Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin von Berlin (Quelle: dpa/Carsten Koall)
Bild: dpa/Carsten Koall

Berliner Prüfungsdatum bleibt - Scheeres wirbt im Abiturstreit um Verständnis bei Schülern

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Im Streit um die nach Ostern anstehenden Abiturprüfungen hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres beim Landesschülerausschuss um Verständnis geworben. Berlin könne die Prüfungen trotz Corona-Krise nicht im Alleingang absagen, weil dann ein Berliner Abitur in anderen Bundesländern nicht anerkannt werde, heißt es in einem Schreiben der SPD-Politikerin, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das zwischen den Ländern in der Kultusministerkonferenz verabredete bundesweit einheitliche Vorgehen sei "unerlässlich".

"Ich bin mir bewusst, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht nur in Berlin ihren Prüfungen in diesem Jahr und unter den aktuellen Umständen mit Sorge entgegensehen", so Scheeres. "Deshalb ist es mir wichtig: Wir räumen dem Schutz Ihrer Gesundheit und der des pädagogischen Personals bei der Organisation der Prüfungen Priorität ein." Es werde umfangreiche Maßnahmen geben, um Hygiene und Kontaktminimierung abzusichern. Schülern aus Risikogruppen würden individuelle Lösungen und Termine für die Prüfungen angeboten.

Protestaktion von Berliner Schülern

Zuletzt mehrten sich Wortmeldungen von Abiturienten und anderen Prüflingen, die vor der Durchführung der Examen inmitten der Corona-Pandemie warnten und für eine Absage plädierten.

Der Schülerausschuss initiierte verschiedene, zunächst virtuelle Protestaktionen. Ausschusssprecher Miguel Góngora nannte das Vorgehen von Scheeres am Donnerstag eine "Katastrophe". Eine Umfrage unter mehreren Tausend Schülern habe ergeben, dass drei Viertel der Prüflinge mit der aktuellen Situation unzufrieden seien und sich mehr als 80 Prozent schlecht oder sehr schlecht auf die Prüfungen vorbereitet fühlten. "Wir werden weiter gegen diese Entscheidung vorgehen", so Góngora.

Sendung: Inforadio, 09.04.2020, 18:00 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Mit äußerst großer Sturheit verweigert sich das Bildungssystem im Allgemeinen anzuerkennen, dass es zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie das Zünglein an der Waage ist. Nach Einschätzung des Kanzleramtsministers Helge Braun, der selbst Intensivmediziner ist, steht uns der Höhepunkt der Covid-19-Pandemie noch bevor. Die Bevölkerung soll sich auf den schwierigsten Teil der Krise vorbereiten, mahnte der Mediziner und Politiker an.

  2. 10.

    Hallo, Tante Käthe, das klingt sehr überzeugend und wohl durchdacht. Wie ist es denn mit dem auch von Ihnen angebrachten Abstand gemeint? Müssen die Tische einen Abstand von 4 Metern haben, damit der Gang dazwischen für den Weg zur Toilette genutzt werden kann? Und ist demzufolge klar, dass die anderen Schüler und Schülerinnen bis zu den Sommerferien nicht in die Schule gehen werden?

  3. 9.

    Wieso werden die Prüfungen nicht online angeboten? Einfach Laptops verschicken oder andere pssende technische Geräte, ... ;) Wir machen doch jetzt auch fast alles mögliche mit Rechnern und Telefonen, um Kontakte zu vermeiden. Notfalls gehts auch mit multiple choice (äh, so was zum Ankreuzen) :)
    Oder noch einfacher die bisherigen Noten nutzen - wäre möglich.
    @rbb Wie weit weichen die Prüfngsnoten statistisch von den bisherigen Noten in den Prüfungsfächern ab? Um wieviel Prozent Genauigkeit geht es bei den Abiturnoten (oder doch nur ums Prinzip?!) v.s. potentiell krank, schwer krank oder tot sein.

  4. 8.

    Bitte keinen Alleingang in Sachen Abitur! Berlin macht sich sonst schon wieder lächerlich.
    Hier jammern die Schülerinnen und Schüler auf hohem Niveau. Sie bereiten sich vier Semester lang auf das Abi vor. Nun stehen die Abschlussprüfungen an, die zum Teil zentrale Prüfungen sind. Es gibt festgelegte Themenschwerpunkte, auf die sich die Lernenden und angehenden Erwachsenen vorbereitet haben sollten. Und dazu reicht es nicht aus, erst in den Osterferien mit dem Lernen anzufangen.
    In den Schulen sind an den Prüfungstagen nur die Abiturienten und Abiturientinnen sowie das Aufsichtspersonal vor Ort. Ich kenne keine Schule, die nicht ausreichend Räume zur Verfügung hat, um die Abstandsregelungen einzuhalten. Gerade in Berlin kommt man prima mit dem Rad überall hin und es gibt auch sicherlich genug Elterntaxis, die den Nachwuchs zur Schule fahren können, ganz zu schweigen von den selbst fahrenden Kfz-Nutzern unter den Abiturienten.
    Also bitte mal gelassener mit dem Thema umgehen!

  5. 7.

    Egal ob mit oder ohne Prüfung, Abitur ist schon seit Jahren keine Qualitätsaussage mehr.

  6. 6.

    Hanna Renata Laurien vergessen?
    Wie Frau Scheeres richtig gesagt hat,der Beschluss der Kultusministerkonferenz ist auch für Berlin bindend. ich fände es auch besser wenn die Abiturprüfungen verschoben würden.

  7. 5.

    Man sollte auch nicht die MSA Prüflinge vergessen, das sind alle Zehntklässler in Berlin. Sollen die sich den fehlenden Unterrichtsstoff allein erarbeiten? Brauchen die auch keine „echten“ Lehrer mehr? Diese Prüflinge sind ebenfalls im Mai alle unterwegs.

  8. 4.

    Die Prüflinge werden zu Versuchskaninchen, was die Lockerung der Maßnahmen anbelangt.

    Schwierig und für viele wahrscheinlich unmöglich, unter solchen Bedingungen die theoretisch bestmöglichen Leistungen zu erbringen. Die diesjährigen Abschlüsse sind daher nicht vergleichbar mit denen der letzten Jahre.

    Nur weil die anderen Bundesländer dafür gestimmt haben, muss man nicht automatisch auch dafür sein. Bildung ist Ländersache. Ich finde es bedenklich, da jetzt plötzlich während der aktuellen Krise eine Bundesangelegenheit daraus zu machen.

  9. 3.

    Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und erst recht „Verabredungen“ sind von Menschen gemacht und von Menschen veränderbar - immer und jederzeit.
    Die „Argumentation“ der BILDUNGSsenatorin ist schwach: bundesweite Anerkennung eines Schulabschlusses vor Gesundheit und Leben meines Sohnes? 16 Männer und Frauen (befristete, politische Beamte) mit deren Beamtenstäben entscheiden darüber, dass ich mein Kind einem Risiko für Leib und Leben auszusetzen habe? Als erziehungsverpflichtete Mutter habe ich keine Chance und werde mit dem Hinweis erpresst, ich wolle doch auch, dass die letzten 13 Schuljahre meines Sohnes nicht umsonst waren und der Abschluss auch in Bayern anerkannt wird? Mir ist übel.

  10. 2.

    Was ein Irrsinn!
    Ich bin auf der Seite der Abiturienten. Da spricht der Staat ein Kontaktverbot aus, man darf sich mit nicht mehr als einer befreundeten Person treffen, aber zur Prüfung kann/muss man gehen. Wie soll der Schutz denn gehen? Es ist ja nicht nur das Sitzen im Prüfungsraum, wo ja sowieso Abstand bestehen sollte, die Schüler müssen ja auch erstmal zur Schule (überfüllte Busse) und in die Klassenräume kommen! Wie soll das bei den Klassengrößen heutzutage reibungslos funktionieren?

  11. 1.

    Man kann wählen wen man will, den Bildungssenator stellt die SPD in Berlin. Die Lage an den Schulen ist dementsprechend hoffnungslos aber nicht ernst. Verwaltungsreform jetzt!

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