Verbreitung in Berlin - Tierheim: Keine Hinweise auf Corona-Übertragung durch Haustiere

Sa 21.03.20 | 09:59 Uhr
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Katze in einem Berliner Tierheim (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa/Kay Nietfeld

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Leitung des Berliner Tierheims hat Befürchtungen widersprochen, Haustiere könnten das neuartige Coroanvirus auf den Menschen übertragen. Dafür gebe es keinerlei Hinweise, sagte die Vizechefin des Tierschutzvereins, Eva Rönspieß, am Freitag. Der Verein betreibt das Tierheim.

Die Tiere könnten auch nicht an Covid-19 erkranken, erklärte Rönspieß. Es sei belastend, wenn besorgte Menschen wegen dieses Gerüchts überlegten, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. "Dafür gibt es keinen Grund", sagte Rönspieß.

Das Tierheim im Ortsteil Falkenberg im Osten der Hauptstadt versorgt auf einer Fläche von mehr als 16 Hektar jeden Tag etwa 1.400 Tiere - vor allem Hunde, Katzen, Zwergkaninchen, Meerschweinchen und Vögel.

Starker Rückgang an Spenden

Die Einrichtung ist wegen der Corona-Krise inzwischen für Besucher geschlossen. Tiere würden nach telefonischer Terminabsprache aber weiter vermittelt, hieß es.

Das Tierheim stelle sich darauf ein, dass infizierte, allein lebende Tierfreunde, die ins Krankenhaus müssen, ihre Hunde abgeben, sagte eine Mitarbeiterin der dpa. Bisher gebe es solche Fälle aber nicht. Die Mitarbeiter hoffen, dass etwa Tierhalter in Quarantäne den Hunde-Spaziergang privat umorganisieren können. "Jeder kennt jemanden, der helfen kann." Auch Tierpensionen stellten Unterkünfte bereit.

Sorgen machen sich die rund 180 Mitarbeiter derzeit, weil Spenden in der Corona-Krise stark zurückgingen. Mit diesem Geld wird das Heim für Tiere laut Angaben hauptsächlich finanziert. "Wir brauchen rund neun Millionen Euro im Jahr, um den Laden am Laufen zu halten", sagte die Mitarbeiterin.

Sendung: Abendschau, 20.03.2020, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Ich, als Tierbesitzer, würde im Leben nicht die Idee kommen, meine Tiere " vorsorglich" ins Tierheim zu bringen. Ich streichel auch fremde Hunde, wenn es der Besitzer gestattet. Natürlich, wenn er Flöhe hat, dann nicht. Aber ein Floh ist kein Virus. Wer seine Tiere auf Grund dessen abgibt, hat das Tier nicht verdient.

  2. 4.

    Meine Güte, dann streicheln Sie eben keine fremden Tiere, wenn Sie solche Panik haben. Aber deshalb müssen doch noch keine Tiere ins Tierheim gegeben werden, die nur zu ihren Besitzern Kontakt haben! Und ein Hund an der kurzen Leine gefährdet ganz sicher auch niemanden.

  3. 3.

    Keine Hinweise heißt nicht Nein. Im Übrigen wäre es unsinnig zu glauben, die infizierenden Tröpfchen würden nicht minutenlang am Fell haften, selbst wenn man davon ausginge, dass Zoonose nicht stattfinden würde. Wenn ich also vorsichtig bin, den Türöffnungsknopf der S-Bahn nicht anzufassen, sollte ich mindestens die selbe Vorsicht beim Streicheln von Tieren an den Tag legen.

  4. 2.

    Keine Hinweise heißt nicht Nein. Im Übrigen wäre es unsinnig zu glauben, die infizierenden Tröpfchen würden nicht minutenlang am Fell haften, selbst wenn man davon ausginge, dass Zoonose nicht stattfinden würde. Wenn ich also vorsichtig bin, den Türöffnungsknopf der S-Bahn nicht anzufassen, sollte ich mindestens die selbe Vorsicht beim Streicheln von Tieren an den Tag legen.

  5. 1.

    Gerade in Zeiten, die man notgedrungenermaßen viel zu Hause verbringen muss, können Haustiere eine enorme seelische Stütze sein, vor allem für Alleinlebende, aber auch für Kinder! Wenn man sich einsam fühlt, nur reden aber nicht umarmen kann oder die gemeinsam "eingesperrten" Menschen nerven, können Tiere unheimlich gut tun. Sie nerven nicht, geben bedingungslos Gesellschaft, Zuneigung und Körperkontakt. Tiere können sehr gute Kumpel sein! Auch hat man sich mit der Aufnahme eines Tiers für die Übernahme von Verantwortung für dieses entschieden. Das sollte man niemals vergessen.

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