Coronatest im Labor (Quelle: dpa/Kleist-Heinrich)
Bild: dpa/Kleist-Heinrich)

Bilanz nach einem Monat - Berlin führte im März fast 50.000 Corona-Labortests durch

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In Berlin sind bisher mindestens 48.771 Labortests auf das neue Coronavirus durchgeführt worden. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mit (Stand: 29. März). Davon seien 2.863 (5,9 Prozent) positiv ausgefallen. Unklar blieb jedoch, ab wann die Tests gezählt wurden: "Ab Beginn der genauen Erfassung", hieß es nur.

Allein zwischen 23. und 29. März wurden laut der Behörde mehr als 19.700 Tests gemacht, davon seien 7,4 Prozent positiv gewesen. In der vergangenen Woche seien die Kapazitäten für das Land Berlin mehr als verdoppelt worden, auf 8.150 Tests pro Tag. Zehn Labore in Berlin werten den Angaben zufolge die Ergebnisse aus. Es würden daneben auch Tests in Laboren anderer Bundesländer durchgeführt.

Teststelle am Virchow-Klinikum verzeichnet Nachfrage-Rückgang

Der erste nachgewiesene Fall von Sars-CoV-2 in Berlin war am 1. März bekannt geworden. In der Folge wurden insgesamt acht Untersuchungsstellen an Kliniken eingerichtet, auch manche Ärzte nehmen Abstriche.

In Berlins erster Corona-Untersuchungsstelle an der Charité wird rund einen Monat nach dem Start eine sinkende Nachfrage nach Beratungen und Tests beobachtet. "Wir sehen einen deutlichen Rückgang", sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor, Joachim Seybold. Davon würden auch die anderen Untersuchungsstellen in Berlin berichten. "Wir können den Bedarf decken." Insgesamt seien seit dem Start am 3. März rund 3.700 Verdachtsfälle getestet worden.

In der Spitze seien an der Anlaufstelle auf dem Campus Virchow-Klinikum im Wedding bis zu 170 Beratungen mit Abstrichen pro Tag gemacht worden, teils mit Betriebszeiten von 8 bis 22 Uhr. Derzeit seien es noch etwa 70 bis 90 Tests täglich. "Anfangs war die Aufregung in der Bevölkerung groß, viele kamen mit Schnupfen", sagte Seybold. Von allen Getesteten hatte sich demnach weniger als jeder Zehnte tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert: "8,4 Prozent der Tests fielen positiv aus", so Seybold.

Entlastung durch Online-Fragebogen und Videosprechstunde

Bei den Gründen für den Rückgang habe man Vermutungen, die man aber nicht belegen könne, sagte der Mediziner. Nachdem zeitweise in großer Zahl Skifahrer für Tests gekommen seien, gebe es nun weniger Reiserückkehrer. "Außerdem haben durch die Maßnahmen insgesamt die Kontaktmöglichkeiten in der Gesellschaft abgenommen." Aber auch andere Faktoren, wie inzwischen eingeführte technische Lösungen zum Vorsortieren der Patienten, spielten womöglich eine Rolle.

So können Menschen, die eine Infektion befürchten, seit Mitte März via App einen Fragebogen ausfüllen und so eine Empfehlung bekommen, ob ein Arztbesuch oder Test sinnvoll ist. "Das kann manchen Menschen die Sorge nehmen", sagte Seybold. Hinzu kommt eine Videosprechstunde, damit nicht jeder Patient vor Ort erscheinen muss. Von den derzeit 120 bis 140 Beratungen pro Tag finde etwa die Hälfte online statt, sagte Seybold. Bei ungefähr 20 bis 30 Prozent der Patienten in der Videosprechstunde erweise sich der Verdacht als begründet, so dass sie dann noch für einen Abstrich vorbeikommen.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das ist eine hohe Zahl. Wie lange würde es da dauern, bis alle Berliner einmal getestet wurden???
    Bei positivem Test folgt mindestens ein weiterer, bei negativem Test kommen irgendwann weitere Test.
    Wie gelingt die Eindämmung damit?

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