Symbolbild - Ein Kind malt einen Coronavirus (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Fragen und Antworten - Das ist der Berliner Fahrplan für die Kita-Öffnungen

Bis zum 22. Juni soll jedes Kind in Berlin wieder ein Betreuungsangebot erhalten. Seit Wochen wird das Angebot schrittweise erweitert. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ab wann gilt in Berlin wieder ein Kita-Normalbetrieb?

Ab dem 15. Juni soll mit der Rückkehr aller Kinder in die Kitas begonnen werden, das hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Dienstag (9. Juni) angekündigt. "Spätestens ab 22. Juni werden wir die volle Betreuunsgsituation nach Kitagutscheinen haben, damit sind wir einen Monat früher, als wir uns das eigentlich vorgenommen hatten", so Scheeres. Die Liste der systemrelevanten Berufe verliert ihre Gültigkeit, die Eingewöhnung von neuen Kindern ist möglich.

Darf ich mein Kind zu den gewohnten Zeiten in die Kita geben?

Grundsätzlich sollen bis zur Rückkehr zum Regelbetrieb alle Mädchen und Jungen einen Betreuungsanspruch von maximal vier Stunden pro Tag haben. Eine Ausnahme gilt für Eltern mit systemrelevanten Berufen. Ihre Kinder dürfen in Absprache mit der Kita-Leitung länger in die Kita gehen. Die Senatsverwaltung und der Landeselternausschuss Kita (LEAK) haben immer wieder an Eltern appelliert, solidarisch zu sein und nur so viel Betreuung wie nötig in Anspruch zu nehmen.

Ich kann mich mit der Kita-Leitung nicht auf Betreuungszeiten einigen. Was kann ich tun?

Sollte sich keine einvernehmliche Lösung zwischen Eltern und der Kita-Leitung finden, können sich Eltern laut Senatsbildungsverwaltung an eine Eltern-Hotline wenden. Die Rufnummer +49 30 90227-6600 ist von Montag bis Freitag zwischen 9.00 Uhr und 15.00 Uhr besetzt.

Dürfen Tagsmüttern oder -väter wieder Kinder aufnehmen?

Tagesmütter und -väter dürfen seit dem 25. Mai wieder alle Kinder aufnehmen, die sie vor der Corona-Schließzeit betreut hatten. Durch die Betreuung in kleinen und stabilen Gruppen könnten Infektionsketten gegebenenfalls leicht nachvollzogen werden, hieß es von Seiten der Senatsverwaltung.

Wie wird die Hygiene in Kitas sichergestellt?

Die Bildungssenatsverwaltung hat bislang darauf hingewiesen, dass die Hygiene in der Verantwortung der Kita-Träger liege. Analog zum Muster-Hygieneplan für Schulen haben die Kita-Träger Anfang Mai ein Empfehlungsschreiben der Senatsverwaltung erhalten. Darin heißt es unter anderem, dass Eltern eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollten, wenn sie ihre Kinder bringen oder abholen. Kita-Erzieherinnen und -Erziehern soll das Tragen von Masken grundsätzlich möglich sein. Außerdem soll die Betreuung in möglichst kleinen Gruppen stattfinden. Denkbar seien Vormittags- und Nachmittagsgruppen oder eine Betreuung an versetzten Wochentagen. Dazu sagt die Bildungssenatorin: "Die konkreten Maßnahmen vor Ort hängen natürlich davon ab, wie viele Kinder tatsächlich in jeder einzelnen Einrichtung sein werden.

Was ist mit Betreuungspersonal, das den Risikogruppen angehört?

Wer einer Risikogruppe angehört, soll laut Empfehlung der Senatsverwaltung auf eigenen Wunsch und abhängig vom eigenen Gesundheitszustand in die Kinderbetreuung zurückkehren dürfen. Wie hoch der Anteil des Betreuungspersonals in der Risikogruppe ist, konnte die Bildungssenatsverwaltung nicht beantworten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat jedoch schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass wegen des wachsenden Betreuungsanspruchs immer häufiger Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten müssten, die besonders gefährdet seien. "Arbeitsmedizinische Vorsorgegespräche finden nicht immer statt", sagte der Berliner GEW-Sprecher Markus Hanisch.

Welche Möglichkeiten haben Eltern, deren Kinder nicht in die Kita können?

In Berlin ist seit dem 27. April eine private Betreuungshilfe erlaubt, damit können sich etwa befreundete Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder abwechseln. Auch Nachbarn oder Verwandte können wieder auf Kinder aufpassen. Eine solche "private, insbesondere nachbarschaftliche Betreuungshilfe" ist für maximal drei Kinder erlaubt - trotz der weiterhin geltenden Kontaktbeschränkungen.

Sendung: Abendschau, 13.05.2020, 19:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Gertrud K] vom 09.05.2020 um 12:08
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37 Kommentare

  1. 37.

    Sie haben Kindern als Keimschleudern bezeichnet. Egal wie sauer man auf den Senat ist (und das kann ich gut verstehen). Kinder sind MENSCHEN!!! Ich kann nur hoffen, dass SIE keine Erzieherin sind.

    Und ja, ich habe seit 12 Wochen keine Minute Zeit für mich gehabt. Auch Mütter und Väter brauchen Pausen. Also lassen Sie bitte Ihre Moral-Keule im Keller.

  2. 36.

    Hallo,
    der Grund ist, dass es schlicht keine adäquate Schutzkleidung und FFP2-Masken (nicht mal für med. Personal ausreichend) oder die tatsächlich schützende Desinfektion/-reinigung zu kaufen gibt. Und zwar seid über drei Monaten.

  3. 35.

    Ich meine immer noch das Eltern sich doch hoffentlich freiwillig für ihre Kinder entschieden haben. Ich finde viel eher empörend, daß Sie mit ihrem Beitrag Eltern unterstellen Sie würden ihre Zeit nicht gern mit ihren Kindern verbringen und ihre "Freizeit" (also laut Ihrer Definition kinderlosen Zeit) vorziehen und nun seit 12 Wochen vermissen und nicht in der Lage sind ihre Kinder auch von zuhause aus zu bilden und Ihnen Lernanreize zu bieten. In der Kita in der ich arbeite sind die Eltern lieber vorsichtig und möchten für Ihre Kinder kein Risiko eingehen. Auch sie stehen dem grenzenlosen füllen der kleinen Räume skeptisch gegenüber. Ich kritisiere lediglich und nach wie vor das Vorgehen des Senats, der immer wieder kurzfristige Entscheidungen trifft ohne Rücksprache mit der Basis zu suchen. Wir sind nun mal die, die täglich ihre Gesundheit und die unserer Familien riskieren weil die Hygiene und Abstandsregeln im Kindergarten ständig verändert und aufgeweicht werden.

  4. 34.

    Leider wurden meine Zahlen sehr unübersichtlich dargestellt. Hier noch einmal:
    25.5. waren in Berlin infiziert:
    0-4 J. 96 Kinder
    5-9 J. 79 Kinder
    10-14 J. 126 Kinder
    14-19J. 192 Kinder

    Am 7.6.2020 waren infiziert
    0-4J 112 Kinder
    5-9-J. 96 Kinder
    10-14 J. 152 Kinder
    15-19 216 Kinder

  5. 33.

    warum veröffentlicht eigentlich kaum eine Internetseite die Zahlen wieviel Kinder in Berlin mit Corona infiziert sind.
    Da wird man nur duch Suchen beim Landesamt für Gesundheit fündig.
    7.6.2020 : 0-4 jährige 112 am 25.5.2020 ( als Kitas weiter geöffnet wurden: 96
    5-9 jährige 96 79
    10-14 jährige 152 126
    15-19 jährige 216 192
    Mal sehen, was in 14 Tagen ist!

  6. 32.

    Ihr Kommentar ist empörend! Kinder sind Menschen, denen ihr Alltag, ihre Bildung, ihre Entwicklungschancen genommen wurden... und das kann nicht länger beschränkt werden. Warum soviel im privaten Bereich geöffnet wird, ist fraglich, aber mir egal. Für Eltern gibt es eh seit 12 Wochen keine Freizeit.

  7. 31.

    Ich bin wirklich entsetzt !!!! Wir haben heute in unserer Kita das Trägerschreiben 14 der Senatsverwaltung bekommen und ab sofort sind alle Gruppen wieder ohne mindestabstand voll zu belegen. Unabhängig von Raum und Gruppengröße.... Ich fasse einfach nicht wie unsinnig das alles ist. Wenn ich keinen Abstand mehr zu den Keimschleuder Kindern brauche, muss ich ihn im Restaurant oder Kino oder Theater doch auch nicht mehr einhalten.... Danke jetzt schonmal am die Sesselpu... das es egal ist ob wir uns an der Basis infizieren oder nicht.

  8. 30.

    Da der Senat nur Sprüche klopft, aber nichts in die Gänge bekommt, bleibt die Initiative an uns selbst hängen.
    Seit Wochen bitten wir, dass die Erzieher, die jetzt seit 12 Wochen in der Notbetreuung arbeiten getestet werden.
    Nix passiert. Also lassen wir uns privat testen auf eigene Kosten.
    Von wegen Berlin will Erzieher testen lassen. Das ist nur mediales Gerede um in der Presse mal wieder glorreich da zu stehen, und betrifft nur einige ausgewählte Einrichtungen.
    Für unsere Mitarbeiter haben wir natürlich auch selbst Masken genäht, schon Anfang März.
    Die Trägerschreiben sind ein Witz. Das letzte kam am Feiertag( Donnerstags, Freitag war Brückentag) mit Umsetzung Montag! Wer sich auf den Senat verlässt ist wirklich verlassen.
    Was sich da am Schreibtisch ausgedacht wird ist in der Realität nicht umsetzbar.
    Vielleicht liebe Senatsmitarbeiter,einfach mal in die Kitas gehen und eine Woche dort arbeiten so als praktische Erfahrung!

  9. 29.

    OT:
    "Drosten ist OUT, heute hü, morgen hott. Keiner will mehr seine Einschätzungen hören. Die Diskussion ob Kinder Virenschleudern sind, will keiner mehr hören."
    Wenn Sie ein bisschen nachdenken würden, hätten Sie gemerkt, dass es bei dem neuen Virus vieles gibt, das unbekannt ist, und sich beinahe täglich Erkenntnisse ändern, neu ergeben, etc.
    DAS ist Wissenschaft. Bei etwas Unbekanntem kann man im Vorhinein zwar Vermutungen anstellen, wenn es Ähnlichkeiten zu Bekanntem gibt. Das hat Herr Drosten aber auch immer gesagt oder geschrieben.
    Mit dem Hü und Hott beziehen Sie sich vermutlich auf Ddie Masken... Da hatte Herr Drostenzu Beginn der Pandemie gesagt, dass es "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht sinnvoll ist, da damals nur in einzelnen Landkreisen Fälle auftraten. Außerdem gab es neue Studien, sowohl zu Masken, als auch zur Ansteckbarkeit vor Krankheitsbeginn oder Weiterverbreitung durch Kinder. Und aus diesen neuen Erkenntnissen haben sich die Einschätzungen verändert.

  10. 28.

    Haben Sie es noch nicht gemerkt? Drosten ist OUT, heute hü, morgen hott. Keiner will mehr seine Einschätzungen hören. Die Diskussion ob Kinder Virenschleudern sind, will keiner mehr hören.

  11. 27.

    Laut Drosten sind Kinder Superspreader. Und dann Kita öffnen?

  12. 26.

    Wie überall obliegt die Organisation von Mund- und Nasenbedeckung den Trägern und bei kleineren sogar der Kita-Leitung ... haha ... schon mal versucht in den letzten Wochen rückfettendes Händedesinfektionsmittel zu bestellen oder Einmalhandtücher. Wir arbeiten als Kita (freier Träger nicht 100% finanziert)seit 8 Wochen im "Notbetrieb" und der Senat hat es geschafft .... oh wie feierlich...hurra... nach sage und schreibe 7 Wochen und 14. Trägerschreiben einen Musterhygieneplan an die Kitas zu schicken. Wie immer an einem Freitag weit nach 20 Uhr. Würden wir als freier Träger uns auf den Senat verlassen, hätten wir wir schon längst geschlossen oder alle Eltern auf dem Schoß sitzen, weil sie nicht mehr weiter wissen, überfordert sind und dankbar für jede Minute analoge Sozialmedia.
    An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle Eltern, die ihre Kita unterstützen mit Dingen, die uns Fachkräften den Alltag erleichtern, großen und kleinen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern....Danke

  13. 24.

    Ich finde, Kinder haben mehr Sozialverhalten und Abstandsetiquette als viele Erwachsene.
    Man wird von sämtlichen Erwachsenen am Tag mit knappem Abstand geschnitten, dazu dieses agressivw Anti-Masken-Halbstarken-Klientel.
    Kinder habe ich in den letzten Wochen hingegen als sehr diszipliniert erlebt.
    Und warum sollen die Eltern, die arbeiten müssen und den Laden bezahlen den Lehrern, die für 100% Homeoffice machen, obwohl sie dafür bezahlt werden, deren Arbeit auch noch machen?
    Die Eltern habem kein Problem mit ihren Kindern sondern ein Zeitproblem.

  14. 23.

    Nochmal ein kleiner Nachtrag - es ist der Senatsverwaltung für Jugend und Familie heute leider nicht !!! gelungen das groß angekündigte Schreiben zur Umsetzung ihrer Pläne an die Leitungen und Träger zu schicken. Daher haben wir immer noch keinerlei Handreiche wie es nun ab Donnerstag weitergehen soll. Dafür ist es aber gelungen bei Twitter ein "Heut ist Tag der Kinderbetreuung und da wollten wir mal Danke sagen" Tweet zu verfassen. Das können sie sich sparen. Das ist inzwischen wirklich mehr als lächerlich. In der Öffentlichkeit verkaufen sich die Damen und Herren als die großen Elternfreundlichen Macher aber hintenrum sieht es komplett anders aus. Da wird auf dem Rücken der Kinder, der Eltern und den Kitas Politik betrieben und sich damit gebrüstet, Berlin sei Vorreiter im Kita-Öffnungs-Konzept. Um nochmal auf die Überschrift dieses Artikels zurück zu kommen "So ist die Kita Notbetreuung in Berlin geregelt" hier die Antwort : Sie ist gar nicht geregelt !

  15. 22.

    Ja, das frage ich mich auch - denn dann sind plötzlich alle anderen nicht mehr systemrelevant? Vorallem wie lange soll dieser Zustand gehen?

  16. 21.

    Warum lese ich in diesem Bericht eigentlich nichts davon, dass ab dem Moment, in dem die Vorschüler in die Kitas kommen, alle Kinder nur noch einen Anspruch auf bis zu vier Stunden Betreuung in der Kita haben? Das gilt übrigens auch für Systemrelevante - für die sollen aber im Einzelfall (!) längere Betreuungszeiten vereinbart werden können.
    Allen berufstätigen Eltern einen schönen Start in die neue Woche, und den Kita-Leitungen viel Kraft beim Planen!

  17. 20.

    Ich bin Erzieherin und könnte ausflippen wenn ich miterlebe wie mit Gewalt jetzt wieder die Kitas vollgepropft werden. Ab Donnerstag sollen wir plötzlich 40 !!! Kinder mehr betreuen ( 30 Vorschulkinder + Geschwister). Zur Zeit sind es 20 Kinder, die im Wechsel vom überhaupt verfügbarem Personal betreut werden können (einige Kolleginnen gehören der Risikogruppe an). Wir werden von den Eltern angefeindet weil wir die Gruppengröße klein halten, die Spielbereiche aufteilen etc... . Und wieder gibt es für uns durch den Feiertag weder genug Zeit zur Planung, noch Schutzkleidung für die Kollegen oder auch nur eine Handhabe, wie mit Risikokollegen umzugehen ist (Homeoffice ist ja schlecht in dem Beruf). Es wird nicht das Gespräch mit der Basis gesucht, sondern wie immer von oben herab entschieden. Danke Frau Scheeres, gut gemacht.

  18. 19.

    In Parks werden die Kinder zurechtgewiesen, wenn sie zu laut sind beim Spielen oder anderen zu nahe kommen, in der Öffentlichkeit werden sie angeschrien, wenn sie eine Rasenfläche vor einem Mehrfamilienhaus betreten. Wehe sie bemalen den Bürgersteig mit Kreide! Im Hinterhof dürfen sie nicht spielen, weil die Tontöpfe Vorrang haben und in der Wohnung (kein Garten, kein Balkon) kommen die Nachbarn hoch und Beschwerden sich über den Lärm. Abgesehen davon: Welcher Arbeitgeber macht das noch lange mit? Der Gesellschaft ist nicht mit Millionen neuer ALG1 oder 2-Beziehen gedient.

  19. 18.

    Wollen Sie tatsächlich den Krieg als Vergleich heranziehen? Sie scheinen selbst keine Kinder zu haben (oder es ist zu lange her). Kinder, insbesondere die in der Stadt, die von jeglicher Art sozialem Kontakt abgeschnitten sind. Weder Freunde zu treffen, kein Spielplatz, auf dem sie sich austoben können, teilweise ist es sogar verboten, sie in Lebensmittelgeschäfte mitzunehmen. Super für Alleinerziehende mit Kleinkindern. Soll man die alleine Zuhause lassen?

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