Kabelbrand in Charlottenburg - Linksautonome bekennen sich zu angeblichem Anschlag auf Corona-App

Mi 15.04.20 | 16:16 Uhr
  37
Coronavirus-App auf einem Smartphone.
Bild: Bernd Feil/ imago

Eine linksextremistische Gruppierung behauptet, hinter dem Brandanschlag auf einen Kabelschacht in Berlin zu stecken. Laut einem Bekennerschreiben wollten sie damit das Heinrich-Hertz-Institut treffen - und die Entwicklung einer Corona-App verhindern.

Ein Brandanschlag auf einen Kabelschacht in Berlin war offenbar ein gezielter Angriff auf die Entwicklung einer Corona-App. Im Stadtteil Charlottenburg waren am Dienstagmorgen Telekommunikationskabel in einer Baugrube angezündet worden.

Wenig später wurde auf der Internet-Plattform "Indymedia" ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Darin heißt es, Ziel des Anschlags sei das nah gelegene Heinrich-Hertz-Institut gewesen, das an einer Corona-App arbeite. Mit einer solchen App sollen Infizierte und deren Kontakte schneller nachvollzogen werden können. Die Verfasser sehen darin eine "Aufweichung der Grundrechte".

Der Staatsschutz ermittle und werde das Bekennerschreiben auf Echtheit überprüfen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

App angeblich Mittel zur Massenüberwachung

Laut dem Bekennerschreiben steckt eine sich als "Vulkangruppe" bezeichnende linksautonome Gruppe hinter dem Anschlag. Demnach richte sich die Tat gegen die aktuellen Eindämmungsmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Die Verfasser kritisieren in dem Schreiben, dass durch die Maßnahmen in Deutschland Massenüberwachung wie in China eingeführt werde. Bei den nun geplanten Apps zur Nachverfolgung von Coronainfektionen sei "davon auszugehen, dass die in der App enthaltenen Überwachungsmöglichkeiten schnell zu einem zwingenden Standard werden".

Die Entwickler der "Corona-App", darunter Experten des Robert-Koch-Instituts und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts, betonen jedoch, dass die Daten komplett anonym erhoben werden sollen. Die Software basiere auf Bluetooth-Daten, die immer nur temporär existieren, damit die Nutzer nicht identifizierbar bleiben. Damit unterscheiden sie sich fundamental von in Asien eingesetzten Apps, die gleichzeitig auch GPS-Signale aufzeichnen und das gesamte Datenpaket an staatliche Stellen melden.

Die Nutzung der "Corona-App" in Deutschland soll auf freiwilliger Basis funktionieren. Experten weisen zudem darauf hin, dass der Einsatz von Tracking-Apps kein Allheilmittel zur Eindämmung des Virus seien, auch wegen diverser technischer Einschränkungen.

Schreiben wird auf Echtheit geprüft

"Indymedia" versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen, die nicht überprüft werden. Nach Anschlägen in Deutschland wurden dort bereits mehrfach vermeintliche Bekennerschreiben aus der militanten linken Szene veröffentlicht, die sich als Fakes erweisen. Der Polizeisprecher sagte, auch das jetzt veröffentlichte Schreiben werde noch auf seine Echtheit geprüft.

Kommentarfunktion am 16.04..2020, 07:43 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. 

Was Sie jetzt wissen müssen

37 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 37.

    Jedenfalls nicht von dort woher sie ihre "Meinung" beziehen. AfD kompakt oder eher die "Deutsche Stimme"?

  2. 36.

    Mit dem Leseverständnis haben sie es nicht so oder? Wo habe ich "den Wahrheitsgehalt auf Indymedia erst in Frage stellen, ihn dann aber später unterstreichen"?

    Manch einer liest was er verstehen will. Nicht Neues unter ihresgleichen. Verlassen sie doch einfach mal ihre von ihrer Gesinnung geprägten Blase.

  3. 35.

    Dann beantworten sie doch die Frage. Die rechtsextreme AfD hat jedenfalls eine Menge behauptet, von dem man sich widerwillig distanzieren mußte. Dumm gelaufen.

  4. 34.

    Woher haben Sie diese Erkenntnis?
    Aus der "Jungen Welt" oder doch aus dem "Neuen Deutschland"?
    Und @Mark, Beitrag 28, schön, wie sie den Wahrheitsgehalt auf Indymedia erst in Frage stellen, ihn dann aber später unterstreichen.
    Das liegt wohl an dem Niveau zu einer Graswurzel.

  5. 33.

    Ja, Simon - Der Zweck heiligt die Mittel. Hier ist eben mal Brandstiftung. Das alte Problem der Linke ist nach wie vor, vermeintlich zu wissen, was für andere gut ist.

  6. 32.

    Hui, ein Experte! Offensichtlich vom Internet und Servern genau so viel Ahnung wie vom Faschismus. Die deutsche Polizei schafft es nicht einmal gewaltverherrlichende Videos auf YouTube zu sperren, bzw. entfernen zu lassen.

  7. 30.

    Apropos, was ist denn aus dem angeblichen Anschlag in Bremen geworden? War wohl doch eine Abrechnung unter Parteifreunden.

  8. 29.

    Wie die cDU Links- und Rechtsextremismus bekämpft hat als sie noch den Innensenator gestellt hat konnte man am Schaumschläger Henkel deutlich sehen. Über medienwirksame Wahlwerbung ist Henkel nie hinaus gekommen.

  9. 28.

    Und weil das im TS so steht muß das ja so stimmen oder was? Es wäre nicht das erste Mal dass Fake Bekennerschreiben auf Indymedia auftauchen. Auf Indymedia kann jeder, ungeprüft (!) hochladen wer will. Das macht Indymedia ja eben aus.

    "Indymedia oder auch Independent Media Center (IMC) (Unabhängiges Medienzentrum) ist ein globales Non-Profit-Netzwerk von Medienaktivisten und Journalisten im Internet, das sich als Teil des Graswurzel-Journalismus sieht. Indymedia ist aus den globalisierungskritischen Bewegungen hervorgegangen und im Spektrum der neuen sozialen Bewegungen beheimatet."

  10. 27.

    Wer behauptet der Staat sehe machtlos zu wenn es sich um tatsächliche oder angebliche Linksextreme handelt muß selbst extrem weit rechts stehen um so etwas zu behaupten.
    Denen kann der Weg in eine faschistische Diktatur und Polizeistaat nicht schnell genug gehen.

  11. 26.

    Ich bin schon lange der Meinung, dass man die Internet-Plattform "Indymedia" sperren sollte. Hier werden Straftaten geplant und publik gemacht. Und wenn schon gegen Rechtsfaschisten vorgegangen vorgeht, dann bitte auch gegen die Linksfaschisten!

  12. 25.

    Es wäre doch sehr schön, wenn hier alle, die über diesen "Anschlag", der eher eine Sachbeschädigung darstellen dürfte, herziehen und harte Strafen fordern, etwas mehr ihre Pflicht als Staatsbürger erledigen würden. Eine demokratische Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn ihren BürgerInnen ihre Grundrechte völlig wurscht sind, sie lieber im Märchenland leben vom guten Vater Staat, der sich schon um alles kümmern wird und völlig desinteressiert sind, wenn es um ihre Bürgerrechte geht. Es gibt hier Recht und Gesetz, das unterscheidet uns (noch) von der vielzitierten chinesischen Gesellschaft - aber mit Tracking-Apps, die natürlich zunächst freiwillig sind und anonym, sind wir auf genau dem gleichen Weg. Sie alle sind verpflichtet, unser Grundgesetz zu schützen, auch wenn es viel bequemer ist, gemütlich von der Couch Hasspamphlete gegen "Radikale" in die Tasten zu hacken.

  13. 24.

    Kennen Sie überhaupt irgend eine*n Linke*n persönlich !?!
    Ich denke nicht!

  14. 23.

    Es kommt wirklich nicht oft vor das ich meinen Hut vor Linksradikalen ziehe. Aber hier tue ich es. Der Staat nutzt die Corona-Panik (die er selbst geschürt hat) zur Beseitigung von Grundrechten: Unverletzbarkeit der Wohnung? Versammlungsrecht? Freie Entfaltung der Persönlichkeit? Alles Schnee von gestern. Vor nicht allzulanger Zeit gab es noch riesige (berechtigte) Widerstände gegen Vorratsdatenspeicherung. Und heute? Das Robert-Koch-Institut überwacht die Standortdaten von Millionen Menschen. Rechtswidrig! Widerstand? Fehlanzeige! Das Volk hat die Panik vor einem Virus (an dem bisher je 1 Million Bürgern unter 70 Jahren lediglich 4 gestorben sind) so schön verinnerlicht und fühlt sich durch den Staat sogar beschützt anstatt mal zu merken wie unser Grundgesetz fast komplett ausser Kraft gesetzt wurde.
    Von daher: Touché Ihr Linksextremisten.

  15. 22.

    Das wäre ja auch der Gipfel, wenn so ein Anschlag auch noch was "bringen" würde im Sinne dieser Idioten!

  16. 21.

    Wer glaubt, dass in Staat und Politik ein Zweck alle Mittel heiligen kann, und wer Kritiker mit Brandstiftern in einen Topf wird, wie sie "Tremor", der ist antidemokratischer Agitator. Nicht das wir das von ihnen noch nicht gewusst hätten, sie beklagen sich ja täglich darüber dass es in diesem Staat zu demokratisch und zu rechtsstaatlich zugeht. Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten, auch ohne uns mit ihren braunen Gehirnfürzen auseinandersetzen zu müssen. So ist das eben in der Pest - die Ratten kriechen aus der Kanalisation!

  17. 20.

    Aber auch Blinde und Realitätsverweigerer.
    Und natürlich fackeln die verhassten ADLer ihre Autos selber ab, zerstören ihre Büros, versprüen Buttersäure, wie auch Die Bahn, Immobilienbüros, Transportunternehmen und Arbeitsämter, die ihre Scheiben einschlagen und die Fassaden beschmieren. Nicht zu vergessen, die Energielieferanten, die ihre Leitungen und Verteilerkästen selbst anzünden.

  18. 19.

    "Terroristen" ist die einzig zutreffende Bezeichnung für dieses Gesockse.
    Wer nicht einsehen will, dass besonder Umstände auch besondere Maßnahmen erfordern können, und darauf beharrt, dass das Wie immer wichtiger ist als das Wofür, ist ein dummer Fanatiker, der um Himmels Willen niemals irgendwelche Macht erlangen sollte.

  19. 18.

    Linksextremismus, Linksterrorismus? In Berlin? Nein, laut Grünen und der Linkspartei gibt es das nicht, bzw. es gibt keinerlei Handlungsbedarf zur Bekämpfung dieser Art von Gewaltakten.

    Bereits zweimal wurde seitens der CDU versucht ein solches Konzept zur Bekämpfung linker Gewalt als Grundlage für Diskussionen einzureichen. Die o.a. Parteien im Schulterschluss mit der SPD haben sich sogar geweigert über dieses Konzept auch nur zu reden. Nicht zielführend wäre es, tönte es aus den linken Lagern.
    Die linksextremen Gewalttäter, in Berlin gern als Aktivisten oder Autonome verklärt, klatschen in die Hände und die Polizisten müssen diese Art der Rechtsbeugung ausbaden.

    Die Gefahr und die Gewalt kommt nicht nur von Rechts. Doch wenn man auf dem linken Auge blind ist...

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren