19.03.2020, Brandenburg, Frankfurt (Oder): Zahnputzbecher mit Namen von Kindern im Bad des Kindergartens Regenbogen. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Inforadio | 07.05.2020 | Interview Woidke | Bild: dpa/Pleul

Fragen und Antworten - Das sind die Pläne für die Kita-Betreuung in Brandenburg

Aufatmen für Brandenburger Eltern: Ab dem 15. Juni sind die Kitas wieder regulär geöffnet. Auch die Abstandsregeln fallen weg. Doch andere Hygiene-Regeln bleiben bestehen.

Was bedeutet der Kita-Normalbetrieb für Kinder, Eltern und Erzieher? 

Ab 15. Juni fallen alle Regelungen zur Kita-Notbetreuung weg, so zum Beispiel die Bevorzugung von Kindern systemrelevanter Eltern. Auch ein Abstand von 1,5 Meter ist damit nicht mehr verbindlich. Die täglichen Erklärungen zur Symptomfreiheit entfallen ebenfalls. Um mit diesen Lockerungen die Kinder zu betreuen, sind die Einrichtungen verpflichtet, Hygienepläne aufzustellen. Eine Empfehlung findet sich auf der Seite des Landes Brandenburg

Was gilt ab dem 15. Juni an Hygiene-Regeln in den Kita-Einrichtungen?

Weiterhin wird vermehrtes Händewaschen mit Wasser und Seife nach Empfehlungen des Robert-Koch-Institut empfohlen. Der Träger ist verpflichtet, Desinfektions- und Reinigungsmittel zur Verfügung zu stellen. 

Einmal täglich müssen Kontaktflächen wie Türklinken, Tischoberflächen, Fenstergriffe und Fußböden desinfiziert werden. Mit den Kindern soll altersgemäß geübt werden, die Hygieneregeln einzuhalten, indem zum Beispiel das richtige Händewaschen sowie Husten und Niesen in den Ellbogen beigebracht werden soll. 

Nicht notwendig ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie von Schutzkleidung. 

Wie werden die Kindergruppen organisiert?

Um Infektionsketten zurückverfolgen zu können, soll dokumentiert werden, welches Kind zu welcher Zeit in welcher Gruppe war. Es gibt keinen Richtwert für die Gruppengrößen, es wird jedoch empfohlen, die Gruppen konstant zu halten. Damit könne eine "infektionsrelevante Durchmischung" vermieden und eine mögliche Nachverfolgung von Kontaktpersonen vereinfacht werden. Auch die Räume sollen nach Gruppen fest eingeteilt werden.

Ebenfalls soll darauf geachtet werden, Spielzeug nicht wechselseitig zu benutzen und Bettzeug personengebunden für jedes Kind getrennt aufzubewahren.

Worauf müssen Eltern bzw. Erziehungsberechtigte achten?

Elterngruppen und Erzieher sollen so wenig wie möglich aufeinandertreffen. Deshalb wird empfohlen, einen Zeitplan zu entwickeln, damit Kontaktpersonen ihre Kinder einzeln, gestaffelt abholen, sodass anderen Bringern und Abholern nicht begegnet wird. 

Auch bei leichten Symptomen einer Erkältung sollten Kinder lieber nicht in die Kindertagesstätte gebracht werden. 

Worauf müssen Erzieherinnen und Erzieher achten?

Ebenfalls gilt: Bei ersten, auch nur leichten Symptomen einer Erkältung sollen Beschäftigte nicht in die Kindertageseinrichtung kommen. Das Land Brandenburg empfiehlt, sich schnellstmöglich an Hausarzt, ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das zuständige Gesundheitsamt zu wenden. 

Sendung: Inforadio, 06.05.2020, 21 Uhr

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Antwort auf [EineAusBrandendenburg] vom 13.05.2020 um 15:11
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62 Kommentare

  1. 62.

    "Bei ersten, auch nur leichten Symptomen einer Erkältung sollen Beschäftigte nicht in die Kindertageseinrichtung kommen."

    Da hat einer noch nie in einer Kita gearbeitet. Wenn ich wegen jedem Schnupfen oder Kratzen im Hals zuhause bleibe (und meine Kollegen ebenso), dann könnte die Kita gleich zumachen. Aber es ist ja wie in der ganzen "Empfehlung": sollen, müssten, können... Da hält sich eh kein Träger dran!

  2. 61.

    Bei uns können alle Kinder seit Anfang Juni wieder täglich die Kita besuchen laut ihrem Betreuungsvertrag. Nur die Öffnungszeiten sind etwas geändert.
    Abstand halten in der Krippe!? WITZIG Die Politiker wissen nicht wovon sie sprechen.
    Auch Personal, die zur Risikogruppe gehören, müssen wieder arbeiten.

  3. 60.

    In welche KiTa gehst du denn?

    Ich kann verstehen, dass die KiTa erstmal versucht die Beiträge zu bekommen/behalten. Aber ich glaube nicht, dass sie damit durchkommen wird wenn sich ein Gericht damit beschäftigt.

  4. 59.

    Hier aus einem RBB Artikel:  "Für Kinder, die die Kita bisher nicht besucht haben und die ab der kommenden Woche wieder betreut werden, müssen Eltern für Juni keine Kitabeiträge zahlen", teilte das Bildungsministerium mit.

  5. 57.

    Die gesetzlichen Empfehlungen widersprechen den tatsächlichen Gegebenheiten. Mein Sohn ist 6 und "darf" seit Wochen seinen Freunden vor dem Zaun der Kita beim spielen zusehen. Jeder schiebt den schwarzen Peter dem anderen zu und die Leidtragenden sind unsere Kinder. Die Flexibilität der Kita läuft eher im max. Notfallmodus. Man könnte mit den Gr0ßen Vorschulkindern ja auch mal in den Wald gehen oder eine Sporthalle für 2h nutzen. Das ist sicher nicht oft möglich, würde aber die die Situation etwas entzerren.
    Stattdessen haben wir Lokalpolitiker die einfach versagen bei der Lösungssuche. Und leider auch Eltern, die die Notfallbetreuung für sich ausnutzen und keine wahren Angaben machen. Das macht die Verzweiflung noch größer. Auch ich werde bei der nächsten Wahl sicher Konsequenzen aus diesem Versagen ziehen.

  6. 56.

    Und was passiert, wenn man Anspruch auf Notbetreuung hat, aber alle Kitas sind voll??? Doof nur, dass wir jetzt erst den Anspruch haben, da ich bis vor kurzem noch zu Hause war. Nun soll ich im Juni wieder auf Arbeit erscheinen, aber in der Kita ist kein Platz mehr für mein Kind...Was erzähle ich da meinem Chef??
    Ich hoffe doch ganz doll, dass das Verhalten unserer Politiker eine Auswirkung auf das nächste Wahlergebnis haben wird!

  7. 55.

    Ich darf am Montag und Dienstag für 4 Stunden in die Kita. Prima! Meine Eltern sollen dafür den vollen Monatsbeitrag bezahlen. Ist das logisch?? Eine Leistung bezahlen, die nicht erbracht wird? Zumal meine Mutti wegen mir und meinem Bruder (er darf jetzt Mittwoch und Donnerstag in die Schule)nicht zur Arbeit kann.

  8. 54.

    Die "Lockerungen" sind der blanke Hohn. 4 Stunden in der Woche für die, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können, sind kein Lichtblick für die Eltern. Wie sollen diese in den 4 Stunden ihre Arbeitszeit ableisten? Mal abgesehen davon, dass viele Kitas aufgrund der Notbetreuung die Kapazität bereits komplett ausgeschöpft haben. Bei unserer Kita ändert sich von letzter zu dieser Woche nichts, weil sie vorher schon voll war. Wir haben auf 21.000 Einwohner 2 "aktiv" Infizierte in der Gemeinde. Das kann man doch nicht mehr rechtfertigen...

  9. 53.

    Witzig, dass es nur um Frauen geht. Wir arbeiten beide eigentlich 40 Stunden und wir vernachlässigen unser Arbeit im Wechsel. Da meine Frau jetzt wieder gezwungener Maßen präsent sein muss, hab ich als Mann das Problem. Ich würde das nütterfeindich im allgemeinen gegen elternfeindlich austauschen. Ich weiß nur leider keine Lösung. Alle Kinder in die Kita lassen und das Risiko eingehen, dass die Kita zum Hotspot wird, kann es ja auch nicht sein. Und uns haben vorher schon Erziehern gefehlt, wie sollen denn genug Erzieher für alle da, sein wenn wir die Gruppen so klein halten müssen. Wie gesagt, ich habe leider auch keine Idee.

  10. 52.

    Witzig, dass Säuglinge (idR 24 h) immer wieder nicht als Arbeit (idR 9-17 Uhr) angesehen werden. Das kann nur von einem Mann kommen. Und die Einstellung sagt auch viel über unsere familienfeindliche, nein, mütterfeindliche Gesellschaft aus.

    Immer wieder scheinen derzeit die "Hater" zu vergessen, dass man ein Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen. Früher haben sich die Generationen gegenseitig unterstützt, heute sind die Mütter auf sich allein gestellt! Dass ein Lockdown in diesem Ausmaß alle Familien an ihre Grenzen bringt, egal in welcher Konstellation, das ist doch klar!

    Wehrt euch gegen die Kita Schließungen!

  11. 51.

    Es ist eine Frechheit was hier passiert. Den Kinder 4 Stunden pro Woche anzubieten. die bisher schon total isoliert wurden ist einfach total unverständlich. Die Politik versagt hier grenzenlos! Ich bin wütend, verzweifelt und zeige keinerlei Verständnis für die derzeitigen Maßnahmen. Lasst doch alle Kinder in Kita gehen und die Eltern, die es nicht möchten und es sich leisten können, können sie zu Hause betreuen. Ich bin vollzeit beschäftigt mein Tag beginnt seit 10 Wochen um 5 Uhr morgens und endet um 1 Uhr nachts um die Arbeitszeit zu schaffen. Ein dreijähriges Kind benötigt volle Aufmerksamkeit - erst recht, wenn es nur die Eltern hat.

    Alle Befürworter dieser Maßnahmen befinden sich in meinen Augen fern ab jeglicher Realität - entweder, durch ihr Luxusleben (Nanny, Hausfrau/-mann, Notbetreuungsanspruch) oder weil sie selbst keine Kinder haben.

  12. 50.

    Bitte erst mal lesen, auf welchen Kommentar ich geantwortet habe! Da ging es um eine Mutter, die in Elternzeit zu Hause ist und der die Betreuung ihrer zwei Kinder zuviel ist. Und nein, ich bekomme weder Geld vom Amt noch habe ich einen gutverdienenden Mann, sondern gehe selbst Vollzeit arbeiten. Ich bestreite auch in keinster Weise, dass berufstätige Eltern momentan an ihre Grenzen kommen und dringend Hilfe benötigen. Was ich nicht verstehen kann, sind die Hilferufe von Eltern, bei denen ein Elternteil in Elternzeit ist und die auch ihre größeren Kinder selbst betreuen "müssen".

  13. 49.

    Ich verstehe das Argument. Allerdings geht es langsam aber sicher an die Substanz der Kinder. Sie leiden wirklich unter der Situation. Die Zeit ist enorm lang in denen viele Kinder nicht in die Kita dürfen. Den sozialen Kontakt mit anderen Kindern können Eltern leider nicht ersetzen!

  14. 48.

    Nach nun schon guten 9Wochen zu Hause wird es Zeit das sich was ändert. Mit einer 4Jährigen als Einzelkind zu Hause merken wir jetzt, dass die soziale Entwicklung einfach stoppt. Wir als Erwachsene können keine Kinderkontakte ersetzen, die Auseiandersetzungen, das Kräftemessen, ja auch der Umgang zwischen den Kindern können wir unserer Tochter in "Einzelhaft" nicht vermitteln....und wir sind nicht Systemrelevant, scheinen daher nicht mal die Mögleichkeitnauf EINEN Tag in der Woche Normalität zu bekommen....schlimm...für die Kinder!!!!
    Wir geniessen die Stunden mit ihr, aber nicht vergessen, irgendwie muss der Unterhalt auch verdient werden...nebenbei im Home-Office...nichts wird man richtig gerecht, weder dem Kind, noch dem Job in der Zeit.

  15. 47.

    Mir sträuben sich alle Haare zu Berge wenn man so einen Schwachsinn lesen muss. Und wie es eine Doppelbelastung ist die Kinder zu Hause zu betreuen und gleichzeitig zu arbeiten. Ich selbst muss zu Hause arbeiten mit zwei kleinen Kindern zu Hause. Das alles macht man mit für eine gewisse Zeit, aber doch keine mehreren Monate! Schön das Sie da mitreden können bei 5 Kindern, aber da frage ich mich wirklich wer ihre Miete und Ihr Essen bezahlt. Das Amt oder der gutverdienende Vater der Kinder?

  16. 46.

    Lassen Sie Ihren Frust doch da, wo er hingehört. Es gibt ganz klare Richtlinien der Unfallkassen, an welche Richtlinien sich die Kitas halten sollen. Nun passen diese Richtlinien und die Empfehlungen (NICHT ANWEISUNGEN) aus Potsdam und vielen Landratsämtern zusammen.
    Wer übernimmt denn die Verantwortung, wenn 20 Kinder oder mehr auf einmal erkrankt sein sollten oder deren Angehörige? Bisher wird die Verantwortung nach unten delegiert. Klare Anweisung von dort, wo es empfohlen wird, politisch Druck gemacht wird und es ist klar, wer Verantwortung übernimmt. Dazu liest man nahezu nichts.
    Und solange man die Verwaltungen zulässt oder nur mit Terminvergabe öffnet, habe ich diese Schuldzuweisungen und Vorwürfe satt.

  17. 45.

    Es geht übrigens immer noch um das Virus.
    Es ist noch nicht weg, es ist noch nicht wieder Normalität.
    Wir wissen immer noch nichts genaues über die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen. Entsprechende Studien laufen noch, die bisherigen sind nicht eindeutig bzw widersprüchlich.
    Soll das einfach ignoriert werden?
    Augen zu und durch - egal was mit den Kindern und allen Kontaktpersonen passieren wird?

  18. 44.

    Bin alleinerziehende Mutter einer Tochter, die dieses Jahr eingeschult wird. So wie es aussieht, wird meine Tochter ihre Kita nicht mehr von ihnen sehen und darin spielen können mit ihren Freunden, da ich krankheitsbedingt zu Hause und arbeitsunfähig bin. Es ist eine Schweinerei,dass hier in Potsdam/ Brandenburg nicht alle Kinder in die Kita gehen dürfen. In anderen Bundesländern klappt es doch auch. Da wird das Kind bestraft, dafür, dass Mutter krankheitsbedingt nicht arbeiten gehen kann. Die Kinder brauchen auch soziale Kontakte und werden durch diese Regelung isoliert!

  19. 43.

    Macht die Kitas sofort für alle Kinder wieder auf!! Aus eigener Erfahrung kann ich als Oma berichten, dass die Kleinen unter der sozialen Isolierung sehr leiden. Schon jetzt kann ich Änderungen in der Persönlichkeit und des Verhaltens beobachten. Und diese sind nicht gerade positiv. Die schwangere Mutter gibt auf 55 m² Wohnfläche wirklich ihr bestes, um die Kinder zu betreuen. Der Vater ist in Berlin arbeiten und schiebt oft Doppelschichten, da es an Personal fehlt. Und ihr Kita Erzieher hört auf zu jammern, dass ihr zur Risikogruppe gehört, da ihr schon etwas älter seid.

    Ich arbeite selber in einem systemrelevanten Beruf und bin über 60 Jahre alt und gehe jeden Tag zur Arbeit. Mich hat niemand gefragt, ob ich zur Risikogruppe und damit geschützt gehöre. Und vielen anderen Arbeitnehmern geht es ähnlich. In den Kommentaren habe ich die Hetze über Harz 4 Empfänger und ihre abgeschobenen Kinder in die Kita gelesen. Ehrlich, ich sehe diese Kinder lieber in der Kita als zu Hause.

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