Archivbild: Wochenmarkt am Maybachufer in Berlin-Kreuzberg im April 2017 (Bild: imago images/Hartmut Müller-Stauffenberg)
Audio: rbb 88,8 | 24.04.2020 | Kerstin Topp | Bild: Hartmut Müller-Stauffenberg

Berlin-Neukölln - Wochenmarkt am Maybachufer wegen Überfüllung geschlossen

Bestes Frühlingswetter hat am Freitag viele Menschen ans Neuköllner Maybachufer und auch an den Landwehrkanal in Kreuzberg gelockt - zu viele. Wegen Überfüllung musste der Wochenmarkt geschlossen werden, und auch anderswo zeigte sich die Polizei.  

Wegen Überfüllung musste am Freitag der Wochenmarkt am Maybachufer in Berlin-Neukölln vorübergehend gesperrt werden. Die Menschen hätten sich nicht an die geltenden Abstandsregeln gehalten, teilte die Berliner Polizei auf Twitter mit.

Neues Zugangskonzept wird vorbereitet

Marktleiter Nikolaus Fink sagte dem rbb, zwar habe man den Markt um eine Standreihe erweitert, um den Menschen mehr Platz zu bieten und für eine bessere Aufteilung zu sorgen. Allerdings seien an diesem Freitag drei Mal so viele Besucher auf den Wochenmarkt gekommen als in der Woche zuvor. Dafür habe der Platz nicht ausgereicht.

Für nächste Woche müsse man nun ein neues Zugangskonzept entwickeln, so Fink weiter. Denkbar seien Absperrungen an den Eingängen. Dort würden die Besucher gezählt und nur begrenzt auf das Gelände am Maybachufer gelassen, kündigte der Marktleiter an.

Auch Admiralbrücke und Landwehrkanal zu voll

Auch auf der nahegelegenen Admiralbrücke und am Landwehrkanal, genauer am Planufer in Kreuzberg haben sich nach Beobachtung von rbb-Reportern bei bestem Wetter viele Menschen zum Verweilen eingefunden. Die Brücke und das Ufer gelten seit langem als beliebte Treffpunkte. In den vergangenen Wochen war es dort so gut wie menschenleer. Am Freitagabend kamen dort Polizisten mit den Menschen ins Gespräch. "In freundlicher und entspannter Atmosphäre haben sich dann dort die Menschen entfernt", sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend auf Nachfrage von rbb|24.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kritisierte diese Entwicklung am Freitagabend in der Abendschau des rbb. "Diese Ansammlung am Landwehrkanal macht mir Sorgen, da muss ich direkt die Polizei hinschicken", sagte Geisel.  Die Verordnung in Berlin zur Eindämmung des Coronavirus sei nicht zu stark gelockert worden - "vielmehr ist der Umgang mit der Verordnung an manchen Stellen zu leichtsinnig", betonte Geisel. Am Freitagabend nahmen dann tatsächlich Polizisten den Landwehrkanal ins Visier und kamen mit den Menschen vor Ort ins Gespräch. Auch hier entfernten sich die zumeist jungen Leute laut Polizei freiwillig und ohne Zwischenfälle.

Der Gesundheitsstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Knut Mildner-Spindler (Die Linke), rief am Freitagabend im rbb-Fernsehen die Menschen auf, über ihr Verhalten nachzudenken und sich zurückzuhalten. Zugleich betonte er, die meisten hielten sich nach wie vor an die Regeln. "Natürlich sieht das hier jetzt alles anders aus als noch im März, da war es einfach zuhause zu bleiben als jetzt Ende April. Aber die meisten verhalten sich auch jetzt verantwortungsvoll", so Mildner-Spindler.

Verweilen ja - aber nur mit Abstand

Zwar ist in Berlin das Verweilen auf Parkbänken oder auf Picknickdecken unter freiem Himmel inzwischen wieder erlaubt. Allerdings dürfen nach wie vor nur maximal zwei Personen oder Mitglieder eines Haushalts zusammensitzen. Zu anderen Personen muss beim Verweilen ein Mindestabstand von 5 Metern eingehalten werden.

Bei Marktbesuchen müssen 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen eingehalten werden. Zudem sollen laut Berliner Verordnung nur die wichtigsten Erledigungen für den alltäglichen Bedarf – und das in möglichst kurzer Zeit - auf Wochenmärkten getätigt werden.

Sendung: Abendschau, 24.04.2020, 19:30 Uhr    

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Antwort auf [Sebastian ] vom 24.04.2020 um 19:26
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61 Kommentare

  1. 61.

    Wuhan, Sonntag, 26.04.2020 | 12:15 Uhr:
    "Wuhan hat es hinter sich, die eigens wegen der Covid-19-Seuche errichtete Klinik steht nun leer. Sollten wir nicht daraus lernen, anstatt ein ewig langes Auf und Ab der Infektionswellen zu riskieren?"

    Das Problem an Wuhan ist zum einen, dass es dort seht viele Opfer gab, die wir für uns nicht wollen, und zum anderen, dass wir nur beschränkte objektive Informationen aus Wuhan und China haben, und zum Dritten, dass das Thema zwar in Wuhan, aber keinesfalls in Rest-China erledigt ist. Da kann noch einiges auf China zu kommen. Wegen der Beschränkungen der Meinungsfreiheit und des Journalismus und wegen der propagandaorientierten offiziellen Informationen in China wissen wir zuwenig über das Gesamtproblem in China, um daraus verlässliche Schlüsse ziehen zu können.

  2. 60.

    Das ist ja auch nicht zu kritisieren, wie Herr Geisel darauf reagiert hat. Nur solange es keine andere Möglichkeit gibt Infektionsquellen und deren Orte bekannt zu machen, hätte man die Besucher testen müssen, und Personalien aufnehmen, bevor sie in alle Himmelsrichtungen verschwinden. Spätestens am nächsten Tag hätte man bei einer Infektion handeln können. So verbreitet sich das Virus und es wird immer nur hinter her gerannt. Wenn es nur an 3 bis 4 Plätzen passiert, dann ist dass doch noch überschaubar. Aber eben mit Arbeit verbunden.

  3. 59.

    Wuhan hat es hinter sich, die eigens wegen der Covid-19-Seuche errichtete Klinik steht nun leer. Sollten wir nicht daraus lernen, anstatt ein ewig langes Auf und Ab der Infektionswellen zu riskieren?

    Warum der Wochenmarkt am Maybachufer ohne Konzept überhaupt wieder öffnen durfte, ist mir vollkommen schleierhaft.

  4. 58.

    Die müssen das in Korea und Asien so machen, wegen "Grundgesetz"! Außerdem ist das Kapital auch anders verteilt, dem zufolge auch die Machtverhältnisse. Da streikt man auch nicht, viele hatten sich damals bei Foxconn in den Werkshallen erhängt, weil die Stückzahl an Mainboards nicht mehr zu schaffen war. Im Grunde genommen herrscht da schon eine völlig andere Ordnung. Aus der Türkei hört man auch nichts mehr, hat Erdogan wieder Nachrichtensperre verhängt? So Sachen eben.

  5. 57.

    leo, Samstag, 25.04.2020 | 22:17 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 25.04.2020 um 17:08
    "Es geht nicht in erster Linie um Corona-Tote. Es geht darum, dass ohne Einschränkungen wir italienische und New Yorker Verhältnisse hätten! " ?????
    also geht es doch um die Corona-Toten"

    Ich präzisiere: Es geht nicht nur um die direkten Corona-Toten, die an der Corona-Infektion sterben. Sondern es geht auch um die indirekten Corona-Toten, die zwar nicht an einer Corona-Infektion sterben, dafür aber am Zusammenbruch des Gesundheitssystems, wie z.B. die anderen Kranken und Unfallopfer, die daran sterben, dass es für sie keine Intensivbetten und keine Beatmungsgeräte gibt und die Schwerkranken, deren Operationen verschoben werden müssen und die das nicht überleben. Und es geht auch um die Kranken, die zwar nicht versterben, aber unter den Folgen nichtoptimaler Behandlungen - teils lebenslang - werden leiden müssen.

  6. 56.

    Bevor man etwas schreibt, nur um etwas zu schreiben, bitte mal das Gehirn benutzen.

    Natürlich geht es letztendlich darum, unnötige Sterbefälle zu vermeiden - allerdings zog der Kommentar, um den es der Kommentatorin ging, die Sterberate auf geschmacklose Weise ins Lächerliche, ohne den Hintergrund der bei uns geringen Sterberate zu würdigen.

    Wie war das noch: Mann, der Corona für ein Märchen hielt, starb letzte Woche an Corona...

  7. 55.

    " Die Menschen hätten sich nicht an die geltenden Abstandsregeln gehalten, das ist bei einer Überfüllung eines Wochenmarktes auch nicht möglich . Geht njur mit : Eingang hier - Ausgang dort und mit kontrollen, machen andere länder auch so. Manche sind eben kreativer

  8. 54.

    " Es geht nicht in erster Linie um Corona-Tote. Es geht darum, dass ohne Einschränkungen wir italienische und New Yorker Verhältnisse hätten! " ?????

    also geht es doch um die Corona-Toten

  9. 53.

    " Guckt nach Südkorea und Asien so wird es gemacht "

    und speziell nach Taiwan, das der Leuchtturm in der Pandemiekrise ist , warum ? im Internet nachlesen

  10. 52.

    klare Kante der Bundesländer gibt es leider in Deutschland nicht, denkst Du? Hier gibt es so gar ein Duell, wer der King of Pandemie wird, der wird auch Kanzler. Armin Laschet und Markus Söder laufen sich die Absätze schief, für den besten Lockdown ever. Am Ende ist das unser Herr Müller, und der will kein Kanzler werden. Das ist so spannend wie nie. Von daher, legt euch zurück und genießt das Rennen einfach. Schlimmer wird es danach so oder so!

  11. 51.

    Wenn die Spaßgesellschaft es noch ein oder zwei Monate geschafft hätte mit Einschränkungen klar zu kommen. Hilfe man ist jetzt mal ein Monat eingeschränkt, wenn man das nicht mit seiner Psyche verkraftet, hat man schlimmere Probleme.

    Guckt nach Südkorea und Asien so wird es gemacht, aber gesellschaftliches zusammenhalten bzw. klare Kante der Bundesländer gibt es leider in Deutschland nicht und so wird die Pandamie für unbegrenzte Zeit wieder auf höherem Niveau weitergehen.

  12. 50.

    Kann man jetzt sehen wie man will. Sollten die Zahlen nach diesen Orgien wirklich nicht so in die Höhe gehen wie viele vermuten, dann ist das für alle ein Segen. In 14 Tagen muss sich niemand mehr rauf oder runter ziehen lassen, da gibt es schwarz auf weiß!
    Was allerdings nicht korrekt ist, das Gastro die draußen servieren, mit Abstand und Hygiene-Regeln nichts machen dürfen. Ich bin davon überzeugt, das würde kultivierter abgehen wie auf den Versammlungen die jetzt so geduldet stattfinden. Schade, obwohl ich nicht betroffen bin.

  13. 49.

    Na dann wollen wir mal hoffen, im Interesse aller, das niemand aus ihrer Spaßgesellschaft unbewußt andere infiziert hat. Das könnte dann eine Kettenreaktion auslösen und vielleicht in einer Trauergemeinde enden.
    Übrigens: den Bierlaster können sie verhindern indem sie im Straßenverkehr die Augen offenhalten, das Virus können sie nicht kommen sehen.
    Und zu den sozialen und psychischen Folgen: wie haben eigentlich Menschen früher ohne TV, Skype, Internet, Telefon, Whatsapp und Twitter eine Pandemie überlebt? Einige dauerten Jahre........

  14. 48.

    Fortsetzung:

    Es geht nicht in erster Linie um Corona-Tote. Es geht darum, dass ohne Einschränkungen wir italienische und New Yorker Verhältnisse hätten! Denn dann würde das Gesundheitssystem zusammenbrechen, weil es zu wenig Intensivbetten, zuwenig Beatmungsgeräte und zuwenig Schutzkleidung gäbe! Und dann würden auch mehr Menschen an anderen Krankheiten oder Unfällen sterben, weil sie kein Intensivbett, kein Beatmungsgerät und keine optimale Behandlung bekommen können! Wollen Sie wirklich diese italienischen und New Yorker Verhältnisse? Sind unsere Einschränkungen wirklich schlimmer als die Alternative eines zusammengebrochenen Gesundheitssystems? Ist es in Italien und New York zur Zeit wirklich lebenswerter als in Deutschland?

  15. 47.

    Luna:
    "Das Gesundheitssystem kollabiert aber nicht! Die Infektionszahlen sind rückläufig, die Ziele wurden diesbezüglich erreicht, die Intensivbetten sind leer. Wozu also noch diese unverhältnissmäßige Härte der Maßnahmen?"

    Damit es so bleibt und nicht so wird wie in Italien und New York!

    Luna:
    "Aber hauptsache die Menschen sterben nicht an Corona, ist doch egal ob sie das Leben dann noch lebenswert finden.
    Überhaupt, uiuiui, 0,5% Todesrate - ich hab ein höheres Risiko jeden Tag von nem tschechischen Bierlaster überfahren zu werden! *eyeroll* Dann dürfte man überhaupt NIE das Haus verlassen (und selbst häusliche Unfälle mit tödlichen Ausgang sind noch wahrscheinlicher als an Covid-19 zu krepieren.) Es ist lächerlich!"

    Lächerlich ist allein Ihre Denke, denn Sie haben das Problem immer noch nicht verstanden. Es geht nicht in erster Linie um Corona-Tote. Es geht darum, dass ohne Einschränkungen wir italienische und New Yorker Verhältnisse hätten!

  16. 46.

    Das Gesundheitssystem kollabiert aber nicht! Die Infektionszahlen sind rückläufig, die Ziele wurden diesbezüglich erreicht, die Intensivbetten sind leer. Wozu also noch diese unverhältnissmäßige Härte der Maßnahmen? Genau deshalb halten sich die Leute doch immer weniger an die Regeln.

    Und "Spaßguerillas" eine Frechheit ist das, danke!
    Es geht darum dass man die sozialen und psychischen Folgen einer monatelangen Kontaktsperre einfach nicht rechtfertigen kann! Aber hauptsache die Menschen sterben nicht an Corona, ist doch egal ob sie das Leben dann noch lebenswert finden.
    Überhaupt, uiuiui, 0,5% Todesrate - ich hab ein höheres Risiko jeden Tag von nem tschechischen Bierlaster überfahren zu werden! *eyeroll* Dann dürfte man überhaupt NIE das Haus verlassen (und selbst häusliche Unfälle mit tödlichen Ausgang sind noch wahrscheinlicher als an Covid-19 zu krepieren.) Es ist lächerlich!

  17. 45.

    Wenn das Gesundheitswesen kollabiert ist und vielleicht auch einige Ihrer Spaßgesellschaft krank oder sogar gestorben sind, dann werden auch die Spaßguerillas den Ernst der Lage begreifen.

  18. 44.

    Ach, an der Spree Richtung Oberbaumbrücke sah es gestern so aus als gäbe es Corona gar nicht. Viele größere Gruppen von jungen Leuten, grillen, trinken, feiern, ausgelassen und fröhlich - es war herrlich.
    Genau das selbe wie beim Wochenmarkt: Die (jungen) Menschen haben es satt!
    Es wird Sommer, mit jedem Grad mehr Wärme wird es überall voller sein. Wie lange soll man denn noch darauf verzichten seine Freunde zu sehen? Viele wägen da jetzt ab, und entscheiden sich für die für ihre Psyche verträglichere Variante. Ich kann es Ihnen nicht verübeln, das Social Distancing wurde schon so lange betrieben - es reicht!

    Dazu noch die unsägliche Maskenpflicht, das wird bei Vielen das Glas zum überlaufen bringen, und es wird noch mehr "rebelliert" werden.

  19. 43.

    Wenn die Zahlen wieder steigen werden die nächsten Einschränkungen wesentlich härter sein. Dann hat die Mehrheit der Bevölkerung nen sch.... Sommer bei 30° in der Bude vor sich weil die Spaßgesellschaft jetzt denkt sie sei unbesiegbar......ist sie aber nicht!
    Aber was will man erwarten wo Disziplin und Solidarität schon seit Jahrzehnten immer mehr abgebaut wurden.

  20. 42.

    Der größte Schwachsinn an der ganzen Handhabung ist, diese Menschenansammlung einfach aufzulösen, ohne überhaupt zu begreifen dass da gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen wurde. Warum wurden da nicht stichprobenartig Abstriche gemacht, Personalien aufgenommen. Die Verantwortlichen haben ja noch weniger begriffen wie die, die nichts begreifen wollen. Ich dachte die WHO hat eine Pandemie-Warnung ausgesprochen. Die tun ja so als würde es sich um eine harmlose Verlausung handeln. Wer sowas zulässt ist seines Amtes nicht mehr würdig!

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