Symbolbild: Kind im Krankenhaus (Quelle: imago-images)
Video: Brandenburg Aktuell | 11.03.2020 | Studiogespräch mit Ursula Nonnemacher | Bild: imago-images

Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam - Zweijähriges Kind mit Coronavirus infiziert

Ein zweijähriges Kind wird in Potsdam wegen einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus behandelt. In Lebensgefahr schwebt das Kind laut den Medizinern nicht – doch es könnte mehr als 20 Ärzte und Pflegekräfte angesteckt haben.

Update (12.03.2020, 14:40 Uhr): Dem zweijährigen Kind geht es nach Angaben des Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam mittlerweile besser. Es sei stabil und fieberfrei. Allerdings hatten 25 Ärzte und Pfleger ungeschützt Kontakt mit dem Kleinkind. Vier von ihnen haben sich jetzt krankgemeldet.

Ein zwei Jahre altes Kind aus Berlin hat sich mit dem Coronavirus infiziert und wird derzeit in Potsdam auf der Kinderintensivstation des Ernst-von-Bergmann-Klinikums behandelt. Wie das Gesundheitsamt in Potsdam am Mittwoch mitteilte, habe das Kind eine Lungenentzündung, es schwebe aber nicht in Lebensgefahr, berichtete das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt am Mittwoch. Ob das Kind an einer Vorerkrankung litt, ist bislang noch nicht bekannt.

Die Kinderintensivstation des Klinikums steht jetzt vor einer Ausnahmesituation. Laut Amtsärztin Kristina Böhm sind in der Klinik mehr als 20 Kontaktpersonen ermittelt worden: Ärzte und Pflegekräfte der Station. Die Mitarbeiter, die unter anderem mit Mundschutz weiterarbeiteten, seien ebenso wie die Eltern des Kindes getestet worden. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Klinikpersonal arbeitet weiter – gegen Empfehlung des RKI

Mit den Isolationsmaßnahmen kann aus Sicht des Direktors der Kinder- und Jugendklinik, Thomas Erler, eine Ausbreitung des Erregers auf der Station auf andere Kinder vermieden werden. Es seien Verfahren abgestimmt worden, um den Klinikbetrieb weiter aufrecht zu erhalten.

Die betroffenen Mitarbeiter seien zwar Kontaktpersonen ersten Grades und müssten sich nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts in häusliche Isolation begeben. "Das würde aber den Betrieb auf dieser Station lahmlegen", sagte Amtsärztin Kristina Böhm.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) verteidigte am Mittwochabend im rbb, dass die Pflegekräfte und Ärzte trotz des Verdachts auf eine Infektion weiter arbeiten. "Es kann nicht sinnvoll sein, wenn wir dringend benötigtes Fachpersonal in eine vielleicht unnötige Quarantäne schicken. Das ist eine richtige Entscheidung in einem Interessenkonflikt", sagte Nonnemacher. 

Zahl der Corona-Fälle in Brandenburg steigt auf 24

In Brandenburg ist am Mittwochabend die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 24 gestiegen. Am Dienstagabend hatten die Behörden 16 Fälle registriert.

Die neuen Fälle stammten aus den Kreisen Oder-Spree, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland, zwei aus Barnim und zwei aus dem Havelland, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Die zwei Frauen aus dem Havelland stünden vermutlich in Verbindung zu einem Berliner Club. Der Mann aus Märkisch-Oderland habe sich mutmaßlich im Ski-Urlaub in Italien angesteckt, zeige aber kaum Symptome.

Alle Patienten zeigten bislang keine schwerwiegenden Symptome und alle Fälle würden durchweg ambulant behandelt, hieß es.  

Was Sie jetzt wissen müssen

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

13 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 13.

    das Kind hatte keine Kontakte zu Infizierten und war auch nicht in einem Risikogebiet , ( BZ)

  2. 12.

    Hm OK danke. Da muss ich wohl noch mal recherchieren, jedoch auch Folgendes bemerken: nach der Inkubationszeit gibt es doch weiterhin asymptomatische oder milde bis sehr milde Verläufe. Woher soll man dann wissen, ob man das Virus hat/nicht hat oder sich erst in der Inkubationszeit befindet? Aber gut. Besteht ein Verdacht und man bleibt zu Hause, sollte das weitere mögliche Infektionen vermeiden, bis ein Test dann hoffentlich Klarheit schafft.

  3. 11.

    zum Beispiel bei den FAQ der Carité:

    https://www.charite.de/klinikum/themen_klinikum/faq_liste_zum_coronavirus/
    "Wichtig festzuhalten ist jedoch: Da das Virus eine Inkubationszeit von 14 Tagen hat, hat ein negatives Testergebnis während dieser Zeit nur eine begrenzte Aussagekraft: Zu diesem Zeitpunkt ist SARS-CoV-2 zwar nicht nachweisbar, die Infektion könnte sich jedoch noch entwickeln. Ein negatives Testergebnis während der Inkubationszeit gibt deshalb keine Gewähr, dass keine Infektion vorliegt. Deshalb gilt:

    Medizinisch nicht sinnvoll ist ein Test auf SARS-CoV-2 für Personen, die nach Kontakt zu einem bestätigten Fall oder Rückkehr aus einem Risikogebiet keine Symptome bemerken und sich noch in der 14-tägigen Inkubationszeit befinden. Für diese Personengruppe empfiehlt das Robert Koch-Institut deshalb keine Testungen."



  4. 10.

    "Ressourcen für den Katastrophenschutz aufzubrauchen wäre zum jetzigen Zeitpunkt zudem katastrophal, da im Ernstfall dann auf nichts mehr zurückgegriffen werden kann"

    Also sollte man warten, bis sich die Toten stapeln? Ist das Katastrophe genug?

  5. 9.

    "Der Test schlägt erst mit Symptomen an"
    Woher kommt diese info? Meinen Infos nach werden sehr wohl asymptomatisch Infizierte positiv getestet.

  6. 8.

    Auch mal wieder typisch Deutsch, das Besserwissertum!
    Ihr Einwand ist nur bedingt richtig. Auch hier wissen wir noch zu wenig.
    Ich bleibe dabei, Massentests wären jetzt das einzige Mittel.
    Selbst wenn ich Ihrem Einwand folgen würde, wieviele Menschen laufen da im Moment rum, die durchaus eine leichte Erkältungssymptomatik zeigen also von der Verlaufskurve im Test positiv getestet werden könnten?
    Haben die doch sehr drastischen und restriktiven Maßnahmen in China einen nennenswerten Erfolg gebracht?
    Das politische Wunschdenken mit ein paar Einschränkungen im privaten Bereich eine Durchseuchung so steuern zu können, um die Kapazitätsgrenzen unseres Gesundheitssystems nicht zu sprengen, wird sich als ad absurdum herausstellen.

  7. 7.

    Ich habe weder gejammert noch gewertet, es geht hier schlicht um Fakten.
    Fakt ist, dass bereits jetzt, und wir sind ja noch lange nicht bei der Eskalationsstufe 2, das medizinische Personal und die Ausstattung nicht ausreichein und die Empfehlungen des RKI nicht eingehalten werden können, ohne, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht. Gut ist das sicherlich nicht (hier jetzt mal eine Wertung). Ich gebe Ihnen insofern Recht, als dass die Sparmaßnahmen ihre volle Wirkung gerade jetzt sehr drastisch zeigen. Allerdings muss man eben auch bei denFakten bleiben- da kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen: Gelder, Personal und Sicherheit sind keine Dinge, die von jetzt auf gleich beschaffen werden können- Ressourcen für den Katastrophenschutz aufzubrauchen wäre zum jetzigen Zeitpunkt zudem katastrophal, da im Ernstfall dann auf nichts mehr zurückgegriffen werden kann. Bitte nicht vergessen: es wird gerade noch versucht einzudämmen, also noch vom Katastrophenfall entfernt.

  8. 6.

    Wenn es nach Ihnen geht, gibt es also Massentests. Auch für bereits Infizierte, die aber noch ohne Symptome sind. Diese werden allerdings mit dem aktuellen Test noch negativ getestet. Diese fälschlicherweise als gesund getesteten Personen dürfen nach Hause gehen und werden dann munter einen nach dem anderen anstecken. Herzlichen Glückwunsch.

  9. 5.

    Und woher genau soll das Personl dafür kommen? Ist ja nicht so, als würden sich darum viele reißen. Für solch einen erneuten Aufbau braucht es Gelder, Zeit und vor Allem Schulungen. Das dauert. Und zum Glück sind wir vom Katastrophenfall noch entfernt. Emotionale und rationale Betrachtung driften evtl. weit auseinander. Vorsicht ist geboten, aber vom Katastrophenschutz sind wir noch entfernt.

  10. 4.

    "Es sind auch schlicht nicht die Mittel vorhanden, alle potentiell betroffenen Menschen zu testen."
    Das ewig von der Politik vorgetragene Gejammere kann ich nicht mehr hören!
    Dann müssen halt die Kapazitäten aufgebaut werden. Massentests wäre das beste Mittel, da es eine sehr hohe Dunkelziffer geben dürfte.
    Dann muss halt mal der Katastrophenschutz und Bundeswehr Sanität auf den Plan gerufen werden! Punkt!
    Solche Ressourcen wurden ja aber im neoliberalen Wahn aus Kostengründen abgebaut! Dann muss halt wieder aufgebaut werden. So wird ein Schuh daraus.

  11. 3.

    Erstmal passiert nichts. Der Test schlägt erst mit Symptomen an und, Kontakte werden nach „Graden“ eingeteilt (Dauer, Intensität und Quantität des Kontakts etc.). Es sind auch schlicht nicht die Mittel vorhanden, alle potentiell betroffenen Menschen zu testen.
    Sobald Symptome in Erscheinung treten, ändert sich der Fall.

  12. 2.

    Den Eltern viel Kraft und die allerbesten Genesungswünsche für das Kind.
    Das Problem mit dem Klinikpersonal wird aber in wenigen Tagen viele Kliniken treffen. Die Empfehlungen RKI sind da nicht umsetzbar.

  13. 1.

    Und was ist mit den anderen, die trotz Symptomen nicht getestet wurden, weil das zuständige Gesundheitsamt anderer Meinung war????

Das könnte Sie auch interessieren