Müller bekräftigt - Abitur-Prüfungen sollen nach den Osterferien stattfinden

Zwei junge Frauen gehen am 26.03.2020 zum Eingang einer Schule um ihre Abiturprüfung abzulegen (Bild: dpa/Uwe Zucchi)
Bild: dpa/Uwe Zucchi

In Brandenburg wollen Schüler- und Elternvertreter das Abi nach Ostern durchziehen, aber in Berlin wollen die Schülervertreter das Abi verschieben - seit Wochen streiten sie sich mit Berlins Regierung. Der Regierende Bürgermeister hat sich jetzt noch einmal klar geäußert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat das Ziel bekräftigt, nach den Osterferien Abitur- und andere Prüfungen stattfinden zu lassen - trotz Bedenken aus der Schülerschaft. "Das muss man jetzt auch wirklich umsetzen", sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im rbb. "Die, die sich in einem Übergang befinden von der Grund- in die Oberschule, die das MSA schreiben wollen, die das Abitur schreiben wollen, die müssen die Chance dazu haben."

Bundesweit sei hier ein einheitliches Vorgehen nötig. In einigen Länder hätten die ersten Schüler schon Prüfungen geschrieben. "Wir wollen das bei uns auch gewährleisten", so Müller. "Aber natürlich mit Regeln und entsprechenden Hygienemaßnahmen."

Zudem machte der Regierungschef deutlich, dass auch flexible Lösungen möglich sein müssen - etwa unterschiedliche Termine für die schriftlichen Prüfungen.

Landesschülerausschuss fordert ein Abitur ohne Abschlussprüfungen

In Berlin, wo die Schulen wie anderswo in Deutschland seit Wochen geschlossen sind, macht der Landesschülerausschuss gegen die Abiturprüfungen Front. Er fordert ein Abi ohne Abschlusstests. Viele Schüler seien in der Corona-Krise verunsichert und könnten nicht richtig lernen. Etliche hätten auch gesundheitliche Bedenken.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte zuletzt unterstrichen, dass Berlin die Prüfungen nicht im Alleingang absagen könne. Es gehe darum, die allgemeine Anerkennung des Abiturs sicherzustellen.

Brandenburger Schüler- und Elternvertreter sprechen sich für Abiturprüfungen aus

Schüler- und Elternvertreter in Brandenburg sind für reguläre Abiturprüfungen. Im Landeselternrat sei man der Meinung dass es sinnvoll sei, die Prüfungen durchzuführen, sagte Sprecher René Mertens: Niemand könne auschließen, dass sich Schülerinnen und Schüler an Universitäten in anderen Bundesländern bewerben. "Dann heißt es vielleicht unter Umständen: Ihr habt ja nur ein Corona-Abi aus Brandenburg. Und das möchten wir einfach nicht."

In Brandenburg sollen ab Montag die esten Abiturprüfungen geschrieben werden.

Sendung: Abendschau, 14.04.2020, 19:30 Uhr

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43 Kommentare

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  1. 43.

    Vielleicht sollte Herr Müller auch endlich mal sein Abitur nachmachen und dann bitte unter diesen Bedingungen!

  2. 42.

    Also poplig finde ich die Abiprüfungen nicht, aber der Junge (braun)scheint überfordert, wenn er nicht weiß das die 5. Pk keine Lf sind und die schon am 25.03. stattgefunden hätten und er seine Abizulassung am 24.03 bekommen hat und somit aus der Schule entlassen wurde und ihm nur eine Woche Unterricht fehlen!

  3. 41.

    Wenn man die 5. Pk die am 25.03. gestartet wären für vereinzelte Lf Abiprüfungen hält, entwertet man schon etwas seine Leistungen! Unsere Tochter wäre da mit gestartet! Der junge Mann hat da irgendwas verschlafen!

  4. 40.

    Ich bin seit 25 Jahren Privatlehrer.

    Euer Jahrgang ist priviligiert wie kein anderer. Ihr hattet nochmal über eine Woche mehr Vorbereitugnszeit, in der ohnehin kein neuer Stoff mehr besprochen worden wäre. Es gab also kein Unterrichtsmaterial mehr, was man Euch hätte zukommen lassen müssen, jeder Lehrer war mit dem Stoff des Rahmenplans längst durch.
    Wechselnde Prüfungstermine gab es genau einmal und seitdem wird an dem Kurs festgehalten. Wenn Deine Klassenkammeraden sich schlecht vorbereitet fühlen, dann vermutlich weil sie viel zu spät mit dem Lernen begonnen haben.
    Im Übrigen ist ein Abitur durchaus eine (verhältnismäßig) popelige Prüfung. Komm an die Uni und schreib da Deine erste Klausur. Du wirst nie wieder so wenig für eine Prüfung lernen müssen wie jetzt gerade.

    Ein Abitur gibts nunmal nicht ohne Abschlussklausuren - wo käme man da denn bitte hin? Wenn ihr für eine Verschiebung seid - schön und gut. Aber dann verschiebt sich eben auch der Abschluss.

  5. 39.

    Am 25.03. hätten nicht nur bestimmte Lf angefangen, sondern die 5. PK auch, als Abiturient sollte man das wissen oder gehören die nicht zu Abiprüfungen? Der Fisch scheint wirklich am Kopf anfangen zu stinken! Unsere Tochter wäre dabei gewesen. Ihre Lf Prüfungen wären das nicht gewesen!

  6. 38.

    Ganz richtig, es handelt sich um ein Abitur! Also entwerten Sie doch Ihre Leistungen und Fähigkeiten nicht selbst durch Ihre Forderungen. Wie Sie selbst schreiben, hat Ihr Jahrgang 12 bis 13 Jahre dafür die Schulbank gedrückt. Also warum sollten Sie das jetzt nicht schaffen? Wenn Sie im Verhältnis zu all den Jahren des Lernens mit den paar Wochen argumentieren, ziehen Sie Ihre eigenen Leistungen der letzten Jahre in Zweifel. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das den Gegebenheiten entsprechen soll.

  7. 37.

    Geli: "Meines Wissens nach...", da fängt der Fisch schon an zu stinken!
    Die Zentralprüfungen hätten nach den Osterferien begonnen; ausnahmen sind bestimmte Leistungskurse.
    Als betroffener Schüler unterstütze ich die Forderungen vom Berliner Schülerausschuss.
    Es ist eine Zumutung, wir wurden sporadisch per Mail mit Unterrichtsmaterial versorgt.
    Es gab ständig sich wechselnde Prüfungstermine. Im regen Austausch mit meinen Klassenkameraden ging hervor, dass keiner sich ausreichend vorbereitet fühlt. Und ich bezweifle ernsthaft, dass ein Mediziner oder Pharmazeut sich täglich über die verschiedenen allgemeinbildenden Fächer prüfen lassen muss, oder ob "nur" die entsprechende Fachkompetenz erbringen muss. Wir reden hier nicht von einer popeligen Prüfung, sondern um das Abitur für welches viele von uns 12-13 Jahre die Schulbank gedrückt haben und ggf. kommende Woche in den verschiedensten Kernfächern Glanzleistung erbringen sollen.

  8. 36.

    Unsere Tochter hat Nina L Hilfe angeboten, sie wartet auch auf die Abiprüfungen, lebt seit 14 Jahren mit einem Streukrebsvater der vor kurzem Chemo und Bestrahlungsblöcke hinter sich gebracht hat , sie muss sich nur melden!

  9. 35.

    In Berlin wurden die Schulen am 17.03. geschlossen und Abiturbeginn wäre der 25.03. gewesen , ab dann wären die Schüler sich selbst überlassen gewesen , auf den Startseiten der Gymnasien stehen Infos wie man sich ohne Unterricht beschäftigen kann und es gibt kaum so arme Schüler die ohne Handy rumlaufen, denn die haben damit schon vorher gelernt und sich mit ihren Freunden verkoppelt!

  10. 34.

    So allmählich muss man sich fragen, was mit den Abiturienten los ist? Seit wann sind die Schulen geschlossen? Seit 16.03., wann sollten die Prüfungen regulär beginnen, meines Wissens nach die ersten schon vor den Osterferien. Osterferien beginnen in Berlin am 06.04. und enden zum 19.04..... welcher Lehrstoff bitteschön wurde den Abiturienten zwischen dem 16.03. und Anfang April (das sind gerade mal 2 -zwei- Wochen)nicht vermittelt,der ihnen jetzt in den Prüfungen fehlen soll? Ich kann es nicht einfach nicht glauben, der Rest der fehlenden Zeit waren doch Ferien. In wenigen Jahren wollen genau diese Abiturienten in ausgewählten Berufen arbeiten, vielleicht als Mediziner, Pharmazeuten oder in anderen entsprechenden Berufen. Das sind Berufe in denen gerade jetzt viele Menschen ihren Mann/ihre Frau stehen und tagtäglich arbeiten gehen. Wollen die jetzigen Abiturienten dann in ähnlicher Situation auch sagen, dass sei nicht der richtige Zeitpunkt, um irgendetwas zu tun.

  11. 33.

    Zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn bzw. Beginn des Studiums wird weiterhin unverändert Kindergeld bezahlt. Notfalls können die jungen Damen und Herren sich sogar arbeitssuchend melden und erhalten Hartz IV. Wo hier das soziale Netz wegfallen soll, müssten Sie schon mal erläutern. Es stimmt nämlich nicht.

  12. 32.

    Das mag sein, ich habe in Brandenburg geschrieben, nicht in Berlin. Hier sind die Schulen doch zu einem großen Teil in einem anderen Zustand. Aber Zukunftsängste und Existenzsorgen gab es auch damals genug und wird es immer geben. Und die haben gerade derzeit dann auch alle deutschlandweit und zwar nicht nur die Familien der Abiturienten, sondern alle, die derzeit vor einer wie auch immer gearteten Prüfung stehen. Aber deshalb einen Abschluss wie das Abitur ohne Prüfung einzufordern, halte ich doch für sehr realitätsfern. Das würde die Arbeit des gesamten Jahrgangs völlig entwerten und eigentlich auch die grundsätzliche Bedeutung des Abiturs als höchsten Schulabschluss, zumindest in Berlin. Und das insbesondere, wenn sich alle anderen ihren Prüfungen stellen - vom Azubi bis zum Abiturienten anderer Bundesländer. Also warum genau sollten gerade die Berliner Jugendlichen das nicht schaffen? Die jungen Leute sind doch weder dümmer noch schwächer als andere.

  13. 31.

    Es wird gefordert, dass es Lockerungen geben soll, Kitas und Schulen wieder öffnen... Da frag ich mich, wo dann derzeit das Problem bei den Prüfungen ist????

  14. 30.

    Wieder ein Sammelsurium an Scheinargumenten. Keines war jedoch dabei, welches ein Absagen von Abiturprüfungen rechtfertigen würde. Im übrigen ist es immer schön, wenn man an der Sprache schon erkennt, aus welcher politischen Ecke jemand kommt. Zum Glück denken nicht alle Schüler so.

  15. 29.

    Da fehlt wohl die entsprechende Reife (Tina Burg). Über Dinge in die Welt zu bringen, von denen man keine Ahnung hat, finde ich erbärmlich. Was hat die heutige Situation mit der DDR zu tun - es ist Corona. Sie müssen das Abi nicht machen.

  16. 28.

    So weit ich weiß, haben die Abiturienten die Schule ganz allein für sich. Da kann jeder ein eigenes Zimmer haben. Aber vielleicht ist das das Problem.

  17. 27.

    Das Problem ist dass das vllt. an Ihrer Schule so war. Die hygienischen Zustände sind Landesweit in so einen schlechtem Zustand. Das Argument "die Schüler könnten sich unter Corona nicht vorbereiten", vertrete ich auf jeden Fall. Viele Kinder bzw. Schüler*innen haben zu so einer Zeit Angst um ihre Mitmenschen und vor allem um Ihre Familie. Es gibt genug Familien die zurzeit Existenzängste habe, zum Beispiel wenn die Eltern selbständig sind. Da fällt es einfach einem schwer sich auf das Abitur zu konzentrieren. Die Schulen wurden mehrere Wochen vor dem Prüfungsbeginn geschlossen. Genau in diesen Wochen musste der Schulstoff nochmal wiederholt werden und gefestigt werden. Online-Unterricht ist das keine Option. Der Unterricht kommt da eher schleppend voran. Die Schüler*innen werden mit einem Haufen von E-Mails bombardiert. Bei Problemen oder Fragen kann man dann lange auf eine Antwort warten, weil die Lehrer*innen nicht nur ein einzelnes Kind unterrichten.
    MfG Daniel Glushchenko

  18. 26.

    @Nina L.: Danke für deinen Mut, hier offen deine Angst einzugestehen!
    Ich bin mir sicher, dass in diesem Jahr die Nachprüfungen nicht schwerer sein werden als die regulären.
    Lass dich bitte nicht von den zum Teil kaltherzigen Kommentaren unter Druck setzen. Das wird schon alles werden! :-)

    Ich bin auch direkt vor meinen Prüfungen (bin schon ein paar Jahre älter und mache eine berufliche Umschulung) und in meiner Klasse sind es viele, die derzeit überhaupt nicht den Kopf zum Lernen frei bekommen, selbst die "Streber".
    Wir werden einfach unser bestes geben, was unter den derzeitigen Umständen möglich ist, OK?!

  19. 25.

    Mir scheint, hier wird jedes Scheinargument herangezogen, um nur ja ein Abitur ohne Prüfung zu bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass viele Berliner Schüler sich nicht von ihrer angeblichen Vertretung vertreten fühlen. Mit genug Abstand sollten die Prüfungen kein Problem sein. Zur Not stellt man die Tische eben im Olympiastadion oder auf dem Maifeld auf.

  20. 24.

    Also ich kann diese Argumentation, die Schüler könnten sich unter Corona nicht vorbereiten, nicht ganz nachvollziehen. In einem normalen Jahr hätte Berlin doch schon längst geschrieben, oder nicht? Heißt, die Vorbereitung sollte ja bestenfalls schon längst abgeschlossen sein. Auch solche Argumente und Fragestellungen, wie die Toiletten- und Abstandsregeln einzuhalten sein sollen, erschließen sich mir nicht. Als ich mein Abitur geschrieben habe, hatten wir alle locker 1,5 m Abstand zueinander und aufs Klo durften wir ohnehin nur einzeln inklusive Toilettenaufsicht. Und das ganz ohne Corona, sondern allein aus dem
    Grund, daß die Möglichkeiten des Spickens und sich Austauschens entfallen. Gut, das war 1999. Vielleicht ist das ja heute alles nicht mehr möglich.

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