Ein Kind steht vor einem abgesperrten Spielplatz (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)
Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Regelbetrieb bis August angestrebt - Kita-Notbetreuung in Berlin soll in Stufen ausgeweitet werden

Die Kita-Betreuung in Berlin soll wieder hochgefahren werden - allerdings in Stufen. Zunächst werden Kinder weiterer Berufsgruppen in die Notbetreuung aufgenommen, dann folgen weitere bestimmte Kindergruppen. Auch Potsdam will die Betreuung ausweiten.

Die Notbetreuung von Berliner Kindern in den seit Wochen geschlossenen Kitas soll schrittweise ausgeweitet werden. Das hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstagnachmittag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Bis wieder alle Kinder in eine Kita gehen dürfen, könnten allerdings noch einige Monate vergehen. 

Notbetreuung jetzt auch für Lehrerkinder

Den Plänen zufolge soll der Kreis der Berufsgruppen und Familien, für den Kitas oder auch Schulen eine Notbetreuung anbieten, in vier Phasen ausgeweitet werden.  

Ab dem 20. April sollen zunächst Kita-Leitungen für die Eltern ansprechbar sein, um die Ausweitung vorzubereiten. Ab dem 27. April soll dann mit der Ausweitung der Kitabetreuung begonnen werden - und zwar, indem der Kreis über die sogenannten systemrelevanten Berufe hinaus erweitert wird, zum Beispiel für Lehrkräfte und weitere Erzieher.

Bisher bekommen Kinder eine Notbetreuung, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten: in Krankenhäusern, in der Pflege, bei Polizei und Feuerwehr, in Justiz oder Einzelhandel. Eltern können ihre Kinder schon seit einigen Wochen einer Notbetreuung anvertrauen - wenn mindestens ein Elternteil dort arbeitet.

Auch Alleinerziehende oder Kinder aus Familien "in besonders herausfordernden Situationen" sollen laut einer Vorlage für die Senatssitzung am Donnerstag Betreuungsangebote bekommen.

Diese zweite Phase der Ausweitung soll ein bis zwei Wochen andauern, sagte Scheeres.

Vorschulkinder und neue Kita-Kinder etwas später

Dann werde man in eine dritte Phase eintreten, "in der Vorschulkinder in den Genuss der Kitabetreuung kommen", sagte Scheeres. In einer vierten Phase soll Kindern, die im nächsten Jahr in die Kita kommen, schon die Eingewöhnung ermöglicht werden. Danach soll - so zumindest der bisherige Plan - in den Regelbetrieb übergegangen werden können.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb werde bis 1. August angestrebt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag vor dem offiziellen Statement aus Senatskreisen.

Anspruchsberechtigt sind laut Familienverwaltung bisher rund 20.000 Kinder, also etwa zwölf Prozent. Tatsächlich sind etwa 8.000 bis 9.000 Kinder in der Notbetreuung, jedoch nicht alle jeden Tag.

Auch die Stadt Potsdam weitet Notbetreuung aus

Auch die Stadt Potsdam wolle die Notbetreuung für Kinder im Zuge der Corona-Pandemie ausweiten. Welche Berufsgruppen und Einzelfälle einen Anspruch auf die Betreuung bekommen, könne aber erst nach der Kabinettssitzung am Freitag gesagt werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Sobald die neue Eindämmungsverordnung des Landes vorliege, werde die Umsetzung der erweiterten Notbetreuung organisiert. Bereits bewilligte Anträge müssten nicht verlängert werden, sofern sich die Voraussetzungen nicht geändert hätten.

 

Sendung: Abendschau, 26.04.2020, 19.30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Janina ] vom 18.04.2020 um 11:24
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

71 Kommentare

  1. 71.

    Ich verstehe diese Ein-Elternregelung einfach nicht. Mein Lebensgefährte ist systemrelevant und ich nicht. Trotzdem bekommen wir keine Notbetreuung für unser 3Jähriges Kind, weil ich Mobiles Arbeiten mache (bzw. Home-Office). Ich sollte für die KITA schriftlich von meinem AG einen Nachweis erbringen, dass ich NICHT im Homeoffice arbeite. Was soll dann die Ein-Elternregelung? Das ist alles so schwammig formuliert. Und dann macht es jede KITA anders. Einige KITAs fragen nicht nach dem Beruf des Partners, wenn der eine Teil systemrelevant ist, andere KITAS wollen von beiden Elternteilen einen Nachweis.
    Warum gibt der Senat keine genauen Vorgaben an die KITAS. Die Kitas haben nur die Listen der systemrelevanten Berufe und machen darüber hinaus, was sie wollen...
    Einfach ungerecht.

  2. 70.

    Danke sie haben damit meine Frage beantwortet. Sie sind also nicht in der Lage sich in die vielen Familien hineinzuversetzen... Ja und ich denke das wäre hilfreich, wenn man genau wüsste wovon man redet und was es für die vielen Familien bedeutet!

    Man sollte seine Meinung nur äußern wenn man in der gleichen Lage ist oder zu mindestens die gleichen Erfahrungen teilt.Es ist nämlich sonst keine qualifizierte Meinung, es gibt Tausende Menschen die ein erzählen wollen wie man seine Kinder zu erziehen hat und dabei haben sie nie in ihrem Leben auch mal ein Kind selbst erzogen oder betreut.
    Und ich finde dafür dass sie nicht in der gleichen Lage sind haben sie doch eine sehr starke Meinung dazu ....

  3. 69.

    So ein himmelschreiender Blödsinn, Eingewöhnungen vor Beginn des Regelbetriebs zu machen und die anderen Kinder müssen noch zu Hause bleiben! Eingewöhnungskinder haben fast immer Probleme in den ersten Wochen, jeden Schnupfen, jede Erkältung nehmen sie mit. Das ist halt so in der ersten Zeit. Völlig unsinnig sie deshalb vor dem 1. August einzugewöhnen.Unsere " alteingesessenen" Kinder haben all diese Keime schon mal durch und sind "immun" Ich werde zum neuen Kitajahr 9 Babys eingewöhnen müssen. Na das wird ein Spaß , dass in der Notbetreuung zu machen.
    Jeder Erzieher weiß, das Kitajahr beginnt am 1. August. Erst dann verlassen uns die Schulanfänger und es gibt wieder neue Plätze. Und ich würde wirklich gerne meine "Krippis" vernünftig verabschieden und den Übergang zu den Großen mit ihnen gestalten. Das kann vor dem 1. August passieren , aber keine Neueingewöhnungen. Da sind wieder Leute am festlegen von Maßnahmen, die vom Alltag überhaupt keine Ahnung haben.

  4. 68.

    https://m.mainpost.de/ueberregional/meinung/dersamstagsbrief/Samstagsbrief-in-Coronazeiten-Erzieher-sind-keine-Basteltanten;art507163,10435896?wt_ref=android-app%3A%2F%2Fcom.google.android.googlequicksearchbox%2Fhttps%2Fwww.google.com&wt_t=1587285130448

    Vielleicht mal als kleine Anregung. Und um mal aus der Sicht eines Erziehers zu reden der selber jeden Tag in dieser Krise arbeiten muss. Schuld sind nicht die Kitas oder die Träger sondern die Politik. Bitte lassen sie ihren verständlichen Frust nicht auf dem Rücken der Erzieher aus. Wir können am wenigstens dafür. Und p.s auch wir haben Familien zu Hause die geschützt werden müssen.

  5. 67.

    Natürlich habe ich Verständnis für die anderen Menschen die Risiko Typen sind ! Dann sollen diese doch bis August zuhause bleiben und vom Staat unterstützt werden
    So viele Menschen bieten ihre Hilfen an und im Supermarkt ist das Durchschnittsalter 65 sehr fragwürdig !
    Genauso wie diese Menschen haben auch wir das Recht unser Geld zu verdienen ich habe ja nicht umsonst mit zwei Kindern unterm Arm meine Ausbildung als Altenpflegerin damals gemacht !
    Ich bin mit Sicherheit ein sehr sozialer Mensch aber wo ist da die Gerechtigkeit !
    Und wie sie in dem und anderen Artikeln lesen können beginnt für alle „Normalbetrieb „ am 1.8
    Sie haben keine Kinder mehr zuhause ,mit Sicherheit ein gesichertes Einkommen die Leute können immer reden und habe gute Argumente und sind weltversteher !
    Wir haben drei kleine Kinder und stehen vor einem schwarzen Loch und können nicht einmal mehr ab nächsten Monat unsere Fixkosten decken ! Und der Staat hilft uns mit 350€ aus

  6. 66.

    Steffi, habe ich übersehen, dass man bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, um hier im Forum zu einem bestimmten Thema eine *Meinung* äußern zu dürfen?

    Und nein, ich habe keine kleinen Kinder mehr zu betreuen.
    Die Kinder des Regierenden Bürgermeisters sind übrigens auch schon erwachsen. Vielleicht dürfte er deshalb ja Ihrer Meinung nach gar keine Entscheidung über die Kitas fällen?

  7. 65.

    Ich sehe viele sehr Übergewichtige junge Menschen, ohne Masken,rauchend, ohne Sicherheitsabstand haltend, sowie viele alte Menschen, ohne Angst, fröhlich plaudernd..., wahrscheinlich mit dem Bewusstsein das ein Leben nicht unendlich geht...

  8. 64.

    Haben sie überhaupt kleine Kinder um über die Meinungen der Eltern die betroffen sind urteilen zu dürfen?

  9. 63.

    Sie haben Ihre Nöte und Ängste - andere haben andere Nöte und Ängste und dürfen diese genauso ausdrücken wie Sie. Sie fordern Verständnis für Ihre Situation - haben Sie auch Verständnis für die Angst der anderen?
    Es ist außerdem nicht pauschal so, dass die Familien mit Kindern bis August zuhause bleiben müssen. Und es ist sicher auch nicht allen Arbeitgebern völlig egal, ob man Kinder hat oder nicht.
    Es ist nicht so, dass *nichts* getan wird, um Familien mit Kindern zu helfen. Pauschal alles zu leugnen, was in dieser Situation getan wird, um Erleichterung zu schaffen, hilft auch nicht weiter.
    Ich habe gerade eine Darstellung der Entwicklung der Infektionen gesehen, in denen sehr deutlich wurde, wie stark schon die ersten Maßnahmen geholfen haben, die Neu-Infektionen zu reduzieren - und das waren die massiven Hinweise auf Handhygiene und Abstand, und als zweites die Schul-und Kita-Schließungen. Verständlich, dass man mit Lockerung da vorsichtig ist.

  10. 62.

    ....es hat nichts damit zu tun,was man zu brauchen glaubt...sondern damit was der normale Lebensunterhalt kostet...1000€ Miete,60€ Strom,Lebensmittel locker 100€ pro Woche, Kinderbetreuung 200€ pro Monat usw.
    U ganz ehrlich,ich bin in einfachen Verhältnissen auf gewachsen,weiß also sehr gut mit Geld zu Haushalten...
    Ich finde diese ganze ,aus meiner Sicht ,teilweise sehr diskriminierende Meinung über unsere Kinder,echt langsam mehr als fragwürdig...
    Mein Sohn wird beim einkaufen angeguckt, als wäre er eine Virenschleuder,während die "Risikogruppe" mit ihren Handschuhen den Virus überall hinverteilt,statt zu Hause zu bleiben...pfui

  11. 61.

    Jetzt werden wir hier doch wohl nicht über Kriegszeiten sprechen wo die Mieten um ein Drittel billiger waren und die Großmutter etc pp um die Ecke wohnte !
    Luxus zurückschrauben ? Es geht um die Existenz der Gesellschaft ..die Familien mit Kindern müssen bis August zuhause bleiben also ich bitte alle hier im Chat die es bis jetzt noch nicht verstanden haben dieses zu überdenken !
    Viele von uns haben ihren Resturlaub genommen müssen jetzt zusehen wie sie bis August klar kommen !!!!

    Den Arbeitgebern ist es völlig egal ob man Kinder hat oder
    Nicht! Keine Kita /Schule etc —keine Betreuung —Fazit am Ende kein Job mehr !

    Ich kenne viele die seit Wochen nachts nicht mehr schlafen können weil sie nicht wissen wie es weiter gehen soll und andere erlauben sich hier Aussagen die weit mehr als unangebracht sind !!!!!!!!!!

  12. 60.

    "Keine Kreativität, keine Ansätze. "

    Und was ist mit den vorhandenen und weiter geplanten Maßnahmen in Sachen Kitas?
    Es wird doch schrittweise etwas unternommen. Ich verstehe die Nöte der Eltern, doch in den entsprechenden Kommentaren vermisse ich oft, dass das Risiko überhaupt *anerkannt* wird. Da heißt es: Kinder sind nicht die Risiko-Gruppe. Ja klar, aber selbst wenn Kinder meist nicht selbst krank werden, geben sie doch sehr oft die Infektion unerkannt weiter - da haben wir dann wieder massig Infektionsketten, die nicht nachvollziehbar sind. In Kitas ist es nun mal viel, viel schwieriger, die Ansteckungsgefahr beherrschbar zu machen, weil Kleinkinder sich nicht so stark kontrollieren lassen im Umgang. Und diese Gefahr bleibt nunmal nicht innerhalb der Kita-Räume, sondern wird nach draußen multipliziert.
    Ich finde, das hat nichts mit Realitätsferne der Politik zu tun, es ist nur ein extrem schwieriger Spagat für alle.

  13. 59.

    Es ist erschütternd wie realitätsfern die Politik hier agiert.
    Sonderhilfen für alle - auf der Strecke bleiben Kinder und Eltern.
    Ich vermisse den tatsächlichen Wunsch die Kitas wieder zu öffnen.
    Keine Kreativität, keine Ansätze.
    Politiker, Beamte und der öffentliche Dienst werden weiter bezahlt unabhängig von ihrer Leistung.
    Viele Eltern bangen um ihre Existenz und müssen jetzt die Kinderbetreuung leisten. Es ist utopisch über Monate hinweg mit kleinen Kindern zu arbeiten.
    Die Kinder sind nicht die Risikogruppe aber werden mehrfach bestraft, sie werden nämlich auch die Coronaschulden über die nächsten Jahrzehnte abbezahlen müssen.

  14. 57.

    "Heute kostet das Leben nunmal mehr" - kann ich so pauschal nicht unterschreiben.
    Ich finde, es kommt ganz drauf an, was man so meint zu "brauchen"...
    Speziell im Ausnahmezustand. In dem wir uns ja deswegen einschränken, weil es darum geht, eine große Gefährdungslage halbwegs unter Kontrolle zu behalten - und nicht weil wir mal austesten wollen, was wir alles so aushalten können.
    Die soziale Absicherung hier in Deutschland ist außerdem wahrlich nicht die schlechteste, im weltweiten Vergleich.

  15. 56.

    Ich frage mich, warum die Lockerungen für die Kitas nicht noch differenzierter betrachtet werden. Wenn die Gruppengröße ein Argument sein kann, warum können dann nicht Tagesmütter, die sowieso nur 5 Kinder allein betreuen dürfen, wieder öffnen?
    Das würde zumindest einen weiteren Teil der Eltern entlasten und viele Kinder glücklich machen, die ihre Freunde vermissen...

  16. 55.

    ....nur die Frage der Frage ist...wer soll dieses "aushalten" finanzieren, wenn keine mehr arbeiten kann...heute kostet das Leben nun mal mehr,als dass es möglich wäre,dass nur der Vater ein kleines "Einkommen" nach Hause bringt!!!

  17. 54.

    Hallo an alle,
    Also ich finde hier einige Meinungen auch mehr als fragwürdig...schon das Wort "Pandemie "macht mich wütend..ich schaue auf Cottbus,hier hat das Krankenhaus Zwangsurlaub für fast 40% der Belegschaft angeordnet,weil nichts zu tun ist,wir haben 39 Fälle,davon 29 wieder genesen bei 100.000 Einwohnern...sicher es gibt andere Regionen...aber wenn man eh überall macht was man denkt,warum können dann nicht kaum betroffene Regionen zumindest für den Großteil der Menschen wieder eine gewisse "Normalität" bekommen!???u dazu gehört Kinderbetreuung ...
    Mein Sohn ist 1.Klasse,den verpassten Schulstoff holt er nie wieder auf...Schuljahr wiederholen für alle geht nicht,da somit keine Einschulung möglich,da keine Lehrer,kein Platz,Somit 1 Jahr weiter Kita,auch hier keine Plätze...egal mit wem ich spreche,alle sind mehr als an ihrer Grenze

  18. 52.

    Nein, glücklicherweise haben wir keinen Krieg. Wir sitzen auch nicht in Wellblechhütten und sind froh über ne Handvoll Reis amTag. Und wir haben auch im Moment keinen Tsunami erlebt.
    Wir haben "nur" eine weltweise Krise, deren Verlauf noch nicht absehbar ist.
    Sich mal in Ruhe vor Augen zu führen, welche Entbehrungen wir zur Zeit hier in Deutschland "aushalten" müssen, und dass das alles vielleicht noch sehr moderat ist, im Vergleich zu allen möglichen anderen Szenarien, ist kein so schlechter Vorschlag, finde ich.

Das könnte Sie auch interessieren