Debatte um Einschränkungen durch Corona (Quelle: dpa)
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Meinung | Einschränkungen wegen Corona - Der ewige DDR-Vergleich

Weil vieles nicht mehr geöffnet oder zu haben ist, weil die Politik täglich Einschränkungen verschärft, müssen viele in der Corona-Krise automatisch an das Leben in der DDR denken. Doch was taugt dieser Vergleich? Von Stefan Ruwoldt  

Was Sie jetzt wissen müssen

Die normalen täglichen Verrichtungen? - Darf man nicht mehr! Der Alltag wird eingeschränkt, obwohl man selber nichts Schlimmes gemacht hat. Sich mit Freunden in Gruppen zu treffen, ist verdächtig. Die Polizei ist unterwegs. Für das Rumlaufen jenseits des Einkaufsladens oder des kurzen Spaziergangs muss man sich gegenüber der Polizei rechtfertigen. Und über Radio und Fernsehen kommen von Politikern mit komischem Dialekt Anweisungen, die angeblich dem Gemeinwohl aller dienen. Die Anweisungen werden mit mehr oder weniger klaren Warnungen über drohende Strafen ergänzt. Der Osten ist zurück. Könnte man denken. Stimmt aber nicht.

Die Stimmung da draußen, unter den Leuten...

"Ausgangssperren – das ist ja wie in der DDR!" lautete der Themenvorschlag für diesen Beitrag. Und das Thema war eine Art Weitergabe der vermeintlichen Stimmung auf der Straße oder im Treppenhaus. Eigentlich war ich empört. Beim weiteren Darübernachdenken nun legt sich die Empörung ein wenig. Aber nur langsam.

Ja, es ist normal, dass man in Ausnahmesituationen nach Hilfen sucht, die einem den Umgang damit erleichtern, nach dem Motto: Jaja, das kenne ich schon von damals, da haben wir das und das gemacht, und dann ist das und das passiert und dann kehrte irgendwann auch wieder Normalität ein. Und natürlich gibt es für die aktuellen Beschränkungen für viele Deutsche nur wenige historische Parallelen. Da ist der DDR-Vergleich schnell zur Hand.

Wende-Erinnerungen statt an die DDR

Kollegin Sabine Rennefanz von der "Berliner Zeitung" hatte offenbar ganz genau das gleiche Erlebnis. Bei ihr war es eine Nachbarin. Diese Nachbarin erzählte, sie sei an den Osten erinnert, weil man gerade halblegal vorgehen muss, um knapp gewordene Artikel zu kriegen. Aber Rennefanz hält sich nicht auf mit dem DDR-Vergleich. Sie erinnert an die Wende und an die damals sehr schnell vergessenen Alten, an die Leute, die ihren Job verloren hatten und nicht mehr wussten, wo das Geld herkommen sollte.

Zu diesen Wende-Erinnerungen können viele Ostler so einiges beitragen. Etwa, dass es damals, 1990, so wie jetzt ein kühler, sonniger Frühling war, durch den man zu den Ämtern schlich, in der Hoffnung auf einen neuen Job oder wenigstens auf Arbeitslosengeld. Oder, dass sich die Familien mehr oder weniger freiwillig nicht mehr so oft sahen, weil die einen nicht mehr wussten, wo ihnen vor lauter neuer Arbeit der Kopf stand - und weil die anderen arbeitslos wurden und nicht mehr aus dem Haus gingen.

Was genau ist Mangelwirtschaft?

Ja, wir haben jetzt eine Krise. Ja, wir haben Politiker, die sich merkwürdig eitel verhalten und mit guten Ratschlägen überbieten. Aber die Eitlen werden gebändigt von den Pragmatikern. Immerhin. Und wir haben noch keine klare Teilung. Es kann jeden treffen, und das hilft, solidarisch zu sein. Und wer das nicht schafft, kann zumindest nützlich sein.

Keiner kann jetzt sagen, sie oder er sei Verliererin oder Profiteur. Die Rentner bekommen weiter ihre Rente und das sogar ohne Abstriche. Immerhin. Aber sie sind eingesperrt und dürfen nicht zu den Enkeln. Bei vielen ist die Arbeit weg. Die Einkünfte bröckeln. Andere wissen nicht, was sie zuerst tun sollen. Und keiner weiß, ob Sie oder Er morgen noch gesund ist.

Außerdem ist die Schule zu. Dafür aber macht jetzt vielleicht die Mutter die Sache mit der Bruchrechnung viel besser und der Vater verheddert sich bei der Kommasetzung. Geschichte macht dann noch der ältere Bruder, und zwar anhand von Beispielen: Mangelwirtschaft ist, wenn beim Rewe die Union-Sticker alle sind. Und zwar immer.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war vom Frühling 1989 die Rede, "durch den man zu den Ämtern schlich". Die Zeitangabe war falsch, gemeint war das Jahr 1990. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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82 Kommentare

  1. 82.

    Wir wissen ja jetzt wie sie drauf sind, das müssen sie ja unbedingt dreimal schreiben.

    Die einen lösen die Krise mit Verstand, die anderen verstecken sich hinter einem Kampfhund. Je nach Intelligenzgrad.

    "Ich war heute auch im Thälmann-Park mit meinem Mastiff unterwegs. Die Menschen hielten einen respektvollen Abstand. Mehr als 2 Meter sogar. So ist eine Ansteckung gebannt."

    https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege/berlin-polizei-kontrollen-parks-gruenanlagen.html

  2. 81.

    Paul Vandenberg
    "Ich war heute auch im Thälmann-Park mit meinem Mastiff unterwegs. Die Menschen hielten einen respektvollen Abstand. Mehr als 2 Meter sogar. So ist eine Ansteckung gebannt."

    Man merkt wessen Geistes Kind sie sind...

    Kommentar 70 https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege/berlin-polizei-kontrollen-parks-gruenanlagen.html

  3. 80.

    Der DDR Vergleich macht Sinn im Hinblick auf das Verhalten der Menschen. Es wird sich munter gegenseitig 'verpetzt', angezeigt, diffamiert. So etwas hatte ich bereits meinem Kind verboten und es angehalten, Dinge die stören mit den betreffenden Personen zu besprechen. Aktuell tun das Menschen, die sich selbst mit stolzgeschwellter Brust als 'erwachsen' bezeichnen, was beim Thema "petzen" einfach keine passende Bezeichnung ist. Ja, nun würde mich interessieren, wie oft unsere Einsatzkräfte unnötig anrücken müssen und welche aufgeregten Stories sie sich anhören dürfen. Liebe Leite, ich weiß: Kangeweile ist ein Problem, man möchte aktiv sein ...aber bitte mit Verstand und Niveau. Auch wenn es sich gerade anfühlt als würden die Bürger für unmündig erklärt werden, ist das noch lange kein Grund, sich wie im Kindergarten zu benehmen.

  4. 79.

    Ich frage mich, wie lange User und Dikutanten sich das noch gefallen lassen müssen, von @Berliner beleidigen zu lassen.
    Kommentatoren als Stasizuträger, Rechtsradikale, Ostalgiker und Reichsbürger zu bezeichnen, deckt daß die vom RBB ausgegebenen Nequiette -Regeln?

  5. 78.

    Lassen sie sich mal untersuchen, sie widersprechen sich ja selbst!

    Zum einen sprechen sie von "wie Einer der vielen @Berliner, die sich anscheinend auch abgesprochen haben", dann unterstellen sie mir ich fordere einen "Bundeswehreinsatz im Innern", obwohl etliche Male nachweislich wiederlegt.

    Aber da seid ihr Osttalgiker, Rechtsextreme und Reichsbürgerverschnitte ja alle gleich. Wirr bis zum Gehtnichtmehr.

    Das ist für ehemalige Stasizuträger wahrscheinlich eine ganz neue Erfahrung. Es gibt Leute mit einer eigenen Meinung, die sie auch vetreten und auch bei Gegenwind dazu stehen.

    Da nutzt auch keine Denunziationen oder Versuche durch Verleumdungen zu zersetzen wie man es gelernt hat.

  6. 77.

    Es ist beachtlich, wie Einer der vielen @Berliner, die sich anscheinend auch abgesprochen haben, die Bürger der ehemaligen DDR zu dissen, immer wieder auf Fakten pochen, die sie anscheinend ihren Lebtag aus der BILD beziehen.
    Und NEIN, es geht nicht um Ost vs. West, sondern, aus Ihrer BILD-Sicht West vs Ost. Wie der von Ihnen geforderte Bundeswehreinsatz im Innern, vergessen Sie wohl IHRE permanente Hetze gegen die ehemaligen DDR-Bürger. Erinnert sei da Ihren Beitrag um den Ausverkauf des Klopapier ausschließlich im Ostteil der Stadt. Ihr Beitrag 50: "Und jetzt ziehen wir mal einen Vergleich zu heute. Ich verwette meinen alten bPA darauf dass ehemalige DDR Bürger ganz vorneweg beim heutigen Hamstern sind. Man ist halt gelernter Ossi..."-Beitrag 69 :""Man hat sich gegenseitig übervorteilt, bespitzelt und ans Messer geliefert bis zum Gehtnichtmehr."-Beitrag 68: "Auf meine bucklige Verwandschaft hatte ich schon vorher keinen Bock" oder" Chauvinismus ist mir fremd." Wauwau ...

  7. 76.

    Es ist beachtlich, wie Einer der vielen @Berliner, die sich anscheinend auch abgesprochen haben, die Bürger der ehemaligen DDR zu dissen, immer wieder auf Fakten pochen, die sie anscheinend ihren Lebtag aus der BILD beziehen.
    Und NEIN, es geht nicht um Ost vs. West, sondern, aus Ihrer BILD-Sicht West vs Ost. Wie der von Ihnen geforderte Bundeswehreinsatz im Innern, vergessen Sie wohl IHRE permanente Hetze gegen die ehemaligen DDR-Bürger. Erinnert sei da Ihren Beitrag um den Ausverkauf des Klopapier ausschließlich im Ostteil der Stadt. Ihr Beitrag 50: "Und jetzt ziehen wir mal einen Vergleich zu heute. Ich verwette meinen alten bPA darauf dass ehemalige DDR Bürger ganz vorneweg beim heutigen Hamstern sind. Man ist halt gelernter Ossi..."-Beitrag 69 :""Man hat sich gegenseitig übervorteilt, bespitzelt und ans Messer geliefert bis zum Gehtnichtmehr."-Beitrag 68: "Auf meine bucklige Verwandschaft hatte ich schon vorher keinen Bock" oder" Chauvinismus ist mir fremd." Wauwau ...

  8. 75.

    Der DDR-Vergleich paßt gar nicht. Innerhalb der DDR gab es keine Bewegungs+Kontakteinschränkungen und Zwangsschließungen von Restaurants, Sportstätten usw. Man konnte sogar von Storkow nach Philadelphia und Neu-Boston wandern und mit der Deutschen Reichsbahn nach Amerika und Rom fahren. In der DDR gab es zwar nicht alles, was man wollte. Aber die Regale waren nicht leer, sondern immer mit Waren gefüllt.

  9. 74.

    1. Der rbb hat ein immer noch aktuelles Thema aufgegriffen, die völlig überzogenen Reaktionen auf meinen Kommentar beweisen das. Ost vs. West.

    2. "Alltagsrassismus"? Ostberliner sind eine Rasse? Sischer datt. Siehe oben.

    3. Ich habe weder diffamiert, gehetzt, noch habe ich beleidigt, ich habe lediglich meine Meinung, die auf meiner ganz persönlichen Erfahrung fußt, geäußert, es steht ihnen frei gleiches zu tun.

    Stattdessen Denunzination, Beleidigungen und Unterstellungen ohne Ende. Witzigerweise also genau dass, was sie mir unwahrerweise unterstellen. Sie sind unfähig adäquat zu antworten. Ich würde das mal unter wütendes Gekeife verbuchen. Wer dann noch als Ortsangabe "Ostberlin" angibt... Ohne Worte

    Getroffene Hunde bellen!

  10. 73.

    Ich gebe dir Recht.
    Solche "Besser"-Wessis bevölkerten den Osten, um den dortigen Bürgern das Leben zu erklären.
    Heute noch wird 1989 mit 2015 verglichen, wo doch die arme, gebeutelte BRD 17 Millionen Ostler aufgenommen hat, die heute soetwas von undankbar dafür sind. Das ist Leuten wie @Berliner zu verdanken, die immernoch die Spaltung voran treiben.
    Wahrscheinlich hat er in seiner Filterblase sitzend nicht gesehen, dass sogar im Westteil der Stadt das Klopapier ausverkauft war. Natürlich waren das auch, seiner Scheuklappen bewerter Engstirnigkeit gerecht werdend, der böse Ostler.

  11. 72.

    Sie sehen ja, dünnhäutig ist er auch noch. Wer austeilt muss auch einstecken können. Den anderen Spruch mit dem Schwanzwedeltier verkneife ich mir mal.

  12. 71.

    Ja, auch dieses Thema wird für den Alltagsrassismus missbraucht. Hier sind es die Bürger aus den neuen Ländern, die, besonders von Einem, diffamiert und beleidigt werden.
    Es ist gerade zu kaum zu ertragen, die Kommentare dieses Hetzers und Rassisten zu lesen.
    Warum greift hier nicht die Netiquette?

  13. 70.

    Ja, auch dieses Thema wird für den Alltagsrassismus missbraucht. Hier sind es die Bürger aus den neuen Ländern, die, besonders von Einem, diffamiert und beleidigt werden.
    Es ist gerade zu kaum zu ertragen, die Kommentare dieses Hetzers und Rassisten zu lesen.
    Warum greift hier nicht die Netiquette?

  14. 69.

    Ja, das ist meine Erfahrung aus 30 Jahren VOR der Wende mit DDR Bürgern, hauptsächlich (logischerweise) mit meiner Verwandschaft.

    Ich habe auch nicht geschrieben dass "sich in der DDR alle gegenseitig bespitzelt und ans Messer geliefert haben."

    Ich habe geschrieben "Man hat sich gegenseitig übervorteilt, bespitzelt und ans Messer geliefert bis zum Gehtnichtmehr."

    Da ich nicht ALLE DDR Bürger kannte, wäre es auch vermessen das zu behaupten. Ich hatte in meiner Verwandschaft und deren Freundeskreis "Unangepasste" und solche, wie sie sie beschreiben. "Mitläufer" im System, bloß nicht auffallen. Im Westen btw. auch.

    Nach der Wende gab es viel böses Blut als herauskam wer wen bespitzelt hatte. Ich habe das aber nicht verallgemeinert, so wie sie die Menschen im Turbokapitalismus verallgemeinert haben.

    Chauvinismus ist mir fremd, ihr Vorwurf geht also ins Leere. Ich bin ein scharfer Beobachter und nicht selten zynisch. Das galt aber für West- UND Ostdeutsche und heute für alle.

  15. 68.

    Auch das ist gezielte Denunzination. Zersetzung hätte es die Stasi genannt.

    Ich habe genau 1 x getauscht, weil ich auf dem Rennrad durch Potsdam fahrend (schöne Tour btw., Havelchaussee - Glienicker Brücke - Fahrland - Potsdamer Ch.) Lust auf Quarkkeulchen (Frittierbude direkt am Bassinplatz neben der Kirche) bekommen hatte. 1:1. Ich hatte im Nu eine Traube um mich herum die ihre Aluchips eintauschen wollten.

    Nachher konnte ich die besten Quarkkeulchen der Welt (!) auch in DM bezahlen, in 1:1 aber mit Rabatt, weil ich jedesmal von Spandau kam um Quarkkeulchen zu essen. ;-)

    (In eigener Sache, weiß noch wer wie die nette Standbesitzerin hieß?)

    P.S. Ich war in der Wendezeit nur einmal in Ostberlin. Auf meine bucklige Verwandschaft hatte ich schon vorher keinen Bock und mir waren die Westberliner Glücksritter peinlich, die meinten für Marlboro und DM alles zu bekommen.

  16. 67.

    Ja, das ist meine Erfahrung aus 30 Jahren VOR der Wende mit DDR Bürgern, hauptsächlich (logischerweise) mit meiner Verwandschaft.

    Ich habe auch nicht geschrieben dass "sich in der DDR alle gegenseitig bespitzelt und ans Messer geliefert haben."

    Ich habe geschrieben "Man hat sich gegenseitig übervorteilt, bespitzelt und ans Messer geliefert bis zum Gehtnichtmehr."

    Da ich nicht ALLE DDR Bürger kannte, wäre es auch vermessen das zu behaupten. Ich hatte in meiner Verwandschaft und deren Freundeskreis "Unangepasste" und solche, wie sie sie beschreiben. "Mitläufer" im System, bloß nicht auffallen. Im Westen btw. auch.

    Nach der Wende gab es viel böses Blut als herauskam wer wen bespitzelt hatte. Ich habe das aber nicht verallgemeinert, so wie sie die Menschen im Turbokapitalismus verallgemeinert haben.

    Chauvinismus ist mir fremd, ihr Vorwurf geht also ins Leere. Ich bin ein scharfer Beobachter und nicht selten zynisch. Das galt aber für West- UND Ostdeutsche und heute für alle.

  17. 66.

    Auch das ist gezielte Denunzination. Zersetzung hätte es die Stasi genannt.

    Ich habe genau 1 x getauscht, weil ich auf dem Rennrad durch Potsdam fahrend (schöne Tour btw., Havelchaussee - Glienicker Brücke - Fahrland - Potsdamer Ch.) Lust auf Quarkkeulchen (Frittierbude direkt am Bassinplatz neben der Kirche) bekommen hatte. 1:1. Ich hatte im Nu eine Traube um mich herum die ihre Aluchips eintauschen wollten.

    Nachher konnte ich die besten Quarkkeulchen der Welt (!) auch in DM bezahlen, in 1:1 aber mit Rabatt, weil ich jedesmal von Spandau kam um Quarkkeulchen zu essen. ;-)

    (In eigener Sache, weiß noch wer wie die nette Standbesitzerin hieß? Wir haben intensive politische Gespräche geführt, irgenwann hatte ich einen Unfall und danch war der Stand weg.)

    P.S. Ich war in der Wendezeit nur einmal in Ostberlin. Auf meine bucklige Verwandschaft hatte ich schon vorher keinen Bock und mir waren die Glücksritter peinlich, die meinten für Marlboro und DM alles zu bekommen.

  18. 65.

    Angesichts der aktuellen Abwärtsentwicklung, ausgelöst durch die Corona-Krise, erinnere ich daran, dass nach 1990 viele ostdeutsche Arbeitnehmer plötzlich jahrelang arbeitslos wurden. Ich übrigens auch und ich habe es überlebt - dank der staatlichen Unterstützung mit Arbeitslosengeld. In vielen ostdeutschen Regionen löste ab 1990 die Treuhand viele Firmen auf. Manche wurden abgerissen. Viele Dienstleister gingen pleite. Kneipen, Restaurants und Hotels schlossen zeitweise oder dauerhaft ihre Türen.
    Heute sieht man diese frühere Dramatik den ostdeutschen Ländern kaum noch an. Es geht in den meisten Ost-Regionen anders und neu weiter... Auch deshalb mein Hinweis an alle hektischen Krisen-Kommentatoren: Das Leben geht nach der Corona-Krise weiter. Es gibt zwar Verluste, aber trotzdem - unsere Gesellschaft stirbt nicht aus! Es wird bald wieder für alle Konsumenten permanent Toilettenpapier bereit liegen. Ich bitte um mehr Gelassenheit.

  19. 64.

    Ach, einfach nicht aufregen. Der war bestimmt auch einer der ersten die nach Grenzöffnug nach beiden Seiten mit den für 10 DM in der Wechselstube erhaltenen 100 DDR-Mark die nächste Ostberliner Kaufhalle leergekauft hat.Die haben nämlich sehr schnell gemerkt, das man auch Ost- Lebensmittel essen konnte. Auch deshalb war die Währungsunion unabdingbar.

  20. 63.

    Das mag Ihre Erfahrung sein. Das sich in der DDR alle gegenseitig bespitzelt und ans Messer geliefert haben. Das ist aber nicht die gelebte Erfahrung der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die DDR gelebt haben. Das ist zunächst einmal nicht weniger die einfache Realität, wie der bundesdeutsche Bürger der sich in der Mehrheit niemals dafür interessierte welche Verbrecher und Verbrechen seine Regierung mit welcher Waffen- Wirtschafts- und Polizeihilfe gerade unterstützt. Die Liste der Beispiele ist lang. Noch hätte der durchschnittliche DDR-Bürger anderes über die STASI gesagt, als der durchschnittliche Bundesbürger: "Ich hab nichts gegen mehr Polizei und Überwachung. Wenn man sich nichts zu schulden kommen lässt, muss man nichts fürchten"
    Ihr Chauvinismus ist also so unangebracht wie abstossend. Und hat mit Anti-Verklärung der DDR null zu tun. Das im Turbokapitalismus Solidarität als Erfolgshindernis gilt ist nun Mal sein Wesensmerkmal. Hilft nur niemand. Kommts auf Solidarität an.

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