektionen. In anderen Bereichen steigen die Fallzahlen weniger stark. Die Menschen in Berlin und Brandenburg werden zunehmend mobiler, zeigen Analysen von Bewegungsdaten - sie gehen wieder mehr raus.
  • 22. Mai: In einer Unterkunft für Geflüchtete in Berlin-Buch sind 28 Bewohner positiv getestet. Der Großteil soll in eine gesonderte Quarantäne-Unterkunft verlegt werden. In den Unterkünften muss es eine hohe Dunkelziffer geben, weil nicht häufig getestet wird und die Ansteckungsgefahr groß ist. Derzeit leben etwa 20.000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes Berlin. 
  • 20. Mai: Dass der Flughafen Tegel wenige Monate nach der Eröffnung des BER schließen muss, steht seit Jahren fest - nun aber könnte es ein paar Monate früher zum Abschied kommen. Die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund beschließen, den TXL am 15. Juni vorübergehend vom Netz zu nehmen, um die Verluste zu senken. Wegen der Corona-Krise fliegt kaum noch jemand, laut Flughafenchef Lütke Daldrup macht Tegel derzeit jeden Tag 200.000 Euro Minus. Falls die oberste Luftfahrtbehörde zustimmt, wird der Flugverkehr dann über Schönefeld abgewickelt. Dort gibt es kein Nachtflugverbot. Dass Tegel nach den anvisierten zwei Monaten Schließung gar nicht mehr aufmachen könnte, verhehlt Lütke-Daldrup nicht. Der BER öffnet - falls nicht wieder ein niederträchtiges Wunder geschieht - am 31. Oktober 2020.
  • 20. Mai: Die Blutreserven in Berlin und Brandenburg sind laut dem Deutschen Roten Kreuz wieder äußerst knapp. Während der Corona-Krise waren viele Menschen Blut spenden. Nun kommen weniger, weil die Lockerungen eine Rückkehr in den Job und mehr Möglichkeiten im Privatleben bieten. Dabei steigt der Bedarf an Blutkonserven, weil der Normalbetrieb in den Krankenhäusern wieder anläuft und verschobene Operationen nachgeholt werden.
  • 19. Mai: Der Senat ändert seine Corona-Teststrategie und erhöht die Zahl der Tests. Künftig sollen auch Menschen ohne Symptome getestet werden. Medizinisches Personal soll komplett mindestens einmal in der Woche getestet werden, in Bereichen mit besonders gefährdeten Patienten wie der Geriatrie und Onkologie auch zweimal die Woche. In der Gastronomie beispielsweise sind Stichproben nach dem Zufallsprinzip vorgesehen. Bisher sind die Testkapazitäten in der Stadt nur zu 36 Prozent ausgelastet.
  • 19. Mai: Offenbar aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bleiben Herzpatienten mit teils gefährlichen Symptomen zu Hause. Die Kardiologie in der Berliner Charité hat in den vergangenen Wochen einen Rückgang bei den Behandlungszahlen verzeichnet, sagt deren Direktor Ulf Landmesser: "Wir sehen, dass - seit die Corona-Infektionen in Berlin aufgetreten sind - 25 bis 30 Prozent weniger Patienten mit Herzinfarkt in die Klinik gekommen sind im Vergleich zu den Vorjahren." Knapp ein Drittel weniger Patienten melden auch seine Kollegen von der Station für Schlaganfälle in der Charité.
  • 18. Mai: Die Basketballer folgen den Fußballern - die Bundesliga darf ihr Finalturnier in München ohne Fans spielen. Die bayerische Landesregierung hat das eingereichte Hygienekonzept der BBL genehmigt. Im Gegensatz zum Fußball werden alle Spiele an einem Ort ausgetragen, innerhalb drei Wochen im Juni. Spieler, Trainer, Betreuer und Schiedsrichter werden alle in einem großen Münchner Hotel untergebracht und dort strikt abgeschirmt. Mehrere Basketball-Bundesligisten stehen vor dem Ruin, weil ihr Budget viel stärker von Zuschauereinnahmen abhängt als beim Fußball. Die Euroleague, das Pendant zur Champions League, wird dagegen kurz darauf ohne Wertung abgebrochen.
  • 18. Mai: An mehreren Schulen und Kitas werden neue Corona-Fälle gemeldet: Neben zwei Grundschulen in Berlin-Spandau sind zwei Kitas und eine weitere Grundschule in Brandenburg betroffen. Die Kontaktpersonen der Infizierten müssen alle in Quarantäne.
  • 18. Mai: Gegen das Promi-Restaurant "Borchardt" in Berlin-Mitte wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung eingeleitet. Drei Tage zuvor waren dort 300 Gäste, laut Polizei eindeutig zu viele. Unter den Gästen im fast voll besetzten Restaurant befand sich auch der FDP-Chef Christian Lindner. Ein Foto zeigt ihn dabei, wie er einen anderen Mann umarmt, ohne einen Mund-Nase-Schutz. Lindner entschuldigt sich dafür. 
  • 16. Mai: Wieder demonstrieren in Berlin und Brandenburg Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen. Als die zugelassene Höchstzahl von 50 Teilnehmern überschritten ist, löst die Berliner Polizei eine Demo mit mehreren Hundert Menschen vor dem Reichstagsgebäude auf. Im Vergleich zu den vorherigen Wochenenden nimmt die Zahl der Demonstranten ab. Laut der repräsentativen Umfrage ZDF-Politbarometer [zdf.de] von Mitte Mai stoßen die Demonstrationen bei der Bevölkerung überwiegend auf Unverständnis. 81 Prozent der Befragten lehnten die Demonstrationen demnach ab. Lediglich 16 Prozent sind dafür. Mehrheitlich unterstützt wird der Protest nur von AfD-Anhängern mit 61 Prozent.
  • 15. Mai: Restaurants, Cafés und andere Gaststätten in Berlin und Brandenburg dürfen nach fast zwei Monaten Corona-Pause wieder Gäste empfangen. Allerdings nur mit Auflagen: Die Lokale dürfen nur von 6 bis 22 Uhr öffnen und müssen mindestens zwei verschiedene selbst zubereitete Speisen anbieten. Bars und Kneipen bleiben somit weiterhin geschlossen. Man darf nur mit Menschen aus dem eigenen Haushalt so eng zusammensitzen, wie man möchte - wird man von Personen aus einem anderen begleitet, müssen die mindestens 1,50 Meter weit entfernt Platz nehmen. Ob man wirklich aus dem gleichen Haushalt kommt, dürfen die Gastronomen ohnehin nicht kontrollieren - die persönlichen Angaben sind freiwillig.
  • Brandenburg und Berlin haben auch hier wieder unterschiedliche Vorschriften: In Berlin muss das Personal Mundschutz tragen, in Brandenburg nicht. Damit die Gäste genügend Abstand haben, können die Gastwirte viel weniger Plätze anbieten - für viele lohnt sich der Aufwand im Verhältnis zu den Einnahmen nicht.
  • 14. Mai: In der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga sind für den Rest der Saison fünf statt drei Auswechslungen erlaubt, entscheidet die DFL. Das soll helfen, die größere Belastung der Spieler durch die Corona-Krise abzufedern.
  • 14. Mai: Die Brandenburger Finanzministerin Katrin Lange (SPD) verkündet drastisch eingebrochene Steuereinnahmen wegen der Corona-Krise. Allein für 2020 sei nach vorläufigen Schätzungen von Mindereinnahmen von mehr als 1,1 Milliarden Euro auszugehen, sie nennt diese Zahl "beispiellos". In den Jahren bis 2024 rechne man mit einem jährlichen Einnahmenminus im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
  • Am gleichen Tag verkündet auch der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) die Steuerschätzung: Er gehe allein für das Jahr 2020 von Steuerausfällen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro aus. Ohne zusätzliche Neuverschuldung lässt sich das nicht auffangen - das Land Berlin muss weitere zehn Milliarden Euro Schulden aufnehmen. "Die Folgen werden uns mindestens zehn Jahre begleiten", sagt Kollatz.
  • 14. Mai: Die Abiturprüfungen sind an den meisten Brandenburger Schulen geschrieben - und die Schulleitungen ziehen überwiegend ein positives Fazit dieses außergewöhnlichen "Corona-Abiturs": Die Schüler seien außerordentlich diszipliniert gewesen, sagt der Leiter eines Gymnasiums in Fürstenwalde (Oder-Spree). "Sie waren natürlich aufgeregt, aber wir hatten alle den Eindruck, dass das keine Corona-Aufgeregtheit war, sondern das ganz normale Prüfungs-Bauchkribbeln." Ein Abiturient in Frankfurt (Oder) kann den besonderen Bedingungen sogar etwas Positives abgewinnen: "Ich fand es entspannter, in kleineren Gruppen zu schreiben", sagt er, "Man fühlt weniger Druck, wenn schon jemand früher abgegeben hat. Und man konnte sich besser konzentrieren", sagt er.

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  • 14. Mai: In Frankreich sind einer Studie zufolge um ein Vielfaches mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. Demnach seien es 2,8 Millionen Menschen und damit 4,4 Prozent der französischen Bevölkerung, geht aus eine Untersuchung des Instituts Pasteur hervor, das in der Zeitschrift "Science" veröffentlicht wurde. 
  • 13. Mai: Damit sich während der Corona-Krise nicht zu viele Kinder auf Spielplätzen drängen, schafft die Bezirksverwaltung von Neukölln Alternativen: Ab Pfingsten sollen sechs Straßen im Körnerkiez, Reuterkiez, in Rixdorf und Britz an Sonn- und Feiertagen von 13 Uhr bis 19 Uhr für den Autoverkehr gesperrt werden - sie werden zu temporären Spielstraßen.
  • 13. Mai: Die Berliner Charité hat 7.500 Ärzte und Pflegekräfte in einer aufwändigen Untersuchung auf das Virus getestet, um auch Fälle ohne Symptome zu erkennen. Das Ergebnis: Weniger als 0,5 Prozent der Getesteten waren Sars-CoV-2-positiv. Außerdem auffällig: Weniger als zwei Prozent wiesen Antikörper gegen das neuartige Virus auf - hatten also schon eine Infektion durchgemacht.
  • 13. Mai: Die Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland sollen ab dem 16. Mai wieder vorsichtig gelockert werden, verkündet Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Mit Frankreich, Österreich und der Schweiz sei vereinbart, die Kontrollmaßnahmen in einem ersten Schritt zu lockern und ab dem 15. Juni ganz zu beenden, wenn das Infektionsgeschehen dies zulasse. Polen will seine Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern allerdings bis zum 12. Juni beibehalten.
  • 13. Mai: Nach sieben Wochen Pause dürfen Fahrschulen in Berlin und Brandenburg wieder öffnen. Fahrlehrer und -schüler tragen im Auto Mund-Nasen-Schutzmasken. "Ich hatte erst das Gefühl, gar nichts mehr zu können", sagt der 17-jährige Ben Humboldt dem rbb, "das kommt jetzt glücklicherweise während der Fahrt wieder."
  • 12. Mai: Der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagt im rbb-Bürgertalk, er halte die Betreuungsprobleme von Eltern während der Corona-Krise für nicht so groß und lehne zudem finanzielle Unterstützung für diese Eltern ab. "Ich würde mich freuen, wenn zum Teil die Eltern auch mal wieder ihre Kinder richtig kennengelernt haben", sagt der Minister. Auf den Einwand einer Mutter im Studio, dass auch im ersten Lebensjahr eines Kindes Elterngeld gezahlt werde, antwortet Steinbach: "Ich hoffe, dass Sie sich nicht ein Kind angeschafft haben, weil wir es als Vater Staat für sie attraktiv gemacht haben." Tags darauf wird er für seine Äußerungen massiv von Brandenburger Politikern und Eltern kritisiert.
  • 12. Mai: Berlin bekommt ein Ampelsystem im Umgang mit Neuinfektionen. Darin würden die Reproduktionszahl, die Auslastung der Intensivbetten und die Zahl der Neuinfektionen beobachtet, sagt die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beispielsweise über sieben Tage zusammengezählt bei 20, springe die Ampel auf Gelb, bei 30 Neuinfektionen auf Rot. "Unser Höhepunkt lag bislang bei 37", sagt Kalayci zur Zahl der Neuinfektionen. Berliner Amtsärzte kritisieren Kalaycis Konzept in einem offenen Brief als "medizinisch nicht nachvollziehbar". Man sei "fachlich-medizinisch in keiner Weise angehört oder eingebunden" worden. Auch Abgeordnete kritisieren den Senat scharf dafür, dass sie vorab nicht informiert worden seien.
Corona-Ampel für Berlin (Quelle: rbb)
So funktioniert die neue "Corona-Ampel": Der Berliner Senat wählt damit einen Sonderweg.Bild: rbb
  • 12. Mai: Die Thüringer Landesregierung gibt bekannt, dass bereits am folgenden Tag wieder Versammlungen ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl möglich sind. Bisher sind wegen des Infektionsschutzes Versammlungen nur mit maximal 50 Teilnehmern erlaubt [mdr.de].
  • 12. Mai: Die Zahl der festgestellten Infektionen in Russland steigt weiter stark an – inzwischen hat das Land nach den USA mit 232.000 weltweit die meisten Fälle. Die Behörden erklären den starken Anstieg damit, dass deutlich mehr Menschen auf das Virus getestet werden als zu Beginn der Epidemie. Es wird aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.
  • 11. Mai: Das neue Corona-Reservekrankenhaus auf der Berliner Messe eröffnet. Es gibt noch keine Patienten. Wesentliche Teile des Hauses sollen später von anderen Krankenhäusern übernommen und weitergenutzt werden.
  • 11. Mai: Viele Museen in Berlin öffnen wieder, darunter die Gemäldegalerie und die Sonderausstellungshallen am Kulturforum, Altes Museum und Alte Nationalgalerie. Sollte es sich vor einem Bild zu sehr ballen, greift das Wachpersonal ein.
  • 11. Mai: Apropos Museen - dieses hier öffnet nicht. Schon mehrere Male ist die Eröffnung des Humboldt-Forums an der Museumsinsel in Mitte verschoben worden, jetzt gibt es eine weitere Verzögerung auf der Dauerbaustelle: Wegen der Corona-Krise gebe es nicht genug Baumaterial und es fehlten Facharbeiter, so die Stiftung Humboldt Forum. Rechtzeitig wird das Forum nicht fertig. Zum Jahresende soll immerhin ein Teil des riesigen Museumsbaus eröffnen.
  • 11. Mai: Mit den Lockerungen in Berlin und Brandenburg steigt der Blutbedarf an den Krankenhäusern. Da viele Arbeitnehmer an den Arbeitsplatz zurückgekehrt seien oder ihre Freizeit wieder anders gestalteten, sei die Blutspendenfrequenz rückläufig, sagt ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
  • 11. Mai: Auch die Basketball-Bundesliga stellt ihr Konzept für die Fortsetzung der Saison vor – für den Fall, dass die Regierung das erlaubt. Zehn Klubs sollen ein drei Wochen langes Meisterschaftsturnier in München austragen. Alle Spieler, Trainer, Schiris und Betreuer würden die ganze Zeit im gleichen, riesigen Hotel untergebracht, mit dem nötigen Abstand. Mehrere Profis, darunter Albas Kapitän Niels Giffey, zeigen sich skeptisch, ob auf diese Weise Lagerkoller zu vermeiden ist. Sie kritisieren außerdem die kurze Vorbereitungszeit. Hinter vorgehaltener Hand bezeichnen Spieler das Turnier spöttisch als "Corona-Cup" [sueddeutsche.de]
  • 10. Mai: Die Galopprennbahn Hoppegarten startet in die neue Saison. Der Favorit Rubaiyat mit Jockey Andrasch Starke im Sattel gewinnt das mit 27.500 Euro dotierte Hauptrennen. Auf den Rängen schaut keiner zu - die Rennbahn ist leer. Die Jockeys dürfen nur mit Mundschutz starten. "Durch die von außen getätigten Wettumsätze können wir wenigstens einen Teil der Kosten erwirtschaften", sagte der Rennbahn-Chef Gerhard Schöningh schon vor dem Wochenende.
  • 9. Mai: Auf dem Alexanderplatz versammeln sich laut Polizei etwa 1.200 Menschen. Die Zusammenkunft ist allerdings laut Behörden dort nicht angemeldet, momentan liegt die zugelassene Teilnehmerzahl bei höchstens 50. Viele Teilnehmer skandierten unter anderem "Freiheit", "Widerstand" und "Wir alle sind das Volk", darunter sind Dutzende gewaltbereite Hooligans. Die Stimmung ist aggressiv, Teilnehmer der Versammlung werfen aus der Menge Flaschen auf Polizisten, es gibt 86 Festnahmen. Unter anderem werden Strafverfahren wegen Widerstandes gegen und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.
  • 8. Mai: Sowohl der Berliner Senat als auch die Brandenburger Regierung lockern die Besuchsregeln in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Bewohner und Patienten dürfen nun mit wenigen Ausnahmen täglich von einer Person besucht werden. Wohlfahrtsverbände kritisieren diese Ankündigung als abrupt. Pflegeeinrichtungen und Mitarbeitende könnten sich nicht "innerhalb kürzester Zeit auf den verständlichen Andrang von Angehörigen vorbereiten", betont ein Caritas-Leiter. 
  • Am gleichen Tag gibt die Brandenburger Regierung mehrere weitere Erleichterungen der Beschränkungen bekannt: Spielplätze öffnen wieder, Besuche von Menschen in anderen Haushalten sind erlaubt - auch private Übernachtungen.
  • 7. Mai: Berlin lockert die Corona-Beschränkungen weiter: Ab 18. Mai dürfen sich bis zu 50 Menschen in geschlossenen Räumen versammeln, später bis zu 100 unter freiem Himmel. Berliner dürfen nun wieder auch Besuch aus anderen Haushalten zu Hause empfangen, Restaurants und Gaststätten mit beschränkter Gästezahl öffnen. Auch Sportvereine können draußen unter bestimmten Umständen wieder Teamtraining machen, die Frei- und Strandbäder dürfen theoretisch ab 25. Mai wieder öffnen. Vorausgesetzt, sie haben sich ein schlüssiges Hygienekonzept überlegt.
  • 7. Mai: Die Fußball-Bundesliga gibt ihren Spielplan bekannt, die Regierung hat nichts dagegen: Die Profis tragen ab dem 16. Mai wieder Spiele aus. Hertha BSC gastiert an diesem Tag in Hoffenheim, Union empfängt tags darauf den FC Bayern. Die Behauptung der Liga-Verantwortlichen, die Fußballfans könnten die Rückkehr des Spielbetriebs kaum erwarten, stehen in krassem Gegensatz zu den Ergebnissen von Meinungsumfragen. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend sagen 50 Prozent der Befragten, sie seien dagegen dass die Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, nur 36 Prozent sind dafür [tagesschau.de]. "Wir können das in fünf Wochen runterspielen", sagt Dortmunds Geschäftsführer Watzke in einem "Spiegel"-Interview. 
  • Das DFB-Pokalfinale soll am 4.Juli in Berlin im leeren Olympiastadion ausgetragen werden. Bei einer Umfrage von rbb|24 geben mehr als 74 Prozent der Befragten an, sie verpürten keine Vorfreude auf das Finale.
  • 7. Mai: Das Berliner Taxigewerbe hat es in diesen Tagen verständlicherweise schwer - bis zu 90 Prozent Umsatzrückgang befürchten die Fahrer. Einige geben auf.
  • 7. Mai: Am Bernauer Immanuel Klinikum arbeitet die japanische Ärztin Maki Okamoto. In einem privaten Blog erzählt sie den Menschen in ihrer Heimat davon, wie die deutschen Behörden mit der Corona-Krise umgehen. Zehntausende Japaner verfolgen ihre Artikel inzwischen. Die 33-Jährige wird zu einer Schalte in die beliebte japanische Fernsehsendung "Konichiwa Japan" eingeladen.
  • 6. Mai: Am Rande einer nicht genehmigten Demo gegen die Corona-Beschränkungen vor dem Berliner Reichstagsgebäude gibt es einen Übergriff auf ein ARD-Kamerateam. Der Angreifer wird festgenommen. Rund 1.000 Menschen haben sich nach dem Aufruf des TV-Kochs und Unternehmers Attila Hildmann versammelt, darunter auch Neonazis, Hooligans und AfD-Lokalpolitiker. Es sei unter anderem zu Beleidigungen, Widerstandshandlungen und Körperverletzung gegen Polizisten gekommen, sagt eine Polizeisprecherin.
  • 5. Mai: Der Berliner Senat beschließt weitere Soforthilfen, diesmal für kleine und mittlere Kultureinrichtungen. Die Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern sollen insgesamt 30 Millionen Euro bekommen. 
  • Und: Etwa 25.000 Beschäftigte in Berlin haben Anspruch auf eine neue Prämie von jeweils bis zu 1.000 Euro - eine Art Gefahrenzulage für Menschen, die in ihrem Job zwangsläufig einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Zu den Begünstigten sollen neben Ärzten und Pflegern der landeseigenen Krankenhauskonzerne Vivantes und Charité unter anderem auch Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter zählen, aber auch Mitarbeiter der Gesundheitsämter, Erzieherinnen und Erzieher im Notbetrieb in städtischen Kitas und Horten und Mitarbeiter der Jobcenter.
  • 5. Mai: Kaufhäuser wie das Kadewe können nun doch wieder komplett öffnen. Ein Gericht hatte die verfügte Beschränkung auf maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für unwirksam erklärt.
  • 5. Mai: Der Kampf gegen die Corona-Pandemie hat sich nach den Worten von Angela Merkel in den vergangenen Tagen sehr gut entwickelt. Deshalb könne man nun über weitere Lockerungen sprechen, sagt Merkel in der Sitzung der Unionsfraktion. Die Debatte über Öffnungen habe eine große Eigendynamik bekommen. Merkel macht deutlich: Wenn sich in einer Region ein Infektionsgeschehen zeige, seien dort lokal Maßnahmen zu ergreifen, damit nicht wieder das ganze Bundesgebiet in Mitleidenschaft gezogen werde.
  • 5. Mai: Die Vermietungsplattform Airbnb will 1.900 Mitarbeitern wegen der Corona-Pandemie kündigen. Sie würden eine Abfindung in Höhe von vier Monatslöhnen erhalten und bekämen ein Jahr Krankenversicherung bezahlt. Ihre Computer dürften sie behalten.
  • 5. Mai: Großbritannien hat bei der Zahl der Corona-Todesfälle Italien überholt. Laut Statistikbehörde starben dort 32.313 Menschen an Covid-19 - mehr als in jedem anderen Land Europas.
  • 5. Mai: Die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), Markus Söder (CSU) und Stephan Weil (CDU) ziehen Kaufanreize für die Autobranche in Betracht - eine Nachfolgerin der früheren "Abwrackprämie" quasi. Weil es den Autokonzernen in der Krise schlechtgehe, solle der Steuerzahler den Kauf von Neu- und Jahreswagen fördern.
  • 4. Mai: Die BVG fährt wieder nach ihrem normalen Fahrplan. Es gilt nach wie vor Maskenpflicht in den Bahnen und Bussen – kontrolliert wird diese allerdings nicht.
  • 4. Mai: Salomon Kalou, Stürmer von Hertha BSC, bringt sich mit einem live auf Facebook aus der Kabine gesendeten Video um seinen Job: Im Video ist zu sehen, wie er unter Missachtung aller Abstandsregeln Mitspieler, Trainer, Physiotherapeut abklatscht – das wirft auch Zweifel am von der DFL beteuerten, angeblich streng befolgten Hygienekonzept auf. Gemeinsam mit seinem Kollegen Vedad Ibisevic beschwert sich Kalou außerdem darüber, wieviel Gehalt ihnen der Verein wegen der Corona-Krise gekürzt habe. Hertha-Sportchef Preetz gibt kurz darauf bekannt, dass Kalou suspendiert ist. Der Profi entschuldigt sich. Sein Vertrag läuft ohnehin im Sommer aus, der Verein plante seit längerer Zeit nicht mehr mit dem Stürmer.
  • 4. Mai: Der Senat ändert seine Strategie bei den Tests: Nun sollen alle Menschen mit Corona-Symptomen getestet werden, außerdem alle Kontaktpersonen bestätigter Infizierter – auch wenn sie keine Symptome haben. Stichprobenartig wollen die Gesundheitsämter außerdem zwei Pflegeinrichtungen pro Bezirk testen. Alte Menschen sind am meisten gefährdet. Am gleichen Tag hat der Pharmakonzern Roche drei Millionen Corona-Tests nach Deutschland geliefert.
  • 4. Mai: Berlin und Brandenburg lockern die Corona-Beschränkungen: Museen dürfen ab diesem Tag wieder öffnen, Gottesdienste und Versammlungen mit bis zu 50 Teilnehmern werden unter Auflagen wieder genehmigt. Polnische Berufspendler müssen nach Rückkehr in ihr Heimatland nicht mehr in Quarantäne. Friseure können wieder Kunden bedienen. Dabei müssen sie aber die Zahl der Gäste in ihren Räumen begrenzen und auf Abstand achten. Rasieren, Bartpflege oder Wimpernfärben ist wegen der nötigen Nähe nicht erlaubt. Viele Salons sind auf Wochen hin ausgebucht.
  • 5.Mai: Der Flughafen Wien bietet freiwillige Coronavirus-Tests an, um die bei Einreise in Österreich sonst übliche 14-tägige Quarantäne zu vermeiden. Passagiere müssen dafür bei Ankunft 190 Euro bezahlen.
  • 1. Mai: Der 1.Mai wird in Berlin-Kreuzberg zum Ärgernis, was den Schutz vor Corona angeht – Tausende Schaulustige laufen durch die Straßen, an Orten wie dem Oranienplatz, dem Heinrichplatz oder der Oranienstraße halten sich die meisten nicht an Abstandsregeln. Die Teilnehmer der genehmigten Mini-Demos mit höchstens 20 Personen tragen größtenteils Mundschutz, sehr viele Außenstehende nicht. Die Polizei kann die Corona-Regeln nicht konsequent durchsetzen. Es gibt unter anderem wegen Angriffen auf Polizeibeamte 50 Festnahmen und fast 100 Identitätsfeststellungen. Eine Mitarbeiterin eines Fernsehteams wird spätabends durch einen Faustschlag verletzt, sie beschuldigt einen Polizisten und zeigt ihn an.
  • 1. Mai: In Mitte wird am Nachmittag ein Kamerateam der ZDF-"Heute-Show" von einer Gruppe mindestens 15 Vermummter angegriffen und teils schwer verletzt. Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass die Täter dem linken Spektrum zuzuordnen sind, schließen aber auch Verbindungen ins rechtspopulistische Lager nicht aus. "Die Aufklärung der Tat ist angesichts der Dynamik und Unübersichtlickeit des Geschehens aufwändig und schwierig", sagt ein Sprecher. In unmittelbarer Nähe, auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, war erneut eine sogenannte "Hygiene-Demo" veranstaltet worden, mit viel mehr Teilnehmern als wegen des Infektionsschutzes genehmigt.

Stand: 27. Mai, 17 Uhr

April 2020

  • 30. April: Das Notfallkrankenhaus auf dem Berliner Messegelände ist nach vier Wochen Bauzeit fertig. Zunächst stehen 500 Betten bereit, die auf 1.000 Betten erweitert werden können. Noch wird der Reserve-Standort nicht gebraucht.
  • 30. April: Die Corona-Krise lässt sich aus den Arbeitsmarktzahlen lesen: In Berlin ist der Bedarf an Arbeitskräften so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Am schlimmsten trifft es das Gastgewerbe. Der Finanzsenator Kollatz geht eigenen Aussagen zufolge davon aus, dass Berlin wegen der Corona-Krise fünf Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss. Davor war das Land acht Jahre lang ohne neue Schulden ausgekommen.
  • 30. April: Die Spielplätze in den meisten Berliner Bezirken öffnen wieder. In Brandenburg bleiben sie geschlossen.
  • 29. April: Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft votiert einstimmig dafür, den Flughafen Tegel für mindestens zwei Monate zu schließen. Wegen der Corona-Krise fliegt dort kaum noch jemand. Nun muss die Luftfahrtbehörde entscheiden. Flughafenchef Lütke Daldrup argumentiert, so ließen sich mehr als 200.000 Euro am Tag einsparen. Einen Tag vorher war bekannt geworden, dass der zuständige Landkreis dem BER die finale Freigabe erteilt hat – der Eröffnung Ende Oktober scheint nun tatsächlich nichts mehr im Wege zu stehen. Spätestens sechs Monate danach muss Tegel dauerhaft schließen.
  • 29. April: Der erste private Test-Drive-In in Berlin eröffnet. Auf einem Parkplatz neben der Brandenburger Landesvertretung kann sich jeder auf Antikörper gegen das Virus testen lassen. Den Test für 60 Euro biete eine Praxis aus Mitte an. Solche Tests sind allerdings fachlich umstritten: Kritiker halten sie für zu ungenau und fehleranfällig.
  • 29. April: Die Mobilität der Leute nimmt wieder zu. Das zeigen anonymisierte Handydaten, die rbb|24 ausgewertet hat. Während zu Beginn der bundesweiten Kontaktbeschränkungen deutlich weniger Menschen unterwegs waren, als im Vergleichszeitraum 2019, zeigt die Kurve seit Ostern wieder nach oben.
  • 28. April: Als letztes Bundesland verhängt Berlin eine Maskenpflicht im Einzelhandel. Sie gilt ab dem folgenden Tag. Zur Begründung, warum der Senat eine solche Pflicht nicht schon vorher beschlossen hat, sagt der Innensenator Geisel: "Wir können in dieser 3,7 Millionen-Einwohner-Stadt nicht alle überwachen, sondern die Menschen müssen es wollen."
  • 28. April: In Berlin öffnen der Zoo und der Tierpark wieder. Die Tierhäuser und Aquarien aber bleiben zu – Pandas gucken bleibt verboten.
  • 28. April: Die Investitionsbank Berlin (IBB) stoppt die Anträge auf Soforthilfe. Betrüger hatten eine Website ins Netz gestellt, die der Seite der IBB nachempfunden war – um Daten von Antragstellern zu klauen. Insgesamt ist den Steuerzahlern durch Subventionsbetrug bei den Soforthilfen bis zu diesem Punkt ein Schaden von 700.000 Euro entstanden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 55 Tatverdächtige, die unberechtigt Soforthilfe kassieren wollten.
  • 27. April: Die Mutter des Oberhaupts der polizeibekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie R. ist gestorben. Nun sichert die Polizei mit Hunderten Beamten die Beerdigung der Frau, um die Einhaltung der Corona-Regeln sicherzustellen. Bei einer Zeremonie am Vormittag in der Moschee am Columbiadamm stehen 150 Polizisten bereit, um eine Menschenansammlung zu vermeiden. Ein Polizeihubschrauber kreist über der Gegend. Bei der Beerdigung in Schöneberg sind es rund 250 Polizeibeamte. Das Verhalten der Anwesenden nennt ein Polizeisprecher später "grundsätzlich kooperativ". Den riesigen Aufwand betreibt die Polizei aber wohl auch, um ein Zeichen zu setzen.
  • 26. April: Gesundheitsminister Spahn plädiert für eine sogenannte Corona-App, die freiwillig auf möglichst vielen Handys installiert werden soll. Sie soll helfen festzustellen, wann Infizierte auf andere Menschen getroffen sind und diese Kontaktpersonen warnen. Nach massiver Kritik von Datenschützern lenkt Spahn ein: Die Daten sollen nicht zentral auf einem Server, sondern dezentral ausschließlich auf dem jeweiligen Smartphone des Benutzers gespeichert werden [tagesschau.de].
  • 26.April: Die Zahl der Notrufe wegen häuslicher Gewalt ist in Berlin drastisch gestiegen – besonders seit dem Beginn der bundesweiten Einschränkungen Mitte März.
  • 25. April: Einige Länder schlagen vor, Menschen mit überstandener Covid-19-Erkrankung einen Immunitätsnachweis auszustellen [tagesschau.de]. Auch der deutsche Gesundheitsminister Spahn spricht sich für so einen Ausweis aus. Die WHO warnt vor solchen Plänen. Noch sei nicht bewiesen, dass Antikörper immun gegen das Virus machen.
  • 24. April: Brandenburg führt eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Auch im Einzelhandel müssen Kunden einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Für Angestellte dagegen ist das Tragen einer solchen Maske nicht verpflichtend.
  • 23. April: Der Coronavirus-Ausbruch am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat personelle Konsequenzen: Der Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) beurlaubt die beiden Geschäftsführer des Klinikums. Schubert, der auch im Aufsichtsrat des Klinikums sitzt, hatte die Beurlaubung selber vorgeschlagen, der Hauptausschuss hatte sie gebilligt. Bis zu diesem Zeitpunkt sind 39 Krankenhauspatienten in Verbindung mit Covid-19 gestorben.
  • 23.April: Der Toilettenpapier-Boom scheint ein Ende zu nehmen [tagesschau.de]. Das Statistische Bundesamt verzeichnet, dass die Nachfrage in der Woche nach Ostern wieder deutlich zurückgegangen ist.
  • 21.April: Außenminister Heiko Maas (SPD) dämpft die Hoffnungen auf einen normalen Sommerurlaub [tagesschau.de]. Volle Strandbars und Berghütten könne es in diesen Sommerferien wohl nicht geben. Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung gilt weiter - mindestens bis Mitte Juni. Normale Reisen seien derzeit ohnehin nicht möglich, die Regierung will mit der Maßnahme verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet und dass Deutsche erneut im Ausland stranden. Mehr als 200.000 deutsche Touristen mussten zurückgeholt werden.
  • 20. April: In Deutschland öffnen die ersten Geschäfte wieder. Ein ganz großer Ansturm bleibt aus. Die Bundeskanzlerin warnt bei einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums vor "Öffnungsdiskussionsorgien" [tagesschau.de]. Viele Bürger hofften auf eine Ende der Ausgangsbeschränkungen und eine weitergehende Rückkehr zum Alltag. Doch dürften die Menschen dürften nicht leichtsinnig werden.
  • 20. April: Am Abend stürzt der Erdölpreis an der Wallstreet in New York ins Minus. Das heißt: Käufer erhalten Geld, wenn sie Öl beziehen. Die Lager sind voll, bei extrem wenig Nachfrage. Gleichzeitig dominiert die Angst vor einer großen Rezession.
  • 17. April: US-Präsident Trump präsentiert einen Drei-Stufen-Plan zur Lockerung der Corona-Beschränkungen. Etwa 70.000 Bürger sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. In einem ersten Schritt sollen große Restaurants und Kinos wieder öffnen können. Die Entscheidung wann wie gelockert wird, überlässt er den Gouverneuren - nach einem vorherigen Machtkampf. Zwei Tage später gibt Trump erneut der chinesischen Regierung die Schuld an der Verbreitung des Virus.
  • 16. April: Der deutsche Schaustellerbund klagt, seine Mitglieder stünden mit dem Rücken zur Wand: "Eine 1.200 Jahre alte Kultur in Deutschland steht auf dem Spiel", sagt der Vorsitzende Albert Ritter. Er fordert einen staatlichen Rettungsschirm – und er fordert, Volksfeste wieder stattfinden zu lassen. "Wenn wir mit den Behörden abgestimmte Hygienemaßnahmen haben, kann ich mir auch das Oktoberfest und den Cannstatter Wasen dieses Jahr vorstellen", sagt Ritter.
  • 15. April: Bund und Länder einigen sich auf erste Schritte aus dem Corona-Lockdown: Der Schulbetrieb soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab 20. April unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen.

  • Die seit Wochen geltenden harten Kontaktbeschränkungen werden bis zum 3. Mai verlängert. Restaurants, Bars und Kneipen sollen wie bisher grundsätzlich geschlossen bleiben. Auch Großveranstaltungen bleiben untersagt, bis mindestens zum 31. August. Eine allgemeine Maskenpflicht kommt nicht – aber die dringende Empfehlung, solche Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel zu tragen. 
  • Die Kanzlerin beschreibt das Problem der nächsten Wochen und Monate mit der Reproduktionszahl. Das ist die Zahl von Menschen, die von einem Infizierten angesteckt wird. Momentan liege sie bei etwa eins. Steige sie auf 1,1, werde das Gesundheitssystem im Oktober an seine Grenzen kommen. Bei 1,2 bereits im Juli, bei 1,3 sogar schon im Juni.

  • Die Brandenburger Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher erklärt, dass aus ihrer Sicht die Lockerungen "an manchen Stellen etwas mutiger hätten ausfallen können". Im Gesundheitssystem sei man "nicht im Entferntesten an irgendeiner Kapazitätsgrenze". Die Zahl der intensivmedizinischen Betten werde sogar noch weiter erhöht.
  • 15. April: US-Präsident Trump stoppt die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO. Er gibt ihr die Schuld an der globalen Ausbreitung des Coronavirus. Mit einem schnelleren Einschreiten der WHO, wie von ihm empfohlen, hätte die Epidemie mit wenigen Toten auf ihren Ursprungsort begrenzt werden können, behauptet Trump. Stattdessen habe sie wie der Rest der Welt Chinas Angaben vertraut. Zuvor allerdings hatte Trump mehrfach Chinas Umgang mit dem Ausbruch gelobt und die Gefahr durch das Virus selbst heruntergespielt. 
  • Trump wird für den Zahlungsstopp hart kritisiert. Russland bezeichnet die Entscheidung als selbstsüchtig. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagt, es gebe keinen Grund, der diesen Schritt zu einem Zeitpunkt, da die Bemühungen der WHO nötiger seien denn je, rechtfertige. 
  • 15. April: Die Tour de France wird wegen der Coronavirus-Pandemie in den Spätsommer verschoben. Das wichtigste Etappen-Radrennen der Welt soll nun vom 29. August bis 20. September gefahren werden, wie der Radsport-Weltverband UCI mitteilt.
  • 14. April: Brandenburgs Ministerpräsident Woidke macht vorsichtige Hoffnung: "Maßvolle Erleichterungen könnten möglich werden, weil Brandenburg bisher relativ gut durch die Krise gekommen ist", sagt er. Er schränkt aber zugleich ein: "Definitiv wird kein Schnellstart von null auf hundert möglich sein. Sonst würden wir all das, was wir gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern erreicht haben, zunichtemachen."

  • Berlins Regierender Bürgermeister Müller wird sogar konkret und bezweifelt, dass es vor Ende April überhaupt organisatorisch zu Lockerungen der Maßnahmen kommen kann. Aber selbst danach gelte: "Es wird alles nicht mehr so sein wie vorher, es wird alles - wenn es überhaupt möglich ist - nur möglich sein mit Auflagen und Regeln."
  • 14. April: Am Frankfurter Flughafen nimmt der Vivantes-Geschäftsführer Eibo Krahmer persönlich eine Lieferung aus China entgegen: 2,5 Millionen Mund-Nase-Schutzmasken, 100.000 FFP2-Masken und mehr als 200.000 Schutzbrillen für Berlin. Ein Lkw bringt die Schutzausrüstung eskotiert von der Polizei zum zentralen Festplatz auf dem Kurt-Schumacher-Damm. Dort wird die Ware bewacht. Auf Anfrage von rbb|24 sehen sich weder Gesundheitsverwaltung, noch Charité in der Lage, den tatsächlichen Verbrauch von Schutzmasken zu beziffern. Wie lange die Lieferung ausreicht, ist unklar. Auch mit welchem Bedarf die Gesundheitsverwaltung für die nächsten Wochen plant, teilt sie nicht mit.
  • 14. April: Der Internationale Währungsfonds gewährt seinen ärmsten 25 Mitgliedsländern sofortige Schuldenerleichterungen. Dazu gehören unter anderem Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik und Demokratische Republik Kongo, Gambia, Haiti, Madagaskar, Tadschikistan und Jemen.
  • 14. April: China lässt zwei experimentelle Impfstoffe zur Bekämpfung des neuen Coronavirus für Humantests zu. Beide Impfstoffe wurden von chinesischen Unternehmen entwickelt.
01.04.2020, Brandenburg, Potsdam: Marlen Block (l) und hinter ihr Bettina Fortunato, Abgeordnete der Partei Die Linke, tragen während der Abstimmung bei der Landtagssitzung einen Mundschutz (Quelle: dpa / Soeren Stache).Auch im Brandenburger Landtag wird der Mundschutz allmählich zur Gewohnheit: Die Linken-Abgeordneten Marlen Block (vorne) und Bettina Fortunato bei einer Abstimmung.
  • 12. April: Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Krankenhaus verlassen. "Auf Anraten seines Ärzteteams wird der Premierminister nicht sofort seine Arbeit wieder aufnehmen", teilt ein Regierungssprecher mit.
  • 12. April: In Italien sind so wenige Menschen am Coronavirus gestorben wie seit dem 19. März nicht mehr.
  • 12. April: In Jerusalem riegeln israelische Behörden die Wohnviertel ultraorthodoxer Juden ab. Damit soll ein Überspringen des Coronavirus aus den dicht besiedelten Quartieren verhindert werden. Die Infektionsrate unter den in großen Familienverbänden lebenden Gläubigen ist hoch.
  • 12. April: Der türkische Innenminister kündigt seinen Rücktritt an. Er hatte einige Tage zuvor sehr kurzfristig Ausgangssperren in Istanbul, Ankara und anderen Großstädten verkündet. Daraufhin gab es lange Schlangen vor Supermärkten in zahlreichen türkischen Städten und teils chaotische Zustände. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nimmt den Rücktritt des Ministers nicht an.
  • 12. April: Im Berliner Dom wird der Festgottesdienst am Ostersonntag gefeiert. Durch die Kontaktbeschränkungen wegen Corona wird der Gottesdienst ohne Besucher abgehalten und im Internet gestreamt.
Berlin,12.04.20: Im Berliner Dom wird der Festgottesdienst am Ostersonntag gefeiert, ohne Zuschauer und daher live im Internet übertragen (Quelle: dpa / Friedrich Bungert / Geisler-Fotopress).
Kehraus im Gotteshaus: Der Ostergottesdienst im Berliner Dom ist in normalen Zeiten gut besucht - aber die Kirchenoberen haben sich längst angepasst. Sie übertragen den Gottesdienst im Internet. | Bild: Geisler-Fotopress
  • 11. April: Die Polizei löst in Berlin eine nicht genehmigte Demonstration auf. Ein Sprecher teilt mit, nur einige der 300 bis 350 Personen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz seien der Aufforderung nach Auflösung der Kundgebung nachgekommen. Es gibt Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und tätlichen Angriffs. Die Demonstranten, darunter zahlreiche Verschwörungsideologen und zum Teil Rechtsextreme, sehen in den Kontaktbeschränkungen einen Angriff auf Grundrechte.
  • 11. April: Südwestlich von Freiburg wird ein rumänischer Erntehelfer tot in seiner Unterkunft gefunden. Der 57-Jährige half als Saisonarbeiter in einem Spargelbetrieb. Ein Test auf Covid-19 fällt positiv aus [spiegel.de]. Nach Erkenntnissen des Gesundheitsamtes hat sich der Mann wohl in Deutschland infiziert. Er soll bereits am 20. März eingereist sein. 
  • 10. April: Die Mehrheit der Deutschen hält die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für angemessen oder für zu großzügig. Das zumindest besagt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts YouGov. Demnach sprechen sich 79 Prozent der Bürger klar gegen eine Lockerung der Sicherheitsauflagen aus.
  • 10. April: Die Kontrollen der Ausgangsbeschränkungen in Moskau werden verschärft. Der Bürgermeister Sergej Sobjanin sagt, ab kommender Woche werde ein Pass-System eingeführt. Zunächst werde es Erlaubnisscheine nur für jene Bewohner der Hauptstadt geben, die weiter zur Arbeit fahren müssten. Der Höhepunkt der Pandemie sei noch lange nicht erreicht.
  • 10. April: Wegen des hohen Bestellaufkommens schlägt die Deutsche Post eine Paketzustellung auch am Sonntag vor. Es würden soviele Pakete verschickt wie in der Vorweihnachtszeit, sagt der zuständige Vorstand. Nur, dass es keine Zeit zur Vorbereitung gegeben habe. Das Berliner Verwaltungsgericht erledigt diesen Vorschlag wenige Tage später: Paketzusteller dürfen ihre Mitarbeiter auch in der Corona-Krise nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigen, entscheiden die Richter. 
  • 9. April: Die spanische Regierung zeigt sich optimistisch, den Virusausbruch bald in den Griff zu bekommen. Die jüngsten Daten seien ermutigend, ein Rückgang der Epidemie stehe kurz bevor, sagt Ministerpräsident Pedro Sanchez.
  • 9. April: Eine 107-jährige Frau aus den Niederlanden hat sich von einer Coronavirus-Infektion erholt und ist damit womöglich die älteste Überlebende der Pandemie weltweit.
  • 9. April: Die Zahl der Gefangenen in Berliner Haftanstalten ist laut Justiz auf einem "historischen Tiefstand". Derzeit sitzen genau 3.339 Inhaftierte ein. Im Jahr 2007 gab es den höchsten Wert mit bis zu 5.600 Inhaftierten. Weil auch in den Gefängnissen momentan ein Besuchsverbot gilt, dürfen die Gefangenen per Skype-Videochat mit ihren Angehörigen sprechen.
  • 9. April: Die polnische Regierung gibt bekannt, dass bis mindestens 3. Mai keine Ausländer nach Polen einreisen dürfen. Polnische Bürger müssen weiterhin nach Ankunft sofort in Quarantäne. Und die Regierung verfügt eine allgemeine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit.
  • 9. April: Der Stromverbrauch ist durch die Corona-Pandemie um zehn Prozent gesunken. Der Energiekonzern Leag fährt Kraftwerksblöcke in der Lausitz deshalb mehrmals in der Woche auf das Leistungsminimum herunter.
  • 8. April: In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Infektionsfälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 103.228 und damit über die Marke von 100.000 gestiegen. 1.861 Menschen seien bislang infolge einer Ansteckung gestorben, teilt das RKI mit. Aber es das Virus verbreitet sich offenbar langsamer. "Es ist auf jeden Fall ein positiver Trend und den bringen wir natürlich zusammen mit den Maßnahmen", sagt der RKI-Chef Lothar Wieler [tagesschau.de]. Allerdings handele es sich nur um eine Momentaufnahme.
  • 8. April: Die Leitung des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in Potsdam steht inzwischen massiv in der Kritik - wegen des Umgangs mit Corona-Infektionen im Haus. Mehr als 100 Patienten sind nachweislich infiziert, 15 an den Folgen der Infektion gestorben. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es einen Anfangsverdacht gegen leitende Ärzte und Geschäftsführer des Klinikums gibt. Die Vorwürfe lauten auf Verstöße gegen Meldepflichten sowie auf Fehler beim Krisenmanagement und bei der Krankenhaushygiene. Die Amtsärztin hatte kritisiert, sogenannte Arztmeldungen zu Neuinfektionen seien dem Gesundheitsamt "zeitlich verzögert oder gar nicht" vorgelegt worden. Der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), selbst Mitglied des Aufsichtsrates des Klinikums, hatte moniert, zum Zeitpunkt des Ausbruchs im Krankenhaus habe es offenbar kein adäquates Ausbruchsmanagement gegeben.
  • 8. April: Der Berliner Landesschülerausschuss verlangt, dass die Abiturprüfungen dieses Jahr ausfallen. Die Forderung gelte nicht nur für das Abitur, sondern etwa auch für den Mittleren Schulabschluss, sagt der Landesschülersprecher. "Es melden sich täglich weinende, wütende und enttäuschte Schüler*Innen bei uns, die erhebliche Nachteile bei ihrem Abschluss befürchten", heißt es in einem Protestschreiben. "Prüfungen werden dieses Jahr niemals die gleichen wie zuvor oder danach für uns sein." Seit dem 13. März sind die Schulen geschlossen. Die ersten Abi-Klausuren sollen am 20. April stattfinden, mit ausreichendem Abstand zwischen den Schülern.
  • 8. April: In einem Altenheim auf Hermannswerder in Potsdam grassiert das Coronavirus: 38 der 80 Bewohner sind gesichert mit dem Virus infiziert, dazu mehrere Mitarbeiter. Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass eine Bewohnerin im Ernst-von-Bergmann-Klinikum behandelt wurde und dort auch positiv getestet worden war. Auch in Berliner Heimen gibt es bereits Dutzende Infizierte.
  • 7. April: In New York hat die Pandemie inzwischen katastrophale Zustände ausgelöst. Die Krankenhäuser sind derart überlastet, dass außer im Central Park nun auch in der anglikanischen Kathedrale St. John the Divine Feldlazarette aufgebaut werden sollen. Die Bestatter sind mit der Zahl der Toten überfordert. Vor den Kliniken werden Leichen mit Gabelstaplern in Kühllaster geladen. Ein Vertreter des Stadtrats von Manhattan schlägt vor, die Toten vorübergehend in öffentlichen Parks zu bestatten. Alleine an diesem Tag sterben im Bundesstaat New York 779 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, ein neuer Rekord.
  • 7. April: In München landet ein Flugzeug mit acht Millionen Schutzmasken an Bord. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr stehen am Flughafen bereit – ein Pressetermin. Das Flugzeug war am Morgen in Shanghai gestartet. Söder erfreut sich in diesen Tagen großer Beliebtheit, in Umfragen loben Bürger ihn für sein entschlossenes Vorgehen. Bayern hat deutschlandweit mit Abstand die meisten bestätigten Infektionen [merkur.de] und ebenfalls deutlich am meisten Fälle pro 100.000 Einwohner.
  • 7. April: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrerer Brandenburger Krankenhäuser schicken einen offenen Brief an die Landesregierung: Bereits vor der Krise sei die Situation in den Krankenhäusern prekär gewesen, nun stehe das Gesundheitssystem vor einer Zerreißprobe, heißt es in dem Brief. Sie fordern unter anderem mehr Schutzkleidung und mehr Personal. Und sie fordern ein Neudenken der Finanzierung des Gesundheitssystems. Die Marktlogik habe dort nichts zu suchen.
  • 7. April: Die Mitarbeiter der landeseigenen Berliner Kliniken Charité und Vivantes sollen einen Bonus von 150 Euro pro Monat bekommen. Ab April soll dieser Bonus für zunächst drei Monate ausgezahlt werden.
  • 7. April: Die Kreisverwaltung von Ostprignitz-Ruppin scheitert zum zweiten Mal mit einem Einreiseverbot. Der Landkreis hatte als einziger landesweit eine Verfügung erlassen, nach der touristische Einreisen in das Gebiet untersagt sind. Anliegen war, das Gesundheitssystem nicht zusätzlich zu überfordern. Jetzt weist das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Beschwerde endgültig zurück.
  • 7. April: Der Berliner Senat gibt mehr Geld für die Bewältigung der Corona-Krise aus: Ein Nachtragshaushalt von drei Milliarden Euro soll mittelgroße Firmen, Solo-Sebständige und Kleinunternehmen unterstützen – durch weitere Soforthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
  • 6. April: Österreich will ab dem 14. April schrittweise die Ausgangsbeschränkungen lockern, wie der Bundeskanzler Sebastian Kurz mitteilt. Dann sollen Geschäfte mit einer Fläche bis zu 400 Quadratmetern sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen dürfen. Ab 1.Mai soll es weitere Erleichterungen geben - alles unter Vorbehalt.
  • 6. April: In einem New Yorker Zoo wird ein Tiger positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das vierjährige Weibchen Nadia leide an einem trockenen Husten, werde sich aber voraussichtlich erholen, teilen die Betreiber mit.
  • 6. April: Der britische Premierminister Boris Johnson wird auf die Intensivstation verlegt und mit Sauerstoff versorgt. Sein Zustand habe sich verschlechtert, heißt es in einer Mitteilung der Regierung. Bisher hatte Johnson mehrfach bekräftigt, das Land trotz seiner Covid-19-Erkrankung führen zu können. Auch andere Mitglieder der britischen Regierung sind infiziert.
  • 5. April: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez ruft die EU-Partner in der Corona-Krise zu "rigoroser Solidarität" auf und bekräftigt seine Forderung nach einer Vergemeinschaftung von Schulden. In der Eurogruppe und sogar innerhalb der Bundesregierung ist man sich über die sogenannten Coronabonds überhaupt nicht einig.
  • 5. April: Eine katholische Kirchengemeinde in Berlin klagt gegen das Verbot von Gottesdiensten während der Corona-Krise. Die Gemeinde will erreichen, dass sie künftig öffentliche Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern feiern darf, mit entsprechendem Abstand. Das Berliner Verwaltungsgericht weist die Klage zurück. 
Flughafen Berlin-Tegel (Quelle: dpa/Bungert)
Nix los an den Berliner Flughäfen: Weil kaum noch ein Flieger startet und landet, macht Tegel monatlich sechs Millionen Euro Verlust, teilt die Flughafengesellschaft mit. | Bild: dpa/Bungert
  • 5. April: Während der Senat noch rätselt, wo die von der Berliner Polizei bestellten Schutzmasken geblieben sind, ist in der Nacht zum Samstag eine andere Lieferung aus China eingetroffen - mit zwei Millionen Masken und 300.000 Schutzkitteln. Nun sollen sie in Berlin unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und die Polizei verteilt werden.
  • 4. April: In Schönefeld und Tegel fliegt kaum noch jemand. Im März 2020 kamen 95 Prozent weniger Fluggäste, als im März 2019. Laut der Flughafengesellschaft macht Tegel pro Monat sechs Millionen Euro Verlust. Nach Ostern wollen die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund deshalb nochmal diskutieren, ob der TXL vorübergehend geschlossen wird.
  • 3. April: Der muslimische Verein Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) ruft gemeinsam mit der evangelischen Neuköllner Genezareth-Gemeinde zu einer interreligiösen Aktion als "Zeichen des Zusammenhalts" auf. Ein normales Gebet ist es nicht, die Moschee bleibt geschlossen - die Veranstaltung soll im Internet übertragen werden, Gebetsruf und Glockengeläut kombinieren. Doch die Aktion geht nach hinten los: Vor der Moschee in Neukölln versammeln sich nach Polizeiangaben bis zu 300 Menschen, viel zu dicht nebeneinander. "Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet", teilt die Polizei mit. Die Verantwortlichen der Moschee entschuldigen sich und rufen ihre Besucher vor Ort und im Internet dazu auf, zuhause zu bleiben. Das Neuköllner Bezirksamt verbietet ihnen vorübergehend, den Gebetsruf erklingen zu lassen.
  • 3. April: Die US-Wirtschaft wird nach Prognose der Großbank Morgan Stanley in diesem Jahr wegen der Corona-Krise so stark einbrechen wie seit 1946 nicht mehr. Die sich schnell ausbreitende Covid-19-Pandemie wird nach Ansicht des Weltbank-Präsidenten David Malpass wohl eine "große globale Rezession" auslösen. Diese werde wahrscheinlich die ärmsten und verwundbarsten Länder am härtesten treffen.
  • 3. April: In Mexiko wird vorerst kein Corona-Bier mehr gebraut. Die Regierung stufe den Weiterbetrieb der Brauerei nicht als dringlich ein, teilt der Mutterkonzern Grupo Modelo mit.
  • 3. April: Der Berliner Innensenator Geisel beschuldigt die US-Regierung, Hunderttausende bestellte Schutzmasken für die Berliner Polizei von Bangkok aus über die Vereinigten Staaten umgeleitet und im Land behalten zu haben. Das sei ein "Akt moderner Piraterie". Der Regierende Bürgermeister Michael Müller bezeichnet das als "unmenschlich und inakzeptabel". Ein Sprecher des Weißen Hauses weist alle Vorwürfe zurück. Vier Tage später entschuldigt sich Müller für seine Formulierung, sagt aber: "Unstrittig ist ja auch, wir haben sie bestellt, das ist Berliner Ware und sie ist nicht hier gelandet sind, sondern in den USA."
  • 3. April: Das Kontaktverbot scheint zu wirken. Von Google veröffentlichte, anonymisierte Bewegungsdaten zeigen, dass die Berliner Parks fast zwei Drittel weniger Besucher haben. In Bussen und Bahnen sind seit Beginn der Corona-Krise 70 Prozent weniger Menschen unterwegs. In Brandenburg sind die Werte ähnlich hoch. Am folgenden, warmen Frühlingswochenende sind zwar viele Berliner draußen - aber laut den Zahlen und Aussagen der Polizei respektierten die meisten das Kontaktverbot und hielten sich an die Regeln.
  • 2. April: Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beginnt damit, die Soforthilfen für Firmen auszuzahlen, es sind jeweils zwischen 9.000 und 60.000 Euro. Wer gleich zu Beginn des Programms einen Antrag gestellt hat, müsse nur noch wenige Tage warten, sagt die ILB-Sprecherin. Doch alleine beim rbb beschweren sich Dutzende Antragsteller über lange Wartezeiten. In Berlin wurden die Hilfen deutlich schneller ausgezahlt.
  • 2. April: Auch Berlin hat jetzt seinen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen das Kontaktverbot - nach langem hin und her, wie lang die Berlinerinnen und Berliner nun draußen verweilen dürfen. Ab sofort ist es erlaubt, maximal zu zweit oder mit Familienangehörigen, mit denen man einen Haushalt teilt, auf einer Decke in einem Park oder auf einer Parkbank "kurz" auszuruhen. Wie lange diese kurze Ausruhpause dauern darf, wird nicht mitgeteilt. Klar ist aber: Wer sich auf einer Decke entspannt, muss einen Mindestabstand von fünf Metern einhalten. Auf der Parkbank gelten 1,50 Meter. Falls Parks zu voll werden, darf die Polizei den Zugang regeln. Bei Verstößen werden zwischen 25 und 500 Euro fällig.
  • 2. April: In Rumänien sollen Ärzte, Krankenpfleger und andere Beschäftigte, die mit Virusinfizierten zu tun haben, einen monatlichen Gehaltsbonus von rund 500 Euro erhalten, kündigt der Staatspräsident Klaus Iohannis an. In Deutschland gibt es zu diesem Zeitpunkt noch keine Zulagen in dieser Größenordnung.
  • 2. April: Die Bundesregierung einigt sich darauf, dass nun doch Saisonarbeiter vor allem aus Osteuropa einreisen dürfen. Im Mai und April sollen jeweils rund 40.000 Erntehelfer kommen. Die Arbeiter dürfen nur mit dem Flugzeug anreisen. Die ersten 14 Tage nach Ankunft in Deutschland sollen sie getrennt von anderen Angestellten auf den landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten. In Brandenburg betrifft das vor allem die Spargelhöfe. Die Lufthansa-Tochter Eurowings will die Helfer mit einer Art "Luftbrücke" einfliegen.  
  • 1.April: Russland hilft den USA. Ein Militärflugzeug bringt eine Lieferung medizinischer Ausrüstung und Atemschutzmasken in die Vereinigten Staaten, wie das russische Staatsfernsehen berichtet. US-Präsident Donald Trump habe die angebotene Hilfe von Amtskollege Wladimir Putin dankbar angenommen.
  • 1.April: Am Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum bricht das Virus aus - 61 Patienten werden positiv getestet. Sie werden von allen anderen Patienten getrennt untergebracht. Das größte Krankenhaus der Stadt nimmt keine neuen Patienten auf, Notfälle müssen auf andere Kliniken verteilt werden. Zwei Tage später sind auch die Infektionen von 83 Mitarbeitern bestätigt - und neun infizierte Patienten tot.

März 2020

  • 31. März: Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 61.913 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge der Covid-19-Erkrankung nahm demnach um 128 auf 583 zu. "Ich möchte alle Menschen bitten, diese Krankheit ernst zu nehmen", sagt der RKI-Präsident Lothar Wieler. Aus einer Studie gehe hervor, dass nur 41 Prozent der Deutschen Covid-19 für gefährlich hielten.
  • 31. März: Im Zuge der Krise müssen etliche Unternehmen in die Zwangspause. Bis zum Wochenende haben in Berlin 22.600 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt, in Brandenburg 14.400. Die Bundesagentur rechnet in den kommenden Tagen und Wochen mit einer weiteren Zunahme der Zahlen. Ein Novum in Berlin und Brandenburg.
  • 31. März: Bisher galt die Ansage, dass die von Bund und Ländern beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote bis Ostern gelten. Nun verlängern mehrere Landesregierungen die Regeln wie erwartet auch Berlin und Brandenburg.
  • 31. März: Die Umbauarbeiten auf dem Messegelände für die neue provisorische Corona-Klinik beginnen. Nun sind zunächst 500 statt 1.000 Betten in der Berliner Messehalle 26 vorgesehen.
  • 30. März: In Italien deuten die offiziellen Zahlen auf einen deutlichen Rückgang der Neuerkrankungen hin. Das Katastrophenschutz-Ministerium meldet 101.739 Fälle, ein Anstieg von 4.050 - der niedrigste Wert seit dem 17. März. Inzwischen sind 11.600 Infizierte gestorben.
26.03.2020, Berlin: Der Rudolph-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg ist am Donnerstagnachmittag voller Menschen (Quelle: dpa / Annette Riedl).
Als die ersten warmen Frühlingstage kommen, fällt es vielen Menschen schwer, zuhause zu bleiben - doch nach ersten Problemen halten sich immer mehr Leute an das Kontaktverbot und achten draußen auf Abstand. | Bild: dpa
  • 28. März: Sich bewegen ist ok, picknicken, grillen oder einfach in der Sonne liegen aber nicht mehr - das warme Frühlingswochenende treibt die Berliner trotzdem raus in die Parks. Den Boxhagener Platz muss die Polizei wegen Überfüllung schließen. Nach Anfangsschwierigkeiten aber beobachten die Beamten, dass sich die Mehrheit der Leute weitgehend an das Kontaktverbot hält.
  • 28. März: Der Ansturm auf die Soforthilfen für Selbständige und Kleinunternehmer lässt den Server der Investitionsbank Berlin-Brandenburg (IBB) sofort zusammenbrechen. Am Abend sind immer noch fast 100.000 Menschen in der digitalen Warteschlange. Der Senat stellt pro Antrag bis zu 5.000 Euro Soforthilfe für Solo-Selbständige und Kleinunternehmer bereit. Den Mitarbeitern der Bank seien die zahlreiche Anträge mutmaßlicher Betrüger aufgefallen, unter anderem durch fehlende oder ungültige Angaben, sagt ein Sprecher.
  • 27. März: Papst Franziskus spendet in einem ungewöhnlichen Gebet auf dem leeren Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Üblicherweise erteilt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche diesen Segen nur zwei mal im Jahr - zu Ostern und Weihnachten.
  • 26. März: Die Potsdamer Stadtverwaltung meldet den ersten Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. In Berlin sind inzwischen acht Infizierte gestorben.
27.03.2020, Vatikan, Vatikanstadt: Papst Franziskus erteilt auf dem wegen der Coronavirus-Pandemie leeren Petersplatz den Sondersegen "Urbi et Orbi" (Quelle: Yara Nardi/REUTERS/AP/dpa).
Der Papst spricht den Segen - der verregnete Petersplatz in Rom ist leer. | Bild: REUTERS/AP
  • 26. März: Die Finanzministerin appelliert an die polnischen Arbeitspendler, in Brandenburg zu bleiben. Ab Freitag würden sie pro Tag 65 Euro aus der Landeskasse erhalten. Die polnische Regierung hat verfügt, dass alle Rückkehrer in Polen 14 Tage in Quarantäne gehen müssen - auch Arbeitspendler. Viele kommen der neuen Regel zuvor und verlassen Brandenburg.
  • 25. März: Der Bundestag beschließt ein Hilfspaket zur Bekämpfung der Corona-Krise: Dafür sieht die Regierung 156 Milliarden Euro neue Schulden vor. Der Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagt, die jetzige Krise sei ohne Vorbild, eine schicksalhafte Herausforderung für die ganze Menschheit. "Dafür gibt es kein Drehbuch." Die Brandenburger Regierung hatte zunächst mit 500 Millionen Euro Hilfen für das Bundesland kalkuliert - wenige Tage später erhöht sie auf zwei Milliarden Euro.
  • 25. März: Inzwischen sind in Berlin 101 Arztpraxen geschlossen. In rund zwei Drittel der Fälle, weil Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in Quarantäne sind, da sie Kontakt zu einem oder einer bestätigten Infizierten hatten. Weitere 31 Praxen geben an, wegen fehlender Schutzausrüstung geschlossen zu haben.
Symbolfoto zum Thema Corona-Pandemie, Covid-19: Eine FFP2-Atemschutzmaske der Firma LUX, aufgenommen am 24.03.2020 in Leipzig (Quelle: dpa / Kirsten Nijhof).
Bild: dpa-Zentralbild
  • 24. März: Die Verkaufsplattform Ebay schränkt den Handel mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln ein, um angesichts des deutschlandweiten Mangels an solchen Schutzmitteln Wucherpreise zu verhindern. In Cottbus geben sich Betrüger als Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus und verlangen vermeintliche "Passierscheine" von Bürgern. Wer keinen vorweisen könne, müsse direkt Strafe zahlen.
  • 24. März: An einem Flughafen in Kenia sind angeblich sechs Millionen Schutzmasken verschwunden, die für Deutschland bestimmt waren. Die deutschen Behörden bemühen sich um Aufklärung. Ein finanzieller Schaden sei nicht entstanden, da die Masken noch nicht bezahlt gewesen seien, sagt ein Sprecher. Verifizieren lässt sich die Story nicht. Spätere Recherchen legen nahe, dass die Masken nie existiert haben - Zwischenhändler sollen versucht haben das Geld zu kassieren und die Regierung zu betrügen.

Wenn jemand behauptet, 'Made in China' sei giftig, kann er ja aufhören, in China hergestellte Masken und Schutzkleidung zu tragen. Und auch keine Beatmungsgeräte nutzen, die China exportiert hat."

Der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang am 24.März als Antwort auf Donald Trumps Bezeichnung von Corona als "chinesisches Virus"
  • 24. März: US-Präsident Donald Trump rechnet damit, dass die Beschränkungen in den USA schon bald wieder aufgehoben werden können. Er würde sich freuen, wenn dies bis Ostern der Fall sei, sagt Trump dem Fernsehsender Fox News. Die USA seien nicht für eine Schließung gemacht. Sechs Tage später verlängert er die Schutzmaßnahmen bis zum 30. April. Da sind die USA bereits das Land mit den meisten Corona-Infektionen weltweit.
  • 24. März: Die Olympischen Spiele in Tokio werden wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. Sportler aus Berlin und Brandenburg reagieren erleichtert.
Berlin, 23.03.20: Der leere Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund (Quelle: dpa / Christian Mang).
Ist da jemand? Der Pariser Platz und das Brandenburger Tor am 23. März. | Bild: imageBROKER
  • 22. März: Die Online-Videothek Netflix will in ganz Europa ihre Übertragungsgeschwindigkeiten drosseln, um die wegen der Corona-Krise besonders belasteten Internet-Kapazitäten zu schonen.
  • 22. März: Bund und Länder ziehen die Regeln nochmal an: Sie einigen sich auf ein Kontaktverbot als Alternative zu Ausgangssperren. Man darf sich im öffentlichen Raum nur noch mit maximal einer Person aufhalten, die nicht im gleichen Haushalt lebt und muss mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten. Restaurants und Gaststätten dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Friseursalons müssen schließen - gerade das war von vielen Bürgern gefordert worden.
  • 21. März: Mietschuldnern darf in den nächsten Monaten nicht gekündigt werden, entscheidet die Bundesregierung. Gelten soll das für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Auch andere Mieter werden stärker geschützt. Die Regelung endet zum 1. Juli.
  • 20. März: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen. Dies gilt für vorläufig zwei Wochen, kündigt der Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München an. Zu viele Menschen seien noch immer draußen in Gruppen unterwegs.
  • 19. März: Italien meldet mehr Corona-Tote als China. Europa ist das neue Zentrum der Pandemie.
  • 19. März: In Tegel und Schönefeld sind die Passagierzahlen um rund drei Viertel gesunken, später sinken sie um 90 Prozent. Um die Verluste aufzufangen, sollen die Flughäfen 300 Millionen Euro Staatshilfe bekommen.

Die große Leere

  • 19. März: Die Berliner Krankenhäuser bereiten sich mit allen Kräften auf erwartete hohe Patientenzahlen vor. "Wir rufen alle Berlinerinnen und Berliner mit einer medizinischen Ausbildung auf, sich an Einrichtungen (die zu ihrem Qualifikationsprofil passen) zu wenden", teilt eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft mit. Mehr als 160 Ärztinnen und Ärzte melden sich in den folgenden Tagen freiwillig.
  • 18. März: Die EU schließt ihre Außengrenzen für Nicht-EU-Bürger - sie dürfen zunächst für 30 Tage nicht mehr einreisen. Der Flugverkehr hat längst drastisch abgenommen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert in einer Fernsehansprache an die Disziplin der Bevölkerung. Es komme in der Corona-Krise auf jeden Einzelnen an, sagt sie. Sie bezeichnet diese Krise als "größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg".
05.03.2020, Brandenburg, Kremmen: Arbeiter entfernen Plastikplanen von einem Spargelfeld (Quelle: dpa / Paul Zinken).In Brandenburg fehlen die Erntehelfer aus Osteuropa - ohne Helfer aus Polen und Rumänien funktioniert das derzeitige Wirtschaftsmodell nicht.
  • 18. März: Trauerfeiern werden in Berlin eingeschränkt. Nur noch die engsten Angehörigen sollen kommen, auf den meisten Friedhöfen sind die Kapellen und Feierhallen komplett gesperrt. Viele Urnenbeisetzungen werden verschoben. Auch standesamtliche Trauungen werden verkleinert oder ganz abgesagt.
  • 18. März: Immer mehr Verbraucher stehen in Supermärkten vor leeren Regalen. Sogenannte Hamsterkäufer decken sich weit über ihren Haushaltsbedarf ein, vor allem kaufen sie Klopapier. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagt auf einer Pressekonferenz: "Es ist richtig, dass Hamsterkäufe als asozial bezeichnet werden." Die Nachfrage nach manchen Lebensmitteln ist doppelt so hoch wie vor Weihnachten. Der Handelsverband spricht in diesen Tagen von "surrealem" Kaufverhalten.
  • 17. März: Durch die Grenzschließungen fehlen den Brandenburger Landwirten plötzlich die Saisonarbeitskräfte - ohne Polen und Rumänen ist Beelitzer Spargel in den Supermärkten schon lange nicht mehr denkbar. Laut örtlichem Spargelverein sind erst 20 Prozent der erwarteten Helfer angereist. Die Betriebe fordern "Passierscheine" und Sonderregeln für Erntehelfer. Auch ungelernte Arbeiter, sofern motiviert, sind nun willkommen. Es gibt Mindestlohn plus Mengenzulage.
  • 17. März: Berlin soll ein eigenes Krankenhaus für Covid-19-Patienten bekommen. Es soll auf dem Messegelände Platz für bis zu 1.000 Patienten bieten, als Ergänzung zu anderen Kliniken in der Stadt. Das Krankenhaus soll innerhalb weniger Wochen in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen. Projektleiter wird Albrecht Broemme, ehemaliger Feuerwehrchef und THW-Präsident. Er zeigt sich optimistisch, den Zeitplan einzuhalten. Ende April ist das Krankenhaus tatsächlich fertig.
  • 17. März: Die UEFA verschiebt die Fußball-EM um ein Jahr.
  • 16. März: Der deutsche Profifußball will sich aus finanziellen Motiven noch übers Wochenende retten, nach öffentlichem Protest aber sagt die DFL den 26. Spieltag in der Bundesliga und 2. Liga kurz darauf komplett ab. Die Alternative wären sogenannte "Geisterspiele" gewesen. Darüber hinaus soll auf Empfehlung des Gremiums der Spielbetrieb bis zum 2. April ruhen. Das letzte Mal wurde der Spielbetrieb in den höchsten deutschen Fußballligen 1944/45 während des Zweiten Weltkrieges unterbrochen.
16.03.2020, Brandenburg, Schönefeld/Ot Waßmannsdorf: Maschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Areal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg abseits der Start- und Landebahn (Quelle: dpa / Sören Stache).Jetzt wenigstens mehr als nur Baustelle: Der BER wird in der Krise zum Parkplatz für ungenutzte Lufthansa-Maschinen.
  • 16. März: Die Lufthansa parkt zwölf Maschinen vom Typ Airbus 321 und sieben A 320-Flugzeuge am BER. Sie werden momentan nicht gebraucht. 90 Prozent der Langstreckenflüge und 80 Prozent der Kurzstreckenflüge in Europa fallen aus. Der BER soll aber laut dem Chef Engelbert Lütke-Daldrup wie geplant im Oktober 2020 eröffnen.
  • 16. März: Bund und Länder einigen sich auf weitere Verschärfungen - zum ersten Mal während dieser Krise stimmen sie ihr Vorgehen wirklich ab. Zahlreiche Läden sollen schließen, ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Frisöre. Restaurants dürfen nur zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Gotteshäuser, Sportstätten, Kneipen, Bars, Clubs, Diskos, Theater, Opern, Kinos, Konzerthäuser und Museen werden komplett geschlossen, unabhängig von der Besucherzahl.

    Auch der Tourismus ist stark betroffen: Nicht-EU-Bürger dürfen für 30 Tage nicht nach Deutschland einreisen, Übernachtungen zu touristischen Zwecken werden verboten. Der Berliner Senat will entgegen der Empfehlung des Bundes die Spielplätze nicht schließen. Nach und nach aber widersetzen sich aber alle Berliner Bezirke und sperren sämtliche Plätze.
  • 16. März: Schulen und Kitas in Berlin werden geschlossen: Zuerst die Oberstufenzentren, einen Tag später alle anderen Schulen und Kitas. Allerdings soll es an jeder Schule für Kinder von Eltern aus sogenannten systemrelevanten Berufsgruppen wie etwa Polizei, Feuerwehr oder Krankenpflege eine Notbetreuung geben. Die Regel gilt erst einmal bis zum Ende der Osterferien. Brandenburg zieht am 18. März nach.
Polizisten und Zollbeamte kontrollieren am 16.03.20 den Grenzübergang zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice, ein polnischer Zollbeamter misst bei einem Einreisenden Fieber (Quelle: dpa / Geisler-Fotopress).
An der polnischen Grenze werden Einreisende von Beamten in Schutzanzügen kontrolliert - bei jedem wird die Temperatur gemessen. | Bild: Geisler-Fotopress
  • 15. März: Polen schließt seine Grenzen zu Deutschland, Tschechien, Litauen und der Slowakei. Dies gelte für alle Ausländer, teilt der Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit. An den Brandenburger Grenzübergängen bilden sich bis zu 60 Kilometer lange Staus. Einen Tag später schränkt auch Deutschland den Grenzverkehr von und nach Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark drastisch ein. Nur noch Berufspendler und Waren dürfen durch.
  • 14. März: "Shutdown" im Berliner Nachtleben. Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind ab sofort verboten. Clubs, Kneipen und Kinos müssen schließen. Aber ebenfalls betroffen sind Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen sowie Gotteshäuser wie Kirchen, Moscheen und Synagogen. Kommen weniger als 50 Teilnehmer, müssen die Veranstalter eine Besucherliste führen und mindestens vier Wochen lang aufbewahren.

    Der Senat gibt die Entscheidung am Samstagnachmittag bekannt und lässt deren Einhaltung sofort von der Polizei durchsetzen. Viele Gastronomen sind von der Entscheidung überrumpelt.
  • 13. März: Die Stadt Cottbus verbietet alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern. Damit ist sie zu diesem Zeitpunkt konsequenter als die Landesregierung.
Staatsoper Berlin: "Carmen"-Aufführung vor leerem Zuschauerraum; © Peter Adamik
Man sagt, der Applaus sei das Brot des Künstlers: Auch für die Sängerinnen und Sänger der Berliner Staatsoper müssen sich diese Zeiten schwer anfühlen. Die Oper "Carmen" führen sie vor leeren Rängen auf. Aber Menschen in der ganzen Welt sehen zu. | Bild: Peter Adamik
  • 13. März: Der rbb überträgt "Carmen" live aus der Staatsoper Unter den Linden im Internet und im Radio. Die Zuschauerränge sind leer. 160.000 Menschen aus der ganzen Welt schauen sich die Aufführung an. Es ist die erste von mehreren Kultur-Übertragungen während der Corona-Krise. Zwei Tage später folgt ein Konzert der Berliner Philharmoniker, dirigiert von Sir Simon Rattle.
  • 11. März: Der Berliner Senat untersagt vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Der Beginn der Vorlesungszeit an den Universitäten wird um rund eine Woche auf den 20. April verschoben. Am Tag darauf sagt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowohl das Myfest am 1. Mai, als auch den Karneval der Kulturen Ende Mai ab. Zuvor hatten die Berliner Amtsärzte Alarm geschlagen. Einen Tag nach Berlin beschließt auch Brandenburg das Verbot von Großveranstaltungen.
  • 10. März: Die Eishockey-Saison in der DEL wird wegen des Coronavirus zum ersten Mal vorzeitig abgebrochen. Es wird in dieser Serie keinen Meister geben. Die Eisbären wären in der Woche darauf in die Playoffs gestartet.

    In der Folge stoppt auch der Spielbetrieb in nahezu allen anderen wichtigen Ligen wie im Handball oder Basketball. Spieler müssen aus ihren Verträgen entlassen werden, Klubs melden Kurzarbeit an. Nur im Fußball wird noch ernsthaft diskutiert, die Saison weiterlaufen zu lassen. Am 11. März spielen Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln in einem leeren Stadion gegeneinander.
  • 10. März: Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) verkündet den Entschluss, "in den staatlichen Theater-, Opern- und Konzerthäusern die Veranstaltungen in den großen Sälen nicht mehr stattfinden zu lassen." Die Absagen gelten vorerst bis Ende der Osterferien.
  • 9. März: Wegen eines Corona-Verdachts im brandenburgischen Neustadt (Dosse) müssen knapp 2.250 Menschen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Vorerst werden alle Schulen der Stadt sowie ein Hort geschlossen.
  • 8. März: Bundesgesundheitsminister Spahn schlägteine Absage aller Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vor.
15.03.2020, Berlin: Ein Schild im Schaufenster einer Apotheke weist darauf hin, dass Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft sind (Quelle: dpa / Soeren Stache).
In den Apotheken sind Desinfektonsmittel schnell ausverkauft. Verbrecher schrecken auch vor Diebstählen in Krankenhäusern nicht zurück. | Bild: ZB
  • 7. März: Unbekannte stehlen große Mengen Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Handschuhe und Schutzkleidung aus der Kinderintensivstation des Virchow-Klinikums der Charité. Betroffen ist eine Station, in der schwer krebskranke Kinder behandelt werden. Auch in den städtischen Vivantes-Kliniken werden Desinfektionsmittel und Schutzmasken gestohlen.
  • 2. März: Ein Mann aus Hohen Neuendorf im Kreis Oberhavel ist der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Brandenburg. Der 51-Jährige war mit seiner Frau sowie einem befreundeten Ehepaar aus Berlin aus Südtirol vom Skiurlaub zurückgekehrt.
  • 1. März: In Berlin wird die erste Person positiv getestet: Berlins "Patient Null" ist ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Mitte. Einen Tag später erklärt der zuständige Amtsarzt, dass insgesamt 60 Personen ermittelt worden seien, die mit dem Mann in letzter Zeit in Kontakt standen. Er wird auf einer Station der Charité isoliert und behandelt, seine WG kommt in Quarantäne. Wo er sich angesteckt hat, bleibt unklar - er war in den Wochen zuvor nicht verreist.

Februar 2020

  • 29. Februar: Der japanische Premierminister Shinzo Abe sagt, er rechne damit, dass die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio stattfinden werden.
  • 29. Februar: Partygäste feiern im Berliner Club "Trompete" am Lützowplatz in Mitte. 17 Besucher werden nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, darunter auch zwei Polizisten - Dutzende Kollegen müssen in Quarantäne. Neun weitere Infizierte hatten am 27. Februar im Club "The Reed" nahe des Alexanderplatzes gefeiert. Das alles stellt sich erst am 10. März heraus.

"Es wird verschwinden. Eines Tages, es ist wie ein Wunder, wird es verschwinden."

US-Präsident Donald Trump am 24. Februar über das Coronavirus. Zu diesem Zeitpunkt sind 68 infizierte US-Bürger gemeldet.
  • 28. Februar: Die Tourismusmesse ITB in Berlin wird abgesagt - zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Der Geschäftsführer des offiziellen Berliner Reiseportals "Visit Berlin" fordert staatliche Ausgleichszahlungen. "Allein bei den Hotels prasseln jetzt die Stornierungen herein", sagt er.
  • 26. Februar: Bundesgesundheitsminister Spahn sagt, Deutschland befinde sich am Beginn einer Corona-Epidemie. Neue Fälle, die seit dem Vortag bekannt geworden seien, hätten eine neue Qualität. Die Infektionskette sei teilweise nicht nachvollziehbar, und die Kontakte der infizierten Personen ließen sich nicht zurückverfolgen.

26. Februar: Erstmals werden Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gemeldet. In Nordrhein-Westfalen ist die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg besonders stark betroffen. Dort breitete sich das Virus nach einer Karnevalssitzung am 15. Februar aus. Bis Anfang März werden auch aus den meisten anderen Bundesländern Fälle gemeldet.

  • 24. Februar: In Nordrhein-Westfalen wird wie üblich Karneval gefeiert. Etwa eineinhalb Millionen Jecken säumen an Rosenmontag die Zugwege in Köln und Düsseldorf [wdr.de].
Bergamo, 16.03.20: Bestatter laden einen Sarg in ihr Fahrzeug. Die Stadt ist im Zentrum der Coronavirus-Pandemie in Europa, alle 30 Minuten wird hier momentan ein Mensch beerdigt (Quelle: dpa / ZUMA Press / Claudio Furlan).
Italien wird binnen weniger Wochen zum Zentrum der Pandemie: Städte wie Bergamo sind besonders schwer betroffen und werden abgeriegelt, es gelten strenge Ausgangssperren. | Bild: LaPresse via ZUMA Press
  • 22. Februar: Im Norden Italiens werden die ersten Corona-Todesfälle in einem europäischen Land gemeldet. Einen Tag später riegelt die Regierung mehrere norditalienische Städte komplett ab. Bewohner dürfen weder ein- noch ausreisen. In den nächsten Wochen steigt die Zahl der Infizierten in Italien stark.
  • 11. Februar: Die Lungenerkrankung aus China wird von der WHO nun Covid-19 genannt. Das neuartige Coronavirus erhält den Namen Sars-CoV-2.
  • 9. Februar: 20 Deutsche und ihre Familienangehörigen werden in einer Bundeswehrmaschine von Wuhan nach Berlin geflogen. Vom Flughafen Tegel aus bringt man sie für zwei Wochen auf eine Quarantäne-Station in Köpenick. Erste Corona-Tests sind bei allen Betroffenen negativ.
  • 7. Februar: Der chinesische Arzt Li Wenliang stirbt an den Folgen seiner Covid-19-Erkrankung. Er hatte bereits früh im Januar versucht, auf die Gefahren durch das Virus aufmerksam zu machen, wurde aber von chinesischen Behörden zum Schweigen aufgefordert. Das Bild von Li Wenliang in seinem Krankenhausbett geht um die Welt. Er wird zum ersten "Gesicht" dieser Pandemie.
  • 5. Februar: Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Berlin beklagen "Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien" gegenüber chinesischen Bürgern. Diese hätten nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und seien "besorgniserregend". Berliner, die aus asiatischen Ländern stammen, berichten von Anfeindungen in Zusammenhang mit dem Virus. Eine Chinesin ist in der Beusselstraße von zwei Frauen rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen, geschlagen und getreten worden.
  • 2. Februar: In den ersten Berliner Apotheken sind Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft. Dass die Ware jetzt auch in Deutschland knapp werde - "das hat uns überrascht", sagt ein Charlottenburger Apotheker.

Januar 2020

  • 30. Januar: Die WHO ruft eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering. Aber man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde.
  • 28. Januar: Der erste gemeldete Fall in Deutschland betrifft einen Mann im bayerischen Landkreis Starnberg. Der Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto hat sich wohl bei einem Kollegen aus China infiziert. Er wird in einem Krankenhaus isoliert und behandelt. "Es war zu erwarten, dass das Virus auch Deutschland erreicht", twittert der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die Bundesrepublik sei gut vorbereitet.

Man muss das Virus wirklich ernst nehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Epidemie noch aufzuhalten ist. Man muss jetzt alle Kraft zusammennehmen – natürlich insbesondere in China."

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, am 21. Januar 2020
  • 25. Januar: Das Virus hat Europa erreicht. Die französischen Behörden melden drei bestätigte Fälle. Weltweit sind es zu diesem Zeitpunkt 1.400 bestätigte Infizierte. Auch in Berlin gibt es einen ersten Verdachtsfall: Aber der Test der Patientin verläuft negativ.
  • 24. Januar: Frankreich registriert seinen ersten Corona-Infizierten. Doch später stellt sich heraus, dass es schon Wochen zuvor einen Fall gegeben hat.
  • 23. Januar: Die WHO sieht keinen Grund dafür, eine internationale Gesundheitsnotlage auszurufen. Es gebe außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des neuartigen Virus. Sie wird die chinesischen Behörden in den folgenden Wochen immer wieder für ihren umsichtigen Umgang mit dem neuartigen Virus loben.
  • 21. Januar: Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts bezeichnen die Gefahr für Deutschland durch das neuartige Coronavirus als "gering". Das Virus übertrage sich nur in bestimmten Ausnahmen von Mensch zu Mensch. Da es keine Direktflüge von Wuhan nach Deutschland gebe, sei ein "Import" unwahrscheinlich.
  • Dagegen warnt der Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, am selben Tag vor den Gefahren der neuen Lungenkrankheit in China [zdf.de]. Ob sich auch in Deutschland eine Infektionswelle anbahne, könne "derzeit niemand sagen". Er wird in den folgenden Wochen zum Corona-Erklärer der Bundesrepublik und dem derzeit wohl bekanntesten Wissenschaftler des Landes.
  • 13. Januar: Die WHO bestätigt einen ersten Erkrankungsfall außerhalb Chinas: eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Innerhalb der nächsten Tage melden Japan, Südkorea, Taiwan, Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Vietnam, die USA und Kanada ebenfalls Fälle.
Wuhan am 24.01.20: Ein Luftbild zeigt die Baustelle eines Spezialkrankenhauses für Corona-Infizierte (Quelle: dpa / XinHua / Xiao Yijiu).Innerhalb weniger Tage lässt die chinesische Regierung ein Sonderkrankenhaus für Corona-Patienten in Wuhan errichten, laut Angaben der chinesischen Staatsmedien. Das sind die Bagger auf der Baustelle.
  • 11. Januar: Ein 61-jähriger Infizierter stirbt in Wuhan, er ist der erste Tote in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus. Die chinesischen Behörden sagen weiterhin, es gebe keinen Beweis, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werde. Seit einer Woche seien keine neue Infektionen mehr entdeckt worden. Andere asiatische Staaten führen Vorsichtsmaßnahmen ein. In Südkorea, Singapur und Hongkong gibt es bereits Verdachtsfälle.
  • 7. Januar: Das chinesische Staatsfernsehen berichtet, anhand erster Untersuchungen glaubten die Experten, dass die Lungenkrankheit auf einen neuen Typ der Coronavirus-Familie zurückgehe. Reisende nach Wuhan sollen Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder auch ungekochtes Fleisch meiden. Und sie sollten sich häufig die Hände waschen. Private Posts in sozialen Medien, die den Ausbruch des Virus thematisieren, werden sofort gelöscht - unter anderem in WeChat, der größten Kommunikationssoftware des ganzen Landes. Krankenhäuser werden angewiesen, keine weiteren Fälle zu melden.

Dezember 2019

  • 31. Dezember: Die dpa meldet erstmals, dass eine "mysteriöse Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen" ist. Die chinesische Regierung meldet das an diesem Tag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zu den Symptomen der behandelten Patienten zählten vor allem Fieber und Atemprobleme. Die Fälle würden als virale Lungenentzündung unbekannter Ursache behandelt. Es gibt keine Reisebeschränkungen für Bürger der Region Wuhan.
  • 27. Dezember: Zhang Jixian, Direktorin der Station für Lungen- und Intensivmedizin des Krankenhauses der Provinz Hubei, sieht sich CT-Bilder von zwei Patienten an [xinhuanet.com]. Das ältere Ehepaar war am Tag zuvor mit Symptomen wie hohem Fieber und trockenem Husten in die Klinik gekommen. Die Scans der Lungen weichen von denen üblicher Grippepatienten ab. Zhang Jixian fordert auch den Sohn des Paares auf, sich durchleuchten zu lassen. Dieser verspürt keine Symptome. Aber seine Lunge zeigt die gleichen Auffälligkeiten wie die seiner Eltern. Das gilt auch für einen weiteren Patienten im Krankenhaus, der nichts mit der Familie zu tun hat. Zhang ist eine erfahrene Ärztin, sie hat 2003 den Ausbruch von SARS miterlebt. Sie meldet den chinesischen Gesundheitsbehörden, in der Region sei eine "Viruserkrankung" aufgetreten, "wahrscheinlich ansteckend".
  • Die Mitarbeiter eines Labors, das bereits die Proben mehrerer Patienten ausgewertet hat, kommen zu dem Schluss: Es handelt sich um ein neuartiges Coronavirus. Zu diesem Zeitpunkt sind mindestens 180 Menschen infiziert. Obwohl die chinesischen Behörden davon wissen, geben sie keine öffentliche Warnung heraus, sondern nur intern an Krankenhäuser: Die Mitarbeiter sollten auf Verbindungen zwischen Patienten und dem Huanan-Großmarkt achten.
  • 27. Dezember: In einem französischen Krankenhaus wird ein Mann behandelt, der mit dem heute bekannten neuartigen Coronavirus infiziert ist [tagesschau.de]. Doch zu diesem Zeitpunkt ist das weder ihm noch den Ärzten bewusst - sie halten seine Krankheit für eine schwere Lungenentzündung. Erst spätere, erneute Tests alter Gewebeproben ergeben Anfang Mai 2020, dass der Mann in Wahrheit an Covid-19 erkrankt war. Inzwischen gehen Forscher von einem noch früheren Beginn des Ausbruchs in Frankreich aus.
Wuhan am 17.01.20: Der drei Tage später geschlossene Huanan-Markt für Meeresfrüchte und Fisch. Er gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Corona-Pandemie (Quelle: dpa / Kyodo News/AP Photo).
Der Markt für Fisch und Meeresfrüchte in Wuhan wird wenige Tage nach dem festgestellten Ausbruch der Pandemie geschlossen. | Bild: Kyodo News/AP Photo
  • 8. Dezember: Auf dem Huanan-Großmarkt für Meeresfrüchte und Wildtiere in der chinesischen Stadt Wuhan haben sich in den letzten Tagen nachweislich mindestens 27 Menschen mit einem unbekannten Virus angesteckt. Es sind Verkäufer, Kunden und deren Angehörige. Sie leiden an hohem Fieber, trockenem Husten, Kopfschmerzen - aber die Ausprägung der Symptome unterscheidet sich von Patient zu Patient. Der Erreger ähnelt dem der 2002 in Südchina ausgebrochenen Krankheit SARS. Er hat noch keinen Namen.
  • Zunächst dringt nichts davon an die Öffentlichkeit. Der Großmarkt in der Elf-Millionen-Metropole wird erst drei Wochen später geschlossen und desinfiziert. Die Stadt im Zentrum des Landes ist eines der wichtigsten Verkehrsdrehkreuze. Man nennt sie das "Chicago Chinas".
  • 1. Dezember: Wer der wirkliche "Patient Null" ist, lässt sich später kaum noch nachvollziehen. Zunächst gehen Forscher von einem Mann aus, der bereits am 1. Dezember 2019 krank wurde und gar nicht auf dem Wildtiermarkt war, der später als Ausbruchsherd in die Schlagzeilen gerät.
  • Laut Recherchen der "South China Morning Post" in Hongkong, die sich auf interne Regierungsunterlagen bezieht, erwähnt die Staatsführung einen ersten Infizierten am 17. November. Es soll ein 55 Jahre alter Mann aus der Provinz Hubei sein [scmp.com]. Die Informationen legen nahe, dass Chinas Regierung zu diesem Zeitpunkt versucht, die Infektion und deren Ausbreitung zu verharmlosen.
  • Eine medizinische Untersuchung des Albert-Schweitzer-Krankenhauses im elsässischen Colmar kommt später sogar zu dem Schluss, dass es bereits am 16. November "erste Fälle" in Frankreich gegeben hat und sich das Virus demzufolge viel früher weit um die Welt verbreitete. Dafür werteten die Forscher computertomografische Bilder der Lungen von gut 2.450 Verdachtspatienten nachträglich ein weiteres Mal aus.

Was Sie jetzt wissen müssen

Stand: 5. Mai 2020, 20 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Danke fürs Aktualisieren. Vor allem dafür, die 1.Mai-Demos korrekt zu beschreiben: Gaffer ohne Abstand und ohne Mundschutz, tausende...

  2. 14.

    Friede dem Lagerkoller! Wir wünschen Ihnen allen frohe Ostern - und putzen ab und an unsere Fenster, können die Bude langsam aber auch nicht mehr sehen.

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  3. 13.

    icke bins, warum so verbissen? Kündigt sich ein Lagerkoller an?

    Die Ironie zum Fensterputzen haben Sie auch nicht verstanden?

  4. 12.

    Doch, ich habe die atuell geltenden Regeln sehr wohl verstanden! Ich kritisierte nur Ihre Verallgemeinerung: 2 Polizisten verhalten sich nicht korrekt und schon heißt es "Nur die Polizei muss sie [die Regeln] nicht einhalten."

    Und dass die Kripo Fenster putzt - wen interessiert`s? Vielleicht haben die Ihre Mittagspause oder den Feierabend dafür genutzt, wer weiß das schon?

  5. 11.

    Sie haben die zur Zeit gültigen Regeln offenbar nicht verstanden. Sie dürfen Ihre privaten Fenster putzen. Jeden Tag. Zur Not auch mehrmals.

    "Gestichel" kann ich in meiner klaren Schilderung nicht entdecken.

  6. 10.

    Was soll das Gestichel gegen die Polizei? Nur, weil vielleicht zwei sich nicht korrekt verhalten haben, gleich auf alle schließen?
    Ich habe übrigens auch während meiner Homeoffice-Arbeitszeit Fenster geputzt. Auweia! Hoffentlich verpfeift mich niemand!

  7. 9.

    Die Abstandsregeln scheinen für alle Menschen zu gelten. Nur die Polizei muss sie nicht einhalten. Auf dem Markt am Wittenbergplatz kommen mir 2 junge Polizisten auf "meiner" Seite entgegen. Platz machen? Fehlanzeige. Ich bleibe also stehen und der eine Polizist merkt wohl sein Fehlverhalten. Ergebnis: Er pöbelt irgend etwas hinter mir her. Bravo, solche Schnösel haben Achtung und Rückhalt der Bevölkerung verdient. *ironieoff*

    Aber macht ja nichts, bei der Mordkommission in der Keithstraße werden Fenster geputzt. Das ist sicher systemrelevant. Schließlich muss die Kripo den Durchblick haben. Und schon wieder *ironieoff"

  8. 8.

    Ja, sehe ich auch so.... auch andere Dinge könnten erledigt werden z.b. schneller Radwege bauen, leere Schulen reparieren, müßte alles flexibler koordiniert werden....

  9. 7.

    Ich finde ja, wir könnten die Zeit nutzen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren, welche Art von Gesundheitswesen wir in Zukunft haben möchten. Kaputtsparen und marktwirtschaftlich gewinnbringend führen ist offensichtlich der falsche Weg.

  10. 6.

    Genau das finde ich auch. Interessant ist, dass vor allem die Parteien, welche für Mangel und jahrelange Nicht-Vorbereitung verantwortlich sind, sich jetzt als Krisenmanager profilieren und dafür in den Umfragen Zulauf bekommen. So ist der Wähler halt...

  11. 5.

    Sehr interessanter Überblick - zeigt es doch sehr deutlich, dass die Brandenburger Landesregierung im Januar noch völlig andere Prioritäten hatte - Wirtschaftsansiedlung um jeden Preis, statt einer wirklich wichtigen Task Force zur Gesundheitsvorsorge. Dann wären jetzt vielleicht ausreichend Schutzausrüstungen da...für mich ein komplettes Versagen der Politik.

  12. 4.

    Hallo,

    Sie haben recht, die "Trompete"-Episode hat in unserer Coronik noch gefehlt - wir haben sie jetzt samt Link eingearbeitet. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  13. 3.

    Eine interessante und kritische Auflistung, vielen Dank an den RBB.
    Bezüglich der "Hamsterkäufe": Gaststätten, Betriebskantinen, Schulen und Kindergärten haben geschlossen. Von denen kaufen die wenigsten bei Aldi oder Rewe ein. Die vielen Menschen, die sich jetzt stärker selbst versorgen müssen, schon. Man hört nie, dass der Umsatz im Großhandel zurück ging. Warum wohl hatte Selgros angekündigt, auch für Privatpersonen zu öffnen? Die stärkere Nachfrage im Einzelhandel ist doch genau, was zu erwarten war. Zumal anfangs eine stärkere Ausgangssperre im Raum stand, jeder jederzeit mit 2 Wochen Quarantäne rechnen muss und die Regierung stärkere Bevorratung empfohlen hat. Dass Liefer-LKW an geschlossenen Grenzen im Stau standen, kam noch hinzu. Einige haben es schon übertrieben, aber insgesamt verstehe ich das Gejammer nicht. Dass den Einzelhandel an den Problemen mit der plötzlich gestiegene Nachfrage nicht die Schuld trifft, ist auch klar.

  14. 2.

    Und wie kam das Virus nun in die Welt? - Das erklärt der Artikel m.E. nicht. Wo kann sich denn der Patient Null, der schon am 1. Dezember erkrankt ist, angesteckt haben? Vielleicht könnte rbb24 mal die vielen Theorien, die über die Herkunft bzw. den Ausbruch des Virus (z.B. Laborunfall) kursieren, mal kritisch durchleuchten. China ist ja nun nicht gerade für Pressefreiheit und korrekte Berichterstattung bekannt.

    Wieso ist Südtirol so stark betroffen?
    Dass in vielen Regionen Deutschlands estmal noch munter Karneval gefeiert wurde, wird leider auch nicht erwähnt.

  15. 1.

    Am 29.2.20 war ein Spreader im Club Trompete feiern, Folge waren 17 Infizierte incl. 2 Polizisten. Damit ist er noch vor dem Praktikanten aus dem Büro in Mitte als Multiplikator aufgetreten. Öffentlich kommuniziert wurde es zögerlich, spätestens eine Woche danach wusste es aber ganz Berlin...

    Er taucht aber nirgends mehr auf.

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