Eine Hausärztin mit Schutzkleidung führt einen Corona-Abstrich durch (Quelle: Imago Images).
Audio: Inforadio | 17.03.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: Imago Images

Corona-Pandemie - Hausärzte benötigen Millionen Schutzmasken und Kittel

Was Sie jetzt wissen müssen

Die niedergelassenen Ärzte befürchten angesichts der Coronavirus-Krise Engpässe bei der Schutzausrüstung. Mit dem Fortschreiten der Corona-Pandemie werde in vielen Praxen dringend Nachschub benötigt, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin)
am Montag mit.

Die niedergelassenen Ärzte, die sich, ihre Mitarbeiter und noch nicht infizierte Patienten schützen müssen, können die Regelversorgung ohne Schutzausrüstung nicht mehr aufrechterhalten, erklärte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin. Bisher habe in vielen Praxen das Schutzmaterial, das im Rahmen eines normalen Betriebes ausreichend vorhanden ist, genügt. Mit Fortschreiten der Corona-Pandemie werde jedoch dringend Nachschub benötigt.

Benötigt werden 1.500.000 Atemschutzmasken

Nach Angaben der KV Berlin werden in den kommenden 6 Monaten vor allem Schutzmasken der Typenklassen FFP2 und FFP3 benötigt. Bei den FFP2-Masken liegt der Bedarf bei 1.500.000 Stück. Hinzu kommen 20.000 Masken des für Lungenärzte notwendigen FFP3-Typs. Darüberhinaus benötigen die Ärzte 600.000 Stück Mund- und Nasenschutz sowie 3 Millionen Schutzkittel und 50.000 Schutzbrillen.

Wenn diese ausblieben, müssten Praxen schließen, warnt die Kassenärztliche Vereinigung. Denn ohne ausreichenden Schutz der Mediziner und ihrer Sprechstunden-Hilfen könne die Regelversorgung nicht aufrechterhalten werden. Befürchtet werden auch Engpässe in Dialysepraxen.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung reagierte auf den Alarmbrief verhalten. Die Beschaffung der Schutzausrüstung erfolge zurzeit zentral über die Bundesregierung und über das Land Berlin, teilte eine Sprecherin mit. Dabei würden auch die niedergelassenen Ärzte berücksichtigt.

Sendung: Abendschau, 16.03.2020, 19:30 Uhr

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Kommentar

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Antwort auf [L.E] vom 17.03.2020 um 09:48
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4 Kommentare

  1. 4.

    Nunja, die Engpässe betreffen ja auch weitere Bereiche... bei unserer operativen (= Außendienst) Polizeidienststelle gibt es einfach garkeine Masken, keine Desinfektionsfläschchen und Handschuhe nur dadurch, dass einige Bekannte bei der Feuerwehr o.Ä. haben und privat welche mitbringen. Von der Behörde gab es für die Dienststelle eine Packung Handschuhe Größe S.

  2. 3.

    " Die Berliner Gesundheitsverwaltung reagierte auf den Alarmbrief verhalten. "

    warum ? weil die keine Antwort haben, 1.500.000 Atemschutzmasken sind nicht vorhanden , folglich werden Praxen schließen müssen

  3. 2.

    Da muss doch ein Schuldiger für die Versäumnisse gefunden werden.

  4. 1.

    Also bis Stand jetzt, kennt das Personal sowas nicht!? War mit einer starken Erkältung dort, war aber alles wie immer. Hm?

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