Mehr Platz zum Spielen während Corona - Neukölln bekommt sechs temporäre Spielstraßen

Kinder fahren in Berlin auf einer temporären Spielstraße in einem Fahrradparcour (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Keine Autos und mehr Platz zum Toben: Im Berliner Bezirk Neukölln entstehen sechs Spielstraßen, um während der Corona-Pandemie mehr Platz für Kinder zu schaffen.

Ab Pfingsten sollen die ausgewählten Straßen im Körnerkiez, Reuterkiez, in Rixdorf und Britz an Sonn- und Feiertagen von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr für den Autoverkehr gesperrt werden, wie das Bezirksamt am Mittwoch mitteilte. "In Corona-Zeiten benötigen Kinder und Jugendliche mehr Platz, auch um überfüllte Spielplätze zu vermeiden", so Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).

Folgende Straßen werden zur temporären Spielstraße:
  • Selkestraße zwischen Schierker Str. und Nogatstr. sowie Schierker Platz (Körnerkiez)
  • Nansenstraße am Reuterplatz (Reuterkiez)
  • Schnalle zwischen dem Karl-Marx-Platz und dem Richardplatz
    (Richardkiez/Rixdorf)
  • Hobrechtstraße zwischen Sanderstraße und Pflügerstraße (Reuterkiez)
  • Buschrosenplatz (Britz)
  • Hüsung (Britz)

Bürgermeister schließt dauerhafte Spielstraßen nicht aus

Das Bezirksamt sucht nun nach ehrenamtlichen Helfern, die beispielsweise die Absperrbänder anbringen und das Durchkommen von Rettungsfahrzeugen gewährleisten sollen. Mindestens bis zum Herbst werde das Projekt dauern. Hikel schließt jedoch nicht aus, manche der Spielstraßen dauerhaft einzurichten.

Sendung:  Inforadio, 13.05.2020, 18:30 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Warum wird in Berlin inzwischen so eine einseitige egoistische Politik gemacht die sich ausschließlich auf die Interessen von jungen gesunden Menschen mit Fahrrad und Kind beschränkt? Für alle übrigen die meist auch in vollzeit arbeiten und für derartige Luxusproblemchen gar keine Zeit haben oder alt krank und mobil eingeschränkt sind wird gar nichts mehr getan. Sie sind im Gegenteil scheinbar im Weg. Die Straße ist für alle da?? Nein das war einmal seit diese Politik agiert. Autos sind wichtig eine Errungenschaft und gehören in eine Stadt.

  2. 15.

    In Friedrichshain, ich wohne dort 47 Jahre, gab und gibt es genug Platz für Spielplätze, jedoch werden diese Flächen immer weiter mit teurem Wohnraum und Bürogebäuden bebaut, Revaler Straße, Boxhagener Ecke Weichselstraße, Persiusstraße, Stralauer Allee. Es gibt aber immer noch massig Grünflächen, einfach mal Google-Maps anmachen, Satellitenansicht und siehe da. Neukölln z.B. hat 896ha öffentliche Grünfächen von 4493ha Gesamtfläche. Dann gibt es noch diverse begrünte Innenhöfe. Zu wenig Platz fürs Spielen, wohl eher nicht.

  3. 14.

    Also ich würde das jetzt nicht so übertreiben ich bin selber Autofahrer aber man muss auch Die Kinder verstehen, Berlin hat leider einen Mangel an Spielplätzen und Grünanlagen bei allem Respekt gegen über unsere Stadt aber unsere Stadtverwaltung oder wer auch dafür zuständig ist bekommt das nicht auf Die Reihe sich darum zu kümmern das es mehr Grünanlagen oder auch Spielplätze zur Verfügung stehen, es gibt genügend freie Fläche nur sie wird nicht genutzt.

  4. 12.

    Ich hoffe, dass nicht alle geplanten Straßensperrungen so wenig sinnhaft sind wie das Gässchen Hüsung.
    Die Hüsung grenzt direkt an einen mehrere Hektar großen Park. Dafür gibt es wegen einer Baustelle in dem benachbarten Lowise-Reuter-Ring just einige 100 Parkplätze weniger, so dass die Anwohnenden der Hüsung nicht einmal Ausweichmöglichkeiten haben. Ein Schnellschuss oder eine Schnapsidee?

  5. 11.

    Ich hoffe, dass nicht alle geplanten Straßensperrungen so wenig sinnhaft sind wie das Gässchen Hüsung.
    Die Hüsung grenzt direkt an einen mehrere Hektar großen Park. Dafür gibt es wegen einer Baustelle in dem benachbarten Lowise-Reuter-Ring just einige 100 Parkplätze weniger, so dass die Anwohnenden der Hüsung nicht einmal Ausweichmöglichkeiten haben. Ein Schnellschuss oder eine Schnapsidee?

  6. 10.

    Das war schon ironisch gemeint, B.N. ;-) Und na ja, dieses "Szenario" auf das Sie wohl anspielen wird in der einen oder anderen Ausprägung noch so lange andauern, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht.

  7. 9.

    Ein famoser Vorschlag, Adrian! Ich bastel mir gleich ein Pappschildchen, das ich auf der nächsten "Hygiene" Demo in die Höhe recke. ;-)

  8. 8.

    Kann ich nur zustimmen. Was wir auch bräuchten ist eine Kennzeichenpflicht für Kinder. Die Rowdys haben ja nichtmal einen Führerschein und rennen bei Unfällen einfach weg. Auf den Kosten bleibt man dann sitzen.

  9. 7.

    Rücksichtnahme geht in alle Richtungen. Und bevor Kinder wochenlang in beengten Verhältnissen eingesperrt werden (Neukölln hat in Berlin mit am meisten Menschen mit wenig Wohnraum), mit entsprechenden psychischen Belastungen für die ganze Familie sollen sie doch lieber auf den Flächen spielen dürfen die es gibt.
    Die Stadt gehöhrt den Menschen, nicht den Autos.

    Wem spielende Kinder zu laut sind, dem sei einfach ein Radio ans Herz gelegt ;)

  10. 6.

    Das tut mir sehr leid für Sie. Ihren Frust kann ich nachhvollziehen.
    Leider wird den mobilitätseingeschränkten Menschen noch immer zu wenig Platz geboten. Zu der Gruppe gehören ja nicht nur Schwerbehinderte und ältere Menschen, sondern zum Beispiel auch Eltern mit Kinderwagen.

    Hier wünsche ich mir, dass in Zukunft den Fußgängern allgemein mehr Platz auf dem Gehweg zugestanden wird. Stattdessen wird den parkenden Autos viel zu viel Stellplatz auf unseren Gehwegen eingeräumt.

    Stellt Euch mal vor, dass am Rand nur wenige Autos parken und genug Platz wäre, dass mindestens vier Personen nebeneinander laufen können und wir auch noch statt Asphalt mehr Grün, Bäume und Pflanzen hätten. Auch vorbeirennende Kinder hätten mehr Platz zum Spielen.

  11. 5.

    Der letzte Absatz des Artikels sagt alles. Der Rest ist Beruhigung für Dümmchen.

  12. 4.

    Ist die Straße wirklich der richtige Ort zum Spielen von Kindern?
    Ich denke mal nicht, besser wären Schulhöfe oder ähnliches.
    Solche Entscheidungen zeigen mir wieder mal, das unser Senat nicht in der Lage ist Sinnvolle Massnahmen umzusetzen.

  13. 3.

    Die Kinder werden sich sicher nicht in Gruppen zusammenfinden. :>
    Für die Anwohner ist das eine tolle akustische Bereicherung, die sicher gut tut. :>
    Und ganz, ganz wichtig, für mich als Schwerbehindeter bedeutete das Schließen der Spielplätze, dass ich auf den Gehwegen Horden von Kindern begegne, die keinen Abstand halten und denen man auch nicht aus dem Weg gehen kann, weil der Platz nicht da ist. Es sind Kinder sogar schon in mich reingelaufen mit voller Wucht.
    Soviel Rücksichtsnahme auf Alte, Kranke und Behinderte ist wirklich Corona-logisch.

  14. 2.

    Gönnen Sie doch den Kindern mal den Platz zum Spielen! Gilt doch vorerst nur für Sonn- und Feiertage. Viel schlimmer finde ich die Aussage, dass es bis zum Herbst gilt. Damit wissen wir nun auch, wie lange man das Szenario von Seiten der Politik aufrecht erhalten will.

  15. 1.

    Diese Kinder zahlen doch gar keine Steuern und dürfen trotzdem auf den Straßen spielen, die doch den Autofahrern gehören?! Wenn das so weiter geht, fahren in Berlin bald nur noch Pferdewagen. Berlin schafft sich ab! Das sagt auch der Nachbar eines Nachbarn - und der hat bestimmt recht!!!!

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