Symbolbild: Eine Krankenschwester gibt Daten in einen Krankenhausrechner ein. (Quelle: dpa)
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Intensivregister - Kliniken halten Angaben zu Beatmungsplätzen nicht aktuell

Ein sogenanntes Intensivregister sollte dabei helfen, schwer an Corona Erkrankte und andere Patienten zu den richtigen Krankenhäusern zu leiten. Doch nun zeigt sich, dass einige Kliniken das Register nicht aktuell halten. Von Haluka Maier-Borst

Es sollte in der unübersichtlichen Corona-Krise ein wenig Orientierung geben. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) startete am 17. März ein Online-Register [divi.de] für Beatmungsplätze. Die Idee: Intensivmediziner sollten dadurch in der Lage sein, schnell und unkompliziert herauszufinden, wo schwer an Corona erkrankte Patienten bestmöglich behandelt werden können, wie zum Beispiel das Ärzteblatt [aerzteblatt.de] berichtete. Zahlreiche Nachrichtenseiten nutzen die Angaben dort auch in ihrer Berichterstattung.

Um zwei Wochen veraltete Angaben

Doch nun zeigt sich, dass viele Kliniken das Register wohl nicht aktuell halten.

Am 01. April gab es vier Kliniken in Berlin und drei in Brandenburg, die seit mehr als einer Woche ihre Angaben nicht aktualisiert hatten. So hatte beispielsweise die Anästhesie des Vivantes Klinikum Neukölln noch Angaben vom 18. März bezüglich seiner derzeitigen Kapazitäten im Register. Um zwei Wochen veraltete Angaben. Mitten in der Phase der dynamischen Ausbreitung des Coronavirus, in der sich die Meldungen jeden Tag überschlugen. Ähnliches scheint auch für Dutzende Krankenhäuser in anderen Bundesländern der Fall zu sein. Wo sich ebenfalls noch Einträge für den 18. März finden lassen - dem Tag nach der Verkündung des Projektstarts.

Angaben von mehr als 1.000 Kliniken

Auf Nachfrage räumt die DIVI ein, dass in der Tat bei verschiedenen Kliniken die Meldung nicht regelmäßig erfolge. "Wir haben hier Angaben von mehr als 1.000 Kliniken. Wir können unmöglich nachhaken, wer seine Daten wie aktuell hält", erklärt die Vereinigung auf Anfrage. Man könne nur immer wieder die Krankenhäuser dazu aufrufen, ihre Einträge auf dem neuesten Stand zu halten.

Besonders problematisch ist das wohl auch, weil sich unter den säumigen Meldern zahlreiche Großkrankenhäuser finden, die im Zweifel eine große Last von Corona-Fällen übernehmen müssten. So gehörten zu den Kliniken mit einem Meldeverzug von mehr als einer Woche neben dem Vivantes Klinikum Neukölln auch die Anästhesiologie des Charité-Campus Benjamin Franklin.

Auf Rückfrage hat das Vivantes Klinikum inzwischen seinen Rückstand erklärt: "Die betreffende Station ist aktuell nicht für die Versorgung von Covid-19-Patient*innen vorgesehen. Daher wurden zwischenzeitlich keine Aktualisierungen an das benannte Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin übermittelt. Künftig werden wir die Daten dennoch übermitteln, um eine Gesamtkonsistenz der Informationen herzustellen." Seit Freitag sind die Daten zum Vivantes-Klinikum aktualisiert. Von der Charité fehlt nach wie vor eine Stellungnahme.

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5 Kommentare

  1. 5.

    " Kliniken halten Angaben zu Beatmungsplätzen nicht aktuell "
    könnte das womöglich am Personalmangel liegen ?

  2. 4.

    Digitalisierung scheint dort zu fehlen. So schwer kann es ja nicht sein, ein solches Register automatisiert anzulegen.

  3. 3.

    Es wäre natürlich hilfreich, wenn alle Kliniken mitmachen. Aber auch hier ist es sicher, wie mit der Bevölkerung, es dauert eine Zeit, bis das Verständnis da ist und jeder mitmacht.
    Dass gerade die Charité ihr Aushängeschild nicht unterstützt, macht keinen guten Eindruck.
    Können da Bußgelder helfen?

  4. 2.

    Schick den Trump auf den Mars, dort kann Er sich Freunde machen. Ab sofort alle Waren aus den USA nicht mehr kaufen. 3M ab sofort nicht mehr kaufen, gibt auch andere gute deutsche Hersteller. Jetzt zeigt der Ami sein wahres Gesicht.

  5. 1.

    Schick den Trump auf den Mars, dort kann Er sich Freunde machen. Ab sofort alle Waren aus den USA nicht mehr kaufen. 3M ab sofort nicht mehr kaufen, gibt auch andere gute deutsche Hersteller. Jetzt zeigt der Ami sein wahres Gesicht.

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